Auf einen Blick
  • Trotz steigender Inflation hält die Europäische Zentralbank (EZB) unbeirrt an ihrem geldpolitischen Kurs fest. Das belegt die jüngste Ratssitzung am 10. Juni. Die steigende Teuerungsrate sei nur ein temporärer Anstieg.

  • Die mahnenden Stimmen werden immer lauter, die eine Drosselung des PEPP-Programs fordern. Dr. Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank ist sich sicher: "Christine Lagarde wird ihren aktuellen Kurs kaum bis über den Sommer durchhalten können". 

  • Die durchschnittlichen Tagesgeldzinsen sind auf einem Rekordtief. Laut Biallo-Index zahlen Banken im Schnitt nur noch 0,06 Prozent pro Jahr. 

  • Spitzenreiter im Tagesgeld-Vergleich von biallo.de ist die Bigbank aus Estland mit einem Zinssatz von 0,40 Prozent pro Jahr.

  • Wer das Ersparte lieber fest verzinst anlegen möchte, sollte einen Blick auf das Festgeld der FCA Bank werfen. Der italienische Finanzdienstleister bietet etwa für sechs Monate 0,61 Prozent Festgeldzinsen.

Die Tagesgeldzinsen kennen seit Monaten nur eine Richtung – steil nach unten.
SewCream / Shutterstock.com

Die jüngste EZB-Ratssitzung am 10. Juni war für viele Beobachter eine Enttäuschung. Alles blieb beim alten, denn laut den Währungshütern sei es ohnehin zu früh, über langfristige geldpolitische Fragen zu sprechen. Viele Experten weisen allerdings darauf hin, dass die Inflation in den vergangenen Monaten stark angezogen hat. Die Notenbanker sehen den Anstieg dagegen nur temporär und wollen weiterhin an ihrem Pandemiekaufprogramm (PEPP) bis mindestens März 2022 festhalten. Mit einer Erhöhung des Leitzinses, der seit März 2016 bei null Prozent liegt, hatten die meisten Experten ohnehin nicht gerechnet – zumindest noch nicht. "Die EZB wird ihren Kurs nicht durchhalten können", sagt Dr. Otmar Lang, Chefsvolkswirt der Targobank. Es bleibt also spannend.

Tagesgeldzinsen verharren im Keller

Seit Monaten kennen die durchschnittlichen Tagesgeldzinsen nur eine Richtung: steil nach unten. Etliche Banken haben ihre Tagesgeldzinsen zusammengestrichen – darunter namhafte Anbieter wie die Amsterdam Trade BankLeaseplan Bank und Opel Bank. Derzeit liegt der Biallo-Tagegeld-Index, der Durchschnittszins aller auf biallo.de gelisteten Tagesgeldangebote bei 0,06 Prozent pro Jahr – also auf einem neuen Allzeittief. Zum Vergleich: Vor gut einem halben Jahr waren es immerhin noch 0,11 Prozent.

Was auffällt: War früher der Neukunde König und konnte von attraktiven Zinsaktionen profitieren, hat sich das Blatt nun komplett gewendet. Das derzeit attraktivste Zinsangebot bietet die Bigbank aus Estland mit ihren 0,40 Prozent für alle Kunden. Die Sberbank DirectTF Bank und Südtiroler Sparkasse offerieren immerhin 0,20 Prozent pro Jahr. Letztere zahlt sogar die Zinsen für 90 Tage garantiert.

Jetzt Genossen werden und Dividende sichern!

Eine sichere und interessante Tagesgeld-Alternative sind Genossenschaftsanteile von Genossenschaftsbanken  Diese bieten Jahr für Jahr attraktive Dividenden, besonders die Genossenschaftsanteile der Volksbanken werfen hohe Renditen ab.

Südtiroler Sparkasse mit 0,20 Prozent pro Jahr

Attraktive 0,20 Prozent pro Jahr ruft die Südtiroler Sparkasse auf, und das für drei Monate garantiert. Der Tagesgeldzins gilt sowohl für Neu- als auch Bestandskunden. Damit bieten die Südtiroler eines der letzten Tagesgelder mit Zinsgarantie. Die Barclays Bank bietet zwar nur 0,10 Prozent, aber dafür immerhin für ganze zwölf Monate garantiert.

