Erbschaftssteuer
  • Erbschaftssteuer berechnen
  • Vermögen klug aufteilen
  • Schenkungen berücksichtigen
  • Zugewinnausgleich nicht vergessen
Fritz Himmel
Fritz Himmel
Ermitteln Sie mit unserem Erbschaftssteuerrechner die Steuerschuld für Ihr Erbe.

Erbschaftssteuer

Wenn überhaupt, ist sie meist nur einmal im Leben fällig: Die Erbschaftssteuer 

Denn erstens erbt man nicht jeden Tag und zweitens nur selten ein so hohes Vermögen, dass Steuern anfallen. Die Rechtsgrundlage bildet das Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuer Gesetz (ErbStG).

Dass der Staat beim Vererben mitkassiert, hat eine lange Tradition. Schon im Mittelalter musste ein sogenannter Totenzoll beim Landesherren abgeliefert werden. Zudem waren Stempelabgaben für Testamente und Erbschaftverträge weit verbreitet.

Heute fließt die Erbschaftssteuer in die Kassen der Bundesländer. Während der Anteil an den Länderhaushalten in den alten Bundesländern zwei bis drei Prozent beträgt, liegt er in den neuen Bundesländern bei weniger als einem Prozent.

Erbschaftssteuer Rechner

Im Biallo-Erbschaftssteuer-Rechner erhalten Sie einen schnellen Überblick über die zu erwartende Erbschaftssteuer. Am Anfang wählen Sie den Erben (z.B. Ehepartner, eingetragener Lebenspartner, Kind, etc.) aus. Danach folgt in Schritt 2 die prozentuale Aufteilung des Vermögens (z.B. 50 Prozent an den Ehepartner und jeweils 25 Prozent an die beiden Kinder). Hier werden auch bereits schon erfolgte Schenkungen berücksichtigt. Im nächsten Punkt wird das zu vererbende Vermögen erfasst. Dabei wird privates Vermögen ohne Immobilien (Geld, Wertpapiere, Schmuck, Hausrat und bewegliches Vermögen z.B. Kunstgegenstände) und Betriebsvermögen inklusive Immobilien berücksichtigt. Einfluss auf die Berechnung haben auch private Verbindlichkeiten des Erbenden (z.B. Schulden) und der Zugewinnausgleich des Ehepartners oder des eingetragenen Lebenspartners.

Im folgenden Abschnitt werden die zu vererbenden privaten Immobilien aufgenommen, dabei spielt die Größe (unter oder über 200 Quadratmeter Wohnfläche) und die Nutzungsart (selbst genutzt oder vermietet) eine Rolle. Der letzte Schritt bietet Ihnen einen Ausblick auf die Berechnung der zu erwartenden Erbschaftssteuer.

Steuerklassen bei Erbschaft

Je nach dem persönlichen Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser wird zwischen drei Steuerklassen unterschieden.

Zuordnung in Steuerklasse I

Der Ehegatte, der eingetragene Lebenspartner, Kinder und Stiefkinder sowie die Abkömmlinge dieser Kinder und Stiefkinder, Eltern und Voreltern bei Erwerben von Todes wegen;

Zuordnung in Steuerklasse II 

Eltern und Voreltern bei Schenkungen, Geschwister und Geschwisterkinder, Stiefeltern und Schwiegereltern, Schwiegerkinder, geschiedene Ehegatten;

Zuordnung in Steuerklasse III 

alle übrigen Erwerber.

Erbe: Wie hoch ist die Steuer?

Die Höhe der Erbschaftssteuer ist abhängig vom Verwandtschaftsverhältnis des Erben zum Erblasser (erfolgt durch Einteilung der Erben in Steuerklassen) und der Höhe der Erbschaft (Wert). Es muss also der Wert des Nachlasses festgestellt werden (Reinvermögen nach Abzug der Schulden); man sagt, der Nachlass wird bewertet. Anschließend müssen in der Regel noch die Freibeträge abgezogen werden. Danach kann man die Steuersätze ermitteln.

