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Auf einen Blick
  • Das Angebot an kostenlosen Girokonten für Selbstständige und Freiberufler ist begrenzt. Bei Filialbanken und Sparkassen werden sie in der Regel nicht fündig.

  • Reine Online-Konten kosten fast nichts, allerdings fordern Beratung und Bargeld ihren Preis. Wer auf Beratung verzichten kann, hat hier günstige Alternativen. Wir stellen drei attraktive Modelle vor.
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Während Angestellte über ein in der Höhe gleichbleibendes und vor allem regelmäßiges Einkommen verfügen, sieht das bei Freiberuflern oftmals ganz anders aus. Die Honorare schwanken – und wenn das Geschäft besonders schlecht läuft, bleiben Einkünfte in manchen Monaten vielleicht sogar vollständig aus. Sobald Sie ein Gewerbe gründen, reicht das private Girokonto meist nicht mehr aus. Bei der richtigen Finanzplanung sollten Selbständige auch an ein Geschäftskonto denken.

Um das Kreditrisiko zu beurteilen, müssen die Institute somit bei dieser Kundengruppe aufwändigere Bewertungsgrundlagen wie beispielsweise die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) oder Umsatzsteuervorauszahlungen zugrunde legen.

 

Das Geschäftskonto – ein Muss?

Das kommt darauf an. Für Kapitalgesellschaften (zum Beispiel AG, GmbH, UG), die juristische Personen sind, ist es ein Muss. Freiberufler oder Selbstständige dürfen – rein rechtlich – das private Girokonto nutzen. Jetzt kommt das Aber: Die meisten Banken verbieten das in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bei Nichtbeachtung droht sogar die Konto-Kündigung.

Großer Vorteil eines separaten Kontos: Jeder (Jung-)Unternehmer profitiert von der Trennung von privaten Umsätzen und geschäftlichen Transaktionen. Das wird er spätestens bei Themen wie Buchhaltung, Steuererklärung oder einer betriebswirtschaftlichen Auswertung merken.

 

So finden Sie das passende Geschäftskonto

Priorität vieler Jungunternehmer ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der Banken. Ein durchaus wichtiger Punkt. Doch wir meinen, das ist nicht alles. Das Geschäftskonto hat für einen Unternehmer eine andere Bedeutung, als sein privates Girokonto. Es muss zu den Bedürfnissen passen und sollte einiges mehr in die Waagschale werfen, als nur „günstig“ zu sein.

  1. Es geht schon damit los, dass die Bank die Rechtsform des Unternehmens akzeptiert. Denn einige Geldhäuser, die mit verlockenden Angeboten werben, akzeptieren nicht jede Rechtsform. N26 zum Beispiel akzeptiert nur Kleingewerbe und Freiberufler als Geschäftskunden. Wer eine GmbH plant, würde hier umsonst anfragen.

  2. Der Wohlfühlfaktor. Wo fühlen Sie sich gut aufgehoben? Klassisch in der Filiale, mit Ansprechpartner und Bargeldein- und auszahlungen? Oder gehören Sie zu den jungen Wilden? Die sich von Fintechs angesprochen fühlen und das gesamte Banking via Smartphone abwickeln?

  3. Finanzierung und Kredit. Wer auf Fördermittel hofft oder Hilfe bei der Finanzierung für Maschinen oder Waren braucht, sollte einen festen Ansprechpartner beziehungsweise Bankberater haben. Das bekommen Jungunternehmer in der Regel nur bei Filialbanken. Manchmal auch bei Direktbanken, die Serviceteams haben. Fintechs allerdings bieten (noch) keine Beratung an. Diese wird zumindest teilweise von Computern übernommen.

  4. Jungunternehmer, die viel im Ausland unterwegs sind, müssen das unbedingt bei der Wahl beachten. Deswegen bitte einen Extra-Blick auf Gebühren für die Auslandsüberweisung in nicht EU-Länder, Kosten für Kreditkarten-Einsatz und Auszahlungen an Geldautomaten werfen!

  5. Ordnung dank Unterkonto. Wer zu dem Geschäftskonto Unterkonten einplant, sollte danach fragen: Gibt es welche? Mit eigener IBAN? Anzahl?

