Auf einen Blick
  • E-Scootern, Roller, Fahrräder und Autos – Sharing-Angebote gibt es in fast jeder Stadt.

  • Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt hat die AGB von 54 Anbietern im Bereich Sharing Mobility unter die Lupe genommen.

  • In den AGB wurden rechtswidrige Klauseln festgestellt.

  • Wollen die Sharing-Anbieter die Verbraucherinnen und Verbraucher abzocken?

Zu finden sind Sie in vielen Städten. Die Rede ist von E-Scootern, Rollern, Fahrrädern und Autos, die man über Sharing-Angebote ausleihen kann. Die gemeinschaftliche Nutzung soll die Umwelt schonen. Auch wir in der Redaktion haben zumindest das ein oder andere Sharing-Angebot bereits genutzt.

Obwohl angeraten, haben wir uns die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) im Vorfeld nicht bis ins kleinste Detail durchgelesen. Beim „Überfliegen“ einzelner Passagen sind uns aber dennoch Fragezeichen gekommen. Aber am Ende wollten wir ja das Angebot nutzen und mussten den AGB zustimmen.

Zinshammer aus Schweden

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Marktcheck der Verbraucherzentrale zeigt Rechtsverletzungen

Doch die Verbraucherzentrale hat genauer hingesehen und einen bundesweiten Marktcheck durchgeführt. Dabei wurden die AGB von 54 Anbietern im Bereich Sharing Mobility unter die Lupe genommen. Am Ende stellte die Verbraucherzentrale teils eklatante Rechtsverstöße in den AGB fest.

Der große Schock: Bei keinem der getesteten Anbieter waren die AGB komplett in Ordnung. Bei einem Unternehmen wurden sogar insgesamt 63 unwirksame Klauseln gefunden. Diese gehen am Ende zulasten der Verbraucherinnen und Verbraucher.

 

Abzocke beim Verbraucher?

Ob die Verbraucherinnen und Verbraucher von den Anbietern abgezockt werden sollten oder die Klauseln aus Unwissenheit rechtswidrig waren, können wir an dieser Stelle nicht sagen. Fakt ist, dass die Sharing-Anbieter versucht haben, die Haftung pauschal auf die Nutzerinnen und Nutzer abzuwälzen. Sie sollten für Sachen haften, selbst wenn Sie nicht schuldhaft gehandelt haben. Unter anderem wurden Klauseln gefunden, wonach die Fahrzeuge nach der Rückgabe den gleichen Zustand haben sollten, wie vor dem Ausleihen. Sie hätten dann folglich für Verschmutzung und Abnutzung haften müssen. Unabhängig davon wurden teilweise massiv überhöhte Schadensersatzforderungen bei Schadensfällen festgestellt.

Anne Neumann von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt sagt: 

„Außerdem waren hohe, sogenannte Servicegebühren für geringe Verstöße fällig – etwa eine zeitliche Überziehung der Entleihe um wenige Minuten oder falsches Abstellen um nur wenige Meter.“

Das klingt schon sehr nach Abzocke. Dabei ist klar, dass es bei der Nutzung der Fahrzeuge zu einer Abnutzung und auch zur Verschmutzung kommt. Und die Gebühren für falsches Abstellen waren in der Tat auch bei unserem Test nicht unerheblich. Allerdings muss man hier auch an die Nutzer appellieren. Viele Scooter-Fahrer lassen das Zweirad dort fallen, wo es ihnen aus der Hand fällt. Damit werden oft andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Fahrradfahrer, sehbehinderte Menschen oder Rollstuhlfahrer massiv behindert. Etwas mehr Rücksicht wäre hier auch von Nutzerseite angebracht.

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Sharing-Anbieter reagieren

Wie die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt mitteilt, hat von den abgemahnten Firmen rund die Hälfte umgehend eine Unterlassungserklärung abgegeben. Somit sind bei diesen Anbietern die Nutzer aktuell auf der sicheren Seite, da die Klauseln aus den AGB nicht mehr angewendet werden.

Mitunter wurden durch die Verbraucherzentrale aber auch Klagen eingereicht und gerichtliche Verfahren bereits erfolgreich abgeschlossen. Einige Anbieter sind bereits insolvent oder haben sich aus diesem Geschäftsbereich zurückgezogen. In diesen Fällen wurde von einer Rechtsverfolgung abgesehen. Stellenweise konnte die Verbraucherzentrale auch nichts machen, da die Anbieter ihren Sitz im Ausland haben oder sich die Eigentümerverhältnisse grundlegend geändert hatten.

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Fazit

Damit Sie nachher nicht bezahlen müssen, lohnt sich ein intensiver Blick in die AGB der Sharing-Anbieter. Nehmen Sie sich im Vorfeld die Zeit und studieren Sie diese genau.

Wenn Ihnen das Sharing sowieso suspekt ist, könnten Sie sich selbst einen E-Scooter, Roller, das Testsieger E-Bike oder ein neues Auto zulegen. Für die Finanzierung empfehlen wir einen Kauf per Ratenkredit, da der im Onlineshop angebotene Ratenkauf oft teurer ist. Was es bei einem Ratenkredit zu beachten gibt, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

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Franziska Baum

Bereits in ihrer Schulzeit war sie für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war sie als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat sie sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet, welches sie bei biallo.de ebenso einbringt wie ihr Wissen im Social Media Bereich.

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