Die Höhe der Steuer ist von der Höhe des steuerpflichtigen Erwerbs und der Steuerklasse des Erwerbers abhängig. Die Erbschaftssteuer ist grundsätzlich vom Erwerber zu entrichten und wird nach folgenden Prozentsätzen erhoben: 

Wert Erbe in Euro, Prozent in Steuerklasse:IIIIII
75.00071530
300.000112030
600.000152530
6.000.000193030
13.000.000233550
26.000.000274050
über 26.000.000304350

Freibeträge: Oft fällt gar keine Erbschaftssteuer an

Die letzte Erbschaftssteuerreform brachte für Erben deutliche Entlastung

Viele brauchen überhaupt keine Erbschaftssteuer zu zahlen, was vor allem an großzügigen Freibeträgen liegt. Die Freibeträge sind umso höher, je enger das Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser ist. So genießen Ehepartner und eingetragene Lebenspartnerschaften einen Erbfreibetrag von 500.000 Euro, Kinder inklusive Stief- und Adoptivkinder sowie Enkel, deren Eltern nicht mehr leben, profitieren von 400.000 Euro. Leben die Eltern noch, halbiert sich der Freibetrag auf 200.000 Euro. Geschwister, Neffen, Nichten, Schwiegerkinder, Schwiegereltern sowie Ex-Ehegatten genießen zwar nur einen Freibetrag von je 20.000 Euro, zahlen aber seit der Erbschaftssteuerreform 2010 weniger Steuern. Der Eingangssteuersatz ging von 30 auf 15 Prozent zurück, der Spitzensteuersatz sank von 50 auf 43 Prozent.

Freibeträge für Erb- und Schenkungsfälle

Betroffene Personen Steuerklasse Allgem. Freibetrag Versorgungsfreibetrag *
Ehepartner         I 500.000256.000
Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft         I 500.000256.000
Kinder, Stief-, Adoptivkinder sowie Enkel, deren Eltern bereits verstorben sind         I 400.00010.300 bis 52.000**
Enkel, deren Eltern noch leben; Urenkel.         I 200.000
Nur bei Erbschaft: Eltern und Großeltern         I100.000
Geschiedener Ehegatte, Geschwister, Neffe, Nichten, Schwieger-, Stiefeltern, Schwiegerkinder. Nur bei Schenkung: Eltern / Großeltern

        II

20.000
Verlobte, Lebensgefährten sowie alle übrigen         III 20.000

* = Die Versorgungsfreibeträge gelten nicht bei Schenkungen. Sie gelten im Erbfall nur in voller Höhe, wenn der/die Hinterbliebene keine weiteren Versorgungsbezüge, z. B. Witwen- oder Waisenrente, bekommt. Andernfalls wird der jeweilige Kapitalwert der Rente abgezogen. 
** = Höhe ist abhängig vom Alter der Kinder: bis 5 J. = 52.000 €, 5-10 J. = 41.000 €, 10-15 J. = 30.700 €, 15-20 J. = 20.500, 20-27 J.  = 10.300 €.

Weitere sachliche Freibeträge: Für den Erwerb von Hausrat durch Personen der Steuerklasse I beträgt der sachliche Freibetrag 41.000 Euro und von anderen beweglichen körperlichen Gegenständen, die nicht als Hausrat gelten, wird 12.000 Euro. Der sachliche Freibetrag für Hausrat und andere bewegliche körperliche Gegenstände beträgt beim Erwerb durch Personen der Steuerklassen II und III 12.000 Euro.

Grenzüberschreitende Erbfälle

Wohnen Erblasser im Ausland, kann dies zu Problemen führen, da oft unterschiedliches Recht konkurriert. Hier soll eine EU-Verordnung Abhilfe schaffen, die das Europäische Parlament im März 2012 verabschiedet hat. Sie legt fest, welche nationale Rechtsordnung bei grenzüberschreitenden Erbfällen anwendbar ist und regelt die Zuständigkeit von Gerichten und Behörden. „Allerdings kann die neue Rechtslage zu unliebsamen Überraschungen führen“, sagt Anton Steiner, Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht in München. Beispiel: Ein in Frankreich lebender, deutscher Rentner verstirbt im Nachbarland. Ein deutsches Gericht würde hier auf die Staatsangehörigkeit des Erblassers abstellen und deutsches Erbrecht anwenden. Aus Sicht des Richters in Frankreich gilt hingegen französisches Recht, weil der Erblasser zuletzt dort lebte. Bestimmt nun die neue Verordnung, dass französisches Recht anzuwenden ist, und ist dieses nachteilig für die deutschen Erben, so stehen sie künftig schlechter. Dennoch sieht Steiner die EU-Verordnung positiv: „Die hohe Zahl von jährlich etwa 450.000 Erbschaften in der EU mit Auslandsbezug zeigt, dass es höchste Zeit wird für eine einheitliche europäische Regelung“, so Steiner.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Erbschaftssteuer

Wie hoch ist die Erbschaftssteuer?

