Wie Familien günstig mobil telefonieren

Mobilfunk Wie Familien günstig mobil telefonieren

Caroline Benzel
von Caroline Benzel
17.11.2017
Auf einen Blick
  • Wenn Kinder den Umgang mit Handys und Tarifen erst lernen sollen, ist ein Prepaid-Tarif ohne Vertragsbindung zu empfehlen.

  • Besonders einfach ist die Abrechnung über Familientarife. Hier können Verbraucher zu der Haupt-Sim-Karte diverse Familien-Karten dazu buchen. Alle Familienmitglieder teilen sich das Datenvolumen.

  • Wenn Kinder und Jugendliche ein Handy oder Smartphone bekommen, sollten die Eltern sich nicht nur mit den Kosten, sondern auch mit dem Schutz ihrer Kinder befassen. 

 

 

Artikelbewertung
Teilen
Schrift

"Wir haben Hitzefrei." "Schatz, kannst Du noch Milch kaufen?" "Die Katze ist weggelaufen." Der schnelle Informationsaustausch per Smartphone gehört in den meisten Familien zum Alltag. Egal ob Familien sich per Anruf, SMS oder Whats-App-Nachricht verständigen. Um zu sparen, ist es wichtig, dass jedes Familienmitglied den richtigen Tarif gewählt hat.

Dabei sind Flatrates in alle Netze nicht in jedem Fall die günstigste Lösung. In vielen Fällen reichen auch Datenflatrates in Kombination mit Minuten- und SMS-Paketen. Familien, die sparen wollen, sollten also zunächst herausfinden, welches Familienmitglied das Handy wie nutzt.

Schauen Sie sich am besten die derzeitigen Tarife und Rechnungen an, um zu überprüfen, wer wie telefoniert, simst und surft. Bei Kindern sollten Sie überlegen, ob sich das Nutzungsverhalten in nächster Zeit ändern könnte. Grundsätzlich gibt es beim Telefonieren, Simsen und Surfen mit Smartphone oder einfachem Handy zwei Faktoren, die Geld kosten.

Das Gerät und der jeweils gebuchte Tarif. Familien müssen sich deshalb nicht nur darüber klar sein, wer wie viel mobil kommuniziert, sondern auch mit welchem Gerät das passieren soll. Bekommt der Nachwuchs die älteren Geräte der Eltern, oder sollen stattdessen Mittelklasse-Smartphones für 250 bis 400 Euro gekauft werden? Sollen spezielle Geräte für Kinder angeschafft werden? Und wollen Mutter oder Vater in naher Zukunft ein Top-Smartphone kaufen?

Generell gilt: Wer ein neues Mittelklasse-Smartphone anschaffen will, muss dafür nicht extra einen teuren Handy-Vertrag abschließen. Bei solchen Geräten ist es in der Regel günstiger, das Gerät direkt zu kaufen und dazu einen Tarif zu einem guten Preis abzuschließen. Sich das Smartphone über einen Vertrag subventionieren zu lassen, lohnt sich meist nur bei Top-Geräten.

  • Biallo-Tipp: Wenn Sie entscheiden, ob Sie ein Gerät über einen Vertrag finanzieren sollen, sollten Sie die Gesamtkosten auf zwei oder mehr Jahre hochrechnen. Die Mindestvertragslaufzeit von Handyverträgen mit Smartphones liegt bei zwei Jahren. Wenn Sie nicht kündigen, verlängert sich der Vertrag um ein weiteres Jahr.

Für weitere Beiträge rund um das Thema Mobilfunk abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Mit anbieterinternen Flatrates sparen

Am flexibelsten bleiben Familien, wenn sie die Geräte selbst kaufen und dann einen Vertrag ohne Mindestvertragslaufzeit abschließen. So können sie jederzeit reagieren, falls sich das Nutzungsverhalten ändert. Falls schon Laufzeitverträge vorhanden sind, kann es sich lohnen, einen Vertrag im selben Netz abzuschließen.