Tagesgeld mit Zinsgarantie: Empfehlungen von biallo.de

Bank Zinsen p.a. Zinsgarantie Anlagebetrag für Zinsaktion Einlagensicherung S&P Rating
Südtiroler Sparkasse 0,20%
für Neukunden
drei Monate, danach var. 0,20% keine Beschränkung 100.000 Euro pro Person / ITA BBB
gute Sicherheit
Barclay(1) 0,10%
für Neukunden
zwölf Monate keine Beschränkung 100.000 Euro pro Person / IRL AA-
hohe Sicherheit
(1) garantiert zwölf Monate lang 0,10 Prozentpunkte über EZB-Leitzins / Quelle: Tagesgeld-Vergleich biallo.de / Stand: 8. Juni 2021 / Angaben ohne Gewähr

Hinweis: Manche Anbieter sind nicht verlinkt, da sie über uns derzeit keine neuen Kunden akquirieren wollen. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" transparent offen gelegt. Alle Anbieter finden Sie im Tagesgeld-Vergleich von biallo.de.


Tagesgeld ohne Zinsgarantie: Empfehlungen von biallo.de

Bei den Bestandskunden-Angeboten sieht die Sache schon etwas besser aus. Vor allem die Bigbank mit ihren 0,40 Prozent kann die Konkurrenz im Tagesgeld-Vergleich von biallo.de deutlich abhängen. Das höchst verzinste Tagesgeld-Angebot aus Deutschland kommt aus dem Hause der Akbank. Hier bekommen Sparer 0,15 Prozent pro Jahr – und das bei höchster Sicherheit. Denn die Akbank ist Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Das bedeutet, dass Sparguthaben bis zu einer maximalen Summe von mehr als 108 Millionen Euro pro Anleger abgesichert sind. 

Bank Zinsen p.a. Anlagebetrag Einlagensicherung (ES) S&P Rating
Bigbank 0,40% bis 100.000 Euro 100.000 Euro pro Person / EST AA-
hohe Sicherheit
TF Bank 0,20% bis 100.000 Euro 1,05 Mio. Schwedische Kronen pro Person / SWE AAA
höchste Sicherheit
Sberbank Direct 0,20% 1.000 – 100.000 Euro 100.0000 Euro pro Person / AUT AA+
hohe Sicherheit
Ferratum Bank 0,20% bis 100.000 Euro 100.000 Euro pro Person / MLT A-
gute Sicherheit
Südtiroler Sparkasse 0,20% unbegrenzt 100.000 Euro pro Person / ITA BBB
gute Sicherheit
Quelle: Tagesgeld-Vergleich biallo.de / Stand: 8. Juni 2021 / Angaben ohne Gewähr
  • Biallo-Tipp: Wenn Sie wissen, dass Sie auf einen gewissen Geldbetrag ein oder zwei Jahre verzichten können, sollten Sie auf Festgeld setzen. Hier gibt es höhere Zinsen bei ebenfalls sehr geringem Risiko.

Biallo-Tipp: Auf kurzlaufendes Festgeld setzen

Für Tagesgeld-Sparer kann kurz laufendes Festgeld eine interessante Alternative sein. So bietet die  FCA Bank aus Italien 0,51 Prozent für drei Monate. Wer sich ein halbes Jahr bindet, bekommt sogar 0,61 Prozent Festgeldzinsen.

Diese Faktoren sollten Sie beachten

Nutzen Sie den Tagesgeld-Vergleich von biallo.de zur Optimierung Ihrer Anlagestrategie. Achten Sie dabei auf:

Prämien

Als Prämien für Tagesgeld-Neukunden spielen Banken gerne die "Zinsgarantie-Karte". Nicht selten bieten sie ihnen doppelt so hohe Zinsen wie den Bestandskunden.

Neukunden-Zins

Aufwendig, aber effektiv ist dabei das "Zins-Hopping": Wie schon der Name sagt, wechseln Sie dabei von einem Tagesgeldkonto zum nächsten. So können Sie immer wieder Neukunde sein und ein neues, zinsstarkes Konto eröffnen. Achten Sie darauf, dass der Neukundenzins möglichst lange festgeschrieben ist. Zinsgarantien finden Sie in unserem Vergleich über "Produktdetails".

Achtung: Vergessen Sie beim Zins-Hopping nicht, Ihren Freistellungsauftrag mitzunehmen. Diesen müssen Sie gesondert kündigen und an den nächsten Anbieter weiterreichen.

Sicherheit

Zahlungsunfähigkeit, Bankenkrise – die Verbraucher sind verunsichert. Aber dank der Einlagensicherung ist Ihr Tagesgeld im Falle einer Bankenpleite abgesichert. Nehmen Sie sich die Zeit und schauen Sie auf die Einlagensicherung.

