Ping-Calls, Dortmund liegt nicht in Liberia

Telefon-Abzocke Ping-Calls, Dortmund liegt nicht in Liberia

Ines Baur
von Ines Baur
08.12.2017
Auf einen Blick
  • Zeigt das Handy einen Anruf in Abwesenheit an, sollten Sie genau hinsehen, ob Sie die Nummer kennen und der Rückruf nötig ist.

  • Betrüger nutzen die Lockanruf-Masche, sogenannte Ping-Calls, um beim Rückruf überteuerte Minutenpreise zu kassieren.

  • Nicht selten ähneln die Ländervorwahlen denen lokaler Vorwahlen. Zum Beispiel Dortmund (0231) und Liberia (00231)
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Ihr Handy klingelt nur kurz. Der Anrufer legt auf, bevor Sie etwas sagen können. Sie wundern sich und werfen einen Blick auf die Nummer. Wer kann das wohl sein? 00231... ist das nicht Dortmund? Sie rufen zurück. Doch da ist niemand aus Dortmund. Denn Sie rufen in Liberia an.

Der Teilnehmer am anderen Ende der Leitung freut sich über Ihren Anruf. Denn bei ihm klingelt die Kasse. Der getätigte Rückruf ist nämlich kostenpflichtig. Und die Nummer, die Sie für eine lokale Vorwahl halten ist in Wirklichkeit die Ländervorwahl für irgendwo auf der Welt. Ping-Verbrecher versuchen Sie möglichst lange in der Leitung zu halten. Entweder mit Warteschleifenmusik, oder Bandansagen mit Hinweis auf ein Gewinnspiel oder eine Paketzustellung. Sie warten und die Betrüger streichen im Minutentakt Ihr Geld für den Anruf ein.

Bundesnetzagentur nimmt Mobilfunkanbieter in die Pflicht

Die Bundesnetzagentur will dem Treiben nicht mehr länger zusehen. Seit Beginn des Jahres bis einschließlich September 2017 gingen über 15.000 Beschwerden ein. Im Oktober allein waren es dann schon etwa 30 000 Beschwerden. Und im November kamen nochmals über 20.000 Beschwerden über Ping-Anrufe hinzu.

Das reicht! Die Bundesnetzagentur hat nun angeordnet, dass in Mobilfunknetzen eine kostenlose Preisansage für bestimmte internationale Vorwahlen geschaltet werden muss. Damit möchte sie die Abzocke mit teuren Rückrufen verhindern. Mobilfunknetzbetreiber und Mobilfunkanbieter müssen die Anordnung bis spätestens 15. Januar 2018 für insgesamt 22 Länder umsetzen.

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Anbieter müssen ab Januar Preisansagen schalten

"Wir schützen Mobilfunkkunden vor den Folgen telefonischer Belästigung und schieben den Ping-Anrufen einen Riegel vor", erklärt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. "Mit der von uns angeordneten Preisansagepflicht machen wir das rechtswidrige Geschäftsmodell der Täter wirtschaftlich unattraktiv und schaffen Transparenz für den Verbraucher."

In der Praxis sieht das dann künftig so aus: Die angeordnete Preisansage für auffällige Länder weist den Anrufer vor Beginn des kostspieligen Telefonats darauf hin, dass er eine teure Rufnummer im Ausland anwählt.

"Rufen die getäuschten Verbraucher zurück, so können sie künftig das Gespräch abbrechen, ohne dass für sie Kosten entstehen", sagt Homann weiter. "Die Umgehung des deutschen Verbraucherschutzniveaus nehmen wir nicht hin."

Hinweise der Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur rät Verbrauchern davon ab, Rufnummern zurückzurufen, wenn kein Anruf aus den entsprechenden Ländern erwartet wird. Haben Sie einen solchen Anruf erhalten, sollten Sie den der Bundesnetzagentur melden.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de