Ratgeber

Geldanlage für Kinder: Von Tagesgeld bis ETF-Sparen

Update: 30.10.2020
Auf einen Blick
  • Festgeld, Bausparen, ETFs, Aktien – es gibt viele Möglichkeiten, Geld für Kinder und Enkelkinder auf die hohe Kante zu legen. Dabei gilt immer: Je früher, desto besser.

  • Eine interessante und kostengünstige Option sind Robo-Advisor. Einige dieser digitalen Vermögensverwalter bieten sogar extra Kinderdepots.

  • Was viele nicht wissen: Auch Kinder können Mitglied von Genossenschaftsbanken werden und bis zu zehn Prozent Dividende einstreichen.
Für große Pläne sparen: Schon mit kleinen Sparbeträgen im Monat lässt sich bis zum 18. Lebensjahr ein Vermögen aufbauen.


Kinder sind nicht nur ein Geschenk für Eltern, Großeltern und den Rest der Familie. Kinder kosten im Laufe ihres Heranwachsens auch viel Geld. Oft geht es nach der Schulzeit erst richtig mit den Kosten los. Auslandsaufenthalte, Sprachkurse, Studium, Ausbildung – all das muss bezahlt werden. Da lohnt es sich, rechtzeitig Geld für den Nachwuchs zurückzulegen. "Der beste Zeitpunkt, Geld für Kinder anzulegen, ist direkt nach der Geburt", sagt Ralf Scherfling, Finanz-Experte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
  • Biallo-Tipp: Geld, das auf den Namen der Kinder angelegt wird, gehört wirklich nur den Kindern. So kommen Eltern nicht in Versuchung, das Geld der Kinder in schlechten Zeiten auszugeben.

Auf den Namen des Kindes

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Eltern dafür sorgen können, dass Kinder bei Erreichen der Volljährigkeit ein angenehmes finanzielles Polster haben. Natürlich können Erziehungsberechtigte das Geld unter ihrem eigenen Namen anlegen. Gerade wenn Verwandte und Freunde auch Geld für die Kinder einzahlen sollen, ist es jedoch sicherer, das Konto oder Sparprodukt direkt auf den Namen des Kindes zu eröffnen.

Damit ist gewährleistet, dass das Geld dem Kind gehört und nicht als Notgroschen von den Eltern ausgegeben werden kann. Die Eltern dürfen das Geld dann zwar bis zur Volljährigkeit der Kinder verwalten, aber nichts abheben. Andererseits besteht das Risiko, dass Kinder das Geld, wenn sie volljährig sind, anders ausgeben als die Eltern das wünschen. Um das zu verhindern, könnten Eltern auch einen Teil des Geldes auf den Namen der Kinder und einen Teil auf eigene Rechnung anlegen.

  • Biallo-Tipp: Für die Geldanlage im Namen der Kinder spricht, dass die Kapitalerträge auf mehrere Personen verteilt werden können, sodass auch jeder einzeln den Sparerpauschbetrag von jährlich 801 Euro steuerlich geltend machen kann.

Welche Anlage ist die beste?

Grundsätzlich ist fast jede existierende Form der Geldanlage auch für Kinder möglich. Die Frage ist vor allem, wie lukrativ und sicher die jeweilige Geldanlage ist und wie spontan Kinder oder Erziehungsberechtigte Zugriff auf das Geld haben sollen. Wenn kleinere Geldgeschenke angelegt werden sollen, kommt ein Girokonto, Spar- oder Tagesgeldkonto in Frage. Die Rendite ist in der aktuellen Niedrigzinsphase nicht üppig, doch kann der Umgang mit den verschiedenen Sparprodukten einen wichtigen Beitrag zur Finanzbildung der Kinder leisten.

Bei Giro- und Tagesgeldkonten können Kinder das Geld jederzeit abheben und sich kleinere Wünsche erfüllen. Bei Sparbüchern und Sparkonten gibt es unterschiedliche Angebote. Mal lässt sich das Geld jederzeit abheben, mal sind Mindestanlagedauern und Kündigungsfristen einzuhalten.