Das deutsche Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht gruppiert Empfänger von Schenkungen und Erben - abhängig vom Verwandtschaftsgrad – jeweils in eine von drei Steuerklassen ein, für die unterschiedliche Freibeträge und Steuersätze gelten. Erst nach Abzug der gesetzlichen Freibeträge und Verbindlichkeiten verlangt der Fiskus für die verbliebene Restsumme einer Erbschaft oder Schenkung dann Steuern. Die Höhe der Steuer ist abhängig von der jeweiligen Erbschaftsteuerklasse (siehe Tabelle/Anlage).

Was ist Erbschaftssteuerfrei?

Erbschaftssteuerfrei sind alle Nachlässe bis zur Höhe des jeweiligen Freibetrags des Erben, egal ob es sich um Immobilien, Aktien oder Antiquitäten handelt. (siehe Tabelle/Anlage). Ein Kind/Abkömmling hat beispielsweise einen Freibetrag von 400.000 Euro pro Elternteil. Alles was darüber liegt, muss versteuert werden.

Sonderfall Immobilie: Steuerfrei ist der Erwerb eines Familienheims (in der Wohnung muss sich der Mittelpunkt des familiären Lebens befinden) im Inland sowie im EU- und EWR-Raum von Todes wegen durch den überlebenden Ehegatten, eingetragenen Lebenspartner oder durch Kinder.

Voraussetzung hierfür ist, dass der Erblasser das Heim bis zu seinem Tod selbst bewohnt hat oder pflegebedingt die Nutzung zu eigenen Wohnzwecken aufgeben musste und der Nachkomme/Erwerber die erworbene Wohnung unverzüglich zehn Jahre lang eigennutzt. Für Kinder gibt es allerdings neben der Zehnjahresfrist eine weitere Bedingung: Die Wohnfläche muss unter 200 Quadratmeter liegen.  Für größere Wohnungen wird anteilig Erbschaftssteuer berechnet.

Was ist günstiger, Erbschafts- oder Schenkungsteuer?

Das deutsche Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht macht hier keine Unterschiede bei der Höhe der Steuer.

Wie wird die Höhe der Erbschaftssteuer bei Immobilien berechnet?

Bei Immobilien ist für gewöhnlich der Verkehrswert maßgebend. Übersteigt der Wert der Immobilie den jeweiligen Freibetrag des Erben (siehe Tabelle/Anlage), wird für den darüber liegenden Restbetrag Erbschaftssteuer fällig.
Hier gibt es aber einen Sonderfall: Steuerfrei ist der Erwerb eines Familienheims (in der Wohnung muss sich der Mittelpunkt des familiären Lebens befinden) im Inland sowie im EU- und EWR-Raum von Todes wegen durch den überlebenden Ehegatten, eingetragenen Lebenspartner oder durch Kinder. Voraussetzung hierfür ist, dass der Erblasser das Heim bis zu seinem Tod selbst bewohnt hat oder pflegebedingt die Nutzung zu eigenen Wohnzwecken aufgeben musste und der Nachkomme/Erwerber die erworbene Wohnung unverzüglich zehn Jahre lang eigennutzt. Für Kinder gibt es allerdings neben der Zehnjahresfrist eine weitere Bedingung: Die Wohnfläche muss unter 200 Quadratmeter liegen.  Für größere Wohnungen wird anteilig Erbschaftssteuer berechnet.
Vorsicht Falle: Wird die Immobilie vor Ablauf der Zehnjahresfrist verkauft, vermietet oder der Hauptwohnsitz verlegt, werden je nach Wert der Immobilie Steuern fällig!

Was kann man von der Erbschaftssteuer absetzen?

Nichts. Die gezahlte Erbschaftsteuer ist übrigens eine Personensteuer im Sinne des § 12 Nr. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) und kann auch nicht bei der Einkommensteuer steuermindernd geltend gemacht werden.

Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein: