Zahnzusatzversicherung: Aktuelle Tests im Überblick

Gesundheit Zahnzusatzversicherung: Aktuelle Tests im Überblick

Oliver Mest
von Oliver Mest
01.03.2018
Auf einen Blick
  • Test ist nicht gleich Test. Bevor Sie die Bewertung einer Zahnzusatzversicherung zur Entscheidungsgrundlage machen, sollten Sie die Testergebnisse immer gründlich hinterfragen.

  • Unser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Testergebnisse richtig lesen und die Qualität der Testergebnisse selbst bewerten lernen.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Wer eine Zahnzusatzversicherung sucht, kann auf viele Tests zurückgreifen, in denen die Policen untersucht werden: Finanztest, Guter Rat, einige Internetportale und die Analysehäuser wie Franke und Bornberg oder Morgen und Morgen bewerten Leistungen, Beiträge und die Qualität der Versicherer dahinter. Bevor wir Ihnen die Testsieger aus den wichtigsten Untersuchungen präsentieren, ein paar Worte zu den Tests selbst.

Zahnzusatzversicherung: Test-Ergebnis immer hinterfragen!

Tests von Versicherungsprodukten haben immer zwei Aufgaben: Zum einen sollen sie die Verbraucher informieren, welche Produkte empfehlenswert sind und von welchen man lieber die Finger lässt.

Aber die Tests dienen auch dazu, viel Geld zu verdienen: Denn die Zahnzusatzversicherungen schmücken sich gerne mit Testsieger-Siegeln und zahlen für die Nutzung der Siegel zu Werbezwecken hohe vier- bis fünfstellige Beträge. An sich ist das nicht verwerflich, wenn die Qualität des Tests darunter nicht leidet. Stellen Sie sich deshalb beim Test der Zahnzusatzversicherung folgende Fragen:

Frage 1 für den Test der Zahnzusatzversicherung: Wer testet eigentlich?

Eine alte Regel gilt auch bei der Zahnzusatzversicherung: Test ist nicht gleich Test. Fragen Sie sich: Wer testet? Hat er die Kompetenz, eine Zahnzusatzversicherung zu bewerten? Was wird getestet? Ist der Test umfangreich, oder bewertet er nur ein paar wenige Faktoren? Welche Kritik gibt es am Test in der Öffentlichkeit? Ist er überhaupt aussagekräftig? Grundsätzlich gilt bei der Zahnzusatzversicherung: Test-Informationen werden in der Regel von einer Rating-Agentur oder einem Analysehaus an die Medien geliefert, die die Ergebnisse dann redaktionell aufbereiten und veröffentlichen.

Vor allem Morgen und Morgen sowie Franke und Bornberg – die beiden bekanntesten Analysehäuser – sind kompetente Partner für die Tests. Sie analysieren und bewerten die Tarife in vielen wichtigen Punkten, außerdem ist das Teilnehmerfeld umfangreich – fast alle wichtigen Zahnzusatzversicherungen sind dabei. Die Stiftung Warentest dagegen geht einen anderen Weg bei der Zahnzusatzversicherung: Test-Resultate sind dort das Ergebnis eigener Recherchen – und zwar auf Basis von Daten, die vorab bei den Versicherungen abgefragt werden. Viele Tests der Stiftung Warentest werden wegen der mangelnden versicherungsfachlichen Kompetenz der Tester kritisiert!

Frage 2 für den Test der Zahnzusatzversicherung: Test-Tarife für jeden zugänglich?

Sie wollen bei einem Testsieger abschließen? Vielleicht bekommen Sie den aber gar nicht! Denn die Testsieger in der Zahnzusatzversicherung stehen Ihnen vielleicht gar nicht offen - zum Beispiel wegen fehlender Zähne, weil Sie an Parodontose erkrankt sind oder der Schutz durch Risikozuschläge viel zu teuer wird. Deshalb gilt bei der Zahnzusatzversicherung: Test-Resultate sind zwar immer ein guter Indikator, welche Versicherung generell empfehlenswert ist. Entscheidend ist aber vor allem Ihre individuelle Versicherbarkeit – und die stellen Sie nicht mit einem Test-Ergebnis sicher, sondern mit einer individuellen Beratung.

