Altersvorsorge Rente für Beamte im Sonderangebot

Altersvorsorge Rente für Beamte im Sonderangebot

Rolf Winkel
von Rolf Winkel
13.11.2015
Auf einen Blick

Zehntausende Deutsche können jetzt ein besonderes Renten-Angebot nutzen. Für ältere Beamte und berufsständisch Versicherte hat die Deutsche Rentenversicherung nämlich bis zum 31. Dezember dieses Jahres ein lukratives Sonderangebot: Per Einmalzahlung kommen sie zu einer rentablen Sofortrente. So nutzen Sie die Gelegenheit:

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Beispiel Rechtsanwalt Herbert Schmal: Der 66-jährige (Name geändert) ist eigentlich fürs Alter über das Versorgungswerk der Anwälte abgesichert. Früher hat er aber auch drei Jahre lang sozialversichert gearbeitet und wie sein damaliger Arbeitgeber Beiträge in die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) eingezahlt. Das würde ihm heute eine gesetzliche Altersrente von rund 80 Euro bringen – theoretisch. Denn die drei Versicherungsjahre reichen nicht. Für eine GRV-Rente müsste er mindestens fünf Versicherungsjahre zusammenbekommen. Die (GRV) für Ärzte, Anwälte und andere berufsständisch Versicherte sowie Beamte ist aber seit August 2010 nicht mehr kategorisch verschlossen. Seitdem können Sie freiwillige Beiträge in die GRV einzahlen. Diese Chance nutzt Schmal.

Bis zum Jahresende freiwillig nachzahlen

Noch bis zum Jahresende kann der Anwalt, der bereits das Rentenalter erreicht hat und genauso auch Beamte im Rentenalter, die nicht genügend gesetzliche Versicherungszeiten vorweisen können, freiwillige Beiträge in die Rentenkasse entrichten – und zwar auf einen Schlag für genauso viele Monate, wie zur Erfüllung der fünfjährigen Wartezeit fehlen. Wer noch bis zum Dezember 2015 zahlt und bereits das gesetzliche Rentenalter erreicht hat, kann die Rente bereits ab Januar 2016 bekommen.

Pro fehlenden Versicherungsmonat müssen mindestens 84,15 Euro entrichtet werden, höchstens können es 1.131,35 Euro sein. Für zwölf Monate sind das mindestens 1.009,80 bzw. höchstens 13.576,20 Euro. Dazwischen können sich freiwillig Versicherte die Beitragshöhe aussuchen. Wer eine größere Summe übrig hat, fährt mit der Einzahlung des Höchstbetrags gut. Dies ergibt einen zusätzlichen Anspruch auf eine Monatsrente von 60,59 Euro. Wenn Schmal für die ihm noch fehlenden 24 Monate jeweils den Höchstbetrag einzahlt, könnte er so zusätzlich einen Rentenanspruch von 121,17 Euro erwerben – und mit den 80 Euro aus seiner sozialversicherten Zeit auf eine monatliche GRV-Rente von immerhin 201 Euro kommen.

Dazu kommt für privat Krankenversicherte noch ein zusätzlicher Vorteil: Die gesetzliche Rente wird für sie nochmals um 7,3 Prozent aufgestockt. Denn mit diesem Prozentsatz beteiligt sich die Rentenkasse grundsätzlich an den Krankenversicherungsbeiträgen. Zudem sind freiwillige Beiträge in die GRV steuerlich absetzbar – derzeit zu 80 Prozent. Wer 27.000 Euro einzahlt, kann also 21.600 Euro absetzen. Bei einem Steuersatz von 25 Prozent bringt das im Einzahlungsjahr eine Steuerersparnis in Höhe von 5.400 Euro. Das macht die freiwillige Beitragszahlung zu einer höchst lukrativen Angelegenheit.

Vorteile auch für ältere Mütter und Väter

Von einer ähnlich vorteilhaften Regelung kann die selbstständige Ingenieurin Isabell Maus profitieren, die privat rentenversichert ist. Die 64-Jährige hat eine Tochter, die 1985 geboren wurde. Dafür erkennt die Deutsche Rentenversicherung ihr eine Kindererziehungszeit an. Insgesamt werden ihr zwei Beitragsjahre gutgeschrieben, obwohl sie nie Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hat. Das würde ihr – theoretisch – einen Rentenanspruch von etwa 58 Euro bringen. Doch für eine gesetzliche Rente fehlen ihr drei Beitragsjahre. Für diese drei Jahre kann sie – am besten kurz vor Erreichen des regulären Rentenalters – auf einen Schlag freiwillige Beiträge einzahlen und sich so einen Rentenanspruch sichern. Diese Regelung gilt für Eltern, die vor 1955 geboren wurden.

Tipp: Sie möchten mehr wissen? In unserem sechseitigem Dossier informieren wir Sie detalliert zum Thema: "Freiwillige Einzahlungen in die Gesetzliche Rentenversicherung: Das Plus für Beamte und berufsständisch Versicherte".

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ist unser Spezialist für alles, was mit den Sozialversicherungen und Sozialleistungen  zu tun hat. Er ist gelernter Sozialwissenschafter und schreibt seit 35 Jahren Sozialratgeber, unter anderem die vom DGB-Bundesvorstand herausgegebenen „111 Tipps für Arbeitslose - Arbeitslosengeld I“ und die „111 Tipps zu Arbeitslosengeld II und Sozialgeld“.

Seit 2005 arbeitet er für biallo.de und betreut die Monatszeitschrift "Soziale Sicherheit".

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de