Schutz gegen Internet-Risiken

Versicherungen Schutz gegen Internet-Risiken

von Peter Rensch
07.04.2017
Auf einen Blick
  • Verbraucher können sich gegen Schäden durch Hackerangriffe versichern.

  • Cyber-Versicherungen bieten besondere Serviceleistungen.

 

 

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Die Online-Welt lockt mit schönen Seiten - und gefährlichen. Immer wieder kommt es etwa vor, dass Verbraucher beim Teilen von Inhalten Urheberrechte verletzten oder auf Phishing-Mails hereinfallen. Nicht selten sind es auch Kinder, die arglos auf dubiosen Webseiten herumklicken. Die Folgen: horrende Rechnungen, Abmahngebühren und Schadensersatzforderungen.

Mittlerweile bieten immer mehr Versicherungsgesellschaften im Rahmen der Rechtsschutzversicherung spezielle Cyber-Policen an, die gegen Schäden durch Hacker-Angriffe, Passwörterklau, Abfangen von TAN-Nummern oder bei verloren gegangenen Daten durch einen Trojaner versichern. Zudem bieten sie telefonische Beratung bei Urheberrechtsverletzungen, oder Krisenmanager helfen über eine Hotline.

Welche Internet-Risiken wollen Sie versichern?

Dazu Peter Grieble, Versicherungs-Experte von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: "Die meisten Versicherungsnehmer sind sich bewusst, dass eine Absicherung gegen Internet-Risiken immer wichtiger wird. Und die Angebote der Versicherer gehen teils durchaus in die richtige Richtung. Jedoch hoffe ich, dass bei diesem Thema noch passendere Produkte entwickelt und angeboten werden. Verbraucher sollten unbedingt darauf achten, dass die Obergrenzen hoch genug sind. Ansonsten liegt im Schadensfalle schnell keine genügende Abdeckung vor."

Biallo-Tipp: Versicherer haben auf die Internetrisiken reagiert und bieten einen unterschiedlichen Schutz an. Jedoch sind die Angebote der Cyber-Policen nicht einheitlich. Für Privatpersonen, Selbstständige oder Unternehmer gilt daher: Prüfen, was am besten passt und welche Schäden gedeckt sind.

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Diese Versicherer bieten Policen

Nachfolgend stellen wir Ihnen  sechs Versicherungen vor, bei denen Sie je nach Police in allen Bereichen des Internets geschützt sind. In alphabetischer Reihenfolge und unterteilt in die Bereiche Privatperson und Selbstständige/Unternehmen. Drei Anbieter sind klassische Internetversicherungen, die Allianz hat umgestellt und bietet ihren Schutz jetzt in einem Baustein innerhalb der Hausratversicherung an, Hiscox und AXA ByteProtect haben sich auf Selbststände und Unternehmen spezialisiert.

Allianz

  • Angebot: DigitalSchutz, zur Zeit über den Baustein Internetschutz in der Hausratversicherung
  • Leistungsumfang:
    Versichert sind Vermögensschäden bei Online-Banking und bei Online-Shopping, z.B. durch Phishing, Pharming oder betrügerische Online-Händler ("Fake-Shops").
    Übernahme der Kosten für eine anwaltliche Erstberatung bei Streitigkeiten aus Online-Käufen und beim Vorwurf einer Urheberrechtsverletzung im Internet.
    Zusätzlich: Kosten für die Rettung Ihrer Daten nach Geräteschaden, ganz gleich ob durch technischen Defekt, Virusbefall oder Sturz ins Wasser.
    Schadensersatz bei Vermögensschäden bis maximal 10.000 Euro je Versicherungsfall und begrenzt auf einen Versicherungsfall je Versicherungsjahr.
  • Zielgruppe: nicht beschränkt.
  • Prämie: abhängig von der Höhe der Hausrat-Prämie.
  • Bewertung: Interessant für junge Leute, da es hier gerade um den Schutz von Datenrettung und Online-Shopping geht.

AXA

  • Angebot: ByteProtect
  • Leistungsumfang:
    Diebstahl von Kreditkarten
    Groß angelegte Hackerangriffe
    Erstattung von Informationskosten als Folge von Datenschutzverletzungen
    Datenwiederherstellung
    Krisen- und Reputationsmanagement
  • Zielgruppe: Mittelständische Unternehmen wie Webshops oder aus der IT-Branche
  • Prämie: Nach Versicherungssumme oder Umsatz
  • Bewertung: Umfassendes Konzept für IT-basierte Betriebsschäden. Es wird nur versichert, was notwendig ist.