Die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica haben Prepaid-Tarife im Angebot, mit denen im eigenen Netz unbegrenzt telefoniert werden kann. Das ist in vielen Fällen sogar günstiger, als einen speziellen Familien- oder Partner-Tarif beim Netzbetreiber zu buchen. Natürlich kommt es auch stark darauf an, wie viele Mitglieder die Familie hat und wie intensiv jedes Familienmitglied telefoniert, surft und simst.

Für Familien können Tarife mit besonders günstigen oder kostenlosen internen Gesprächen eine gute Lösung sein. Denn dann sind die Eltern zumindest immer erreichbar. Bei einigen Anbietern lässt sich gegen einen Aufpreis eine anbieterinterne Flatrate buchen.

Welche Tarife geeignet sind, hängt aber stark vom individuellen Telefonier-Verhalten der einzelnen Familienmitglieder ab. Wird auch außerhalb der Familie viel telefoniert, kann sich eine günstige Flatrate in alle deutschen Netze lohnen.

Interne Sprach- und SMS-Flats

Nicht kostenlos, aber vergünstigt sind interne Gespräche beim Alditalk Basis Prepaid Tarif. Anrufe in Fremdnetze kosten 11 Cent pro Minute, innerhalb des Alditalk-Netzes drei Cent pro Minute. Mobiles Surfen kostet 24 Cent pro Megabyte. Monatliche Fixkosten fallen nicht an. Wer will, kann auch eine Alditalk-interne Sprach- und SMS-Flat buchen: Die Community-Flatrate gibt es für 2,99 Euro im Monat.

Auch die Telekom hat ein interessantes Startangebot für Familien. Magenta Mobil Start S gibt es für lediglich 2,95 Euro pro Monat – ohne Vertragsbindung. Dafür ist eine Sprach- und SMS-Flat ins Telekom-Mobilfunknetz enthalten und eine Sprachflat zu einer privaten Festnetznummer. So könnte eine vierköpfige Familie für rund zwölf Euro im Monat untereinander telefonieren und sogar auf der heimischen Festnetznummer anrufen.

Smartphone-Pakete mit internen Flats

Wenn Familienmitglieder Smartphones und damit auch mobiles Internet nutzen, finden sie bei Alditalk im Paket 300 eine günstige Lösung. Für 7,99 Euro im Monat bekommen Alditalk-Kunden 1,25 Gigabyte schnelles Surfen, eine Sprach- und SMS-Flat innerhalb des Alditalk-Netzes und 300 Einheiten in alle deutschen Netze. Die Einheiten können sowohl in Form von SMS als auch Gesprächsminuten verbraucht werden.

Alditalk hat auch größere Tarif-Pakete und Flatrates im Programm. Der Vorteil: Kunden können sich monatlich für einen anderen Tarif entscheiden, und müssen keine langen Kündigungsfristen einhalten oder gleich den Anbieter wechseln, weil sich das Nutzungsverhalten ändert. Alditalk läuft über das Netz der Telefónica.

Ebenfalls günstig ist das Angebot von Edeka-Mobil, das über das Vodafone-Netz läuft. Hier kann zwar keine reine interne Sprach- und SMS-Flat gebucht werden, dafür ist die interne Flatrate aber in den Smartphone-Tarifen enthalten.

  • Biallo-Tipp: Für welchen Tarif Sie sich entscheiden, sollte auch vom jeweiligen Netz abhängen. Erkundigen Sie sich vorab, mit welchem Netz Sie in Ihrem Einzugsgebiet den besten Empfang haben. Online finden Sie Angaben zum Netzausbau am besten unter dem Suchbegriff "Netzabdeckung".

Tarife mit anbieterinternen Flatrates ohne Mindestvertragslaufzeit

Anbieter

Alditalk

Edeka Mobil

O2

Telekom

Vodafone

Grund-Tarif

Basistarif

Prepaid

O2 Blue Freikarte

Magenta Mobil Start S

CallYa Talk&SMS

Minutenpreis intern

0,03 €

0,09 €

0,09 €

0,00 €

0,09 €

Minutenpreis extern

0,11 €

0,09 €

0,09 €

0,09 €

0,09 €

SMS intern

0,03 €

0,09 €

0,09 €

0,00 €

0,09 €

SMS extern

0,11 €

0,09 €

0,09 €

0,09 €

0,09 €

Monatspreis für interne Sprach- und SMS- Flatrate

2,99 €

nicht angeboten

nicht angeboten

2,95 €

nicht angeboten

Günstigste

Smartphone-Option

Paket 300 für 7,99 € / Monat: 300 SMS /Min. in alle deutschen Netze, interne Sprach- und SMS-Flat, 1,25 GB schnelles Surfen

