Unwetterschäden richtig versichern

Elementarschadenschutz Unwetterschäden richtig versichern

Annette Jäger
von Annette Jäger
17.03.2017
Auf einen Blick
  • Zwischen 27. Mai und 6. Juni 2016 hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 1,2 Milliarden Euro an versicherten Schäden errechnet.

  • Erfahren Sie also, wie Sie sich wirksam gegen Naturgewalten absichern.
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Gefahr durch Unwetter

Schäden durch Überschwemmungen und Hochwasser werden in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen. Die Bilanz des Jahres 2016 macht das Ausmaß des Risikos deutlich: Ende Mai und Anfang Juni haben die Sturmtiefs Elvira und Friederike und der damit verbundene Starkregen immense Schäden angerichtet. Im Zeitraum zwischen 27. Mai und 6. Juni hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 1,2 Milliarden Euro an versicherten Schäden errechnet. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2015 waren es zwei Milliarden Euro an Schäden, die durch Naturgewalten entstanden. Das Interessante ist, dass im besonders getroffenen niederbayerischen Simbach am Inn die geschädigten Häuser in Gebieten mit dem geringsten Überschwemmungsrisiko lagen. 

Fazit: Schäden durch Naturgewalten, insbesondere Starkregen und Überschwemmungen können jeden überall treffen. Immer häufiger werden Regionen überflutet, die bislang verschont blieben. Selbst Orte abseits von Gewässern werden zunehmend in Mitleidenschaft gezogen: Sturzfluten unterspülen Straßenzüge und dringen in Häuser und Keller ein. Das bedeutet, dass jeder Hauseigentümer gut daran tut, sich gegen diese Gefahr umfassend zu schützen. Denn der Verlust des eigenen Heims kann den finanziellen Ruin bedeuten.  

Der Baustein Elementarschadenschutz wird inzwischen als genauso wichtig wie alle anderen Bausteine einer Wohngebäude- oder Hausratversicherung erachtet. Die meisten Eigenheimbesitzer unterschätzen das Risiko eines Elementarschadens jedoch. Nur 40 Prozent aller Hausbesitzer bundesweit sind gegen Elementarschäden – also Schäden durch Naturgewalten - geschützt. Wichtig zu wissen ist, dass die Versicherungen (vorrangig die Wohngebäude-, aber auch die Hausratversicherung) nur dann für solche Schäden bezahlt, wenn ein Elementarschadenschutz extra versichert wurde.        

Hochwasser und Überschwemmungen absichern

Nur wenn eine Wohngebäude- oder Hausratpolice auch über den Zusatzbaustein Elementarschadenschutz verfügt, leistet der Versicherer bei Schäden durch Naturgewalten, insbesondere Überschwemmungen und Hochwasser. In neueren Policen ist der Zusatz oft automatisch enthalten, Versicherte können dann lediglich bewusst auf ihn verzichten. In älteren Policen ist der Zusatz meist nicht enthalten. Dann sollten Versicherte ihren Vertrag aufstocken.  

Der Zusatzbaustein Elementarschadenschutz deckt Schäden ab, die in der Regel durch Hochwasser, Überschwemmung (auch durch Starkregen), Erdbeben, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen oder Vulkanausbruch entstehen.

Versicherungsnehmer müssen das ganze Paket versichern, so muss sich ein Küstenbewohner auch gegen das Lawinenrisiko absichern.  

Natürlich blickt der Versicherer bei Antragstellung auf das zu versichernde Risiko. Laut GDV können aber über 90 Prozent aller Hausbesitzer problemlos einen Elementarschadenschutz erhalten. Andere Gebäude in besonders gefährdeten Gebieten können oft über eine entsprechend hohe Selbstbeteiligung oder auch bauliche Maßnahmen, die das Haus sicherer machen, Versicherungsschutz erhalten.

Unser Tipp

Wer in den letzten Jahren einen Schaden zu verzeichnen hatte, hat kaum Chancen einen Vertrag zu erhalten. Deshalb ist es so wichtig, den Schutz rechtzeitig abzuschließen. Besser vorsorgen, als hinterher ohne Schutz dazustehen.

