Vorsicht bei Kombi-Verträgen

Berufsunfähigkeitsversicherung Vorsicht bei Kombi-Verträgen

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
03.02.2017
Auf einen Blick
  • Finanzieller Schutz vor den Risiken einer Berufsunfähigkeit ist eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt geworden.

  • Vermeiden Sie Vertragskombinationen von Berufsunfähigkeitsversicherung und Altersvorsorge.
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Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist nach wie vor erste Wahl, wenn es um die Arbeitskraftsicherung geht. Sie ist stets einer Unfallversicherung vorzuziehen, denn eine BU-Police leistet auch bei den häufiger vorkommenden schweren Krankheiten, die Unfall-Police dagegen nicht.

Doch der Markt ist unübersichtlich. Als Angebot finden sich reine Berufsunfähigkeitsversicherungen aber auch vertragliche Kombinationen mit anderen Versicherungsbereichen. Hier sollten Sie genau hinsehen, damit es im Ernstfall später kein böses Erwachen gibt.

Riskante BU-Vertragskombinationen

  Was auch immer Versicherungsvertreter Ihnen erzählen: Besonders vorsichtig sollten Sie sein bei allen Kopplungsverträgen mit einer Kapitallebensversicherung, einem Sparvertrag oder einer privaten Rentenversicherung, etwa der Rürup-Rente. Die Altersvorsorge und die Absicherung der Arbeitskraft sind zwei unterschiedliche Bausteine. „Risikoschutz und Vermögensaufbau sollte man besser trennen“, sagt daher Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

 Sollten Sie zum Beispiel die Lebensversicherung oder den Altersvorsorgevertrag später einmal auf Grund persönlicher Umstände nicht mehr bezahlen können und kündigen möchten, so verlieren Sie damit auch Ihren Berufsunfähigkeitsschutz. Wollen Sie dann einen neuen BU-Schutz abschließen, sind meist deutlich höhere Beiträge zu entrichten bzw. droht Ihnen bei einer zwischenzeitlichen Verschlechterung Ihres Gesundheitszustandes sogar eine Ablehnung und Sie stehen komplett mit leeren Händen da.

Rürup nicht mit Berufsunfähigkeitsversicherung kombinieren

Ebenfalls fatal: Einen Rürup-Vertrag können Sie per gesetzlicher Vorgabe gar nicht mehr kündigen. Allenfalls eine Beitragsfreistellung ist hier möglich. Durch die Freistellung wird auf Grund der Kombination jedoch auch die Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel nicht weiter bespart. Somit droht Ihnen, dass Sie im Leistungsfall eine deutlich geringere Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt bekommen.

Zudem ist zu beachten, wie viel Beitragsanteil in welchen Versicherungsbereich fließen muss. Wenn Sie mit Rürup kombinieren, dürfen nicht mehr als 50 Prozent Ihres Beitrags in die Berufsunfähigkeitsversicherung fließen, ansonsten verliert die Rürup-Rente ihre steuerliche Förderung.

Ein böses Erwachen gibt es im Ernstfall/Leistungsfall auch bei der Kombination mit einem Altersvorsorgevertrag inklusive staatlicher Förderung, wie etwa bei Rürup oder einer Direktversicherung. Hier unterliegen plötzlich auch die Rentenzahlungen für die Berufsunfähigkeit zu 100 Prozent der Besteuerung mit dem persönlichen Steuersatz. Bei einer hohen BU-Rente eine nicht unerhebliche Einbuße. In Kombination mit einer normalen privaten Lebens-/Rentenversicherung greift in diesem Fall der Fiskus nur über die Ertragsanteilbesteuerung zu.

Ein weiterer Nachteil: Nicht jeder Versicherer hat für alle Bereiche ein wirklich gutes Angebot. Ein Produktteil bleibt meist auf der Strecke. Daher ist die Kombination aus Sparvertrag und BU-Schutz beim gleichen Versicherer oft ein Kompromiss.

Mögliche sinnvolle BU-Vertragskombinationen

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung inklusive Risikolebensversicherung lohnt sich dagegen in vielen Fällen. Hier bekommen Sie den Todesfall meist günstig mitversichert. Kombi-Verträge BU/Risikoleben bieten beispielsweise die AXA, Hannoversche, Gothaer oder die HUK.

Bei einigen Anbietern kostet diese Variante sogar das gleiche wie eine alleinige BU-Police. Prüfen Sie hier aber die Versicherungshöhen. Wenn Sie Angehörige mit einer hohen Versicherungssumme absichern möchten, ist in der Regel eine separate Lösung die bessere Wahl. Zudem läuft der BU-Schutz auch hier nur solange die Risikolebensversicherung gilt.

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Berechnungsgrundlage / Modellfall: 
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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de