Vorsicht bei Vorerkrankungen und hohem Alter

Auslandsreise-Krankenversicherung Vorsicht bei Vorerkrankungen und hohem Alter

Max Geißler
von Max Geißler
11.05.2017
Auf einen Blick
  • Gesetzlich Krankenversicherte benötigen für Fernreisen eine Auslandsreise-Krankenversicherung, damit sie im Ernstfall nicht auf den Arztkosten sitzen bleiben.
  • Chronisch Kranke müssen vorab klären, ob Arzt- und Behandlungskosten übernommen werden, wenn sie beschwerdefrei die Reise antreten.
  • Senioren sollten nicht auf Beitragswucher hereinfallen.
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Außerhalb der EU beziehungsweise des europäischen Wirtschaftsraums werden Arztbesuche und Behandlungskosten nur in Ausnahmefällen von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Da eine Behandlung oder ein Krankenhausaufenthalt gehörig ins Geld gehen kann, ist Versicherungsschutz ratsam.

Gute Auslandsreise-Krankenversicherungen übernehmen einen Großteil der möglichen Kosten - und das für geringes Entgelt. Die Zeitschrift Finanztest prüfte kürzlich eine Vielzahl von Policen und kam insgesamt zu einem guten Urteil. Immerhin knapp die Hälfte der Verträge (39) biete sehr guten Schutz, so die Tester. Sieger wurden die Tarife ReiseMed RD von der DKV Versicherung und RD von Ergo Direkt.

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Die genannten Policen erhalten Singles bereits ab 9,90 Euro Jahresbeitrag, die Familienpolicen kosten 19,80 Euro. Noch günstiger fahren Ledige mit der Inter-Versicherung sowie mit Axa, deren Single-Policen nur 7,50 bzw. 7,92 Euro kosten. Familien können mit dem Münchner Verein und der Allianz sparen, die für ihre Jahrespolicen nur 18,60 bzw. 19,60 Euro verlangen. Beim Münchner Verein sind Kinder sogar bis zum Alter von 24 Jahren mitversichert, bei den meisten Policen geht der Kinderschutz nur bis zum 18. Lebensjahr.

Biallo-Tipp: Nähere Infos finden Sie in unserem Tarifvergleich Reiseversicherung

Tücken für chronisch Kranke

Wer dauerhaft erkrankt ist, der sollte die Auslandsreise-Krankenversicherung vorab genau prüfen. Grund: Die Kosten für Erkrankungen oder Schübe, die auf eine Vorerkrankung zurückgehen, werden nur selten übernommen. Betroffene sollten nur solche Tarife wählen, die "zumindest dann schützen, wenn der Versicherte Monate vor der Reise keine Probleme mit seiner Erkrankung hatte oder medikamentös gut eingestellt ist", rät Finanztest.

Dies sollte man beim Anbieter abklären und dabei darauf achten, dass die Behandlungskosten abgesichert sind, sollte sich der Gesundheitszustand auf Reisen verschlechtern. Hilfreich sei, wenn chronisch Kranke ihre Reisefähigkeit mit einer ärztlichen Bescheinigung nachweisen können.

Geltungsbereich und Altersgrenzen beachten

Wichtig ist, dass die Police auch in dem Land gilt, in das Sie reisen. Am besten, Sie wählen weltweiten Versicherungsschutz. Aber Achtung: Manche Anbieter verlangen mehr, wenn die USA und Kanada dabei sind, weil die medizinischen Kosten in diesen Ländern besonders hoch sind. Schließen Sie in diesem Fall einfach diese Länder aus, wenn Sie nicht dorthin reisen, oder wählen Sie eine Police, die keinen Aufschlag berechnet.

Häufig fallen für Senioren Alterszuschläge an. Viele Anbieter berechnen ab 65 Jahren einen leicht erhöhten Beitrag, manche erst ab 70 oder 75 Jahren. Bei der Axa wird es für Ältere bereits ab dem 50. Lebensjahr teurer, der Beitrag für Ledige steigt um gut zwölf Euro auf 20,52 Euro pro Jahr. Regelrechte Preissprünge machen Senioren-Policen allerdings bei der Halleschen Versicherung, und zwar von 12,50 auf 48 Euro, und bei Signal-Iduna von elf auf 60 Euro!

Auch bei der R+V Versicherung springt der Tarif JR ab dem 65. Lebensjahr von 13,50 auf 65 Euro. Beitragssprünge von mehr als 20 Euro sind jedoch zu viel. Wichtig für chronisch Kranke Senioren: Klären Sie im Vorfeld ab, wie die konkreten Kostenregelungen im Krankheitsfall aussehen.

Biallo-Tipp

Achten Sie in den Versicherungsbedingungen darauf, dass ein medizinischer Rücktransport nicht nur dann bezahlt wird, wenn er medizinisch notwendig ist, sondern wenn er sinnvoll und vertretbar erscheint.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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