Tagesgeld-Zinsen markieren neues Allzeittief

Tagesgeld im April Tagesgeld-Zinsen markieren neues Allzeittief

Horst Biallo
von Horst Biallo
06.04.2018
Auf einen Blick
  • Der Biallo-Tagesgeld-Index, der Mittelwert von rund 110 Tagesgeld-Angeboten, hat im April ein neues Allzeittief markiert

  • Grund: Die Direktbanken ING-Diba und Consorsbank haben ihre Tagesgeld-Konditionen deutlich gesenkt.

  • Ob Zinshopper oder mittelfristig orientierter Sparer: Der aktuelle Biallo-Vergleich zeigt auf, wo unterschiedliche Anlegertypen am meisten profitieren können.
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Es war ein Schock für Sparer vor zwei Wochen, als die Consorsbank, der bisherige Spitzenreiter in unserem Tagesgeld-Vergleich, ankündigte, die Zinsen für Neukunden zum Monatswechsel deutlich zu senken. Und zwar von 1,0 Prozent pro Jahr auf nur noch 0,6 Prozent. Die maximale Anlagesumme für den Aktionszins wurde von 50.000 Euro auf 25.000 Euro halbiert.

Zumindest an der Zinsgarantie von sechs Monaten rüttelte die Consorsbank nicht. Nach dem Aktionszeitraum sinkt der Zins auf die Bestandskunden-Kondition von nur noch 0,01 Prozent (vorher 0,05 Prozent), und zwar bis zu einem Anlagevolumen von 100.000 Euro. Beträge darüber werden nicht mehr verzinst.

Deutschlands führende Direktbank ING-Diba bietet Neukunden zwar nach wie vor 0,75 Prozent pro Jahr anteilig für die ersten vier Monate (maximale Anlagesumme für Aktionszins: 50.000 Euro). Allerdings wurde der Zinssatz für Bestandskunden am 4. April von 0,10 Prozent auf ebenfalls nur noch 0,01 Prozent gesenkt. Die Höchsteinlage beträgt eine Million Euro.

Die Zinssenkungen der beiden Tagesgeld-Platzhirsche hinterlassen natürlich Spuren beim Biallo-Index – einer Zusammenschau von knapp 110 Tagesgeld-Angeboten. Für einen Anlagebetrag in Höhe von 10.000 Euro beträgt der Durchschnittszins nur noch 0,15 Prozent (Vormonat: 0,16 Prozent) – so tief stand der Index noch nie. Zum Vergleich: Anfang 2009 erhielten Tagesgeld-Anleger noch 3,52 Prozent für ihre Einlagen.

Tagesgeld-Zinsen für Zinshopper

Je aktiver ein Sparer ist, desto höhere Zinsen kann er ergattern. Denn Banken lieben Neukunden. Wer zu einem Anbieter wechselt, wird daher oft belohnt und erhält wesentlich höhere Zinsen als Bestandskunden.

Bei der Consorsbank ist ein Neukunde definiert als jemand, der in den vergangenen sechs Monaten kein Konto oder Depot bei der Direktbank geführt hat (auch DAB BNP Paribas).

Bei der ING-Diba gilt der Aktionszins für Kunden, die in den vergangenen zwölf Monaten kein Tagesgeldkonto besaßen. Anders bei der Renault Bank Direkt: Hier erhalten nur Kunden den Aktionszins, die wirklich noch nie ein Tagesgeldkonto bei der Direktbank hatten.

Die besten Tagesgeldzinsen für Neukunden:

AnbieterNeukundenzins p.a.S&P LänderratingAnmerkungen
ING-Diba0,75 %AAA4 Monate, danach 0,01 %              
Consorsbank0,60 %AA6 Monate, danach 0,01 %
Renault Bank Direkt0,60 %AA3 Monate, danach 0,40 %
Audi Bank0,40 %AAA4 Monate, danach 0,10 %

Hinweis: Manche Anbieter sind nicht verlinkt, da sie über uns derzeit keine neuen Kunden akquirieren wollen. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" offengelegt.

Übrigens: ING-Diba und Consorsbank sind aus einem weiteren Grund interessant: Beide agieren als Vollbanken. Das heißt, Sie können komplett zu einem dieser Anbieter umziehen. Vorteile: kostenloses Girokonto, gebührenfreie Kreditkarte, gratis Bargeldabheben im In- und Ausland.

Lese-Tipp: Der Kontowechsel ist heute so leicht wie nie. Die alte Bank muss beim Wechsel helfen. Eine kundenfreundliche Direktbank unterstützt Sie in aller Regel auch tatkräftig, wenn Sie mit Ihrem Girokonto zu ihr wechseln wollen.

