Call-by-Call

Bis Ende 2022 sicher: Sparen per Call-by-Call

Update: 07.01.2020
Fritz Himmel
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Auf einen Blick
  • Call-by-Call? Gibt es das Sparen per Vorwahl überhaupt noch? Ja und zwar bis mindestens Ende 2022.

  • Interessant bleibt Call-by-Call nach wie vor für jene Telekom-Kunden, welche beispielsweise nicht kostengünstig über eine Flatrate telefonieren.
Vor allem für lange Telefonate ins Ausland oder Mobilfunknetz kann Call-by-Call günstig sein.
Bacho / shutterstock.com

Im Jahr 1998 wurde die Deutsche Telekom im Zuge der Öffnung des Telekommunikationsmarktes verpflichtet, ihren Endkunden Call-by-Call und Preselection anzubieten. Mit diesen Modellen wird es Kunden ermöglicht, für Telefongespräche per Vorwahl einer 010xy-Nummer einen anderen Verbindungsnetzbetreiber auszuwählen, der dann das Gespräch durch sein Netz durchleitet und mit dem Endkunden abrechnet.

Im Laufe des Jahres 2019 hatte nun der staatliche Regulierer, die Bundesnetzagentur (BNetzA), den Endkundenmarkt für Sprachtelefonie einer regelmäßigen Prüfung unterzogen und sah die Deutsche Telekom nicht mehr als marktbeherrschend an und somit auch nicht mehr behördlich verpflichtet, Call-by-Call und Preselection anzubieten. Es drohte somit das kommende Aus durch die EU-Kommission.

"Damit hätte die BNetzA allen Sparvorwahlen die erforderliche Grundlage entzogen", sagt Steffen von Alberti, Geschäftsführer von Tele2, einem der führenden alternativen Anbieter. Mit dem Aufkommen neuer Angebote im Markt wie Flatrates, WhatsApp und Mobilfunkkommunikation sank die Nutzerzahl der Sparvorwahlen in den letzten Jahren. Doch diese haben nach wie vor eine relevante Bedeutung: "Pro Jahr telefonieren immer noch Millionen Menschen etwa fünf Milliarden Minuten darüber", sagt Alberti. Rund 90 Call-by-Call-Anbieter tummeln sich noch am Markt.

Ende auf Raten: 010xy-Vorwahlen bleiben vorerst

Die Deutsche Telekom hat sich mit dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) und dem Deutschen Verband für Telekommunikation und Medien (DVTM) auf eine eigene Lösung geeinigt: Das preiswerte Telefonieren über Call-by-Call und Preselec­tion bleibt für Fest­netz­kunden der Deut­schen Telekom noch bis Ende 2022 gesichert.

Die gemeinsame Vereinbarung ermöglicht nun einen "sanften" Ausstieg aus diesem Marktmodell mit einer langen Übergangszeit. "Die Vereinbarung zeigt, dass im Markt einvernehmliche Lösungen gefunden werden können", sagt Pascal Koppetsch, Verhandlungsführer der Deutschen Telekom. "Der Wettbewerb in der Telekommunikation ist mittlerweile soweit gediehen, dass immer öfter auf einen regulatorischen Eingriff verzichtet werden kann."

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Wann sich Call-by-Call lohnt!

Die Nutzung der günstigen Spar-Vorwahlen ist nur von einem Festnetzanschluss der Deutschen Telekom möglich, nicht bei einem Anschluss-Wettbewerber wie 1&1, Vodafone und O2 oder bei einem Stadtnetzbetreiber wie M-Net oder NetCologne. Wer seinen Festnetzanschluss-Anbieter komplett wechselt, hat somit keine Chance mehr, diese bequeme Sparmethode zu nutzen.

Das Sparpotential über die Call-by-Call-Methode ist vor allem in die Mobilfunkfunknetze und ins Ausland nach wie vor enorm hoch. Anrufe über die Spar­-Vorwahlen kosten oft nur rund einen Cent oder weniger pro Minute. Ein Zehn-Minuten-Telefonat zum deutschen Handy kostet aktuell über die Call-by-Call-Methode rund 15 Cent, beim Deutsche Telekom-Tarif fallen dafür 1,90 Euro an. Das gleiche Telefonat nach Thailand (Festnetz) kostet aktuell über Call-by-Call im Durchschnitt zehn bis zwanzig Cent, regulär bei der Telekom 9,90 Euro.

Ähnlich hoch liegen die Preise der Festanschluss-Wettbewerber, dort ist man dann von deren Preispolitik abhängig. Und bei Anrufen zu einem Handy oder ins Ausland werden in der Regel zum Teil saftige Preise berechnet.

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