Wer das Maximum aus den derzeit niedrigen Zinsen herausholen will, kommt nicht umhin, die Konditionen diverser Banken zu vergleichen. Als Faustregel gilt: Je länger das Geld festliegt, umso höher auch der Zinsertrag. Weiterhin: Wer länger als zehn Jahre für den Sprössling sparen kann, der sollte beispielsweise einen ETF-Sparplan wählen. Wer sich nur fünf bis zehn Jahre Zeit zum Sparen nehmen möchte, für den kann sich unter anderem eine Festgeldanlage lohnen.

Doch aufgepasst: Erhält Ihr Kind zum Beispiel während des Studiums eine staatliche Förderung wie Bafög, darf das Vermögen des Studierenden nicht höher als 7.500 Euro sein, andernfalls erlischt die Förderung.

Girokonten

Sparschweine sind für Kinder eine schöne Sache. Tatsache ist aber, dass Bargeld in Zeiten des Online-Handels und des mobilen Bezahlens immer weniger zum Einsatz kommt. Deshalb ist es sinnvoll, dass Kinder frühzeitig lernen, mit einer Bankkarte umzugehen.

Einige Banken bieten für Kinder ab sieben Jahren schon Girokarten an – das ist übrigens auch das Alter, ab dem Kinder in etwa die Höhe von Geldbeträgen unterscheiden und mit Taschengeld wirklich etwas anfangen können. Auch bei solchen Konten gehört das Geld natürlich den Kindern.

Überziehen ist bei Kinderkonten nicht möglich. Die Banken dürfen für ein klassisches Kinderkonto keine Gebühren nehmen. Nur Extras wie beispielsweise eine Prepaidkreditkarte dürfen etwas kosten. Diese kostenlosen Girokonten für Minderjährige gibt es beispielsweise bei der DKB, der Hypovereinsbank und der Comdirect.

Geheimtipp: Genossenschaftsanteile

In Zeiten von Null-, Niedrig- und Negativzinsen müssen gerade die konservativen Anleger erfinderisch sein. Dabei liegen die Alternativen zum traditionellen Sparbuch oder Sparbrief recht nah. Denn neben preisgünstigen und gebührenfreien Girokonten bieten viele PSD-, Sparda- und Volksbanken attraktive Zinsen auf ihre Genossenschaftsanteile. Laut einer aktuellen Studie von biallo.de erreichen die Dividenden dabei bis zu zehn Prozent.

Zwar ist der Zugang zu den Genossenschaftsanteilen in der Regel begrenzt. Da aber genauso Ehepartner und eben auch Kinder Genossenschaftsmitglied werden können, können Familien ihre Einlage leicht verdoppeln oder verdreifachen.

Biallo-Tipp:

Sie sind schon Kunde einer PSD-, VR- oder Sparda-Bank und haben erst einen Anteil gezeichnet, obwohl Sie auch für ihre Kinder und Enkelkinder zeichnen könnten? Dann sollten Sie das schleunigst nachholen! In unserem aktuellen Beitrag  Dividenden von bis zu zehn Prozent haben wir für Sie die  Top 40 der deutschen Genossenschaftsbanken mit den höchsten Dividenden zusammengestellt.

Sparbriefe

Bei Sparbriefen sieht es wiederum mit der Verzinsung derzeit schlecht aus. Bei einem Sparbrief handelt es sich um eine fest verzinste Geldanlage. Der Sparer leiht einer Bank für eine bestimmte Zeit Geld und bekommt dafür Zinsen bezahlt – ähnlich wie beim Festgeld. Die Höhe der Einlage wird auf einer Urkunde festgelegt, sei es virtuell oder auf Papier.

Sparbriefe werden immer auf den Namen einer bestimmten Person ausgestellt, das heißt entweder auf Ihren Namen oder den Ihrer Kinder. Die Person, auf deren Name der Sparbrief läuft, bekommt am Ende der Laufzeit dann die Zinsen und das eingesetzte Kapital ausgezahlt.

Die Urkunde geht dann zurück an die Bank. Je nach Anlagedauer, Betrag und Risikobewertung liegt die Verzinsung von Sparbriefen derzeit zwischen rund 0,01 und 1,0 Prozent.

Festgeldkonten

Auf einem Festgeldkonto können Eltern Geld für ihre Kinder anlegen, wenn sie das Geld zwischen einem Monat und zehn Jahren parken wollen, um einen gewissen Betrag an Zinsen zu bekommen und dabei keinerlei Risiko eingehen wollen. Voraussetzung dafür ist, dass das Ersparte in der gewählten Laufzeit nicht gebraucht wird. Denn beim Festgeld kann nicht vorzeitig gekündigt werden.