Frage 3 für den Test der Zahnzusatzversicherung: Was wird getestet?

Die Noten aus den Test-Ergebnissen einer Zahnzusatzversicherung spiegeln die getesteten Faktoren wider – deswegen ist es so wichtig, auf genau diese Faktoren im Test auch einmal einen Blick zu werfen. Wichtig können dabei ganz unterschiedliche Merkmale sein, unter anderem:

Erstattungssatz für Zahnersatz

Wie hoch sind die Leistungen der Zahnzusatzversicherung im Test, wenn Zahnersatz erforderlich wird – und wie wird der Erstattungssatz berechnet: mit dem Kassenanteil oder ohne? Vom Rechnungsbetrag oder vom Restbetrag nach Kassenleistung?

Leistungsumfang für Zahnersatz

Im Test der Zahnzusatzversicherung ist natürlich auch die Frage wichtig, welche Leistungen im Vergleich der Zahnzusatzversicherung denn überhaupt mitversichert sind – im Fokus steht vor allem die Kostenübernahme für Implantate und Inlays.

Zahnstaffel

Mit der Zahnstaffel wird die Summe festgelegt, die Sie in den ersten meist drei bis fünf Vertragsjahren tatsächlich abrechnen dürfen – deren Höhe sollte im Test untersucht werden.

Leistungen bei Zahnbehandlung

Auch das ist im Test wichtig: Gibt es eine Kostenübernahme für Zahnbehandlungen? Denn die Kosten zum Beispiel für Wurzel- oder Parodontal-Behandlungen können ebenso Privatleistung sein wie die für hochwertigere Füllungen.

Professionelle Zahnreinigung

Ein wichtiges Leistungsmerkmal im Test der Zahnzusatzversicherung ist mittlerweile die Kostenübernahme für Prophylaxe-Maßnahmen, allen voran für die professionelle Zahnreinigung. Hinterfragen Sie, ob der Test auch diese Leistungen bewertet!

Verzicht auf Wartezeiten

Ein wichtiger Punkt im Test der Zahnzusatzversicherung ist die Wartezeit bei einem Tarif: Viele Tarife sehen gerade bei Zahnersatz lange Wartezeiten von bis zu acht Monaten vor – ein langer Zeitraum, wenn die Zahnzusatzversicherung auch mit der Prämisse abgeschlossen wird. Im Test sollte bewertet werden, wenn darauf verzichtet wird.

Übersicht über die aktuellen Tests der Zahnzusatzversicherung

Test der Zahnzusatzversicherung durch die Stiftung Warentest

Anbieter im Test:

Es wurden über 200 Tarife von Zahnzusatzversicherungen getestet – rund zwei Drittel davon ohne Altersrückstellungen, der Rest mit Altersrückstellungen. Die Tarife kamen nur dann ins Testfeld, wenn sie allen Verbrauchern offenstehen. Gesamtergebnis: 66 der getesteten Tarife haben mit der Bestnote sehr gut abgeschnitten, 59 mit gut, 58 waren befriedigend und 26-mal wurde die Note ausreichend vergeben. Die Bestnote sehr gut (0,5) erhielt der Tarif DFV-Zahn­schutz Exklusiv. Das güns­tigste Angebot mit sehr guten Zahn­ersatz­leistungen beim Einstieg mit 43 Jahren ist der Tarif DentZE.90 der Halleschen, der mit einem Beitrag von elf Euro startet, dann aber bis zum 73. Lebensjahr auf 32 Euro steigt. Langfristig gesehen sind die Tarife der Hanse Merkur EZ+EZT, Huk-Coburg ZZ Premium Plus und DKV KDT85 empfehlenswert.