Smart Paket S für 6,95 € / Monat: 200 Minuten / SMS in alle deutschen Netze, interne Sprach- und SMS-Flat, 400 MB schnelles Surfen

Smart 1 GB für 9,99 € / Monat: 200 Minuten / SMS in alle deutschen Netze, interne Sprach- und SMS-Flat, 1 GB schnelles Surfen mit Datenautomatik¹

Magenta Mobil Start M für 9,95 € / Monat: interne Sprach- und SMS-Flat, Flat zu einer Festnetznummer, 0,09 € / Min in alle Fremdnetze, 0,09 € / SMS in Fremdnetze, 1 GB schnelles Surfen und Hotspot-Flat

CallYa Smartphone Special für 9,99 € / Monat: 200 SMS / Min. in alle deutschen Netze, interne Sprach- und SMS-Flat, 1,25 GB schnelles Surfen

Vertragslaufzeit

1 Monat

1 Monat

1 Monat

1 Monat

1 Monat

Netz

Telefónica

Vodafone

Telefónica

Telekom

Vodafone

Quelle: Websites der Anbieter, Stand: November 2017 1) Automatische Nachbuchung: Maximal 3 Mal 100 MB à 2 Euro.

Mit Familien-Tarifen sparen

Inzwischen gibt es einige echte Familientarife auf dem Markt. Das bedeutet, dass es insgesamt eine Rechnung für alle Sim-Karten gibt, und der Hauptvertragsinhaber übersichtlich die Kosten im Blick hat. Zudem gibt es schon Angebote, bei denen Familien sich ein Gesamtdatenvolumen untereinander aufteilen.

Tarife mit geteiltem Datenvolumen

Vodafone hat für Familien ein besonderes Paket geschnürt. Kunden, die einen von Vodafones Smartphone-Tarifen Red gebucht haben, können sowohl für den Partner als auch den Nachwuchs Karten dazu buchen. Die Partnerkarte kostet 15 Euro im Monat und enthält eine Sprach- und SMS-Flat. Der Tarif für Kinder heißt "Red + Kids" und enthält eine Vodafone Sprach- und SMS-Flat sowie 200 Gesprächsminuten und 50 SMS in alle deutschen Netze.

Monatspreis: zehn Euro. Fürs mobile Surfen wird das Inklusiv-Volumen des Hauptvertrags zwischen allen Familienmitgliedern aufgeteilt. Das funktioniert sogar tagesaktuell über die Vodafone-App. Das bedeutet natürlich auch, dass der Hauptvertrag entsprechend gut mit Datenvolumen ausgestattet sein muss.

Beispiel Vodafone Red M: Der Tarif kostet derzeit online 40,49 Euro im Monat und enthält sechs Gigabyte schnelles Surfen. Zudem können Vodafone-Kunden auswählen, für welchen Bereich des mobilen Surfens unlimitiertes Datenvolumen zur Verfügung stehen soll: für soziale Medien, Chatten, Musik oder Videos. Red M mit Partnerkarte und zwei Kinder-Karten kosten im Monat also schon stolze 75 Euro.

Dafür können Eltern aber kostenlos die Vodafone-Jugendschutz-App für die Smartphones der Kinder nutzen. Mit der App können sie nicht nur ungewollte Inhalte für die Kinder sperren, sondern auch festlegen, wann Kinder mobiles Internet nutzen dürfen und wann nicht.

  • Biallo-Tipp: Wer keinen Vodafone-Vertrag hat oder lieber nicht so viel Geld ausgeben will, kann alternativ auch selbst eine Jugendschutz-App auf dem Smartphone der Kinder installieren. Am besten vor der Installation die Bewertung der anderen Nutzer lesen.