Die besten Tagesgeld-Zinsen für Bestandskunden

Sie möchten nicht ständig neue Tagesgeldkonten eröffnen und permanent wechseln? Macht nichts. Auch hierfür gibt es Anbieter, die die Hausbank vor Ort um Längen schlagen. Sie können neben Ihrer bisherigen Bankverbindung ein Tagesgeldkonto bei einem anderen Institut eröffnen und Ihr Geld parken.

Empfehlungen der Biallo-Redaktion:

AnbieterBestandskundenzins p.a.S&P LänderratingZinstermine
Ferratum Bank0,60 %A -jährlich
Hoist Finance0,60 %AAAquartalsweise
Advanzia 0,50 %AAAmonatlich

Biallo-Tipp: Wenn Sie wissen, dass Sie auf einen gewissen Geldbetrag ein, zwei oder drei Jahre verzichten können, sollten Sie auf Festgeld setzen. Hier gibt es höhere Zinsen bei ebenfalls sehr geringem Risiko. Sehen Sie sich die aktuellen Festgeld-Konditionen an.

Wer sein Geld auf einem Tagesgeld Konto anlegt, möchte vor allem eines: Zinsen! Beachten Sie bei der Suche nach einem Tagesgeldkonto aber auch andere Komponenten!

Tagesgeld, Zinsen, Prämien und Co

Nutzen Sie den Tagesgeld-Vergleich zur Optimierung Ihrer Anlagestrategie! Achten Sie auf:

Prämien

Als Prämien für Tagesgeld Neukunden spielen Banken gerne die "Zinsgarantie-Karte". Nicht selten bieten sie Ihnen doppelt so hohe Zinsen wie den Bestandskunden.

Neukunden-Zins 

Aufwendig aber effektiv ist dabei das sogenannte "Zins-Hopping": Wie schon der Name sagt, wechseln Sie dabei von einem Tagesgeldkonto zum nächsten. So können Sie immer wieder Neukunde sein und ein neues, zinsstarkes Konto eröffnen. Achten Sie darauf, dass der Neukundenzins möglichst lange festgeschrieben ist. Zinsgarantien finden Sie in unserem Vergleich über "Produktdetails".

Achtung: Vergessen Sie beim Zins-Hopping nicht Ihren Freistellungsauftrag mitzunehmen! Den müssen Sie gesondert kündigen und an den nächsten Anbieter weiterreichen.

Sicherheit

Zahlungsunfähigkeit, Bankenkrise – die Verbraucher sind verunsichert. Aber dank der Einlagensicherung ist Ihr Tagesgeld im Inland vor einer Bankenpleite abgesichert. Nehmen Sie sich die Zeit und schauen Sie auf die Einlagensicherung!

Private Banken:

Hier greift die gesetzliche Einlagensicherung. Sie sichert Geldanlagen aktuell bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank ab.

Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Landesbanken:

Diese unterliegen nicht der gesetzlichen Einlagensicherung. Sie verpflichten sich zu einer freiwilligen Einlagensicherung.

Zinsgutschrift, Zinstermine

Beispiel: Zwei Banken, ein Nominalzins. Aber Bank A schüttet monatlich aus, Bank B quartalsweise. Möchten Sie Ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto lassen und wieder verzinsen, fahren Sie bei Bank A besser. Die gutgeschriebene Ausschüttung erhöht den Anlagebetrag und wird mitverzinst. Profitieren Sie somit vom Zinseszins! Zinstermine finden Sie bei unserem Vergleich unter "Produktdetails".

Lockangebote

Anleger sollten sicher gehen, dass es sich bei dem tollen Angebot aus der Werbung nicht um ein Lockangebot handelt! Manch einem Anbieter fällt immer ein neuer Weg ein, sein Angebot interessant zu machen. Lassen Sie sich nicht ködern:

Werbeangebote beim Anlagegespräch

Mit hohen Zinsen möchten Banken Sparer als Neukunden gewinnen. Im Gespräch bewerben sie ihre Produktpalette. Und mit diesen Produkten erzielen die Unternehmen – nicht Sie – dann ihre tatsächlichen Gewinne. Einlagensicherung: Manch ausländische Bank wirbt mit gutem Zins. Ist die Bank in der EU, sind Anlagen bis 100.000 Euro abgedeckt. Bedenken Sie lediglich: Im Fall einer Pleite kann es sein, dass die Bank erst die Belange der inländischen Anleger und zuletzt die der Ausländer bearbeitet.

Kombiangebote

Die gute Verzinsung bekommen Sie nur, wenn Sie im gleichen Zug ein Girokonto eröffnen und das Geld von diesem neuen Girokonto auf das Tagesgeldkonto überweisen. Schauen Sie sich die Gebühren für das Konto an und überlegen Sie sich, ob Sie tatsächlich ein neues Girokonto brauchen!

Tagesgeld-Zinsen: Vergleichen ist Pflicht für Tagesgeld-Anleger!