  6. Kosten und Gebühren: Was kosten Kontoführung, Überweisungen, Giro- oder Kreditkarte, Bargeldein- und Auszahlungen. Das sind erst einmal die wesentlichen Themen, wenn wir uns einen Überblick über Kosten verschaffen. Dann geht es an die Feinheiten: Ist die monatliche Kontoführungsgebühr umsonst, jedoch fallen hohe Kosten für Bargeldein- und Auszahlungen an (die Shop-Inhaber haben)? Dann ist die Freude über eine kostenlose Kontoführung schnell dahin.
 

Wann ist ein Geschäftskonto kostenlos?

Prinzipiell gelten bei einer kostenfreien Führung von Geschäftskonten ähnliche Erwartungen wie bei Privatkunden. Gleichwohl sind die Bedürfnisse von Nutzern dieser Kontomodelle nicht unbedingt identisch. Geschäftliche Transaktionen erfolgen heute in der Regel bargeldlos, weshalb auch hier eine Debit- oder Kreditkarte eher nebensächlich ist. Wir haben zum Vergleich folgende vier Kriterien herangezogen:

  • die Kontoführung ist bedingungslos kostenlos,
  • beleglose Buchungen sind ganz oder in einem akzeptablen Rahmen gebührenfrei,
  • optionale Kartenausstattung (VISA/Mastercard/Maestro),
  • Zusatzdienste (zum Beispiel Anbindung für Buchhaltungsprogramme).

In unserem Rategeber erfahren sie, ob eine Mastercard oder Visa Card besser ist.

 

Filial-, Onlinebank oder Fintech?

Die Anbieter von Geschäftskonten können grob in drei Kategorien unterteilt werden: 

  • Klassische Filialbanken: CommerzbankSparkassen, VR Banken etc.
  • Direkt- und reine Onlinebanken: INGDKB, Comdirect, Targobank etc.
  • Fintechs: N26, Fyrst, Kontist, Finom etc.

1. Das spricht für eine Filialbank

Im Vergleich zu anonymen Internetbanken, die für Sie nur günstig den Zahlungsverkehr abwickeln, können Banken und Sparkassen mit Firmenkunden-Beratern doch ein bisschen mehr leisten. Sie verhelfen Ihnen zum Beispiel zu KfW-Krediten oder Zuschüssen, die gerade in der Gründungsphase oft sehr wichtig sind. Oder sie vergeben eigene Darlehen, die Sie für Ihre geschäftliche Expansion brauchen.

Wenn Sie beispielsweise eine Boutique eröffnen, werden viele Ihrer Kundinnen und Kunden die Kleidungsstücke zwar mit der Girocard oder einer Kreditkarte zahlen, aber eben einige auch immer noch in bar. Dieses Bargeld werden Sie am Abend, nach Geschäftsschluss, sicher bei einem Geldinstitut einzahlen wollen. In diesem Fall kommen Sie an einer regionalen oder überregionalen Bank oder Sparkasse kaum vorbei.

  • Biallo-Tipp: Die Preise von überregionalen Anbietern wie Deutsche Bank, Targobank, Hypovereinsbank und Commerzbank sind bundesweit einheitlich. Ungleich hoch sind die Gebühren von Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken, da alle rechtlich selbstständige Institute sind.

Aber auch als Geschäftskunde der Postbank sollten Sie die unterschiedlichen Angebote und deren Gebühren, Services und Vorzüge genau prüfen. Konkret bietet die Postbank drei Firmenkonten an: Business Giro, Business Giro aktiv und Business Giro aktiv plus. Dabei ist zu beachten, dass es gewisse Zusatzleistungen der teureren Konten ohne Aufpreis gibt, beim günstigen Business Giro mit einer Monatsgebühr von 5,90 Euro kosten diese jedoch zusätzlich. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, vor jeder Firmenkonto-Eröffnung das eigene Zahlungsverhalten und die persönlichen Ansprüche unter die Lupe zu nehmen und Konten zu vergleichen.

2. Das anpassungsfähige Kontenmodell der Direktbank

Wer sein Konto hauptsächlich bargeldlos nutzt und auf klassische Bankdienstleistungen verzichtet, ist mit einem Geschäftskonto bei einer Direktbank gut versorgt. Diese haben oft Kontomodelle, die sich an den Bedürfnissen des Unternehmers orientieren. Wer jeden Monat viel Bewegung auf dem Konto hat, nimmt eines, das erst nach einigen Freiposten die Berechnung ansetzt. 