ARAG

  • Angebot: web@ktiv und web@ktiv Plus
  • Leistungsumfang:
    Schadenersatz-Rechtsschutz zum Beispiel wegen einer "E-Reputation", also Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts in einem sozialen Netzwerk.
    Rechtsschutz für Verträge, die im Internet online im eigenen Namen und Interesse abgeschlossen werden.
    Beratungs-Rechtsschutz bei privaten Urheberrechtsverstößen.
    Straf-Rechtsschutz für die Verteidigung, wenn ein strafrechtliches Vergehen vorgeworfen wird, bei dessen Begehung das Internet als Medium genutzt wird.
    Schadensersatz bei Vermögensschäden durch Verlust bei Internetgeschäften und Ausspionieren von Bankdaten (3.000 Euro je Versicherungsfall, 10.000 Euro pro Versicherungsjahr) im web@ktiv Plus-Tarif.
    Psychologische telefonische Soforthilfe bei Cybermobbing im web@ktiv Plus-Tarif.
  • Zielgruppe: Familie und Single
  • Prämie:
    web@ktiv Solo-Produkt für eine Familie 113,14 Euro jährlich und für Singles 96,17 Euro jährlich.
    web@ktiv Plus Solo-Produkt für eine Familie 148,46 Euro jährlich und für Singles 126,19 Euro jährlich.
    Inklusive der im Haushalt lebender Kinder, die nicht berufstätig sind.
  • Bewertung: Keine Erstattung bei Urheberrechtsverletzungen. Übernommen wird dagegen die rechtliche Beratung bis zu 190 Euro. Gute Deckungsgrenze im web@tiv Plus Tarif mit 200.000 Euro pro Rechtschutzfall.

CosmosDirekt

  • Angebot: FinanzSchutz
  • Leistungsumfang:
    Missbrauch beim Online-Banking oder Online-Shopping (zum Beispiel Paypal oder giropay).
    Phishing.
    Missbrauch von Kredit- und Bankkarten inklusive Kartennummernmissbrauch im Internet.
    Lastschrift, Überweisung und Scheckeinlösung.
    Barabhebung.
  • Zielgruppe: Privatpersonen
  • Prämie: 7,90 Euro /Jahr gegen Schäden bis 10.000 Euro. Inklusive der im Haushalt wohnender Lebenspartner und Familienangehörige.
  • Bewertung: Günstigste Versicherung, aber niedrige Deckungssumme.

Hiscox

  • Angebot: Cyber-Versicherung
  • Leistungsumfang:
    Hackerangriffe sowie Datenmissbrauch, Datenverlust und Cyber-Erpressung.
    Soforthilfe durch Krisenmanagement-Experten.
  • Zielgruppe: Unternehmen und Selbstständige.
  • Prämie: Anhängig von Umsatz und Deckungssumme.
  • Bewertung: Einfache Prämienberechnung übers Internet, individuelle Abstimmung der Bedürfnisse.

R+V

  • Angebot: InternetschutzPolice
  • Leistungsumfang:
    Missbräuchliche Nutzung von Onlinebanking-Konten eines Dritten durch Phisching oder Pharming eines online durchgeführten Bankgeschäfts.
    Zahlungsbetrug.
    Lieferbetrug.
    Veränderung und Verlust von Daten/Computersabotage zum Beispiel durch Viren oder Hackerangriffen.
    Insgesamt 10.000 Euro je Versicherungsjahr zum Beispiel im Falle von Identitätsmissbrauch oder missbräuchliche Kontoverfügung.
    Insgesamt 1.000 Euro pro Versicherungsjahr für zum Beispiel Datenbeschädigung oder einer Rechtsberatung rund um das Internet.
  • Zielgruppe: Familie und Single
  • Prämie:
    Internetschutz Singletarif:
    Jahresbeitrag: 99,00 Euro (inkl. Versicherungssteuer)
    Halbjahresbeitrag: 51,48 Euro (inkl. Versicherungssteuer)
    Vierteljahresbeitrag: 27,23 Euro (inkl. Versicherungssteuer)
    Internetschutz Familientarif:
    Jahresbeitrag: 139,00 Euro (inkl. Versicherungssteuer)
    Halbjahresbeitrag: 72,28 Euro (inkl. Versicherungssteuer)
    Vierteljahresbeitrag: 38,22 Euro (inkl. Versicherungssteuer)
  • Bewertung: Keine Leistungen bei Downloads und Urheberrechtsverletzungen.

Für wen lohnt sich der Versicherungsschutz?

Inwieweit es für Verbraucher lohnenswert ist, zusätzlich eine spezielle Internet-Versicherung abzuschließen, hängt von persönlichen Bedürfnissen ab und sollte im Einzelnen geprüft werden. Vielfach ist die Deckungssumme zu gering und in der Regel über eine herkömmliche Rechtschutzversicherung abgedeckt. Eine Versicherungslücke besteht beim Urheberrecht. Zudem bieten immer mehr klassische Versicherungen über ihre Haftpflicht, Hausrat oder Rechtsschutzpolice neue Internetmodulen an, die für Privatpersonen ausreichend sind. Wer jedoch einen umfassenderen Schutz mit besonderen Serviceleistungen sucht, findet bei Cyber-Versicherungen eine Lösung. Sinnvoll vor allem für Unternehmen, die im größeren Umfang mit vertraulichen Kundendaten umgehen. Oft werden auch telefonische Beratung und Betreuung bei Sonderfällen wie Cybermobbing oder Rufschädigung angeboten.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de