  • Biallo-Tipp: Wie wir die Sicherheit beim Tagesgeld bewerten, können Sie unter Tagesgeld-Test nachlesen.


Private Banken

Hier greift die gesetzliche Einlagensicherung. Sie sichert Geldanlagen aktuell bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank ab.

Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Landesbanken

Diese unterliegen nicht der gesetzlichen Einlagensicherung. Sie verpflichten sich zu einer freiwilligen Einlagensicherung.

Ausländische Banken

Manche ausländische Bank wirbt mit gutem Zins. Ist die Bank in der EU, sind Anlagen bis 100.000 Euro abgedeckt. Bedenken Sie lediglich: Im Fall einer Pleite kann es sein, dass die Bank erst die Belange der inländischen Anleger und zuletzt die der Ausländer bearbeitet.

Zinsgutschrift und Zinstermine

Beispiel: Zwei Banken, ein Nominalzins. Aber Bank A schüttet monatlich aus, Bank B quartalsweise. Möchten Sie Ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto lassen und wieder verzinsen, fahren Sie bei Bank A besser. Die gutgeschriebene Ausschüttung erhöht den Anlagebetrag und wird mitverzinst. Profitieren Sie somit vom Zinseszins. Zinstermine finden Sie bei unserem Vergleich unter "Produktdetails".

Lockangebote

Anleger sollten sicher gehen, dass es sich bei dem tollen Angebot aus der Werbung nicht um ein Lockangebot handelt. Manchen Anbietern fallen immer neue Wege ein, ihr Angebot interessant zu machen. Lassen Sie sich nicht ködern.

Werbeangebote beim Anlagegespräch

Mit hohen Zinsen möchten Banken Sparer als Neukunden gewinnen. Im Gespräch bewerben sie ihre Produktpalette. Und mit diesen Produkten erzielen die Unternehmen – nicht Sie – dann ihre tatsächlichen Gewinne.

Kombiangebote

Die gute Verzinsung bekommen Sie bei manchen Banken nur, wenn Sie im gleichen Zug ein Girokonto eröffnen und das Geld von diesem neuen Girokonto auf das Tagesgeldkonto überweisen. Schauen Sie sich die Gebühren für das Konto an und überlegen Sie sich, ob Sie für Ihre Geldanlage tatsächlich ein neues Girokonto brauchen.

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Tagesgeldzinsen: Vergleichen ist Pflicht

Kaum jemand legt sein Geld noch auf den Klassikern Sparkonto, Festgeld, Sparbuch oder Tagesgeld an, um von den Zinsen zu profitieren. Das Geld, das auf Tagesgeldkonten parkt, dient meist als permanent abrufbare Reserve oder für anstehende Ausgaben. Gleichwohl sollten Sie die Tagesgeldzinsen genau vergleichen: Die Zinsen sind insgesamt gesunken, doch die Angebote unterscheiden sich deutlich.

Der Biallo-Index gibt die Tagesgeld-Historie wieder und basiert auf der Berechnung des Durchschnittswertes aller an biallo.de gemeldeten Angebote – in dem hier dargestellten Schaubild beispielsweise die durchschnittlichen Tagesgeldzinsen bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro.

Steuerliche Behandlung der Tagesgeldzinsen

Zinsen, die Tagesgeld-Anleger erhalten, freuen den Fiskus schon lang nicht mehr. Besteuert werden sie dennoch: Bei einem Tagesgeld werden 25 Prozent Abgeltungssteuer zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag – also insgesamt 26,375 Prozent – auf den Zinsertrag berechnet und abgeführt. Dazu kommt – je nach Konfession – die Kirchensteuer.

Verzichten Sie keinesfalls auf die Freibeträge. Als Single erhalten Sie 801 Euro Sparerpauschbetrag im Jahr, als Verheiratete 1.602 Euro. Das bedeutet, 801 Euro (oder 1.602 Euro) sind pro Jahr steuerfrei. Für jeden weiteren Cent wird die Steuer fällig. Den Freibetrag müssen Sie beantragen. Entweder über einen Freistellungsauftrag bei Ihrer eigenen Bank oder über die "Nichtveranlagungsbescheinigung". Die bekommen Sie direkt beim zuständigen Finanzamt. Geben Sie den Freistellungsauftrag nicht ab, zahlen Sie Abgeltungssteuer für die kompletten Kapitalerträge.

