Alle 30 Minuten ein Autoklau

Autodiebstahl Alle 30 Minuten ein Autoklau

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
09.11.2017
Auf einen Blick
  • In Deutschland wurden 2016 mehr als 18.000 Pkw gestohlen.

  • In weiteren knapp 106.000 Fällen klauten Kriminelle Autoteile wie Airbags, Bordcomputer oder Dachgepäckträger.

  • Insgesamt verursachten Kriminelle dadurch einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von knapp 520 Millionen Euro.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Langfinger haben im vergangenen Jahr etwa alle 30 Minuten einen kaskoversicherten Pkw gestohlen. Nach der jüngsten Kfz-Diebstahlstatistik 2016, vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), kamen im Laufe des Jahres insgesamt mehr als 18.000 Pkw ihren rechtmäßigen Besitzern abhanden - acht Prozent weniger als noch im Vorjahr.

In weiteren knapp 106.000 Fällen klauten sie Autoteile wie Airbags, Bordcomputer oder Dachgepäckträger. Insgesamt verursachten Autodiebe einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von knapp 520 Millionen Euro. 

Für weitere Beiträge rund um das Thema Kfz-Versicherung abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein

Autodiebe lieben Berlin

Während die Entwicklung des Autodiebstahls in den Bundesländern sehr unterschiedlich verlief, ist und bleibt Berlin die Hochburg des Autoklaus. Die Bundeshauptstadt hat mit Abstand die höchste Diebstahlrate zu verzeichnen. Im vergangenen Jahr wurden hier allein mehr als 3.477 Fahrzeuge entwendet. Auch in Hamburg, Leipzig und Dresden ist die Diebstahlrate vergleichsweise hoch. Am sichersten können sich Autofahrer in München fühlen, hier wurden „nur“ rund 105 Autos gestohlen.

Autodiebstahl 2016: Die begehrtesten Modelle

RangHerstellerModell
1.ToyotaLand Cruiser 3.0 D
2.AudiQ7 3.0 TDI
4.BMWX6 XDrive 40 D (1.Gen)
5.AudiQ7 4.2 TDI

Was tun, wenn der Wagen weg ist?

Wer sein Auto auf dem vermeintlichen Parkplatz nicht findet, sollte erstmal Ruhe bewahren und folgende Punkte beachten:

  • Stellen Sie sicher, dass Sie nicht doch woanders geparkt haben.
  • Befragen Sie alle Personen, die im Besitz eines Schlüssels zu dem Auto sind, vielleicht ist ein Familienmitglied gerade damit unterwegs.
  • Ist das nicht der Fall, rufen Sie bei der Polizei an. Diese kann anhand der Fahrzeugdaten herausfinden, ob der Wagen eventuell abgeschleppt wurde.
  • Sollte sich keiner dieser Punkte bestätigen, gibt es nur noch eins: Ab zur nächsten Polizeidienststelle und Strafanzeige stellen.

Kfz-Versicherer informieren

Ist der Wagen tatsächlich gestohlen worden, sollten Sie dies schnellstmöglich Ihrem Versicherer melden. Bei einem finanzierten Fahrzeug sind außerdem noch die Leasinggesellschaft bzw. die finanzierende Bank zu informieren. Im Gegenzug erhalten Sie von Ihrem Autoversicherer einen Fragebogen, den Sie auf jeden Fall wahrheitsgemäß beantwortet sollten. Denn hier gilt: Schummeln lohnt sich nicht. Wer hier schwindelt, riskiert seinen Versicherungsschutz.

Ohne Teilkasko, keine Entschädigung

Die Kaskoversicherung kommt für Diebstahl und Schäden am eigenen Fahrzeug auf, für die kein Dritter verantwortlich gemacht werden kann. Ein gestohlenes Auto wird nur von einer Kasko-Versicherung ersetzt – die Pkw-Haftpflichtversicherung allein reicht nicht aus. Es genügt allerdings in der Regel eine Teilkasko-Versicherung. Folgende Schäden sind über die Teilkasko abgedeckt:

  • Brand, Explosion
  • Entwendung, Diebstahl, Raub
  • Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung
  • Zusammenstoß mit sogenanntem Haarwild (Hirsche, Rehe etc.)
  • Glas- und Steinbruch
  • Marderbisse oder Kurzschlussschäden an der Verkabelung

Autodiebstahl: Für eine erfolgreiche Schadensregulierung müssen Sie folgende Dinge dem Versicherer übermitteln:

  • Bestätigung der Stilllegung
  • Zulassungsbescheinigung
  • Protokoll der Strafanzeige
  • Autoschlüssel

Die Versicherung zahlt dann den sogenannten Wiederbeschaffungswert, also so viel, wie ein gleichwertiges Auto am Tag des Diebstahls wert war.

Zahlt die Kfz-Versicherung bei grober Fahrlässigkeit?

Der Versicherer kann die Schadensregulierung verweigern, wenn er Ihnen grobe Fahrlässigkeit nachweisen kann. Falls Sie einfach vergessen haben, den Wagen abzusperren, gehen Sie höchstwahrscheinlich leer aus.

Wichtig: Ihre Kaskoversicherung sollte auf den sogenannten Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichten. Davon ausgenommen bleiben Unfälle, die durch Alkohol- und/oder Drogenkonsumen verursacht wurden.

Biallo-Lesetipp

Ihnen ist Ihre derzeitige Kfz-Versicherung zu teuer? Mit einem Anbieter-Wechsel können Sie mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Stichtag für einen Wechsel ist bei den meisten Verträgen der 30. November. Worauf Sie beim einem Wechsel achten müssen, lesen Sie in unserem Beitrag: "Kfz-Versicherung wechseln: Stichtag 30. November nicht verpassen".

Ihre Meinung ist uns wichtig
Kevin Schwarzinger
Kevin Schwarzinger
Redakteur
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Kevin Schwarzinger
Kevin Schwarzinger

Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit Januar 2016 ist er Volontär.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Kevin Schwarzinger
Kevin Schwarzinger

Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit Januar 2016 ist er Volontär.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de