Auf einen Blick
  • In kleineren Orten besuchen immer weniger Kunden Zweigstellen von Banken auf.

  • Das gilt für Filialen wie für Selbstbedienungs-Center.

  • "Beraten" statt "Schließen" heißt die Devise der Sparda-Banker.

Das Kundenverhalten hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend verändert", sagt Markus Wunderlich, Prokurist und Bereichsleiter Vertrieb bei der Sparda-Bank Augsburg eG. Vermehrt versorgen sich die Kunden in Geschäften selbst mit Bargeld, sowohl über das Smartphone mit zugehöriger App als auch über die Bankcard.

Zudem: Überweisungen laufen übers Online-Banking und Kontoauszüge druckt man zu Hause aus. Das hat Konsequenzen für alle Banken. Immer weniger Kunden frequentieren Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker in den Filialen und Service-Centern.

Das war auch im Selbstbedienungs-Center (SB-Center) in Donauwörth der Fall. Während viele Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken zunehmend Niederlassungen schließen, geht die Sparda-Bank einen kundenfreundlicheren Weg.

Frischer Wind in Donauwörth

Sie wertete diesen Standort auf und bietet ihren Kunden nun jeweils am Dienstag und Freitag von 9 bis 18 Uhr eine Beratung in Sachen Geldanlage und Baufinanzierung an. Am Samstag, den 22. September, stellte man das neue Konzept den Kunden beim Tag der offenen Tür vor. Die Resonanz war sehr groß und die Erfahrungen der ersten Wochen zeigen: Die Kunden finden dieses Angebot erstklassig und nutzen es intensiv.

Dieses SB-Center aufzugeben war keine Option für die Sparda-Banker. Man weiß nämlich: Je näher man am Standort und damit am Menschen ist, desto höher ist die Kundenbindung. Das ist nicht nur in Donauwörth so, sondern auch bei den Sparda-Filialen in Augsburg, Neu-Ulm, Kempten, Lindau und Memmingen.

An allen Standorten ist das preisgünstige Girokonto in Zeiten allgemein steigender Bankgebühren bei Neukunden nur der Anfang, dabei bleibt es meistens nicht. Dass ihre Bank auch in Sachen Geldanlage und Baufinanzierung Attraktives zu bieten hat, stellen Verbraucher dann oft nach Kontoeröffnung fest. Und ist dann ein persönliches Beratungsgespräch notwendig, müssen die Kunden in Donauwörth nun nicht mehr nach Augsburg fahren.

Kunde ruft – Banker berät

Ein ähnliches Konzept fährt die Sparda-Bank Ostbayern mit ihren 16 Filialen in der Oberpfalz, Niederbayern und Oberfranken. "Weil viele Kunden Bankgeschäfte zunehmend von zu Hause aus machen, haben wir die Öffnungszeiten in unseren Niederlassungen reduziert", sagt Unternehmenssprecher Gerd Baumann.

Auf der anderen Seite jedoch hat die Genossenschaftsbank die Beratungszeiten deutlich ausgeweitet. Sie bietet diese – auf Kundenanforderung – von Montag bis Donnerstag in einem Zeitrahmen von 8 bis 19 Uhr und Freitag von 8 bis 16 Uhr an. Die Stunden ab 17 Uhr seien sehr gefragt, so Baumann. Sie werden besonders von Berufstätigen wahrgenommen.

Im Westen nichts Neues

Mit diesem Konzept sind die Augsburger in der Gruppe offensichtlich Vorreiter. Keine der von uns befragten Banken von Nord bis Süd hat derartige Pläne in der Schublade oder gar umgesetzt. In Düsseldorf, bei der Sparda-Bank West gibt man sich eher reserviert. "Im Gegensatz zur Sparda-Bank Augsburg nutzt die Sparda-Bank West ihre SB-Center als SB-Center", sagt deren Pressesprecher Marc-André Pahl. 

In den Centern können Kunden mindestens Bargeld abheben, je nach Ausstattung sogar Kontoauszüge drucken, per Giroscanbox Überweisungen einreichen oder am Kundenselbstbedienungsterminal Überweisungen tätigen. Eine Änderung in der Verwendung der SB-Center wird seitens der Sparda-Bank West nicht forciert.




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