Tchibo Mobil hat einen Familientarif gestartet, den bis zu fünf Familienmitglieder gemeinsam nutzen können. Der größte Vorteil ist sicherlich, dass der Tarif über eine Rechnung läuft. Jede Sim-Karte enthält eine Sprach- und SMS-Flatrate in alle deutschen Netze. Hinzu kommt das Datenvolumen, das jedem Familienmitglied einzeln zugeteilt wird.

Der Tarif funktioniert relativ einfach. Der Basispreis liegt für eine Person bei 29,99 Euro im Monat. Für jedes weitere Familienmitglied kommen fünf Euro im Monat dazu. Im Basis-Preis sind drei Gigabyte monatliches Surfen enthalten. Fünf Gigabyte im Monat kosten fünf Euro mehr. Sollen acht Gigabyte Surfvolumen enthalten sein, steigt der Preis im Vergleich zur Basis-Variante um zehn Euro. Eine Familie mit vier Personen und acht Gigabyte Surfvolumen zahlt also insgesamt 54,99 Euro.

Wie viel jedes Familienmitglied jeweils vom Surfvolumen abbekommt, lässt sich online ganz einfach zuteilen. Preislich ist das Angebot in Ordnung, wenn auch kein Schnäppchen. Ein großer Vorteil ist die Flexibilität des Angebots, denn Kunden können den Tarif monatlich anpassen oder kündigen. Der Familientarif läuft über das Netz von O2.

Der Mediamarkt hat einen vergleichbaren Tarif im Programm. Allerdings müssen sich Kunden hier erst für das Datenvolumen entscheiden und dann Sim-Karten und die Sprach- und SMS-Flat separat dazubuchen. Die Datenflat XXL zum Beispiel enthält elf Gigabyte Datenvolumen, die auf bis zu drei Sim-Karten verteilt werden können. Monatspreis 34,99 Euro.

Jede weitere Sim-Karte kostet 4,99 Euro monatlich. Kunden, die sich für eine Sprach- und SMS-Flatrate entscheiden, zahlen pro Sim-Karte weitere 4,99 Euro im Monat dazu. Statt der Allnet-Flat kann auch ein Paket für 250 Einheiten (SMS und Gesprächsminuten) gebucht werden. Monatspreis: Drei Euro pro Sim-Karte. Eine vierköpfige Familie würde hier also mit Sprach- und SMS-Flat insgesamt rund 60 Euro im Monat bezahlen.

Das sind fünf Euro mehr als bei Tchibo. Dafür hätte die Familie aber auch elf statt acht Gigabyte an Datenvolumen. Anders als bei Tchibo muss hier ein Zweijahres-Vertrag abgeschlossen werden. Zudem ist der Minuten- und SMS-Preis mit 14 Cent vergleichsweise hoch, wenn Kunden sich gegen ein Minutenpaket oder die Flatrate entscheiden.

Zweitkarten für Familienmitglieder

Die Telekom geht mit Familientarifen anders um. Hier können Telekom-Kunden für Partner oder Kinder sogenannte Family Cards buchen, die den normalen Telekom-Tarifen entsprechen, nur im Schnitt monatlich zehn Euro billiger sind. So kostet zum Beispiel die Family Card M im Monat 28,75 Euro. Dafür gibt es eine Sprach- und SMS-Flat und vier Gigabyte schnelles Surfen. Zum Vergleich: Magenta M gibt es derzeit mit denselben Leistungen für 37,76 Euro im Monat.

Bei Telefónica-Tochter O2 läuft es ähnlich. Auch hier gibt es Rabatt auf gebuchte Zweitkarten. Allerdings gibt es hier nur fünf Euro Rabatt pro gebuchtem Partner-Tarif. Beispiel O2 Free M: Der Tarif enthält eins Sprach- und SMS-Flat in alle deutschen Netze und zehn Gigabyte schnelles Surfen. Aktueller Monatspreis: 29,99 Euro. Mit Rabatt im sogenannten Kombi-Vorteil fällt der Preis auf monatlich 24,99 Euro.

