Rechtsschutzversicherung Mediation statt Gerichtsverfahren

Rechtsschutzversicherung Mediation statt Gerichtsverfahren

Annette Jäger
von Annette Jäger
19.08.2016
Auf einen Blick

Rechtsschutzversicherer leisten auch bei Mediation. Das außergerichtliche Schlichtungsverfahren bringt Ihnen große Vorteile.

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Rechtsschutzversicherer haben die Mediation inzwischen fast alle in ihr Leistungsspektrum aufgenommen. Davon profitieren die Kunden. Denn ein Gerichtsverfahren ist nicht immer die beste Lösung in einem Streitfall - "Recht haben und Recht bekommen" sind oft zwei Paar Schuhe. Gerichtsurteile stellen die betroffenen Parteien oft gar nicht zufrieden.

Mediation schafft dauerhafte Lösung

Eine gelungene Mediation - ein außergerichtlliches Schlichtungsverfahren, bei dem beide Parteien im friedlichen Gespräch eine Lösung erarbeiten - kann langfristig Frieden schaffen und beide Seiten zufriedenstellen. Falls die Kommunikation zwischen den zerstrittenen Parteien nicht gelingt, steht immer noch der Gerichtsweg offen. Auch wenn der Rechtsschutzversicherer eine Mediation bereits bezahlt hat, trägt er immer noch die Kosten für ein Gerichtsverfahren.

Mediation: Angebote variieren

Das Angebot der Rechtsschutzversicherer in punkto Mediation variiert stark. Die einen bieten einen Pauschalbetrag als Leistung an, z. B. 1.500 oder 2.000 Euro pro Verfahren, gedeckelt durch einen Maximalbetrag im Jahr. Andere Anbieter gewähren einen Stundensatz ohne Beschränkung nach oben. Erfahren Sie mit unserem Tarifrechner auf biallo.de, welche Angebote es im Bereich Rechtsschutz gibt.

Mediation erfordert Willen zur Einigung

Damit eine Mediation funktioniert, ist Kompromissbereitschaft und Einigungswille von beiden Parteien eine zwingende Voraussetzung. Ziel ist es, in mehreren Gesprächssitzungen konstruktive Lösungen zu erarbeiten die für beide Seiten akzeptabel sind. Einen Gewinner und einen Verlierer gibt es nicht. Der Mediator tritt als unparteiischer Vermittler auf. Das Verfahren eignet sich besonders, wenn die Konfliktparteien auch in Zukunft miteinander auskommen wollen, als Geschäftspartner, als Chef und Angestellter oder als Nachbarn.

Bei Familienstreitigkeiten vor Gericht leistet die Rechtsschutzversicherung grundsätzlich nicht - Ausnahmen gibt es aber bei der Mediation. Manche Versicherer wie die Concordia, leisten hier wenigstens eine kleine Summe.

Fallstrick: Mediator kann jeder werden

Einen Haken hat die Sache: Mediator ist keine geschützte Berufsbezeichnung in Deutschland – jeder kann sich so nennen. Viele Mediatoren sind aber in Verbänden organisiert, die Qualitätsmerkmale erarbeitet haben, beispielweise ein bestimmtes Stundenkontingent an Ausbildung. 

Mediatoren sind zumeist Juristen, da sie mit den Strukturen von Konflikten vertraut sind. Es sind aber auch Berufssparten vertreten, so treten auch Sozialpädagogen, Psychotherapeuten, Architekten, Ethnologen, Lehrer, Publizisten und Theologen als Mediatoren auf.

Policen, die auch bei Mediationsverfahren leisten (Auswahl)
Es gilt der Familientarif in den Bereichen Privat, Beruf, Verkehr


Anbieter / *
Tarif

Leistungen für
Mediation

Beitrag
im Jahr

(Selbst-
beteiligung)

KS/Auxilia
Jurprivat

3.000 Euro
pro Mediations-
verfahren, maximal
6.000 Euro pro Kalenderjahr

235 Euro
(SB: 400 Euro. Gällt je nach Anzahl schadenfreier Jahre)

Concordia
Sorglos

2.000 Euro pro Mediationsverfahren (im Familien-, Lebenspartnerschafts-, Erbrecht bis 1.000 Euro), maximal 4.000 Euro im Jahr.

229 Euro
(SB: 300 oder 150 Euro wenn Anwalt von Versicherer vorgeschlagen wird
)

Rechtsschutz Union
Comfort Familie
3.000 Euro je Mediationsverfahren, maximal 6.000 Euro im Jahr250,82 Euro
(SB: 150 Euro)
Deurag
Vario Ergänzungspaket

1.500 Euro

256,50 Euro
(SB: 300 oder 150 Euro wenn Anwalt von Versicherer vorgeschlagen wird)

Arag
Aktiv
Premium Familie

500 Euro je
Mediationsverfahren, maximal 3.000 Euro im Jahr

306,95 Euro
(SB: 300 oder 150 Euro wenn Anwalt von Versicherer vorgeschlagen wird)


 

 

 

DAS
Premium Familie

2.000 Euro pro Mediationsverfahren, maximal 4.000 Euro im Jahr
318,22 Euro
(SB: 250 Euro. Entfällt bzw. sinkt nach bestimmter Anzahl schadenfreier Jahre)
Roland
Jurway Privat Plus Familie
10.000 Euro je Kalenderjahr321,81 Euro
(SB: 300 oder 150 Euro wenn Anwalt von Versicherer vorgeschlagen wird)
Advocard
(kein Tarifname)
180 Euro pro Stunde 349,98 Euro
(SB: 150 Euro)


* Die Tabelle stellt eine Auswahl dar. Alle Anbieter haben mehrere Tarife mit unterschiedlichem Leistungsspektrum.
Quelle: biallo.de, Stand Juli 2016

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Annette Jäger
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Annette Jäger
Annette Jäger

während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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