Rechtsschutzversicherung Als Vermieter Ärger vermeiden

von Klaus Winter
04.12.2013
Auf einen Blick

Immer mehr Deutsche setzten auf Immobilien. Aber was, wenn damit Ärger droht? Eine Rechtsschutzpolice für Vermieter kann nicht nur finanziell weiterhelfen.

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Gerade Besitzer von einer oder zwei Wohneinheit/en wählen den Vermieter-Rechtsschutz oft als zusätzlichen Baustein in ihrer Privatrechtsschutzpolice. „Diese gibt es aber auch als Einzelprodukt“, so Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Die Versicherungsbeiträge richten sich in der Regel nach der Anzahl der Mieteinheiten und der Höhe der Bruttojahresmiete.


Den Beitrag durch die Selbstbeteiligung steuern

Das Thema Selbstbeteiligung spielt beim Rechtsschutz im Allgemeinen, aber auch im Vermieter-Rechtsschutz eine große Rolle. Eine hohe Selbstbeteiligung senkt die Kosten für die Prämie deutlich. Trotzdem sollte diese nicht mehr als 300 Euro betragen, denn im Schadensfall bleibt der Versicherte auf diesem Teil sitzen – obwohl er versichert ist.

Wann greift die Vermieter-Rechtsschutz?

Die Rechtsschutzversicherung für Vermieter ist zuständig, wenn es zu vertraglichen Auseinandersetzungen aus dem Mietverhältnis kommt. „Hierbei spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob der Vermieter aktiv gegen den Mieter vorgehen möchte – etwa bei einer Räumungsklage – oder Ansprüche des Mieters abwehren möchte – wie bei einer Mietminderung – es muss nur um vertragliche Ansprüche aus dem Mietverhältnis gehen“, erläutert Rechtsanwalt Klaus Schneider. Möglich ist es auch, den Schutz so zu gestalten, dass bei Streit mit dem Mieter eine telefonische Erstberatung bei einem Spezialisten vereinbart werden kann – das löst viele Fragen und fällt auch nicht unter die Selbstbeteiligung, bleibt also tatsächlich kostenfrei.
 

Streit lösen – statt ihn eskalieren zu lassen!

Streit verhindern kann auch ein Vertrag, der eine Mediation erlaubt – also eine außergerichtliche Streitbeilegung durch einen Mediator. Dafür sollte der Umfang der Ansprüche genau geprüft werden. „Da es insbesondere im Vermieter-Rechtsschutz Verträge gibt, die nur Deckung für den gerichtlichen Bereich gewähren, sollte exakt darauf geachtet werden, inwieweit auch der außergerichtliche Bereich abgedeckt wird und entsprechende außergerichtliche Rechtsanwaltskosten übernommen werden“, warnt Rechtsanwalt Schneider – sonst bleibt der Versicherte bei einer außergerichtlichen Auseinandersetzung auf den Kosten sitzen.

Streit mit dem Finanzamt auch abgedeckt

Darüber hinaus bietet der Vermieter-Rechtsschutz auch noch Unterstützung, wenn es Ärger mit dem Fiskus gibt. „Der Versicherungsschutz umfasst ebenfalls Steuer-Rechtsschutz vor Gerichten für die Wahrnehmung rechtlicher Interessen in steuer- und abgaberechtlichen Angelegenheiten vor deutschen Finanz- und Verwaltungsgerichten“, erklärt Bianca Boss. Damit ist ein teurer Streit um Steuerpflichten mit abgedeckt.

Stichentscheid sollte möglich sein

Zu dem Streit mit dem Mieter kann sich der Streit mit der Rechtsschutzversicherung gesellen, wenn der Vermieter klagen will, die Rechtsschutzpolice das aber für mutwillig und nicht erforderlich hält. In dem Fall kann es sinnvoll sein, eine Police mit Stichentscheid zu wählen. „Wenn die Versicherungsgesellschaft den Versicherungsschutz wegen fehlender Erfolgsaussichten verneint, kann der Versicherungsnehmer bei Meinungsverschiedenheiten einen Anwalt auf Kosten des Versicherers beauftragen“, erklärt Bianca Boss. Der klärt dann abschließend, ob die Ablehnung der Rechtsschutzversicherung rechtmäßig war.


Bonitätsüberprüfung und Inkasso-Service für Vermieter

Neben der Übernahme von Anwalts- und Gerichtskosten bei Rechtsstreitigkeiten beinhalten die Policen teilweise noch weitere nützliche Leistungen für Vermieter. So bieten einige Versicherer dem Vermieter einen Inkasso-Service für den Fall, dass der Mieter nicht zahlt. Bei anderen Anbietern wiederum sind Bonitätsüberprüfungen der zukünftigen Mieter im Leistungskatalog inbegriffen, damit es erst gar nicht zu Mietausfällen kommt.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de