Die Police sichert Schäden durch Naturgewalten ab, notfalls wird auch das komplett zerstörte Haus ersetzt. Sie übernimmt im Verbund mit der Wohngebäudeversicherung Reparaturen, Trockenlegung und Sanierung Abriss sowie Neubau.  

Je nach Police sind auch Leistungen vorgesehen für Aufräumen der Schadensstelle, Abtransport von zerstörtem Baumaterial, Mietausfall für maximal zwölf Monate bei Unbenutzbarkeit von vermieteten Wohnungen und ortsübliche Miete für maximal zwölf Monate bei Unbenutzbarkeit der eigenen Wohnräume.

Im Verbund mit der Hausratversicherung übernimmt sie Reparaturkosten für beschädigten Hausrat und Wiederbeschaffungskosten für zerstörten Hausrat.  

Wichtig: Die Leistungen im Elementarschadenschutz variieren. Die Versicherer stellen hier jeweils ihr eigenes Leistungspaket zusammen und das richtet sich zum Teil auch nach der Region: Es ist durchaus schon vorgekommen, dass in einer besonders gefährdeten Region bestimmte Leistungen ausgeschlossen wurden. Bei Vertragsabschluss lohnt sich also ein genauer Blick in die Versicherungsbedingungen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bietet eine Checkliste an, auf der man Punkt für Punkt ankreuzen kann, welche Leistungen man benötigt. Mit dieser Liste kann man dann auf die Suche nach einem Versicherer gehen, der passgenau die nötigen Leistungen anbietet.  

Rückstau: Läuft die Kanalisation über und wird durch einen Rückstau der eigene Keller überschwemmt, sollte die Police leisten. Manche Versicherungen haben dieses Extras in der ganz normalen Wohngebäudeversicherung im Baustein „Leitungswasser“ enthalten. Manche Versicherer verlangen das Vorhandensein einer Rückstauklappe, deren Funktionsfähigkeit regelmäßig zu prüfen ist.

Leistungshöhe: Die Zusatzpolice sollte in voller Höhe der Versicherungssumme leisten und nicht limitiert sein.

Überschwemmungs- und Hochwasserabsicherung: Beides muss unbedingt in die Police integriert sein, sonst bringt die ganze Absicherung nichts.  

Übrigens: Schäden durch einen steigenden Grundwasserpegel sind immer ausgeschlossen. Genauso wie Schäden durch Sturmfluten, wie sie die Bewohner von Nordseeinseln kennen.

Vergleich Wohngebäudeversicherung

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 Degenia-casa-classic-T12 219,88 Euro weiter
2 Tarif Kompakt 232,76 Euro weiter
3 max-Wohngebaeude-Premium 234,67 Euro weiter
4 ConceptIF-BayH 252,39 Euro weiter
5 Tarif XL 242,30 Euro weiter
Einfamilienhaus in Großstadt, 120 qm, mit Elementarschäden, Bj. 2008, Wert 1914 19.200 Euro, Selbstbeteiligung bis 250 Euro, 1 Jahr Vertragslaufzeit, pro Anbieter nur 1 Tarif, Prämie pro Jahr.
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Unser Tipp

Weil es den Elementarschadenschutz nur in Verbindung mit der Wohngebäudeversicherung gibt, ist es wichtig, dass auch diese Police gute Bedingungen bietet. So sollte grob fahrlässiges Handeln des Versicherungsnehmers versichert sein. Dann leistet die Police beispielsweise auch, wenn ein morscher Baum im Garten, der längst hätte gefällt werden sollen, bei Sturm auf das eigene Hausdach kracht.

Wie viel der Zusatz Elementarschadenversicherung kostet, kann man nicht allgemein sagen. Manche Schätzungen belaufen sich auf rund ein Drittel der Beiträge der üblichen Wohngebäudepolice. Tatsächlich wird der Beitrag für den Baustein immer individuell berechnet. Alter und Wert des Hauses spielen eine Rolle, genauso wie Bundesland und Gefährdungslage – sogar die Hausnummer beeinflusst die Beitragsberechnung.

