Serie Teil 3: Versicherungen für Selbstständige Betriebliche Absicherung

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
14.01.2016
Auf einen Blick

Bei der betrieblichen Absicherung lautet die Leitfrage: Welche Gefahren bedrohen meine Existenz und welche Versicherung schützt mich, dies zu verhindern?

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Betriebshaftpflichtversicherung

Wer jemandem einen Schaden zufügt, haftet dafür. Solche Haftpflichtschäden sind weder kalkulierbar noch in der Höhe begrenzt. Ein entsprechender Versicherungsschutz ist daher ein absolutes Muss. Die Police bietet Schutz vor finanziellen Folgen von Schäden, die Dritten durch das Unternehmen oder deren Mitarbeiter verursacht wurden. Sowohl Personen als auch Sachen sind inbegriffen. Zur Grundabdeckung sollten immer auch die speziellen betrieblichen Gegebenheiten abgeklopft werden. Denn jeder Betrieb braucht eine maßgeschneiderte Lösung. Das sollten Sie vorab im Detail mit der Versicherungsgesellschaft abklären. Grundsätzlich sollten Sie auch auf die Höhe der Deckungssumme achten, die mehrere Millionen Euro betragen sollte. Hier sind einige denkbare Bausteine der Betriebshaftpflichtversicherung:

Vermögensschadenhaftpflichtversicherung: Diese Police richtet sich an Selbstständige, die im Dienstleistungssektor tätig sind und Vermögensinteressen ihrer Kundschaft wahrnehmen. Hierbei sind insbesondere Aktivitäten angesprochen, die beratenden, prüfenden oder begutachtenden Charakter haben. Sollte es hierbei zu Schäden kommen, haftet die Vermögensschadenhaftpflichtver-sicherung.

Produkthaftpflichtversicherung: Dieser Versicherungsbaustein ist für Unternehmer sinnvoll, die Hersteller, Zulieferer oder Händler sind. Produkte können entweder an sich fehlerhaft sein oder etwa durch eine mangelhafte Gebrauchsanleitung zu Schäden führen. Per Gesetz haftet jedoch der Hersteller und oft auch der Händler, wenn das Produkt mängelbehaftet ist. Je nach Produkttyp können auf den Unternehmer obendrein Schmerzensgeldforderung zukommen.

Umwelthaftpflichtversicherung: Die Umwelthaftpflicht kommt bei Betrieben ins Spiel, die mit Stoffen hantieren, die umweltschädlich sind oder sein können. Denkbar sind beispielsweise Chemie-Betriebe oder Öl-Händler. Seit Inkrafttreten des Umweltschadensgesetztes im Jahr 2007 sind Unternehmen verpflichtet, angerichtete Umweltschäden zu beheben.

Transportversicherung: Selbstständige, die im Transportgewerbe Zuhause sind, kommen um diese Police nicht herum. Die Transportversicherung kommt für Schäden auf, die bei Verlust oder Beschädigung von Gütern während des Transports oder der transportbedingten Lagerung entstehen.

Feuerschutz

Wer eine Feuerversicherung abschließt, ist für folgende Eventualitäten abgesichert: Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion und sogar der theoretische Fall des Absturzes eines bemannten Flugkörpers. Wahrscheinlicher scheint jedoch, dass das Betriebsgebäude Feuer fängt. Und in diesem Fall kann es für den Unternehmensinhaber binnen Sekunden ungeahnt teuer werden, wenn nicht sogar um die Existenz gehen – es sei denn, er hat eine Feuerversicherung. Meist lauten die Versicherungssummen auf den Neuwert. Das ist für den Versicherungsnehmer positiv, da er bei dieser Regelung in aller Regel mehr bekommt als wenn lediglich der Zeitwert ersetzt würde. Vorsicht: Um auf dem aktuellen Stand zu bleiben, muss die Police regelmäßig an den Preisindex angepasst werden. Der Versicherungsschutz ermöglicht also im Idealfall die Wiederbeschaffung von Gebäude und Betriebseinrichtung.

Tipp: Ihr Bezugspunkt für die Versicherungssumme sind immer die aktuellen Neupreise.

Betriebsunterbrechungsversicherung

Den direkten materiellen Schaden eines Brands wieder herzustellen, ist die eine Seite. Doch häufig fallen die Folgekosten ungeahnt groß aus. Der Unternehmer verdient in der ersten Zeit möglich-erweise kaum noch Geld; dem stehen Fixkosten wie Gehälter oder Mieten gegenüber. So können durchaus Monate ins Land ziehen ehe Sie wieder voll unternehmerische tätig sein können. Es kommt im Normalfall also zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Phase der Betriebsunterbre-chung. Die Betriebsunterbrechungsversicherung kommt hier für Gehälter, Löhne einschließlich Sozialabgaben auf sowie für Mieten und den entgangenen Gewinn. Als Ergänzung zur Feuerversi-cherung ist die Police ratsam, denn die Insolvenzgefahr steigt im Fall einer Betriebsunterbrechung massiv an.

Kfz-Versicherung

Alle zum Betrieb gehörenden Fahrzeuge müssen – wie im Privatbereich – versichert werden. Doch Versicherung ist nicht gleich Versicherung. Nach Meinung von Versicherungsexpertin Karin Jans sind die vom Gesetzgeber geforderten Mindestdeckungssummen der Kraftfahrt-Haftpflicht-Versicherung als nicht ausreichend zu betrachten. „Die Versicherer boten bis vor einiger Zeit erheblich bessere Deckung als derzeit an. Die höchstmögliche von den Versicherern angebotene Deckung wurde als unbegrenzt bezeichnet und ältere Verträge können diese Deckung noch haben. Tat-sächlich war die Entschädigung pro geschädigter Person auf 7,5 oder 12,5 Millionen Euro begrenzt“, berichtet Jans.

So lautet die Empfehlung der Expertin: „Aktuell werden Deckungssummen von 50 Millionen Euro, teilweise auch 100 Millionen Euro, angeboten und Sie sollten immer die höchstmögliche Deckung wählen. Denken Sie an schwere und schwerste Verkehrsunfälle, die tagtäglich in den Zeitungen stehen. Der Mehrbeitrag ist meistens verhältnismäßig gering.“

Schutz gegen Datendiebe

Spätestens seit den Enthüllungen des US-amerikanischen Whistleblowers Edward Snowden ist klar: Unternehmen mit sensiblen elektronischen Daten sollten sich schützen – technisch, aber auch mit der richtigen Versicherung. „Insbesondere bei mittelständischen Unternehmen wird das Cyber-Risiko noch stark unterschätzt”, sagt Hasso Suliak vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

3
Berechnungsgrundlage / Modellfall: 
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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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