Tarife mit geteiltem Daten-Volumen

Anbieter

Mediamarkt

Tchibo

Vodafone

Tarif Hauptkarte

Super Select XL

Family M

Red M

Preis Hauptkarte / Monat

19,99 €

34,99 €

40,49 €

Preis Partnerkarte / Monat

4,99 €

5,00 €

15,00 €

Preis Kinderkarte / Monat

9,98 €

5,00 €

10,00 €

Preis 3 Personen / Monat

34,96 €

39,99 €

65,49 €

Preis 4 Personen / Monat

44,94 €

44,99 €

75,49 €

Preis 5 Personen / Monat

54,92 €

49,99 €

85,49 €

Leistungen

Sprach- und SMS-Flat in alle deutschen Netze für alle, 5,5 Gigabyte Surfvolumen insgesamt, das aufgeteilt werden kann. 11 Gigabyte gibt es für 15 Euro im Monat mehr. Dafür sind dann auch schon 3 Sim-Karten anstatt 2 im Tarif enthalten.

Sprach- und SMS-Flat in alle deutschen Netze für alle, 5 Gigabyte Surfvolumen insgesamt, das aufgeteilt werden kann. 8 GB gibt es für fünf Euro pro Monat mehr.

Sprach- und SMS-Flat in alle deutschen Netze für die 2 Erwachsenen, Sprach- und SMS-Flat im Vodafone-Netz für die Kinder, sowie 50 SMS und 200 Gesprächsminuten in alle Netze, 6 Gigabyte Datenvolumen insgesamt, das aufgeteilt werden kann, Jugendschutzfuktion.

Vertragsbindung

2 Jahre

1 Monat

2 Jahre

Netz

Telefónica

Telefónica

Vodafone

Quelle: Websites der Anbieter, Stand: November 2017.

3
 
Anbieter
Monatspreis
Dispozinsen
Jahrespreis
Girocard
 
1.
0,00
6,90%
0,00
2.
0,00
6,99%
0,00
3.
 0,00
7,43%
0,00
Geldeingang 1.000 €, niedrigster Kontostand 500 €

Taschengeldtauglich telefonieren

Sportzeug vergessen, Bus verpasst, das Fahrrad hat einen Platten: Es gibt viele Situationen, in denen Kinder und Jugendliche bei ihren Eltern anrufen. Nur dient das Handy normalerweise eher zum Verabreden mit der besten Freundin oder dem Chat mit der neuen Flamme.

Günstige Tarife für Kinder

Wer keinen Familientarif abschließen oder selbst zum Discount-Anbieter wechseln will, kann dennoch für den Nachwuchs einen Prepaid-Tarif besorgen. Der Vorteil: Ist das Guthaben erschöpft, können die Kinder auch nicht mehr telefonieren. Das kann pädagogisch interessant sein. Wenn Sie aber darauf Wert legen, dass Ihr Kind Sie im Notfall immer anrufen kann, sollten Sie entweder stets das Guthaben im Blick haben oder einen der genannten internen Flatrate-Tarife abschließen.

Haben die Sprösslinge ein Smartphone, empfiehlt es sich, eine Datenflatrate abzuschließen – zumal Nachrichten-Dienste wie Whats-App meistens schon das Dauer-Gesimse abgelöst haben. Falls dennoch eifrig gesimst wird, kann eine SMS-Flatrate sinnvoll sein.

Bei Discountern sparen

Günstig sind zum Beispiel Prepaid-Discounter wie Maxxim und Debitel light, die auch Flatrate-Tarife zu Tiefstpreisen anbieten. Beispiel Maxxim: Der Discounter des Mobilfunkunternehmens Drillisch bietet mit LTE 500 eine Sprach- und SMS-Flat mit einem Gigabyte schnellem Surfen für 6,49 Euro im Monat an. Die Mindestvertragslaufzeit liegt bei nur einem Monat.

  • Biallo-Tipp: Gerade die Discount-Anbieter werben jeden Monat mit interessanten Preisnachlässen. Es kann sich lohnen, die aktuellen Angebote zu vergleichen. Oft werden die Angebotspreise bei Drillisch von einem Discounter zum nächsten gereicht. Zu Drillisch gehören unter anderem Maxxim, Hellomobil, Simply, Fon.de, Discotel, Phonex und Winsim.

