Gesundheitsfragen im Fokus

Zahnzusatzversicherung Gesundheitsfragen im Fokus

Oliver Mest
von Oliver Mest
16.02.2018
Auf einen Blick
  • Beim Abschluss einer Zahnzusatzversicherung sollten Sie angeratene Behandlungen stets wahrheitsgemäß angeben.

  • Lassen Sie offene Behandlungen zuerst vollständig durchführen, bevor Sie Sie einen Versicherungsantrag stellen.

  • Parodontose-Patienten benötigen einen speziellen Schutz, was sich meist in höheren Tarifen niederschlägt.
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Zahnzusatzversicherung: Gesundheitsfragen im Fokus

Viele Verbraucher, die sich für eine Zahnzusatzversicherung interessieren, nehmen diverse Test-Ergebnissen als Orientierungshilfen und suchen nach den idealen Policen, die beispielsweise die beste Zahnstaffel anbieten, fehlende Zähne optimal mitversichern oder auf Wartezeiten verzichten: Aber den besten Schutz bekommen Sie nur, wenn Sie die Gesundheitsfragen im Antrag wahrheitsgemäß beantworten.  Denn nur dann ist der Vertrag rechtlich nicht angreifbar.

Im Fokus stehen dabei vor allem angeratene und bereits begonnene Behandlungen – denn eine Zahnzusatzversicherung wird grundsätzlich nicht für Kosten aufkommen, die bei Vertragsabschluss quasi schon entstanden sind.

Stolperstein angeratene Behandlungen

Abgefragt wird in den Anträgen deshalb, ob Sie bereits wegen einer konkreten Maßnahme beim Zahnarzt gewesen sind und eine Behandlung dort angeraten wurde. Ist das der Fall, muss das unbedingt bei der Antragstellung angegeben werden.

Tun Sie das nicht, wird die Zahnzusatzversicherung die Kosten später nicht tragen und in aller Regel wegen falscher Angaben auch vom Vertrag zurücktreten. Nun weiß natürlich nicht jeder, was der Zahnarzt in die Patientenakte schreibt und welche Informationen er dort hinterlegt. Fordern Sie deshalb vor Vertragsschluss unbedingt eine Kopie der Akte an, und lassen Sie sich die schriftlich aushändigen und notfalls kurz erläutern.

Weniger sinnvoll ist es, zum Zahnarzt zu gehen, um dort den Zahnstatus mit einer Untersuchung feststellen zu lassen – denn findet er dabei etwas Behandlungsbedürftiges und rät zu einer zahnärztlichen Maßnahme, ist das streng genommen schon eine angeratene Behandlung.

Biallo-Tipp: Immer wieder berichten Patienten vor allem im Internet von Zahnärzten, die sich angeblich bereit erklären, die Patientenakte von angeratenen Behandlungen zu "befreien”, damit die Zahnzusatzversicherung nichts davon erfahren kann. Natürlich kann man mit solch einer Methode Erfolg haben, aber wenn die angeratene Behandlung aus irgendeinem Grund doch ans Tageslicht kommt, wird die Zahnzusatzversicherung den Vertrag sofort kündigen.

Behandlung angeraten – was tun?

Wenn eine Diagnose gestellt ist, ist es empfehlenswert, diese Maßnahmen erst einmal durchführen zu lassen und die Zahnzusatzversicherung danach abzuschließen. Sie müssen dann nicht um eine Erstattung bangen und laufen nicht Gefahr, dass die Zahnzusatzversicherung sie ablehnt oder Zuschläge verlangt – ist die Maßnahme erledigt, schließen Sie im Anschluss ohne Probleme eine Zahnzusatzversicherung ab.

Biallo-Tipp: Natürlich können Sie bei angeratenen Behandlungen eine Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung abschließen – versichert sind die offenen Behandlungen dann allerdings auch nicht, aber Sie sichern sich Schutz für die Zeit nach den Erstbehanldungen.

Parodontosebehandlung nicht verschweigen

Bei den meisten Zahnzusatzversicherungen wird gezielt nach Parodontosebehandlungen gefragt, die bei Ihnen aktuell anstehen oder die in vergangenen fünf Jahren stattfanden.

Bejahen Sie diese Fragen, stehen Ihnen viele Zahnzusatzversicherungen nicht mehr offen – nur wenige versichern Parodontosepatienten, weil die Erkrankung Folgeschäden an den Zähnen verursachen kann. Schutz bieten aber dennoch renommierte Gesellschaften wie zum Beispiel die Allianz, die Stuttgarter oder die Bayerische.

Biallo-Tipp: Ähnliche Einschränkungen gelten auch, wenn Sie einen Aufbissbehelf wie zum Beispiel eine Knirschschiene tragen müssen. Versicherungsschutz ist bei einigen Gesellschaften möglich, die Kostenübernahme für zukünftige Knirschschienen ist dann allerdings ausgeschlossen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de