Private Unfallpolice erstattet Bergungskosten

Bergrettung Private Unfallpolice erstattet Bergungskosten

Annette Jäger
von Annette Jäger
24.11.2017
Auf einen Blick
  • Eine Unfallversicherung deckt Kosten für Suche, Bergung und Rettung - auch ohne, dass sich ein Unfall ereignet haben muss.

  • Manche Auslandsreisekrankenversicherungen übernehmen auch Bergungs- und Rettungskosten.

  • Die Krankenkasse wie auch private Krankenversicherer leistet nur, wenn der Einsatz medizinisch notwendig war.
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Solche Meldungen werfen Fragen auf: Nach fünf Tagen in einer Felsspalte konnte ein Bergsteiger aus Duisburg gerettet werden. Diese Nachricht ging im November durch die Medien. 25 Retter sollen im Einsatz gewesen sein. Schließlich konnte der Gerettete mit Unterkühlungen in einem Hubschrauber ins nächste Krankenhaus geflogen werden. Doch wer bezahlt eigentlich so eine Bergrettung?

Suchtrupp, Hundestaffel, Hubschraubereinsatz - die Kosten für eine Suche, Bergung und schließlich die Rettung gehen schnell in die Tausende. Ein Helikoptereinsatz wird per Minute abgerechnet, 40 bis 60 Euro sollen dafür anfallen. Wer sich in große Höhen wagt, jenseits von Wegen und Pisten unterwegs ist und das alpine Abenteuer sucht, sollte sich gegen das Risiko zu verunglücken gut versichern. Die Leistungen der privaten Unfallversicherungen sind am umfassendsten, auch eine Auslandsreisekrankenversicherung (Reiseversicherung) kommt in Frage.

Unfallversicherung leistet auch, wenn der Unfall nur drohte

Die privaten Unfallversicherer bieten je nach Tarif Leistungen in Höhe von 10.000 Euro oder mehr für eine Suche, Bergung oder Rettung. Üblicherweise leistet eine Unfallversicherung nur dann, wenn ein Unfall eine dauerhafte Invalidität nach sich zieht. Bei der Suche, Bergung und Rettung ist das keine notwendige Voraussetzung. Diese Leistung wird bei den meisten Versicherern sogar schon dann gewährt, wenn ein Unfall unmittelbarer drohte oder vermutet wurde. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen verrät, was der Versicherer genau an Kosten ersetzt.

Wichtig ist, dass die ausgeübte alpine Aktivität auch versichert sein sollte. Besonders waghalsige Unternehmungen schließen die Versicherer nämlich oft aus. Die privaten Unfallversicherer übernehmen auch die Kosten für den Transport ins Krankenhaus und die medizinische Heilbehandlung. Allerdings variiert der Leistungsumfang von Versicherer zu Versicherer. Eine Police sollte weltweit gelten.

 

 

 

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Biallo-Tipp

Es muss nicht gleich lebensbedrohlich sein, damit die Unfallversicherung leistet. Stolpert der Wintersportler abends in der Hütte über die Türschwelle und verletzt sich so am Fuß, dass der Abstieg für ihn unmöglich ist, wäre die Bergung ein Fall für die Unfallversicherung. Bei einem Herzinfarkt würde der Versicherungsschutz allerdings nicht greifen – er gilt nicht als Unfall.

Wer eine Unfallversicherung abschließen will, muss sich für eine Versicherungssumme entscheiden. Wie hoch diese sein sollte, hängt davon ab, welchen Zweck die Police erfüllen soll. Will der Versicherungsnehmer tatsächlich das Risiko einer Invalidität durch Unfall versichern, muss die Summe sicherlich höher sein, als wenn er es nur auf die Suche-, Bergungs- und Rettungskosten abgesehen hat. Dann kann er eine niedrige Versicherungssumme wählen. Eine Summe von 100.000 Euro gibt es bereits für 100 bis 120 Euro im Jahr -  etwa bei Hanse Merkur, Huk 24 oder VHV.

Auslandsreisekrankenversicherung: Bergung nur nach Unfall

Wer nur im Ausland in die Berge geht, kann auch auf die eine oder andere Auslandsreisekrankenversicherung setzen. Einige Policen leisten nämlich auch für Bergungs- und Rettungskosten - manche auch für die Suche - aber in der Regel nur, wenn der Einsatz medizinisch notwendig war. Ein Unfall muss also die Voraussetzung sein, dass er nur drohte - wie bei der privaten Unfallversicherung - reicht meist nicht aus.

Wissen müssen Verbraucher auch, dass die Leistungen für Suche, Bergung und Rettung oft nicht so hoch angesetzt sind wie bei der privaten Unfallversicherung. Häufig sind nur 5.000 Euro vorgesehen. Das wird für eine umfangreiche Rettungsaktion kaum ausreichen. Ergo Direkt versichert 10.000 Euro - das ist eher die Ausnahme. Auch Gothaer, Würzburger und Hanse Merkur gehören zu den verbraucherfreundlichen Anbietern. Der Vorteil: Die Auslandsreisekrankenversicherung gibt es für eine ganze Familie für 20 bis 30 Euro im Jahr.

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Krankenkasse zahlt nur bei Rettung

Natürlich übernimmt auch die Krankenkasse Kosten, wenn ein alpiner Abenteurer verunglückt. Allerdings gelten strenge Voraussetzungen: Der Einsatz von Bergungstruppe und Hubschrauber muss medizinisch notwendig sein. Die Krankenkasse erstattet nur Kosten für eine Rettung, wenn die Gesundheit des Versicherten in Gefahr ist. Sie übernimmt keine Kosten für eine reine Bergung. Bei einem Einsatz kann es also sein, dass der Alpinist auf den Kosten sitzen bleibt. Gleiches gilt bei der privaten Krankenversicherung.

Muss der Alpinist aber gerettet werden, dann übernimmt die Krankenkasse die gesamten Kosten, ohne Deckelung nach oben. Allerdings gilt dies auch nur für Unglücke in Deutschland. Im Ausland wird nur das an Kosten übernommen, was auch dem dort Einheimischen von seiner Krankenversicherung zustehen würde. Ist das weniger, muss der deutsche Patient die Mehrkosten selbst tragen.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de