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Großer Nutzen für wenig Geld

Der Zweck einer Risikolebensversicherung ist die Vorsorge für die Hinterbliebenen. Die Police sichert den Tod der versicherten Person ab, ganz gleich ob dieser durch Unfall oder Krankheit eintritt. Verstirbt der Versicherte, erhalten die Hinterbliebenen einen Kapitalbetrag, dessen Höhe bei Vertragsabschluss der Risikolebensversicherung fest vereinbart worden ist. Endet der Vertrag jedoch zur Lebenszeit des Versicherten, so werden keine Leistungen fällig. Eine Risikolebensversicherung ist keine Kapitalanlage! Die Beiträge werden hier nicht für die eigene Altersvorsorge angespart. Es handelt sich bei dieser Absicherung, also um einen reinen Katastrophenschutz. Daher kann die Risikolebensversicherung schon für relativ niedrige Einzahlungen einen hohen finanziellen Todesfallschutz gewähren.

1. Für wen ist eine Risikolebensversicherung sinnvoll?

Für alle, die im Todesfall Hinterbliebene zu versorgen haben. Meist ist das bei Familien der Fall. Sind die Kinder noch in der Ausbildung und ist eine Immobilie abzubezahlen, kann das beim Wegfall des Einkommens des Hauptverdieners schnell den finanziellen Ruin bedeuten. Gerade für die neuen Formen des häuslichen Miteinanders wie die Patchwork-Familie, eheähnliche Gemeinschaft oder einfache Partnerschaft - also gerade auch für unverheiratete Paare und sogenannte „zusammengewürfelte“ Familien - ist eine Risikolebensversicherung ein sinnvoller und oft der einzige Weg, Hinterbliebenenschutz preiswert zu regeln. „Dabei sollten sich beide Elternteile bzw. Partner gegenseitig absichern“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Häufig wird nur an den Hauptverdiener gedacht. „Stirbt aber die Frau – also Hausfrau und Mutter -, so haben auch Männer in guten Jobs Probleme, jahrelang eine Kinder- und Haushaltsbetreuung zu stemmen.“

Wonach richtet sich die Beitragshöhe bei der Risikolebensversicherung?

Vorgeblich nach der Höhe der Versicherungssumme. Weiteren Einfluss auf die Berechnung haben:
- Alter der versicherten Person
- Vertragslaufzeit
- Gesundheitszustand
- risikoreiche Hobbys,
- Unterscheidung zwischen Raucher und Nichtraucher
- Beruf
- Provisionshöhe
- Gebühren.
Grundsätzlich gilt: Je jünger man einsteigt, desto günstiger sind die Beiträge der Risikolebensversicherung.

Wie hoch sollten die Versicherungssumme und die Laufzeit sein?

Die Versicherungssumme und die Vertragslaufzeit kann jeder nach seinem individuellen Bedarf festlegen. Als Faustregel gilt: Wer als Familie noch kleine Kinder hat, sollte das Fünffache seines Brutto-Jahreseinkommens als Versicherungssumme einsetzen; wer nur für den Partner vorsorgt, das Dreifache. „Vorhandene Verbindlichkeiten sollten jedoch mindestens abgedeckt werden“, rät Versicherungsexpertin Bianca Boss. Die Hinterbliebenen sollten abgesichert sein, bis sie finanziell auf eigenen Beinen stehen können. In der Regel betragen die Laufzeiten rund 20 Jahre. Bei der Absicherung seiner Kinder wählt man die Laufzeit bis beispielsweise die Ausbildung beendet ist und der Nachwuchs sich selbst finanziell versorgen kann.

Was sollte man vertraglich beachten?

Der Beitrag und die Versicherungssumme sollen für die gesamte Versicherungsdauer garantiert sein. Dadurch weiß man immer genau, was die Risikolebensversicherung kostet. Doch nicht allein die Beitragshöhe, auch verschiedene Leistungskriterien sind wichtig. So ermöglicht eine Nachversicherungsgarantie, die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung aufzustocken. Das kann bei sich verändernden Lebenssituationen notwendig sein – zum Beispiel durch die Geburt eines Kindes oder weil eine Immobilie angeschafft wird und ein höherer Schutz ratsam ist. Auch eine Verlängerungsoption ohne eine erneute Gesundheitsprüfung ist vorteilhaft. Für einen 30-Jährigen mit zwei kleinen Kindern ist eine Laufzeit von 20 Jahren sinnvoll. Ist der Nachwuchs aus dem Haus, verliert die Risikolebensversicherung zwar an Wichtigkeit, kann aber immer noch notwendig sein, beispielsweise wenn ein Wohnungskredit abzusichern ist.

Was ist steuerlich zu beachten?

Der Staat erkennt die Beiträge als Sonderausgaben für Vorsorgeaufwendungen im Rahmen der Sonderausgabenhöchstbeträge an. Bei der Auszahlung fällt keine Einkommen-, aber Erbschaftsteuer an. Das ist bei verheirateten Paaren in der Regel nicht so problematisch, da hier sehr hohe Freibeträge gelten. Nach dem neuen Steuerrecht sind das für Ehegatten 500.000 Euro. Anders sieht es jedoch bei nicht verheirateten Paaren aus, hier liegt der Freibetrag lediglich bei 20.000 Euro.