Sturm, Hagel und Blitzschlag versichern

Es gibt auch andere Naturgewalten, die Schäden anrichten können. Stürme, die so stark wie Orkane sind, können Bäume entwurzeln, Dachziegel vom Dach schleudern, aber auch Hagelkörner groß wie Tischtennisbälle können Dachfenster zerstören. Nicht zuletzt kann ein Blitzschlag zu Überspannungen in der Stromleitung führen, was elektrische Geräte zerstört.  

Die Wohngebäudeversicherung kommt für Sturm- und Hagelschäden auf. Dieser Baustein ist in Policen heutzutage automatisch enthalten. Bei sehr alten Policen gilt es zu überprüfen, ob Sturm- und Hagelschäden gedeckt sind.  

Die Police leistet erst, wenn ein Sturm mindestens Windstärke acht erreicht, also ab 63 km/h. Das muss der Kunde allerdings nicht selbst nachweisen. Er muss sich aber Datum und Uhrzeit des Schadens merken und dem Versicherer melden. Dieser kontrolliert dann über eine der Wetterstationen, beispielsweise den Deutschen Wetterdienst, ob in der Gegend ein entsprechend starker Sturm aufgetreten ist. Manchmal genügt es auch nachzuweisen, dass bei den Nachbarn zum gleichen Zeitpunkt ähnliche Schäden entstanden sind.  

Eine Wohngebäudeversicherung ersetzt die Reparatur- oder Wiederaufbaukosten bei Schäden an der Immobilie, auch an Nebengebäuden - etwa einer Garage, einem Schuppen, einem Gartenhäuschen - auf demselben Grundstück, sofern sie in der Versicherung aufgeführt sind. Meist ist sogenanntes Gebäudezubehör wie Zäune oder Gartenlaternen nicht mitversichert. Bei einigen Versicherern sind solche Gegenstände aber durchaus ohne Aufpreis in der Police enthalten. Grundsätzlich gedeckt sind dagegen Schäden an Zubehör, das der Nutzung oder der Instandhaltung des Hauses dient wie beispielsweise Werkzeug oder Holz zum Heizen ebenso wie Blumenkästen, die am Haus angebracht sind.  

Nach einem Sturm kommt die Police auf für beispielsweise ein abgedecktes Dach, einen zerstörten Schornstein, Schäden durch umgeknickte Bäume und Folgeschäden am Gebäude, wenn es zum Beispiel durch das Dach regnet.  

Sie übernimmt Kosten für Reparaturarbeiten etc. wie unter Punkt 2b aufgeführt.  

Blitzschlag

Die Wohngebäudeversicherung deckt auch Schäden durch Blitzschlag. Versicherungsnehmer sollten darauf achten, dass die Police kein Leistungslimit in den Versicherungsbedingungen festlegt. Wer einen älteren Vertrag hat, sollte prüfen, ob der Vertrag überhaupt bei Blitzschlag leistet, früher war dies nicht automatisch eingeschlossen. Versichert ist der Blitzeinschlag ins Gebäude und daraus resultierende Folgeschäden. So wird beispielweise eine zerstöre Dachantenne ersetzt oder das Dach repariert, wenn der Blitz in einen Baum einschlägt und dieser auf das Dach fällt.  

Auch Überspannungsschäden sind abgesichert. Überspannungen entstehen, wenn der Blitz nicht direkt ins Haus einschlägt, sondern in eine externe Stromleitung und so Stromspitzen entstehen, die elektrische Installationen im Haus, die Heizungsanlage treffen, eine Alarmanlage oder Ähnliches.  

Wenn beispielsweise Hagel einen Schaden an der Wohnungseinrichtung verursacht hat, weil ein Dachfenster zerstört wurde, es hereingeregnet hat und Computer, Drucker und die Schreibtischplatte unter Wasser gesetzt wurden, kommt dafür die Hausratversicherung auf. Doch aufgepasst: Grob fahrlässiges Handeln, etwa weil man ein Fenster hat offen stehen lassen, ist nicht versichert. Außer man hat diesen Zusatz – dass auch Schäden durch grob fahrlässiges Handeln gedeckt sind – ausdrücklich mitversichert.  

Gut zu wissen: Hausrat, der im Freien steht, ist in der Regel nicht versichert: Gartenmöbel, Pflanzenkübel, ein Kinderwagen oder ein Wäscheständer. Diese Dinge sind nur versichert, wenn ausdrücklich eine Außendeckung vereinbart wurde. 

Auch Schäden durch Blitzschlag ersetzt die Hausratversicherung, allerdings etwas anders als die Wohngebäudeversicherung: Die Hausratversicherung ersetzt nur Schäden am Inventar (nicht an elektrischen Geräten, die zu den Bestandteilen des Hauses gehören wie es zum Leistungsspektrum der Wohngebäudeversicherung gehört). So ist beispielsweise das Inventar versichert, wenn durch einen Blitzschlag ein Baum auf das Hausdach fällt und ein Brand verursacht wird.  

Schäden durch Überspannungen bei Blitzeinschlag, die elektrische Geräte in Mitleidenschaft ziehen können, sind nicht automatisch im Versicherungsschutz enthalten. Bei Abschluss einer Police lohnt es sich, genau zu schauen, ob Überspannungsschäden eingeschlossen sind.   

Vergleich Hausratversicherung

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 Tarif Classic 51,34 Euro weiter
2 CIF pro Classic 87,58 Euro weiter
3 SY24-Platinum-L 93,62 Euro weiter
4 Vit 94,82 Euro weiter
5 Komfort 119,59 Euro weiter
Single, 30 Jahre, Wohnung in Großstadt, 80 qm, Versicherungssumme mind. 48.000 Euro, Basisschutz, 1 Jahr Vertragslaufzeit, pro Anbieter nur 1 Top-Tarif, Prämie pro Jahr.
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Schadensszenarien

Die Wohngebäude- und die Hausratversicherungen decken nicht immer alle Schäden, die durch Unwetter zustande kommen. Gelegentlich sind auch andere Policen gefragt. Einige Beispiele:

Sie bauen vielleicht ein Haus und sind mitten in der Phase des Rohbaus. Ein Unwetter kann hier erhebliche Schäden verursachen, denn Rohbauten sind sehr sturmgefährdet. Ebenso können Planen, Baumaterial, Gerüste durch die Gegend geschleudert werden und ebenso Schäden verursachen. Um dieses Risiko zu decken, ist eine Rohbauversicherung wichtig, oft ist sie Teil der Wohngebäudeversicherung: Der Hauseigentümer versichert erst den Rohbau, nach Ende der Bauphase geht die Police in eine Wohngebäudeversicherung über.  

Die Police kommt für Kosten auf, die durch Unwetter (also auch Hochwasser) entstanden sind: Baustoffe und Bauteile sind versichert sowie in der Regel Lohnkosten für die Handwerkerleistung, um den Zustand vor dem Sturm wiederherzustellen. 

Manchmal fällt der Baum bei Sturm nicht auf das eigene Hausdach, sondern auf das des Nachbarn – wer zahlt dann? Eine gute Frage, denn sie ist nicht eindeutig zu beantworten. Es kommt darauf an, ob den Hauseigentümer eine Schuld trifft. War der Baum morsch und der Eigentümer konnte ahnen, dass er eine Gefahr darstellte, haftet er und seine private Haftpflichtversicherung springt zur Deckung ein. Fällt allerdings ein nachweislich gesunder Baum um und verursacht einen Schaden, haftet der Eigentümer nicht, denn das gilt als höhere Gewalt – der Nachbar bleibt auf dem Schaden sitzen.  