  • Biallo-Tipp: Wenn Sie die Wertsteigerung für Ihr Festgeld berechnen wollen, dann unterstützt Sie dabei der Zinseszinsrechner auf biallo.de.

Für Festgeld bei Volkswagen Financial Services bekommt man derzeit bei zehnjähriger Anlagedauer 1,30 Prozent an jährlichen Zinsen. Zum Vergleich: Die Inflationsrate betrug 2019 in Deutschland 1,4 Prozent. Selbst wer sein Geld zehn Jahre lang fest anlegt, schafft nicht einmal den Inflationsausgleich.

Festgeldkonten speziell für Kinder gibt es zum Beispiel bei der VTB und der Renault Bank Direkt. Grundsätzlich empfiehlt es sich aber auch, bei der eigenen Hausbank nach Festgeldkonten für Kinder zu fragen. Manche Produkte sind nur für Bankkunden zugänglich. Wenn Eltern etwa ein Kinderkonto bei der DKB eröffnen wollen, müssen sie selbst auch DKB-Kunden sein.

  • Biallo-Tipp: Einige Banken bieten zum reinen Festgeld Varianten, die Festzinsen mit einer zusätzlichen Renditechance verbinden. So bietet VTB Invest einen Anlage-Mix aus individuellem ETF-Portfolio und attraktivem Festgeld mit garantierten 1,0 Prozent Zinsen im Jahr. 

Rechner festgeld
3
Festgeld
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
  210,00 €
1,05 %
2.
  150,00 €
0,75 %
3.
  140,00 €
0,70 %
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Tagesgeldkonten

Auch bei Tagesgeldkonten sieht es bezüglich der Verzinsung dürftig aus. Der Vorteil des Tagesgeldkontos ist: Sie oder der Nachwuchs können täglich auf das Konto zugreifen – sprich, das Geld bei Bedarf auf ein Referenz-Girokonto überweisen.

Aktuell werden für Tagesgeldkonten bis zu 0,5 Prozent offeriert. Manche Anbieter haben sogar Tagesgeldkonten speziell für Minderjährige im Programm. Tagesgeldkonten für Kinder gibt es unter anderem bei der Renault Bank Direkt und der Audi Bank

Rechner tagesgeld
3
Tagesgeld
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
12,51 €
0,50 %
2.
12,51 €
0,50 %
3.
12,50 €
0,50 %
Betrag 10.000 €, Laufzeit 3 Monate

Bausparen für den Nachwuchs

Wenn die Kinder zwischen 16 und 25 Jahre alt sind, ist ein Bausparvertrag eine gute Sache. Der Grund: In diesem Alter haben Sparer Anspruch auf die staatliche Wohnungsbauprämie und können nach der Zuteilung frei über das Guthaben verfügen, ohne dass sie ein Immobiliendarlehen aufnehmen müssten. Das geht aber nur einmal, und nur bei Bausparern unter 25 Jahren.

Der maximal geförderte Sparbeitrag liegt derzeit noch bei 512 Euro pro Jahr, ab 2021 werden es 700 Euro pro Jahr sein. Darauf zahlt der Staat 8,8 Prozent und ab 2021 sogar zehn Prozent als Prämie. Wer aktuell 43 Euro im Monat spart, bekommt eine 13. Einzahlung im Jahr als Prämie dazu, nämlich 45 Euro. Die Bausparkasse schreibt die Prämie dem Vertrag gut und zahlt sie nach der Zuteilung gemeinsam mit dem Bausparguthaben aus. Einige Anbieter offerieren jungen Leuten zusätzliche Bonuszinsen oder verzichten auf Abschlusskosten.

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Indexfonds (ETFs)

Klar ist, wer derzeit eine attraktive Rendite erwirtschaften will, muss auf Aktien oder Fonds setzen. Die höheren Erträge bezahlen Anleger zwar mit einem erhöhten Risiko, doch ist das gerade bei einer langfristigen Anlage und breiter Streuung durchaus überschaubar.

Indexfonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs), bilden Aktienindizes wie den Dax oder Dow Jones nach. Um das zu erreichen, investieren die Fonds in die dem Index zugrundeliegenden Wertpapiere im gleichen Verhältnis wie der Index. Finanz-Experten empfehlen, wer mehr als zehn Jahre Zeit hat, Geld für sein Kind anzulegen, der ist mit ETFs gut bedient. Denn mit einem ausreichend langen Sparhorizont, können etwaige Kursschwankungen beziehungsweise Marktturbulenzen mit Gewinnen aus Börsen-Boomphasen erfolgreich kompensiert werden.

Ein weiterer Vorteil von Indexfonds: Sie müssen nicht aktiv verwaltet werden, weshalb die Gebühren für Anleger überschaubar sind. Kunden können je nach Wunsch direkt einen größeren Betrag in einen solchen Indexfonds investieren oder monatlich Geld anlegen. Vor allem mit kleinen Beträgen ab zehn, 25 oder 50 bis 100 Euro im Monat kann sich ein ETF-Sparplan versus Einmalanlage lohnen. Gerade für Minderjährige haben viele Banken kostenlose Depots im Angebot.

Biallo-Tipp:

Sie wollen das genaue Sparziel Ihres Kinderdepots wissen? Mit unserem  Sparplanrendite-Rechner können Sie sich den zu erwarteten Wertzuwachs ausrechnen lassen. Einfach die monatliche Sparrate, angenommene Rendite, die Laufzeit und das Sparintervall eingeben und schon erhalten Sie das Ergebnis. Mit dem Sparplanrendite-Rechner können Sie auch den erzielten Wertzuwachs mit einer Einmalanlage vergleichen.

Vier Banken mit speziellen Wertpapierdepots für Minderjährige im Vergleich:

Bank Comdirect Consorsbank DKB Flatex
Depotname Junior-Depot Wertpapierdepot Broker U18 Depot für Minderjährige
Mindest-Sparrate 25,00 € 25,00 € 10,00 € 50,00 €
Depotkosten pro Monat 3 Jahre kostenlos / 1,95 €
wenn keine Kontobewegung
0,00 € 0,00 € 0,00 €
Kosten pro Sparplanrate 1,50% 1,50% 1,50 € pro Sparplanausführung 1,50 €
Kosten für die Einmalanlage 4,90 Euro Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert (Minimum: 9,90 Euro - Maximum: 59,90 Euro) 4,95 € Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert (Minimum 9,95 Euro, Maximum: 69 Euro) zehn Euro bis zu einer Orderhöhe von 10.000 Euro 5,90 €
Besonderheit Bis 31. Dezember 2020 sind 135 ETF-Sparpläne gebührenfrei erhältlich 20 Euro für ersten Sparplan / bis zum 31. Dezember 2022 mehr als 270 ETF-Sparpläne ohne Ausgabegebühr 120 ETF-Sparpläne für eine Gebühr von 0,49 Euro pro Sparplan-Ausführung Aktuell mehr als 250 ETF-Sparpläne ohne Ordergebühr

Quelle: eigene Recherche / Stand: 29.10.2020

Robo-Advisor

Eine interessante Alternative zu Indexfonds sind sogenannte Robo-Advisor. Das sind Computerprogramme, die anhand eines Algorithmus Anlageentscheidungen treffen oder den Anlegern vorschlagen. Kunden können entweder selbst die entsprechenden Produkte handeln oder die gesamte Geldanlage automatisiert ablaufen lassen.

Damit Anleger die für sie passende Strategie erhalten, müssen sie zunächst online einen Fragebogen ausfüllen. Darin legt der Kunde den Anlagebetrag fest und wird unter anderem nach seinen Erfahrungen und Vermögensverhältnissen befragt.

Darauf basierend entwickelt das Programm ein Anlageprofil und schlägt die Investmentprodukte vor. Neben Aktien werden Anleihen, aber durchaus auch Rohstoffe und Immobilien berücksichtigt. Bevor es losgeht, muss der Kunde noch ein Depot bei der Partnerbank des Robo-Advisors eröffnen. Stimmt der Kunde der angebotenen Strategie zu, wird dann das ausgewählte Portfolio zusammengestellt.

