So wehren Sie sich gegen Tempodrosselung

Schnelles Internet So wehren Sie sich gegen Tempodrosselung

Manfred Fischer
von Manfred Fischer
23.06.2017
Auf einen Blick
  • Telekommunikationsanbieter stellen Festnetz -und Mobilfunkkunden oft nicht die versprochenen Übertragungsraten bereit.

  • Betroffene sollten ihre Surfgeschwindigkeiten zu verschiedenen Tageszeiten messen und dokumentieren. Die Bundesnetzagentur stellt Verbrauchern einen "Breitbandtest" bereit.

  • Wer große Abweichungen von der vertraglich vereinbarten Leistung feststellt, sollte dem Anbieter eine Frist von ein bis zwei Wochen setzen, um die Drosselung aufzuheben. Verbraucherschützer raten, die monatlichen Zahlungen zu reduzieren, falls das Problem weiter besteht. 
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Wenn sie drosseln, dann kräftig. "In der Mehrzahl der Fälle ist die Abweichung größer als 50 Prozent", sagt Katja Henschler. Immer wieder landen bei der Internetexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen Beschwerden über Netzanbieter. Vor allem seien es Festnetzkunden, die zeitweise nur einen Bruchteil der vertraglich vereinbarten Übertragungsrate erhalten. Aus 50 Megabit pro Sekunde auf dem Papier werden in der Praxis schnell mal zehn, schildert sie.

Henschler rät Verbrauchern, die sich ausgebremst sehen, ihre Surfgeschwindigkeiten zu messen und Abweichungen zu dokumentieren. Die Messungen sollten zu unterschiedlichen Tageszeiten erfolgen und sich über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen erstrecken. Als Messinstrumente empfiehlt sie den Breitbandtest der Bundesnetzagentur - inzwischen stellt die Behörde auch eine Version für Smartphones bereit. "Den halten wir für vertrauenswürdiger als die Geschwindigkeitstests der Anbieter", sagt Henschler.

Hintergrund: Seit Anfang Juni gilt eine neue Verordnung für die Telekommunikationsbranche, die Anbieter sind  zu mehr Transparenz gegenüber Kunden verpflichtet. Seither verschicken die Unternehmen E-Mails und SMS, in denen sie auf ihre Geschwindigkeitstests hinweisen.

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Egal, womit die Geschwindigkeit gemessen wird - Tempo-Trickser unter den Anbietern sind nur schwer zu fassen. Denn die Produktdatenblätter, in denen sie nun vor Vertragsabschluss die wesentlichen Daten auflisten müssen, enthalten eine "dehnbare Formulierung", wie Henschler sagt. Laut gesetzlicher Vorgabe müssen Telekommunikationsanbieter nur die "minimale, die normalerweise zur Verfügung stehende und die maximale Übertragungsrate" festschreiben.

Ein anderes Problem aus Sicht von Verbraucherschützern: "Die neue Verordnung räumt Kunden keine Sanktionsmöglichkeiten ein", sagt Henschler. Gleichwohl können sich Betroffene wehren, zumindest bei "häufig und stark geminderter Geschwindigkeit".

Diese drei Tipps gibt die Expertin:

  • Konfrontieren Sie den Anbieter mit den Ergebnissen Ihrer Geschwindigkeitsmessungen. Setzen Sie ihm eine Frist von zwei Wochen, um die Drosselung aufzuheben.

  • Falls der Anbieter nicht Abhilfe schafft, mindern Sie den Preis; passen Sie den Dauerauftrag entsprechend an. Um wie viel Ihre Zahlungen verringern können, dafür gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. 30 Prozent gelten als praxisnaher Wert.

  • Sofern der Wechsel zu einem anderen Anbieter technisch möglich ist, bietet sich es auch an, den Vertrag zu kündigen. Zu welchem Zeitpunkt das möglich ist, müssen die Unternehmen jetzt klar darstellen. Nach der seit 1. Juni geltenden Transparenzverordnung müssen sie unter anderem die Kündigungsfrist und den letzten Kalendertag nennen, an dem die Kündigung eingehen muss, um eine automatische Vertragsverlängerung zu verhindern. Bis 1. Dezember 2017 genügt es, wenn sie darüber in ihrem ihr Online-Kundencenter informieren. Danach müssen die Angaben stets auf der Rechnung stehen.

Lesen Sie auch den Beitrag der Verbraucherzentrale: Anbieter wechseln? So ermitteln Sie Ihren Kündigungstermin

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de