Die private Haftpflichtversicherung würde auch einspringen, wenn lose verlegte Dachziegel vom Sturm heruntergefegt werden und einen Passanten verletzen. Wenn die Ziegel gut und sicher verlegt waren, haftet der Eigentümer nicht.   Im Schadensfall haftet übrigens nicht automatisch der Hausbesitzer. Wenn etwa ein Blumentopf vom Balkon eines Mieters geweht wird, haftet der Mieter für den Schaden! Eine private Haftpflichtversicherung ist also immer ein Muss im Versicherungsportfolio.  

Auch bei Schäden am Auto ist die Haftungsfrage oft kompliziert: Schädigt ein herabfallender Dachziegel (weil er lose verlegt war und wissentlich eine Gefahr darstellte) ein geparktes Auto, ist der Hauseigentümer schadensersatzpflichtig. Seine Haftpflichtversicherung begleicht den Schaden. Trifft ihn keine Schuld, kommt die Teilkaskoversicherung des Fahrzeughalters auf. Die Teilkaskoversicherung kommt auch für einen Hagelschlagschaden auf, ebenso für Überschwemmungsschäden, beispielsweise wenn eine Tiefgarage voll Wasser läuft und das Auto dadurch geschädigt wird. Auch Sturmschäden sind über die Teilkasko gedeckt, jedoch auch hier gilt wie bei der Wohngebäudeversicherung, dass der Sturm mindestens Windstärke acht erreicht haben muss. Wer eine Vollkaskoversicherung hat, ist in einer komfortableren Situation. Sie begleicht auch Schäden bei geringeren Windstärken.

Die richtige Wohngebäudepolice finden  

Im Zentrum der Unwetterabsicherung steht die Wohngebäudeversicherung. Die Preisspanne für diese Police ist enorm, die Beiträge sind in den letzten Jahren extrem gestiegen. Wie hoch die Beiträge im Einzelnen sind, hängt unter anderem von der Lage der Immobilie ab. Die Versicherer haben das Bundesgebiet in Gefahrenzonen eingeteilt, das heißt: Je größer das Risiko, Sturm und Hochwasser standhalten zu müssen, desto höher der Beitrag. Außerdem spielen u.a. Baujahr, Bauweise und die Dachkonstruktion eine Rolle bei der Berechnung des Beitrags.  

Beispiel: Ein Einfamilienhaus in einem Münchner Vorort mit 150 Quadratmetern Wohnfläche und ausgebautem Dachgeschoß, Baujahr 2000 (massive Bauweise) kostet mit Elementarschadenschutz laut biallo.de-Versicherungsvergleichsrechner ab 500 Euro aufwärts im Jahr – der teuerste Anbieter verlangt 1.300 Euro. Die Versicherungssumme variiert zwischen rund 520.000 Euro und unbegrenzter Leistung. Ohne Elementarschadenschutz gibt es Policen ab 400 Euro aufwärts.

Die Wohngebäudeversicherung setzt sich aus einzelnen Bausteinen zusammen. Schäden durch Feuer, Sturm und Hagel sowie Leitungswasser sind die Standardabsicherung, die bei den meisten Policen in einem Paket versichert sind. Die Elementarschadenversicherung ist ein eigener Baustein. Sie ist im Standardschutz nicht integriert und muss extra abgeschlossen werden.

Wie in allen Versicherungssparten gilt auch bei der Wohngebäudeversicherung: Es gibt längst neuere Verträge, die bessere Bedingungen bieten. Vor allem gilt das für Verträge, die vor 2010 abgeschlossen wurden, denn in diesem Jahr wurden neue Musterbedingungen für die Wohngebäudeversicherung erstellt. Darin sind beispielsweise Leistungen für Überspannungsschäden enthalten – in älteren Verträgen ist diese Risikodeckung nicht enthalten.  

Es lohnt sich also, den alten Vertrag zu überprüfen und gegebenenfalls in einen neueren Tarif zu wechseln. Auch die Versicherungssumme gilt es zu überprüfen. Möglicherweise wurde das Haus umgebaut und modernisiert, dann ist auch der Wert gestiegen.  