Was wurde getestet?

Bewertet wurden die Leistungen für Zahnersatz insgesamt, außerdem für die Regelversorgung und die privatärztliche Versorgung.

Ist der Test hilfreich?

Der Test ist insgesamt enttäuschend. Zum einen wurden nur Tarife im Hinblick auf die Leistungen bei Zahnersatz getestet – wichtige Leistungsmerkmale wie Leistungen bei Zahnbehandlungen wurden nicht untersucht, ebenso Leistungen für Prophylaxe. Das spiegelt nicht die Lebensrealität der Interessenten wider. Die zukünftige Beitragsentwicklung der Tarife bestimmt die Qualität des Schutzes – denn was nützt der beste Schutz, wenn er in ein paar Jahren unbezahlbar ist? So etwas sollte Bestandteil eines guten Tests sein! Was fehlt, ist auch eine Einschätzung zur Finanzstärke der einzelnen Versicherer, die für die Beitragsstabilität nicht unerheblich ist. Als grobe Orientierung ist der Test vielleicht noch zu gebrauchen – zu mehr sicherlich nicht.

Zahnzusatzversicherung im Test von Focus Money

Anbieter im Test:

Im Test finden sich elf Tarife mit Altersrückstellungen und 21 Tarife, die als Risikoversicherung ohne Rückstellungen kalkuliert sind. Die Auswahl der Gesellschaften ist dabei nicht weiter erläutert, es fehlen in der Übersicht zahlreiche Anbieter und Tarife, die laut Focus aber Bestandteil der Untersuchung waren. Gesamtergebnis: Als hervorragend werden die Tarife dentZE 90 und dentZB 100 der Halleschen bewertet. Es folgen zahlreiche Tarife mit einer sehr guten Bewertung, unter anderem von der Alte Oldenburger, der Allianz und der Janitos.

Was wurde getestet?

Im gemeinsam mit Franke und Bornberg durchgeführten Test standen vor allem die Vertragsbedingungen und die Prämien im Fokus. Bei den Bedingungen wurden das Rating für Zahnersatz (90 Prozent der Bewertung) und Zahnbehandlungen (zehn Prozent der Bewertung) berücksichtigt.

Ist der Test hilfreich?

Im Detail fehlen viele Informationen, aus denen sich schließen lässt, warum die Gesellschaften wie getestet abgeschnitten haben. Ohne individuelle Beratung wird niemand wissen, ob der Testsieger oder ein anderer Tarif für ihn empfehlenswert ist.

 

Test und Rating der Zahnzusatzversicherung durch die Analysehäuser Morgen und Morgen sowie Franke und Bornberg

Wie viele Anbieter wurden getestet?

Beide Analysehäuser verschaffen einen sehr guten Marktüberblick und dürften alle relevanten Gesellschaften fast vollständig abbilden. Gesamtergebnis: Sowohl Morgen und Morgen als auch Franke und Bornberg küren keine Testsieger, sondern bewerten die offenen und teilweise auch älteren Tarife.

Was wurde getestet?

Ausgangspunkt der Tests sind die Analyseprogramme, die Makler und Berater für die Betreuung ihrer Kunden einsetzen – in denen werden alle Leistungsmerkmale der Zahnzusatzversicherung berücksichtigt, die dann auch in die Tests bzw. Ratings einfließen.

Ist der Test hilfreich?

Ja, wenn das Rating bei einer Beratung Grundlage für das Gespräch mit dem Versicherungsexperten ist – Endverbraucher werden mit den sehr fachspezifischen Informationen eher nichts anfangen können und haben zudem in der Regel auch keinen Zugriff auf die Daten.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Oliver Mest
Oliver Mest
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Oliver Mest
Oliver Mest
E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Oliver Mest
Oliver Mest
E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de