Grundsätzlich ist auch die Erbschaftsteuer vermeidbar: Um die Steuer zu umgehen, sollte derjenige, der das Geld im Todesfall erhalten soll, die Police abschließen und seinen Partner versichern. „In diesem Fall zahlt er für seine eigene Absicherung im Todesfall seines Partners und die Erbschaftsteuer entfällt“, sagt Erika Wacher, Steuerberaterin aus München.

Im Klartext: Wer als Versicherungsnehmer eine Versicherungsleistung aufgrund eines Vertrages erhält, bei dem die Prämien selbst bezahlt wurden, erhält die Versicherungsleistung nicht als Erbe sondern als vertragliche Leistung und somit steuerfrei.

Beispiel: Ein Ehepaar will eine optimale Absicherung dadurch erreichen, dass auf beide Partner eine Risikolebensversicherung abgeschlossen wird. Im ersten Vertrag wird das Leben des Mannes versichert: Er wird im Antragsformular als versicherte Person eingesetzt. Versicherungsnehmerin und Bezugsberechtigte im Todesfall ist in diesem Vertrag hingegen seine Ehefrau. Umgekehrt – also ''über Kreuz'' – verhält es sich in der zweiten Risikolebensversicherung, mit der das Leben der Ehefrau versichert werden soll. Hier ist der Ehemann Versicherungsnehmer und Erlebensfallbezugs-berechtigter, während das Leben seiner Frau versichert wird (versicherte Person).

Wie erhält man die Leistungen im Todesfall?

Die Hinterbliebenen müssen folgende Unterlagen der Risikolebensversicherung einreichen: den Versicherungsschein, die amtliche Sterbeurkunde, ein ärztliches oder amtliches Zeugnis über die Todesursache und gegebenenfalls über Beginn und Verlauf der Krankheit, die zum Tod geführt hat.

Wie kann man kündigen?

Der Versicherte muss einen Monat vor Ende der vertraglich vereinbarten Zahlperiode gekündigt haben. Wer einen Wechsel zu einem anderen Anbieter plant, muss vorher prüfen, ob der neue Versicherer bei verschlechterter Gesundheit mögliche Risikozuschläge erhebt.

Eine Alternative zur Kündigung ist die Beitrags-freistellung, bei der die Beitragszahlung komplett eingestellt wird. Der Versicherer kalkuliert an Hand der eingezahlten Beiträge und angefallenen Überschussanteile eine neue Versicherungssumme. Der Versicherungsschutz verringert sich natürlich, doch bleibt eine gewisse Grundversorgung erhalten.

Risikolebensversicherung: Unbedingt die Preise vergleichen

Eines grundsätzlich vorweg: Am Markt finden sich Preisunterschiede von bis zu 300 Prozent und Frauen zahlen immer weniger als Männer. Das ist so bei allen Risikolebensversicherungen.

Beispiel: Eine 30-jährige kaufmännische Angestellte, Nichtraucherin, möchte ihr Kind absichern. Bei einer Vertragslaufzeit von 20 Jahren soll im Falle ihres vorzeitigen Todes das Kind eine garantierte Versicherungssumme (Todesfallleistung) von 150.000 Euro erhalten. Bei Versicherern wie der Hannoverschen Leben, Allianz oder Karstadt-Quelle kostet sie diese Risikolebensversicherung jährlich zwischen 70 und 76 Euro an Prämie. Bei teuren Marktangeboten könnten aber auch rund 200 im Jahr anfallen. Ein Vergleich lohnt also.

Ein gleichaltriger Mann muss bei identischen Bedingungen tiefer in die Tasche greifen. Preiswerte Angebote von der WGV, Allianz, Karstadt-Quelle oder der Hannoverschen Leben liegen bei einem Jahresbeitrag zwischen 103 und 109 Euro. Raucher zahlen deutlich mehr, mitunter die doppelte Summe.

Neue Modelle der Risikolebensversicherung

Neue Modelle mit vorgezogener Todesfallleistung: In letzter Zeit sind einige Anbieter an den Markt gegangen, die eine vorgezogene Todesfallleistung bei schwerer Krankheit mit einer prognostizierten Lebenserwartung von maximal 12 Monaten anbieten. Gesellschaften wie Barmenia, Cosmos Direkt, Delta Direkt, Oeco Capital und Zurich zahlen in bestimmten Tarifen die Versicherungssumme nicht nur im Todesfall, sondern es gibt bereits Geld bei der Vorlage eines Attests, das dem Kunden nur noch eine kurze Lebenserwartung bescheinigt. Häufig bedarf es hierbei einiger versicherungstechnischer Voraussetzungen bei diesen neuen Risikolebensversicherungen. So muss der Vertrag noch eine bestimmte Restlaufzeit vorweisen. Je nach Anbieter sind zwölf bis 15 Monate Pflicht.

Die Lebenserwartung darf meist nur noch höchstens zwölf Monate betragen. Experten sehen diese Policen aufgrund komplizierter bürokratischer Abläufe durch die medizinischen Prüfungen noch kritisch. Sie befinden zudem, dass nur die wenigsten Ärzte zu einem eindeutigen Urteil über die verbleibende Lebenserwartung kommen dürften.

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Fotos: colourbox.com
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