Leider haben viele Versicherte mit älteren Verträgen die Erfahrung gemacht, dass Versicherer sie loshaben wollen, sobald sie einen Schaden melden. Oder aber sie erhalten das Angebot, den Versicherungsschutz aufrecht zu erhalten, müssen aber eine höhere Selbstbeteiligung in Kauf nehmen. Dieses Angebot sollten Versicherungsnehmer annehmen, denn wenn sie erst mal die Kündigung vom Versicherer erhalten, ist es fast aussichtlos einen neuen Vertrag zu bekommen.

Falls eine Kündigung unvermeidbar ist, ist es besser, mit dem Versicherer auszuhandeln, selbst zu kündigen. So hat man bessere Chancen bei einem anderen Versicherer einen neuen Vertrag zu erhalten.

Was tun im Schadensfall? 

Kommt es zu einem Unwetterschaden, ist der Versicherungsnehmer verpflichtet, alles zu tun, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Natürlich darf er sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen. So muss der Eigentümer, wenn es ihm möglich ist, Löcher im Dach durch davongewehte Ziegel provisorisch abdecken oder auch Fenster mit zerbrochenen Glasscheiben abdecken, damit nicht noch mehr Regenwasser eindringen kann. Ist der Keller vollgelaufen, sollte man gleich mit dem Ausschöpfen des Wassers beginnen. Am besten ruft man sofort seinen Versicherer an und bespricht, welche Maßnahmen zu unternehmen sind. Dabei können Versicherungsnehmer auch gleich fragen, ob sie selbst einen Handwerker beauftragen sollen oder ob der Versicherer zunächst einen Gutachter schicken möchte.

Unser Tipp

Alle telefonischen Absprachen mit dem Versicherer sollte man sich schriftlich zusichern lassen. Eine gute Idee hatte ein Versicherungsnehmer. Er notierte nach einem Telefonat die Gesprächsinhalte mit dem Zusatz: Wenn der Versicherer bis zum Datum xy dem Inhalt nicht schriftlich widerspricht, gilt der Inhalt des Schreibens als gültig. Dies faxte er an den Versicherer und hob den Sendebericht auf. Bei einer späteren Auseinandersetzung mit dem Versicherer hat dieses Vorgehen ihm seine Ansprüche gesichert.

Beweise zu sichern, ist das Wichtigste im Schadensfall. Andernfalls hat der Versicherer alle Möglichkeiten, die Leistungssumme zu mindern. Im größten Chaos gilt es also, Ruhe zu bewahren und den Schaden zu fotografieren, einen Videofilm mit dem Smartphone zu filmen, am besten unter Anwesenheit von Zeugen. Auch wenn man am liebsten beschädigte Dinge sofort wegwerfen würde – Aufheben ist besser, bis der Versicherer eine Gelegenheit hat, sie zu begutachten.  

Eine Rechtsschutzversicherung als Ergänzung, um umfassend vor Unwetterschäden abgesichert zu sein, ist ratsam. Es kommt nach solchen Schäden immer wieder zu Streit mit Versicherern, etwa, weil es Uneinigkeiten bei Haftungsfragen gibt oder weil die Ermittlung des Zeitwerts von zerstörten Dingen Ärger bereitet.  

Möglicherweise möchte der Versicherungsnehmer einen eigenen Sachverständigen einschalten. Denn der Gutachter, den der Versicherer vorbeischickt, arbeitet natürlich im Auftrag und im Sinne des Versicherers und ist nicht ganz objektiv. Die Kosten für einen eigenen, unabhängigen Sachverständigen würde der Rechtsschutzversicherer begleichen, vorausgesetzt, der Versicherer schätzt die Lage so ein, dass das Vorgehen Aussichten auf Erfolg hat. Ratsam ist, diese Police bei einem anderen Anbieter abzuschließen also dort, wo man Hausrat- und Wohngebäudeversicherung abgeschlossen hat.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de