Hausratversicherung und Co. Unterversicherung kann teuer werden

Hausratversicherung und Co. Unterversicherung kann teuer werden

von Horst Peter Wickel
08.01.2016
Auf einen Blick

Wenn bei Sachversicherungen wie der Hausratversicherung die vereinbarte Versicherungssumme und der Wert der versicherten Gegenstände nicht übereinstimmen, müssen Versicherte im Schadensfall oft empfindliche Kürzungen in Kauf nehmen.

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Versicherer verfolgen bei Sachversicherungen klare Prinzipien, nach denen der tatsächliche Wert eines Risikos der Versicherungssumme entsprechen sollte. Gesetzliche Regelungen dazu finden sich in Paragraf 75 im Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Ist die Versicherungssumme kleiner als der Versicherungswert, sprechen Experten von einer Unterversicherung. Und eine solche Unterversicherung hat Folgen: im Schadensfall, auch bei kleineren Schäden, wird die Entschädigung der Versicherung dann nur anteilig berechnet.

Ein Beispiel dafür: Eine Familie hatte eine Hausratversicherung in Höhe von 30.000 Euro abgeschlossen. Nachdem ein Feuer Hausrat im Wert von 10.000 Euro zerstörte, stellte ein Sachverständiger fest, dass der tatsächliche Wert des gesamten Hausrats knapp 60.000 Euro betrug. Da hier die abgeschlossene Versicherungssumme unter dem tatsächlichen Versicherungswert lag, bestand eine Unterversicherung. Deshalb kam der Versicherer nur für die Hälfte des Schadens auf - also für 5.000 Euro.

Versicherungssumme regelmäßig prüfen

Wer sein Eigentum durch eine Hausrat- oder eine Wohngebäudeversicherung gegen Schäden richtig versichert wissen möchte, sollte also regelmäßig den Wert seines Hauses bzw. Hausrats mit der Versicherungssumme seiner Versicherungspolice vergleichen. Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) sagt: „Unser Rat ist, dass sowohl die Hausrat- als auch die Wohngebäudeversicherungssummen zumindest nach jeder größeren Neuanschaffung - hochwertige Stereoanlage, neue Wohnzimmereinrichtung - bzw. bei hochwertigen Einbauten wie Parkett oder einem Kamin überprüft und ggf. erhöht werden sollten.“

Um eine Unterversicherung zu vermeiden, ist nach Einschätzung der Verbraucherschützer vom BdV die regelmäßige Überprüfung des Hausratwertes, zum Beispiel alle fünf Jahre, ohnehin sinnvoll. Zwar ändere sich bei der Wohngebäudeversicherung die Versicherungssumme nicht so schnell wie bei der Hausratversicherung, aber, so BdV-Beraterin Boss: „Beim Kauf eines Hauses sollten die neuen Besitzer nicht leichtfertig einfach die alte Versicherungssumme übernehmen. Hier sollte eine Überprüfung der Versicherungssumme bzw. des Versicherungswertes vorgenommen werden.“

Hat ein Versicherter festgestellt, dass seine Versicherungssummen zu gering sind, sollte er sich unverzüglich an seine Versicherung wenden und ihr die aktuellen Summen schriftlich mitteilen. Ihm werden dann neue Versicherungspolicen übersandt. Boss warnt: „Erhöht der Verbraucher die Versicherungssummen trotz einer festgestellten Unterversicherung nicht, kann das im Schadensfall zu erheblichen Leistungskürzungen führen.“

Unterversicherungsverzichtklausel

Ausweichen können Versicherte dieser Nachmeldung durch die sogenannte Unterversicherungsverzichtklausel. Bei der Unterversicherungsverzichtklausel in der Hausratversicherung bieten die Versicherer an, die Versicherungssumme pauschal nach der Wohnfläche (650 Euro pro Quadratmeter) festzulegen. Bei Teilschäden wird dann gar nicht geprüft, ob der Versicherte unterversichert ist, bei Totalschäden wird die vertraglich festgelegte Summe ausgezahlt.

Nach Einschätzung des BdV ist es allerdings besser, die Versicherungssumme individuell zu berechnen, denn die Quadratmetervariante kann sich negativ auswirken: Bei einer großen Wohnung ergibt sich eine hohe Versicherungssumme. Ist der Wert des Mobiliars aber deutlich niedriger, wird der Beitrag unnötig hoch. Umgekehrt wird es auch nicht besser: Ist die Wohnung klein, schrumpft auch der Beitrag. Übersteigt allerdings der Hausratwert die Versicherungssumme, ist man dennoch unterversichert. BdV-Mitarbeiterin Boss: „Es lohnt sich, bei der Berechnung der Versicherungssumme den Wert des Hausrates ziemlich exakt zu ermitteln, um eine Unterversicherung auszuschließen.“

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de