Vermögensaufbau

ETF-Rentenversicherung versus ETF-Sparplan

Update: 01.10.2019
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Auf einen Blick
  • Wer in kostengünstige ETFs investieren möchte, kann entweder einen Sparplan oder eine Rentenversicherung abschließen. Beides hat Vor- und Nachteile.

  • So punktet die ETF-Rentenversicherung mit Steuervorteilen, der ETF-Sparplan ist allerdings kostengünstiger.
Vermögensaufbau mit ETF-Sparplan oder ETF-Rentenversicherung? Wir vergleichen beide Anlageformen.
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Soll die private Altersvorsorge auf Fonds basieren, stehen zwei Produkte zur Wahl: der klassische Fondssparplan und fondsgebundene Rentenversicherungen. Sofern die Rentenversicherung es zulässt, können Sie in beiden Fällen kostengünstige ETFs wählen. Solche Indexfonds verursachen nur geringe Kaufgebühren und überzeugen mit sehr niedrigen laufenden Kosten.

Die Versicherung WWK bietet eine Fondsrente auf ETF-Basis, die deutliche Kostenvorteile gegenüber klassischen Fondsrenten aufweist. Ähnliche Produkte offerieren die Gesellschaften Allianz, Debeka, Alte Leipziger und Stuttgarter Versicherung. Fondssparpläne auf ETF-Basis finden Sie bei so gut wie jeder Bank.

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Steuervorteile sprechen für ETF-Rentenversicherung

Aus steuerlicher Sicht sind drei Aspekte wichtig:

Sparphase

Die steuerlichen Vorteile während der Einzahlphase halten sich in Grenzen. Sparen Sie nicht im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge oder anderer staatlicher Fördermodelle wie Riester- oder Rürup-Renten, können Sie weder die Beiträge in einen ETF-Sparplan noch die in eine ETF-Rentenversicherung beim Finanzamt geltend machen. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Kapitalumschichtungen innerhalb der Rentenversicherung von einem ETF zum anderen sind nicht abgeltungsteuerpflichtig.

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Damit können Sie Ihre Anlagestrategie im Rahmen des Versicherungsmantels kostenfrei an geänderte Marktgegebenheiten anpassen. Bei klassischen Fondsparplänen und ETF-Sparplänen geht dies nicht. Hier müssen Sie auf die Gewinne bei einer Fondsumschichtung nach Ausnutzen des Sparerpauschbetrags Steuern zahlen.

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Kapitalauszahlung

Entscheiden Sie sich für die Auszahlung des angesparten Kapitals, erzielt die ETF-Rentenversicherung erneut Vorteile. Bei Auszahlung ab dem 62. Lebensjahr müssen Sie nur die Hälfte des Gewinns – also Ablaufleistung minus eingezahlter Beiträge – mit Ihrem individuellen Steuersatz versteuern. Haben Sie als Rentner einen Steuersatz von 25 Prozent, fallen unterm Strich nur 12,5 Prozent Steuern auf den Gesamtertrag an.

Beträgt der Gewinn Ihrer Rentenversicherung 30.000 Euro, gehen daher nur 3.750 Euro ans Finanzamt. Beim ETF-Sparplan sind bei Verkauf der Fondsanteile dagegen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidarbeitrag und gegebenenfalls Kirchensteuer auf realisierte Gewinne fällig. Die Steuerbelastung ist also mindestens doppelt so hoch.

Rentenzahlung

Auch wenn Sie sich für lebenslange Rentenzahlungen entscheiden, erlangen Sie mit der ETF-Rentenversicherung finanzielle Vorteile. Die Zahlungen aus der Fondsrente sind nämlich nur mit dem Ertragsanteil zu versteuern. Bei einem regulären Rentenbeginn mit 67 Jahren brauchen Sie lediglich 17 Prozent der Zahlungen beim Finanzamt abzurechnen – starten Sie bereits mit 65 Jahren, sind es 18 Prozent.

Damit sind Sie besser gestellt als beim klassischen Fondsentnahmeplan, bei dem nach Abzug des jährlichen Steuerfreibetrags von bis zu 801 Euro pro Person (Sparerpauschbetrag) 25 Prozent Abgeltungsteuer auf realisierte Fondsgewinne anfallen.

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Kostenvorteile sprechen für ETF-Sparplan

Beim Sparen fürs Alter kommt es aber nicht nur auf steuerliche Aspekte an. Ein ebenso wichtiger Aspekt ist die Kostenbelastung des Sparvertrags. Denn hohe Gebühren wirken sich unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit des Vertrags aus. Und hier wendet sich das Blatt schnell zu Gunsten des ETF-Sparplans.

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Denn fondsgebundene Rentenversicherungen haben meist hohe Abschlusskosten, die in den ersten Jahren mit den Beiträgen abbezahlt werden. Daher fließt anfangs nur ein Teil des Sparbeitrags in die Fonds und wird tatsächlich angespart. Zusätzlich werden während der gesamten Vertragslaufzeit Managementkosten für die Fonds und Verwaltungskosten der Versicherung abgezogen.

Unterm Strich verringern nach Berechnungen des Analysehauses Assekurata die Vertragskosten die Rendite um durchschnittlich 0,8 Prozent pro Jahr. Je nach Anbieter fallen die Einbußen wesentlich höher aus. Manche Finanzexperten beziffern die Kostenquote sogar bis zu 1,90 Prozent. Bei "reinen" ETF-Sparplänen beträgt sie dagegen – je nach Fonds – nur ein bis zwei Zehntel davon, also etwa 0,2 bis 0,4 Prozent. ETF-Sparpläne erzielen dadurch über viele Jahre gesehen ein wesentlich besseres Sparergebnis als fondsgebundene Rentenversicherungen mit ETFs.

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Fazit

Mit einer privaten Rentenversicherung auf ETF-Basis zahlen Sie bei Einhaltung der Altersgrenzen weniger Steuern als mit einem klassischen Fondssparplan. Da aber ein ETF-Fondssparplan deutliche Kostenvorteile gegenüber der Fondspolice erzielt, gleichen sich die Nettorenditen unterm Strich an.

Als Faustregel gilt: Je weniger Sie Ihre Fondsguthaben während der Sparphase umschichten und je länger die Ansparphase dauert, desto mehr neigt sich die Waage zugunsten des ETF-Sparplans.

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  Max Geißler


 

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