Das offensivste Portfolio legt den kompletten Anlagebetrag in Aktien an, das defensivste Portfolio setzt überwiegend auf risikoärmere Anlagen wie Anleihen oder Geldmarktfonds. Klar ist: Je höher das Risiko, desto größer ist die Renditechance. Allerdings sollte man vor allem bei der risikoreichen Variante einen Anlagehorizont von mindestens zehn, am besten 15 Jahre einplanen, um mögliche Verluste auszusitzen.

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Eltern, die sich zum Beispiel direkt nach der Geburt der Kinder für einen Robo-Advisor entscheiden, sollten möglichst chancenorientiert mit einem hohen Aktienanteil anlegen. Zwei oder drei Jahre vor der Volljährigkeit der Kinder sollten sie das Geld dann aber in eine defensivere Strategie umschichten. 

Das Besondere der Robo-Advisor: Anders als menschliche Vermögensverwalter bieten viele digitale Vermögensverwalter ihren Service für vergleichsweise kleine Anlagebeträge an. Zudem sind die Verwaltungskosten mit weniger als einem Prozent der Anlagesumme sehr gering. In einem unserer Ratgeber stellen wir sieben Robo-Advisor mit Kinderdepots vor – darunter beispielweise Scalable CapitalLiqidGinmon und Oskar.

  • Biallo-Tipp: Grundsätzlich spricht nichts dagegen, Geld für Ihre Kinder in Ihrem eigenen Depot anzulegen. Wenn die Sparanlage jedoch auf den Namen Ihres Kindes läuft, genießen Sie Steuervorteile. Denn dadurch wird Ihr Sparerfreibetrag in Höhe von 801 Euro im Jahr nicht zusätzlich belastet.


Auszahlplan

Wer Angst hat, dass der Nachwuchs das mühsam angesparte Geld gleich auf den Kopf haut, kann das Geld rechtzeitig auf einen Auszahlplan umschichten. Das Geld wird dann weiterhin, wenn auch gering, verzinst. Die Eltern können eine jährliche oder monatliche Auszahlung des Geldes für die Kinder veranlassen. Jedoch sind derzeit festverzinste Produkte aufgrund des andauernden Zinstiefs sehr rar.

Bevor Eltern sich für einen solchen Auszahlplan entscheiden, sollten Sie aber überlegen, ob das wirklich sinnvoll ist. Vielleicht wollen die Kinder zum Studium ausziehen oder ein Auto kaufen.

Einlagensicherung: Wie sicher ist das Ersparte fürs Kind?

Wie sicher eine Geldanlage ist, hängt auch davon ab, in welchem Land die Bank sitzt, bei der das Geld angelegt wird. Gehört eine Bank der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken an, so sind bis zu 100.000 Euro pro Anleger auf dem Tagesgeld-, Festgeld- und Girokonto durch die gesetzliche Einlagensicherung zu 100 Prozent abgesichert. Das gilt seit März 2017 auch für private Bausparkassen.

Privatbanken gehören meist zusätzlich dem Sicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken an und sichern Einlagen in Millionenhöhe ab. Öffentliche Banken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen sichern die gesetzlich vorgeschriebenen 100.000 Euro pro Person ab und bieten darüber hinaus über eigene Einrichtungen Schutz in unbegrenzter Höhe. Auch bei Banken im EU-Ausland sind laut EU-Recht bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank über das jeweilige nationale Sicherungssystem abgesichert.

Wichtig: Solche Sicherungssysteme greifen im Notfall natürlich nur, wenn diese stabil und die jeweiligen Staaten zahlungsfähig sind. Bei einer Geldanlage empfiehlt es sich deshalb auch, das Bonitäts-Rating für das jeweilige Land in die Entscheidung mit einzubeziehen. Die höchste Sicherheit haben Länder wie Deutschland, Dänemark, Niederlande, Luxemburg oder Schweden mit AAA. Österreich hat mit AA immer noch eine sehr gute Bonität, Frankreich mit AA ebenfalls.

  • Biallo-Tipp: Wenn Sie die Wahl haben, sollten Sie sich möglichst immer für Länder mit Top-Bewertungen entscheiden. Biallo.de hat für seinen Festgeld-Test die Länderratings der US-Ratingagentur Standard & Poor's als Bewertungskriterium herangezogen.





  Kerstin Weinzierl
  Caroline Benzel


 
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