Welche Kostenfallen trotz Gratis-Roaming drohen

Mobilfunk Welche Kostenfallen trotz Gratis-Roaming drohen

Caroline Benzel
von Caroline Benzel
28.08.2017
Auf einen Blick
  • Nur die EU-Standard-Tarife erlauben Gratis-Roaming.

  • Handy-Anrufe in die EU bleiben teuer.

  • Dauernutzern drohen teure Aufschläge.
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Seit Mitte Juni können EU-Bürger ihren Handy-Vertrag auf Reisen innerhalb der Europäischen Union zu denselben Konditionen nutzen wie im Heimatland. Das bedeutet: Wer eine Sprachflatrate abgeschlossen hat, kann dann auch aus Spanien gratis in Deutschland anrufen.

Kunden, die ein Minutenpaket gebucht haben, können diese Minuten dann auch im Urlaub abtelefonieren und bezahlen dann den vereinbarten Folgepreis. Aber Vorsicht: Das gilt nur, wenn Sie auch im Roaming-Standard-Tarif telefonieren, simsen und surfen. Falls Sie sich bewusst für einen anderen Tarif entschieden haben, so gelten dann auch diese Konditionen.

Gratis-Roaming nicht in allen Ländern

Die EU-Verordnung zum Gratis-Roaming gilt nur in Ländern der Europäischen Union. Gerade bei Reisen nach Übersee ist deshalb preislich Vorsicht geboten. Doch auch innerhalb Europas gibt es Länder, die nicht zur Europäischen Union gehören und die Mobilfunkanbieter deshalb dort auch kein Gratis-Roaming anbieten müssen.

Dazu gehören neben der Schweiz, auch Andorra, San Marino und Monaco. Und auch das Urlaubsland Türkei ist kein EU-Mitglied und damit nicht Teil der Roaming-Verordnung. Reisende, die sich an der Grenze zu Nicht-EU-Ländern aufhalten, sollten darauf achten, dass ihr Handy im richtigen Netz angemeldet ist. Dabei empfiehlt es sich, auf die Info-SMS des eigenen Anbieters zu achten und gegebenenfalls das richtige Netz manuell auszuwählen. Dafür müssten Sie die automatische Netzauswahl deaktivieren.

Ebenfalls von der Regelung ausgenommen sind Schiffe und Flugzeuge. Vor allem Kreuzfahrtreisende sollten sich vor Reiseantritt genau erkundigen, mit welchem Tarif sie an Bord telefonieren und surfen und gegebenenfalls einen Tarif bei der Reederei für die Reisedauer buchen.

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EU-Roaming nicht unbegrenzt kostenlos

Zudem können Kunden das Gratis-Roaming nicht unbegrenzt nutzen. Es gilt die so genannte Fair Use-Regelung, um Missbrauch zu vermeiden. Das EU-regulierte Gratis-Roaming ist ganz klar für Reisen und nicht für dauerhafte Auslandsaufenthalte gedacht.

Wenn Sie also für ein Jahr in Madrid arbeiten wollen, sollten Sie sich lieber auch einen Tarif vor Ort besorgen. Denn die Mobilfunkanbieter können bei zu intensiver Nutzung Aufschläge verlangen. Der Aufschlag fürs Datenroaming kann bis zu 23,8 Cent pro Megabyte betragen. Das kann schnell teuer werden. Der Aufschlag für Gesprächsminuten liegt maximal bei 23 Cent, der SMS-Aufschlag bei sieben Cent.

Spezielle Deutschland-Tarife gestartet

Da die Mobilfunkanbieter anfallende Roaming-Kosten nicht mehr direkt an ihre Kunden weiterreichen können, sind spezielle Deutschland-Tarife gestartet. Diese sind dann zwar innerhalb Deutschlands besonders günstig, funktionieren im Ausland aber nicht. So bieten beispielsweise Drillisch-Discounter Yourfone und Deutschlandsim ihren Kunden die Möglichkeit, bei Vertagsabschluss zwischen einem nationalen Tarif ohne Roaming und einem internationalen Tarif zu wählen.

Anrufe ins Ausland bleiben teuer

Auch wichtig zu wissen: die EU-Verordnung bezieht sich wirklich nur auf die Nutzung des Handys im EU-Ausland. Wer von Deutschland aus im Reiseland anruft muss meist noch richtig tief in die Tasche greifen. Vodafone-Kunden zahlen für Anrufe aus Deutschland nach Europa 98 Cent pro Minute – aber nur, wenn sie zwischen sieben bis 18 Uhr anrufen. Außerhalb dieser Zeit sinkt der Preis auf 69 Cent pro Minute.

3
 
Karte
Anbieter
Jahresgeb.
Sollzinssatz
 
1.
VisaCard
0,00
6,9%
2.
comdirect VISA-Karte
0,00
6,5%
3.
VISA Card
0,00
6,99%
Jahresumsatz 2.000
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Biallo-Spezialistin rund um das Thema Mobilfunk. LTE, NFC, UMTS - sie weiß, was diese Abkürzungen bedeuten und wann sie für unsere Leser wichtig sind. Nach ihrem Studium der Publizistik hat sie sich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Caroline Benzel arbeitet für Print- und Online-Medien sowie fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de