Auf einen Blick
  • Wer ein Unternehmen gründet, kommt mit einem privaten Girokonto nicht mehr aus.

  • Gründer, Selbstständige und Freiberufler haben eine breite Auswahl an günstigen Konten.

  • Reine Online-Konten kosten fast nichts, allerdings fordern Beratung und Bargeld ihren Preis.
Selbständige und Gründer haben gut lachen. Sie sind die neue Zielgruppe etablierter Banken und Fintechs.
Robert Knetsch / Shutterstock.com

Wer sich selbständig macht oder ein Unternehmen gründet, braucht ein Geschäftskonto. Egal ob Solo-Unternehmer, Freiberufler oder Geschäftsführer – mit einem Geschäftskonto behält er den Überblick, spart Zeit und kann sich auf das wirklich Wichtige konzentrieren: sein Business.

Biallo-Tipp

Sie suchen nicht nur nach einem Businesskonto, sondern auch nach einer überdurchschnittlich verzinsten Geldanlage? Eine sichere und attraktive Alternative sind Genossenschaftsanteile von Genossenschaftsbanken. Diese bieten Jahr für Jahr attraktive Dividenden, besonders die Genossenschaftsanteile der Volksbanken werfen hohe Renditen ab.

Das Geschäftskonto – ein Muss?

Das kommt darauf an. Für Kapitalgesellschaften (zum Beispiel AG, GmbH, UG), die juristische Personen sind, ist es ein Muss. Freiberufler oder Selbstständige dürfen – rein rechtlich – das private Girokonto nutzen. Jetzt kommt das Aber: Die meisten Banken verbieten das in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs). Bei Nichtbeachtung droht sogar die Konto-Kündigung.

Großer Vorteil eines separaten Kontos: Jeder (Jung-)Unternehmer profitiert von der Trennung von privaten Umsätzen und geschäftlichen Transaktionen. Das wird er spätestens bei Themen wie Buchhaltung, Steuererklärung oder einer betriebswirtschaftlichen Auswertung merken.

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Diese Punkte helfen, das passende Geschäftskonto zu finden 

Priorität vieler Jungunternehmer ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der Banken. Ein durchaus wichtiger Punkt. Doch wir meinen, das ist nicht alles. Das Geschäftskonto hat für einen Unternehmer eine andere Bedeutung als sein privates Girokonto. Es muss zu den Bedürfnissen passen und sollte einiges mehr in die Waagschale werfen als nur „günstig“ zu sein.

  1. Es geht schon damit los, dass die Bank die Rechtsform des Unternehmens akzeptiert. Denn einige Geldhäuser, die mit verlockenden Angeboten werben, akzeptieren nicht jede Rechtsform. N26 zum Beispiel akzeptiert nur Kleingewerbe und Freiberufler als Geschäftskunden. Wer eine GmbH plant, würde hier umsonst anfragen.

  2. Der Wohlfühlfaktor. Wo fühlen Sie sich gut aufgehoben? Klassisch in der Filiale, mit Ansprechpartner und Bargeldein- und auszahlungen? Oder gehören Sie zu den jungen Wilden? Die sich von Fintechs angesprochen fühlen und das gesamte Banking via Smartphone abwickeln?

  3. Finanzierung und Kredit. Wer auf Fördermittel hofft oder Hilfe bei der Finanzierung für Maschinen oder Waren braucht, sollte einen festen Ansprechpartner beziehungsweise Bankberater haben. Das bekommen Jungunternehmer in der Regel nur bei Filialbanken. Manchmal auch bei Direktbanken, die Serviceteams haben. Fintechs allerdings bieten (noch) keine Beratung an. Diese wird zumindest teilweise von Computern und Software übernommen.

  4. Jungunternehmer, die viel im Ausland unterwegs sind, müssen das unbedingt bei der Wahl beachten. Deswegen bitte einen Extra-Blick auf Gebühren für die Auslandsüberweisung in nicht EU-Länder, Kosten für Kreditkarten-Einsatz und Auszahlungen an Geldautomaten werfen.

  5. Ordnung dank Unterkonto. Wer zu dem Geschäftskonto Unterkonten einplant, sollte danach fragen: Gibt es welche? Mit eigener IBAN? Anzahl?