Ein Geschäftskonto mit klarer Ansage bei der Preisgestaltung bietet die DKB. Mit 15 Euro pro Monat sind Sie beim Businesskonto für Freiberufler und Kleinunternehmer dabei. Das Paket beinhaltet: Internet-Konto, DKB-VISA-Business-Card, 6,90 Prozent Zinsen beim Kontokorrentkredit, elektronischen Kontoauszug und Kreditkartenabrechnung sowie sicheres Internetbanking über StarMoney.

3. Fintechs: Günstiger Zahlungsverkehr – und sonst?

Die nachfolgenden Anbieter bieten Konten für den Zahlungsverkehr von Freiberuflern und Selbstständigen ohne monatliche Grundgebühr. Ganz kostenlos sind sie dennoch nicht, denn jede Gehaltszahlung an Mitarbeiter beispielsweise wird als einzelner Buchungsposten erfasst.

Die meisten Fintechs bieten eine bestimmte Anzahl kostenfreier Buchungen pro Monat. Aber fast alle anderen Leistungen kosten – je nach Kontomodell – unterschiedlich viel Geld. Das gilt für:

  • Bargeldein- und Auszahlungen (falls überhaupt möglich)
  • Girocard
  • Kreditkarte
  • Überweisungen ins Ausland
 

Top-Geschäftskonten im Überblick

N26

Das Berliner Fintech bietet Freelancern und Selbstständigen das Kontomodell N26 Business Standard zu monatlich 0,00 Euro. Hier sind alle Online-Buchungsposten kostenfrei und es ist eine kostenlose digitale Debit-Mastercard dabei. Wer die physische Kreditkarte möchte, muss dafür zehn Euro Liefergebühr entrichten. Mit dieser lässt sich weltweit gebührenfrei bezahlen und an Geldautomaten außerhalb Deutschlands kostenfrei Bargeld abheben. Innerhalb Deutschlands sind nur drei Auszahlungen monatlich kostenlos – jede weitere kostet 2,00 Euro. 

Daneben gibt es noch die etwas umfangreicher ausgestatteten Kontomodelle N26 Smart für 4,90 Euro, N26 Business You für 9,90 Euro und N26 Business Metall für 16,90 Euro im Monat.

Pluspunkt: Mit sogenannten hilfreichen „Spaces“, also Unterkonten, kann übersichtlich Geld für zum Beispiel Steuern oder andere Sparziele beiseitegelegt werden. Gesonderte Regeln automatisieren Überweisungen zwischen dem Hauptkonto und den Spaces. Hinweis: Eine juristische Person kann bei der N26 jedoch kein Konto eröffnen. 

Holvi

Holvi ist ein digitaler Banking-Service aus Finnland, welcher seine Dienstleistungen in ganz Europa anbietet. In Deutschland hat Holvi eine Zweigniederlassung in Berlin und bietet Selbstständigen einfaches Banking ohne Papierkram - bei einem vollwertigen Geschäftskonto mit deutscher IBAN.

Das Kontomodell Life für 6,00 Euro im Monat bietet neben dem Erstellen und Versenden von drei Rechnungen im Monat direkt aus dem Konto heraus die digitale Erfassung von Belegen für die Steuer. Denn die Buchhaltungssoftware "Lexoffice" ist hier kostenfrei integriert. Bargeldeinzahlungen sind bei Holvi nicht möglich und Bargeldabhebungen sind mit 2,5 Prozent vom Auszahlungsbetrag vergleichsweise teuer.​

Für zwölf Euro im Monat gibt es das etwas umfangreichere Kontomodell Pro. Dieses bietet zusätzliche Leistungen wie beispielsweise unbegrenztes Senden und Empfangen von Rechnungen und E-Rechnungen. Zudem bekommt man hier kostenfrei drei Business Mastercards dazu und Bargeldauszahlungen sind mit 2,00 Prozent vom Auszahlungsbetrag etwas günstiger.