Häufige Fragen zum Thema Tagesgeld-Zinsen

Was sind Tagesgeldzinsen

Tagesgeldzinsen erhalten Sparer dafür, dass sie ihr Geld auf einem Tagesgeldkonto anlegen. Dabei gilt Flexibilität für beide Seiten: Anleger können jederzeit Geld einzahlen und abziehen. Die Bank kann den Tagesgeldzins jederzeit senken oder anheben. Da Banken Tagesgeld nicht für eine feste Zeit einplanen können wie Festgeld, fällt der Tagesgeldzins in der Regel niedriger aus als ein Festgeldzins. Ausnahme: Einige Banken machen Neukundenangebote, bei denen Sparer über eine bestimmte Zeit garantiert einen meist deutlich überdurchschnittlichen Zins auf ihrem Tagesgeldkonto gutgeschrieben bekommen. Doch auch ohne Zinsgarantie gleicht eine Tagesgeldanlage keiner permanenten Aufzugfahrt – Geldhäuser belassen den Zins oft über Monate gleich.

Wie hoch sind aktuell die Tagesgeldzinsen?

Entsprechend dem aktuellen Zinsniveau befinden sich auch die Tagesgeldzinsen auf Talfahrt. Viele Geldhäuser bieten kaum mehr als null Prozent. Es gibt jedoch auch Anbieter mit weit überdurchschnittlicher Verzinsung. Der Biallo-Index zeigt Ihnen, wie hoch der durchschnittliche Tagesgeldzins aktuell ist. Mit dem Biallo-Tagesgeld-Vergleich finden Sie ganz einfach attraktive Tagesgeldkonten.

Spielt der Effektivzins beim Tagesgeldzins eine Rolle?

Eher nicht. Denn das Tagesgeldkonto ist in der Regel kostenlos. Es fallen weder Verwaltungsgebühren noch andere Kosten an. Soweit man von einem Effektivzins sprechen kann, nur in Kombination mit der Ausschüttung. Beispiel für Wiederanleger: Zwei Banken, ein Nominalzins. Die eine Bank schüttet monatlich aus, die andere quartalsweise. Der Zinseszinseffekt ist somit bei der Bank höher, die monatlich ausschüttet.

Wie werden Tagesgeld-Zinsen berechnet?

Mit dieser Formel können Sie ausrechnen, wie viel Zinsen Sie für welche Anzahl von Tagen bekommen:  


                             Kapital * Tage * Zinssatz
 Zinsen     =         ---------------------------------
                             360 * 100 

Lohnt sich beim Tagesgeld der Vergleich der Zinsen?

Selbstverständlich! Denn schon ab einem halben Prozentpunkt verschenken Sie quasi Bares! Tagesgeld wird variabel verzinst. Das bedeutet, dass die Zinsen tagtäglich jederzeit an die aktuelle Marktentwicklung angepasst werden können. Bei einem Vergleich finden Sie zum einen die aktuell besten Zinsen und zum anderen Zinsgarantien für Neukunden.

Was sind „Zinsgarantien“?

Die Bank kann den Tagesgeldzins jeden Tag neu festsetzen. Das bedeutet, dass sich für Kunden täglich ein schlechterer Zins einstellen kann. Eine Zinsgarantie ist dagegen ein Zins, der den Kunden für einen bestimmten Zeitraum zugesichert wird. Zinsgarantien werden gerne zur Neukundengewinnung ausgesprochen.

Was ist der Zinseszinseffekt beim Tagesgeld?

Belassen Sie die ausgeschütteten Zinsen auf dem Konto, werden sie Teil vom Anlagekapital und somit verzinst. Es greift der Zinseszins Effekt. Interessant ist, wann die Bank den Zins gutschreibt. Monatlich, vierteljährlich oder einmal pro Jahr. Denn: Je öfter ausgeschüttet wird, desto mehr Kapital erhalten Sie…

Wie sicher ist der Zins beim Tagesgeld?

Die Zinsen beim Tagesgeld können sich täglich ändern. Im Gegensatz zum Festgeld – hier ist der Zins über einen bestimmten Zeitraum festgelegt. Aber auch bei Tagesgeldern können Sie Zinsgarantien erhalten. Vor allem Neukunden garantieren die Banken gerne über drei Monate einen festen Zinssatz.

Biallo-Lesetipp

Wir haben uns die verschiedenen Länder und deren Banken genauer angesehen. Worauf Sie bei einer Tages- oder Festgeldanlage im Ausland achten müssen, erfahren Sie in den folgenden Ratgebern:



  Horst Biallo

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