Kaum jemand legt sein Geld noch auf den Klassikern Sparkonto, Festgeld, Sparbuch oder Tagesgeld an, um von den Zinsen zu profitieren. Das Geld, das auf Tagesgeldkonten parkt, dient meist als permanent abrufbare Reserve oder für anstehende Ausgaben. Um nicht unnötig Geld zu verlieren, sollten Sie die Tagesgeld-Zinsen genau vergleichen. Die Zinsen sind insgesamt gesunken, doch die Angebote unterscheiden sich deutlich.

Der Biallo-Index gibt die Tagesgeld-Historie wieder und basiert auf der Berechnung des Durchschnittswertes aller an biallo.de gemeldeten Angebote.

Biallo Index (1 Jahr)
Tagesgeld 10.000 €
Chart Tagesgeld 10.000 €
Biallo-Index
0,15%
basierend auf
104Angeboten
Tief/Hoch
0,15% / 0,19%

Steuerliche Behandlung der Tagesgeld-Zinsen

Zinsen, die Tagesgeld-Anleger erhalten, freuen den Fiskus schon lang nicht mehr! Besteuert werden sie dennoch: Bei einem Tagesgeld werden 25 Prozent Abgeltungssteuer zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf den Zinsertrag berechnet und abgeführt. Dazu kommt – je nach Konfession – die Kirchensteuer.

Verzichten Sie keinesfalls auf die Freibeträge! Als Single erhalten Sie 801 Euro Sparerpauschbetrag, als Verheiratete 1.602 Euro. Das bedeutet, 801 Euro (oder 1.602 Euro) sind steuerfrei. Für jeden weiteren Cent zahlen Sie! Den Freibetrag müssen Sie beantragen. Entweder über einen "Freistellungsauftrag" bei Ihrer eigenen Bank oder über die "Nichtveranlagungsbescheinigung". Die bekommen Sie direkt beim zuständigen Finanzamt. Geben Sie den Freistellungsauftrag nicht ab, zahlen Sie Abgeltungssteuer für die kompletten Kapitalerträge!

Häufige Fragen zum Thema Tagesgeld-Zinsen

Wie werden Tagesgeld-Zinsen berechnet?

Mit dieser Formel können Sie ausrechnen, wie viel Zinsen Sie für welche Anzahl von Tagen bekommen:  


                             Kapital * Tage * Zinssatz
 Zinsen     =         ---------------------------------
                             360 * 100 

Lohnt sich beim Tagesgeld der Vergleich der Zinsen?

Selbstverständlich! Denn schon ab einem halben Prozentpunkt verschenken Sie quasi Bares! Tagesgeld wird variabel verzinst. Das bedeutet, dass die Zinsen tagtäglich jederzeit an die aktuelle Marktentwicklung angepasst werden können. Bei einem Vergleich finden Sie zum einen die aktuell besten Zinsen und zum anderen Zinsgarantien für Neukunden.

Was sind „Zinsgarantien“?

Die Bank kann den Tagesgeldzins jeden Tag neu festsetzen. Das bedeutet, dass sich für Kunden täglich ein schlechterer Zins einstellen kann. Eine Zinsgarantie ist dagegen ein Zins, der den Kunden für einen bestimmten Zeitraum zugesichert wird. Zinsgarantien werden gerne zur Neukundengewinnung ausgesprochen.

Was ist der Zinseszinseffekt beim Tagesgeld?

Belassen Sie die ausgeschütteten Zinsen am Konto, werden sie Teil vom Anlagekapital und somit verzinst. Es greift der Zinseszins Effekt. Interessant ist, wann die Bank den Zins gutschreibt. Monatlich, vierteljährlich oder einmal pro Jahr. Denn: Je öfter ausgeschüttet wird, desto mehr Kapital erhalten Sie…

Wie sicher ist der Zins beim Tagesgeld?

Der Zins beim Tagesgeld kann sich täglich ändern. Im Gegensatz zum Festgeld – hier ist der Zins über einen bestimmten Zeitraum festgelegt. Aber auch bei Tagesgeldern können Sie Zinsgarantien erhalten. Vor allem Neukunden garantieren die Banken gerne über drei Monate einen festen Zinssatz.

Spielt der Effektivzins beim Tagesgeldzins eine Rolle?

Eher nicht. Denn das Tagesgeldkonto ist in der Regel kostenlos. Es fallen weder Verwaltungsgebühren noch andere Kosten an. Soweit man von einem Effektivzins sprechen kann, nur in Kombination mit der Ausschüttung. Beispiel für Wiederanleger: Zwei Banken, ein Nominalzins. Die eine Bank schüttet monatlich aus, die andere quartalsweise. Der Zinseszinseffekt ist somit bei der Bank höher, die monatlich ausschüttet.

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Horst Biallo
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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de