Elementarschadenschutz Wichtiges Extra der Hausratversicherung

Annette Jäger
von Annette Jäger
10.06.2013
Auf einen Blick
Eine Hausratversicherung deckt den Verlust oder Schäden am Hausrat. Im Fall einer Überschwemmung allerdings nur, wenn man auch einen Elementarschadenschutz hat.
Artikelbewertung
Schrift

Das leistet die Hausratversicherung

Eine Hausratversicherung deckt Schäden an sämtlichen Wohnungsgegenständen, die durch Feuer, Blitzschlag, Explosion, Raub, Sturm, Hagel, Leitungswasser oder Einbruchdiebstahl entstehen können. Die Police übernimmt die Wiederbeschaffungskosten und erstattet Geld für Reparaturmaßnahmen. Wer in einer Region mit höherem Einbruchrisiko lebt, zahlt mehr an Prämie. Doch auch abgesehen davon, variieren die Beiträge für Policen stark. „Unterschiede bis zu 200 Prozent sind nicht selten“, sagt Michael Wortberg, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Dabei gibt es nicht pauschal günstige oder teure Anbieter. Ein Unternehmen, das in einer Region ein günstigster Anbieter ist, kann in einer anderen zu den teuren zählen.

Wichtiges Extra Elementarschadenschutz

Eine Elementschadenpolice kennt man als Extra bei der Wohngebäudeversicherung - hier sichert sie die festen Gebäudebestandteile ab, wenn diese durch Naturkatastrophen zerstört wurden. Es gibt die Police aber auch als Zusatz zur Hausratpolice. Wer die Police nur als Zusatz zur Wohngebäudeversicherung besitzt, kann bei den aktuellen Überschwemmungsschäden nur Schäden am Gebäude - am Mauerwerk, am Fundament etc. - geltend machen. Der gesamte Wohnungsinhalt von Möbeln bis hin zu Elektrogeräten und Wertsachen ist dagegen nicht versichert. Hier greift nur der Elementarschadenschutz der Hausratpolice.

Jeder sollte heute eine solche Police abschließen. „Wie hoch das Risiko ist, wird häufig unterschätzt“, sagt Wortberg. Vor allem Starkregenfälle, die die Gefahr eines Rückstaus bergen – wenn Abwasser aus der Kanalisation zurückfließt und den Keller überschwemmt –, sind überall in Deutschland möglich.


Auch diese Details sind wichtig

Der Hausrattarif sollte auch bei sogenannten Überspannungsschäden an Elektrogeräten leisten, die durch Blitzschlag entstehen können. Günstig ist, wenn der Versicherer auf die „Einrede der groben Fahrlässigkeit“ verzichtet. Dann sind auch Schäden abgedeckt, die der Versicherungsnehmer selbst durch grob fahrlässiges Handeln herbeiführt.

Versicherungssumme richtig ansetzen

„Teure Elektrogeräte werden nur in vollem Umfang ersetzt, wenn der Gesamtwert des Hausrats richtig angegeben ist“, sagt Wortberg. Viele Versicherungsnehmer setzen den Wert zu niedrig an. Das hat eklatante Folgen. Denn der Versicherer erstattet dann auch nur anteilig den Schaden: Wer Hausrat im Wert von 50.000 Euro besitzt, aber nur 25.000 Euro versichert, erhält im Schadensfall den Neuwert nur zur Hälfte ersetzt. In neueren Tarifen gewähren die Versicherer Schutz vor Unterversicherung und verzichten auf den Leistungsabzug. Trotzdem bleibt eine Unterversicherung gefährlich: Brennt das komplette Haus ab, erhält man nur die vereinbarte Versicherungssumme – das kann dann zu wenig sein.

Sonderfall Fahrrad

Der Einbruchdiebstahl eines Fahrrades ist im Standardschutz erfasst. Unter freiem Himmel ist das Rad in älteren Policen nur in der Zeit zwischen sechs und 22 Uhr versichert. „Neuere Tarife gewähren diesen Schutz rund um die Uhr“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. „Dies muss man aber gegen Beitragszuschlag einschließen, meist sind die Räder dann mit einem oder zwei Prozent der Versicherungssumme mitversichert“, so Boss. Für richtig wertvolle Fahrräder gibt es eine separate Fahrradpolice.

Beweispflicht

„Kommt es zum Schadensfall, muss der Versicherungsnehmer nachweisen, was er an Hausrat besessen hat und wie wertvoll er ist“, sagt Boss. Natürlich sollte man Belege und Gerätebeschreibungen aufbewahren. Zusätzlich lohnt es sich, alle Räume und Schrankinhalte abzufotografieren und die Daten außerhalb der Wohnung aufzubewahren. Sonst ist die höchste Versicherungssumme völlig wertlos.


 

Ihre Meinung ist uns wichtig
Annette Jäger
Annette Jäger
Autorin
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Annette Jäger
Annette Jäger

während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Drucken
Zur Startseite
Annette Jäger
Annette Jäger

während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de