Internetbausteine schützen Vermögen

Internet und Versicherungsschutz Internetbausteine schützen Vermögen

Annette Jäger
von Annette Jäger
04.05.2017
Auf einen Blick
  • Wer unwissentlich einen Virus verbreitet, muss für Schadensersatzforderungen aufkommen. Eine private Haftpflichtversicherung mit Internetbaustein deckt den Schaden.

  • Schadensersatzansprüche wegen illegaler Downloads sind nicht versichert, denn Urheberrechtsverletzungen sind vom Leistungsumfang ausgeschlossen.
  • Erste Hausratversicherer bieten Internetbausteine an. So sind Schäden am eigenen Vermögen durch Online-Banking oder -Shopping gedeckt
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Ein paar Mausklicks können teuer kommen: Schnell hat man sich einen Virus, etwa einen Trojaner, eingefangen, der sich dann selbstständig verbreitet, indem er sich an die gesamte eigene Adressdatenbank versendet. Für solche Schäden haftet derjenige, der den Virus verbreitet hat, auch wenn er es gar nicht gemerkt hat. Er muss für Schadensersatzforderungen aufkommen. Das ist ein klassischer Fall für die private Haftpflichtversicherung, allerdings nur, wenn die Police auch über einen Internetbaustein verfügt.

Neuere Policen enthalten einen solchen Internetbaustein in der Regel automatisch. Bei älteren Tarifen muss der Versicherte möglicherweise nachrüsten. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen lohnt sich dabei: "Der Versicherer verlangt meist, dass ein aktuelles und gängiges Virenschutzprogramm auf dem PC installiert ist", sagt Versicherungsberater Thorsten Rudnik.

Lesen Sie auch: Diese Schwachstellen nutzen Hacker

Vergleich Haftpflichtversicherung

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1 Premium-2016-Single-5Mio 40,62 Euro weiter
2 BlueLine-Tip-5Mio-Single 42,01 Euro weiter
3 Tarif TOP-VIT Single 42,48 Euro weiter
4 NV-PrivatSpar-5.0-Single-5Mio 44,03 Euro weiter
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Illegale Downloads - Eltern zahlen

In einem anderen Fall kann man sich jedoch keinen Schutz von seiner privaten Haftpflichtversicherung erhoffen: Wenn die eigenen Kinder illegal Filme oder Musik im Internet herunterladen und verbreiten oder zum Tausch anbieten. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs im März offenbart, wie teuer der Spaß werden kann.

Eltern haften zwar nicht automatisch, wenn Kinder über den familieneigenen WLAN-Anschluss in Tauschbörsen aktiv sind. Bei dem verhandelten Fall hatten sich die Eltern aber geweigert, dem Gericht zu offenbaren, welches ihrer Kinder für den Schaden verantwortlich ist. Deshalb mussten sie eine Schadensersatzforderung von 3.500 Euro begleichen. (Az. 1 ZR 19/16).

Die private Haftpflichtversicherung springt zwar ein, wenn Dritte geschädigt werden, Urheberrechtsverletzungen sind jedoch vom Versicherungsschutz ausgeschlossen, erklärt Rudnik. Obendrein handle es sich beim illegalen Down- oder Uploaden um eine Straftat - und auch die decke der Versicherer grundsätzlich nicht.

Neu: Hausratversicherung mit Internetbaustein

Im Internet kann man nicht nur anderen Schaden zufügen, sondern auch selbst geschädigt werden. Etwa beim Online-Banking, beim Online-Shopping oder wenn Daten geklaut und missbraucht werden durch sogenanntes Phishing. Die Hausratversicherer - etwa Allianz oder Huk - reagieren darauf und bieten inzwischen ebenso Internetbausteine an wie die private Haftpflichtversicherung. Die Leistung ist allerdings meist limitiert, beispielsweise auf 1.000 oder 2.000 Euro, sagt Rudnik.

Aber auch ohne diesen Baustein genießt der Versicherungsnehmer Schutz in gewissem Umfang. Banken zeigen sich oftmals kulant und ersetzen den Schaden, etwa wenn die Kreditkarte geklaut wurde und Geld vom Konto verschwunden ist.

Weiterer Artikel: Diese Banken schützen Ihr Geld am besten

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de