Verträge mit Schutzfunktion

Zusätzlich können Eltern spezielle Jugendschutz-Apps installieren oder sogenannte Drittanbieter-Sperren einrichten. So können Mehrwertdienste, Sonderrufnummern und SMS-Abos gesperrt werden. Vodafone sperrt Drittanbieter beispielsweise bei den Kids-Tarifen automatisch.

  • Biallo-Tipp: Wenn die Kinder ein iPhone nutzen, dann können Eltern einfach die von Apple vorgesehene Kindersicherung aktivieren. Diese finden Sie unter dem Menu-Punkt "Allgemein" und dann unter "Einschränkungen".

    Grundsätzlich sind die vorinstallierten Jugendschutzoptionen bei Android nicht ganz so umfassend wie bei Apple, weshalb Sie am besten eine Jugendschutz-App installieren sollten. Samsung bietet mit dem Kids Mode eine eigene Jugendschutz-App an. Damit können Sie dafür sorgen, dass nur kindgerechte Inhalte angezeigt werden, In-App-Käufe und GPS-Ortung unterbunden werden.

Die Telekom bietet mit der Family Card Start einen interessanten Tarif für den jüngeren Nachwuchs. Voraussetzung ist, dass ein Vertrag mit einem monatlichen Mindestpreis von 29,95 Euro vorhanden ist. Dann können bis zu vier Family Start Karten für monatlich 2,95 Euro dazu gebucht werden.

Dafür können Kinder dann unbegrenzt ins deutsche Telekom-Mobilfunknetz anrufen und simsen und bei einer Festnetznummer unbegrenzt anrufen. Der Tarif entspricht dem Prepaid-Tarif Magenta Mobil Start S, den jeder buchen kann. Mit dem Unterschied, dass bei der Family Card eine Internet-Sperre eingerichtet ist. Das kann gerade bei jüngeren Kindern eine interessante Maßnahme sein.

Bei Vodafone läuft der Jugendschutz über eine Jugendschutz-App. Diese können Eltern herunterladen, die für ihr Kind einen Red + Kids Tarif buchen. Voraussetzung ist ein eigener Vodafone-Vertrag. Dann gibt es die Kinder-Karte für zehn Euro im Monat. Neben dem Jugendschutz ist eine Sprach- und SMS-Flat im Vodafone-Netz inbegriffen, sowie 50 SMS und 200 Gesprächsminuten in alle deutschen Netze. Datenvolumen kann vom Elternvertrag abgezweigt werden.

  • Biallo-Tipp: Es lohnt sich, verschiedene Kinderschutzapps wie FragFinn, Meine-Startseite, ChildProtect und Surfgarten zu testen. Gegebenenfalls kommen Eltern zu dem Schluss, dass eine solche App auch ohne Spezialtarif ausreicht.

Kinder orten

Eltern, die ihre Kinder aus welchem Grund auch immer orten möchten, müssen dafür keinen speziellen Kinder-Tarif abschließen. Inzwischen sind diverse Anbieter mit speziellen GPS-Trackern und Kinder-Handys auf dem Markt.

Den GPS-Tracker Weenect Kids gibt es derzeit online für 69,99 Euro. Hinzu kommt ein monatlicher Abo-Preis für den Tracking-Dienst. Ohne Vertragsbindung kostet das Abo 7,90 Euro im Monat, ein Jahres-Abo kostet 60 Euro, das Zwei-Jahres-Abo 80 Euro. Dafür bekommen die Kinder am GPS-Tracker einen Notrufknopf und Eltern können per App verfolgen, wo sich ihr Kind gerade aufhält.

Zudem gibt es diverse Uhren , GPS-Tracker und Smart-Watches mit unterschiedlichen Funktionen zu kaufen. Der Markt entwickelt sich beständig weiter. Vor dem Kauf empfiehlt es sich deshalb Testberichte und die Bewertungen anderer Eltern zu lesen. Auch sollten Eltern gut das Bedürfnis ihr Kind zu schützen, gegenüber der persönlichen Freiheit ihres Kindes abwägen. Denn das genaue Tracking von Kindern ist auch ein Eingriff in ihre Privatsphäre.

