Private Pflegezusatzversicherung Vorteile der Pflegetagegeldversicherung

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
24.01.2016
Auf einen Blick

Die Betreuung Pflegebedürftiger ist teuer. Doch wie sorgen Sie sinnvoll vor, um im Ernstfall finanziell abgesichert zu sein?

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Eine rechtzeitige Finanzvorsorge für den Pflegefall wird immer wichtiger, denn die Betreuung eines pflegebedürftigen Menschen ist kostspielig. Obwohl die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherungen angehoben wurden, müssen Pflegebedürftige weiterhin Zuzahlungen leisten, um ihre Pflegekosten vollständig zu decken. So liegen die Aufwendungen für eine vollstationäre Versorgung in Pflegestufe III laut Angaben des Verbands der Privaten Krankenversicherung im Bundesdurchschnitt bei rund 3.440 Euro pro Monat. Die Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung betragen jedoch nur 1.612 Euro. Somit bleibt eine Versorgungslücke von 1.828 Euro, die selbst zu zahlen sind.


Pflegetagegeldversicherung ist sinnvolle Vorsorge

Ein von Verbraucherschützern favorisiertes Modell um diese spätere Versorgungslücke zu schließen, ist die Pflegetagegeldversicherung. Klarer Vorteil dabei für Sie: Die Zahlungen des Versicherers sind nicht zweckgebunden. "Von reinen Pflegekostenversicherungen raten wir ab, weil da nur die tatsächlichen Kosten bis zu einem Höchstbetrag erstattet werden", sagt Hajo Köster vom Bund der Versicherten. "Wir raten ganz deutlich zu einer Pflegetagegeldversicherung." Bei dieser Vorsorgevariante wird Ihnen bei der jeweiligen Pflegestufe ein vorher vereinbarter Tagessatz ausgezahlt – unabhängig davon, wie teuer die tatsächliche Pflegeleistung ist.
Im Ernstfall sieht das so aus: Sobald Sie Ihre Pflegebedürftigkeit nachweisen können, zahlt Ihnen die Pflegetagegeldversicherung einen zuvor vereinbarten Geldbetrag - abhängig von der Pflegestufe - pro Tag aus. Wofür dieses Pflegetagegeld dann genau verwendet wird, dürfen Sie oder Ihre Familie selbst frei entscheiden. Daher eignet sich gerade dieses Pflegevorsorgemodell besonders gut für Familien, um die finanziellen Folgen einer Pflegebedürftigkeit abzusichern. Statistiken zeigen: Zwei Drittel aller Pflegebedürftigen sind in die Pflegestufen I oder II eingestuft. Sie werden daher überwiegend zuhause versorgt. In dieser Pflegesituation verbringen sie auch deutlich mehr Zeit als in Pflegestufe III oder in einem Heim.

Pflegetagegeldversicherungen genau vergleichen

Vor der Vertragsunterzeichnung einer Pflegetagegeldversicherung sollten Sie jedoch genau prüfen, wie viel jeweils die Police in den einzelnen Pflegestufen leistet.
Beispiel bei Pflegetagegeldversicherungen: Vereinbart wird ein Pflegetagegeld von 60 Euro in Pflegestufe III. Hier gibt es Anbieter, in deren Tarifen dann in der Pflegestufe II jedoch nur 30 Euro und in der Stufe I sogar nur 15 Euro täglich gezahlt werden. Andere leisten auch in den unteren Pflegestufen wesentlich mehr.

Am besten gehen Sie so vor: Wenn Sie beispielsweise möchten, dass bei Pflegestufe III bei stationärer oder ambulanter Pflege 60 Euro pro Tag gezahlt werden sollen, dann prüfen Sie genau, wie viel der Tarif jeweils in beiden Pflegevarianten in den unteren Stufen leistet. So zahlt die Signal Iduna im Tarif PflegePLUS für 32,60 Euro monatlich in beiden Pflegebereichen immer 60 / 42 / 18 Euro. Bei der Arag gibt es für 42 Euro im Tarif P1fest eine ungünstigere Staffelung 60 / 30 / 15 Euro.

Biallo-Tipp:

Die Beiträge zu einer Pflegetagegeldversicherung können im Laufe der Jahre auch steigen. Erkundigen Sie sich, wie der jeweilige Versicherer das handhabt! Wegen der günstigen Tarife bei einem jüngeren Eintrittsalter sollten Sie die Pflegetagegeldversicherung möglichst frühzeitig abschließen. Spätestens mit 40 Jahren sollten Sie anfangen, darüber nachzudenken.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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