Fidor Bank

Dieses Geschäftskonto vergibt einen Aktivitätsbonus. Denn Fidor Smart kostet zwar zunächst 5,00 Euro im Monat, aber ab der elften Transaktion fallen die fünf Euro wieder weg und das Konto ist unterm Strich kostenfrei. Die digitale Debit Mastercard ist von Anfang an gebührenfrei, die physische Karte kostet allerdings 36 Euro im Jahr. Bargeld gibt es mit der Debitcard bei 12.000 Einzelhändlern. Die geduldete Überziehung ist hingegen mit 12,5 Prozent sehr teuer. Bareinzahlungen bei ausgesuchten Einzelhändlern sind möglich. Aber nur die ersten 100 Euro kosten nichts – danach 1,99 Prozent des Betrages. Und nur die erste Bargeldauszahlung beim Händler ist frei, jede weitere kostet 3,00 Euro.

Fyrst 

Fyrst ist eine Bank für Gründer, Freiberufler und Selbstständige. Dieser Geschäftsbereich der Postbank ist eine attraktive Mischung aus etablierter Bank und Fintech. Das heißt in der Praxis: Preise, Geschwindigkeit, Tools sind Fintech – also schnell und günstig. Bargeldein- und Auszahlungen an bis zu 10.000 Stellen deutschlandweit und qualifizierter Support durch ausgebildete Banker via Mail oder Telefon sind solides, etabliertes Banking.

Das Kontomodell BASE kostet 0,00 Euro und beinhaltet unter anderem 50 kostenlose Buchungsposten pro Monat. 75 kostenlose Buchungsposten sind es beim Modell COMPLETE für 10,00 Euro im Monat. Außerdem bietet Fyrst voll digital abschließbare Kredite ab 1,59 Prozent im Jahr.

Penta

Das Fintech bietet drei digitale Firmenkonten: Starter, Comfort und Enterprise. Die Starter-Variante richtet sich an Jungunternehmer und Gründer und bietet für neun Euro monatliche Kontoführungsgebühr bis zu 100 Transaktionen innerhalb der SEPA-Zone kostenfrei pro Monat an.

Wer mit seinem Unternehmen schon besser dasteht, kann auf das etwas teurere Kontomodell Comfort umsteigen. Für 19 Euro Kontoführungsgebühr pro Monat sind dann unter anderem bis zu 300 Überweisungen innerhalb der SEPA-Zone pro Monat kostenlos und bis zu vier zusätzliche Unterkonten für eine effizientere Finanzverwaltung inklusive.

Das Penta Enterprise für 49 Euro pro Jahr richtet sich an große Unternehmen mit komplexen Ansprüchen ans Business-Banking. Das Konto beinhaltet 600 kostenlose SEPA-Überweisungen und neun Bargeldabhebungen pro Monat und bis zu sechs Unterkonten.


  • Biallo-Tipp: Sie möchten wissen, welches Geschäftskonto beziehungsweise welche Bank und Kreditkarte Apple Pay, Google Pay oder Samsung Pay anbieten? In unseren neuesten Ratgebern zum Thema "Smartphone-Zahlung", listen wir alle Geldinstitute auf, die aktuell Apple, Google und Samsung Pay unterstützen. Hier geht ess zur Anbieterliste von: Apple Pay. Hier geht es zur Anbieterliste von: Google Pay.
 

Das benötigen Sie für die Eröffnung Ihres Geschäftskontos

Egal, wo das Konto eröffnet wird: Je nach Rechtsform sind Belege und Unterlagen vorzulegen. Diese Unterlagen sollten für die Kontoeröffnung parat liegen:

Rechtsform

Personalausweis

Gewerbe-Anmeldung

Handelsregister-

Auszug

Gesellschafts-Vertrag

Freiberufler/in

ja




Kleingewerbe

ja

ja



GbR

ja, alle

ja


ja

Personenges. OHG, KG

ja, alle

ja

ja

ja plus Liste der Gesellschafter

Kapitalges. UG, GmbH

ja

ja

ja

Ja plus Liste der Gesellschafter

Biallo-Tipp: Online Ausweisfunktion nutzen!

Der  Personalausweis verfügt über eine Online-Ausweisfunktion für eine schnelle und einfache Identifizierung. Damit lassen sich Konten eröffnen, SIM-Karten freischalten oder Behördengänge erledigen.


Über den Autor Horst Biallo
Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.
  Horst Biallo
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