Handy-Pädagogik

Wenn Kinder und Jugendliche ein Handy oder Smartphone bekommen, sollten die Eltern sich nicht nur mit den Kosten, sondern auch mit dem Schutz ihrer Kinder befassen. Die Kinder völlig unbeaufsichtigt mit ihren Geräten alleine zu lassen, ist in jedem Fall eine schlechte Idee.

Unerwünschte Inhalte

Smartphones sind kleine Mini-Computer - Jugendliche haben also Zugang zu allen Informationen, die auch im Internet gefunden werden können. Sie können also Porno-Seiten ebenso anschauen, wie die Website von der Ballettschule. Immer wieder kommt es auch vor, dass in vermeintlichen Gratis-Apps kostenpflichtige Inhalte versteckt werden.

Dann kann es passieren, dass Kinder versehentlich ein Abo abschließen, obwohl sie es nicht beabsichtigen. Es lohnt sich deshalb in jedem Fall die Abrechnung sogenannter Drittanbieter auf den Handys der Kinder sperren zu lassen. Aus demselben Grund kann es ungünstig sein, das eigene Gerät den Kindern zum Spielen zu geben. Ist ein Zahlungsdienst auf dem Gerät eingerichtet, kann es teuer werden.

  • Biallo-Tipp: Fragen Sie beim Anbieter nach, ob Sie ungewünschte Inhalte sperren lassen können. Im Zweifelsfall können Eltern auch den Internet-Zugang sperren oder gleich ein einfaches Handy kaufen, das nicht internetfähig ist.

Herunterladen von Musik

Kinder und Jugendliche holen sich gerne Musik und Filme aus dem Internet. Oft ist ihnen nicht klar, dass viele dieser angeblich kostenlosen Inhalte illegal angeboten werden. Eltern können für solche Downloads im schlimmsten Fall haftbar gemacht werden. Deshalb sollten sie ihren Kindern die Konsequenzen illegaler Downloads deutlich machen.

Datenschutz

Soziale Netzwerke sind für viele Jugendliche ebenso wichtig wie die Schulklasse. Da werden Informationen ausgetauscht, Fotos hochgeladen, Videos geteilt. Mit einem Smartphone geht das Teilen von Fotos und Videos besonders schnell. Eltern sollten ihren Kindern klarmachen, wie gefährlich es sein kann, zu viele persönliche Informationen preiszugeben. Dienste, mit denen der Standort des Smartphones von anderen Nutzern eingesehen werden kann, sollten Jugendliche und Kinder am besten gar nicht nutzen.

Mobbing

Mobbing über soziale Netzwerke, unerwünschte Anrufe und Nachrichten – es gibt viele Möglichkeiten, wie Kinder über ihr Mobiltelefon unter Druck gesetzt werden können. Eltern sollten mit ihren Kindern darüber reden, was alles passieren kann und dass sie unbekannte und unerwünschte Anrufe ihren Eltern melden sollten.

  • Biallo-Tipp: Es kann sich lohnen auf Kindersmartphones und gegebenenfalls dem eigenen Gerät Kinderschutz-Apps zu installieren. Gängige Apps sind zum Beispiel FragFinn, Meine-Startseite, ChildProtect und Surfgarten.

Links zum Thema Jugendschutz

Diesen Beitrag stellen wir Ihnen auch als PDF-Dokument bereit. Sie können ihn hier herunterladen: "Mobilfunk für Familien: Sparsam kommunizieren".

Ihre Meinung ist uns wichtig
Caroline Benzel
Caroline Benzel
Autorin
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Artikel kommentieren
Caroline Benzel
Caroline Benzel

Biallo-Spezialistin rund um das Thema Mobilfunk. LTE, NFC, UMTS - sie weiß, was diese Abkürzungen bedeuten und wann sie für unsere Leser wichtig sind. Nach ihrem Studium der Publizistik hat sie sich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Caroline Benzel arbeitet für Print- und Online-Medien sowie fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Caroline Benzel
Caroline Benzel

Biallo-Spezialistin rund um das Thema Mobilfunk. LTE, NFC, UMTS - sie weiß, was diese Abkürzungen bedeuten und wann sie für unsere Leser wichtig sind. Nach ihrem Studium der Publizistik hat sie sich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Caroline Benzel arbeitet für Print- und Online-Medien sowie fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de