  6. Kosten und Gebühren: Was kosten Kontoführung, Überweisungen, Giro- oder Kreditkarte, Bargeldein- und auszahlungen. Das sind erst einmal die wesentlichen Themen, wenn wir uns einen Überblick über Kosten verschaffen. Dann geht’s an die Feinheiten: Ist die monatliche Kontoführungsgebühr umsonst, jedoch fallen hohe Kosten für Bargeldein- und auszahlungen an (die Shop-Inhaber haben)? Dann ist die Freude über eine kostenlose Kontoführung schnell dahin.

Filial-, Direkt-, Onlinebank oder Fintech?

Die Anbieter von Geschäftskonten können grob in drei Kategorien unterteilt werden: 

  • Klassische Filialbanken: Commerzbank, Sparkassen, VR Banken, etc.
  • Direkt- und reine Onlinebanken: ING, DKB, Comdirect, Targobank, etc.
  • Fintechs: N26, Fyrst, Kontist, etc.

1. Das spricht für eine Filialbank

Im Vergleich zu anonymen Internetbanken, die für Sie nur günstig den Zahlungsverkehr abwickeln, können Banken und Sparkassen mit Firmenkunden-Beratern doch ein bisschen mehr leisten. Sie verhelfen Ihnen zum Beispiel zu KfW-Krediten oder Zuschüssen, die gerade in der Gründungsphase oft sehr wichtig sind. Oder sie vergeben eigene Darlehen, die Sie für Ihre geschäftliche Expansion brauchen.

Wenn Sie beispielsweise eine Boutique eröffnen, werden viele Ihrer Kunden die Kleidungsstücke zwar mit der Girocard oder einer Kreditkarte zahlen, aber eben einige auch immer noch in bar. Dieses Bargeld werden Sie am Abend, nach Geschäftsschluss, sicher bei einem Geldinstitut einzahlen wollen. In diesem Fall kommen Sie an einer regionalen oder überregionalen Bank oder Sparkasse kaum vorbei.

  • Biallo-Tipp: Die Preise von überregionalen Anbietern wie Deutsche Bank, Targobank, Hypovereinsbank und Commerzbank sind bundesweit einheitlich. Ungleich hoch sind die Gebühren von Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken, da alle rechtlich selbstständige Institute sind.

Aber auch als Geschäftskunde der Postbank sollten Sie die unterschiedlichen Angebote und deren Gebühren, Services und Vorzüge genau prüfen. Konkret bietet die Postbank drei Firmenkonten an: Business Giro, Business Giro aktiv und Business Giro aktiv plus. Dabei ist zu beachten, dass es gewisse Zusatzleistungen der teureren Konten ohne Aufpreis gibt, beim günstigen Business Giro mit einer Monatsgebühr von 5,90 Euro kosten diese jedoch zusätzlich. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, vor jeder Firmenkonto-Eröffnung das eigene Zahlungsverhalten und die persönlichen Ansprüche unter die Lupe zu nehmen und Konten zu vergleichen.

2. Das anpassungsfähige Kontenmodell der Direktbank

Wer sein Konto hauptsächlich bargeldlos nutzt und auf klassische Bankdienstleistungen verzichtet, ist mit einem Geschäftskonto bei einer Dirketbank gut versorgt. Diese haben oft Kontenmodelle, die sich an den Bedürfnissen des Unternehmers orientieren. Wer jeden Monat viel Bewegung auf dem Konto hat, nimmt eines, das erst nach einigen Freiposten die Berechnung ansetzt. 

Ein Geschäftskonto mit klarer Ansage bei der Preisgestaltung bietet die DKB. Mit 15 Euro pro Monat sind Sie beim Businesskonto für Freiberufler und Kleinunternehmer dabei. Das Paket beinhaltet: Internet-Konto, DKB-VISA-Business-Card, 6,90 Prozent Zinsen beim Kontokorrentkredit, elektronischer Kontoauszug und Kreditkartenabrechnung sowie sicheres Internetbanking über StarMoney.

3. Fintechs: Günstiger Zahlungsverkehr – und sonst?

Die nachfolgenden Anbieter bieten Konten für den Zahlungsverkehr von Freiberuflern und Selbstständigen ohne monatliche Grundgebühr. Ganz kostenlos sind sie dennoch nicht, denn jede Gehaltszahlung an Mitarbeiter beispielsweise wird als einzelner Buchungsposten erfasst.

Die meisten Fintechs bieten eine bestimmte Anzahl kostenfreier Buchungen pro Monat. Aber fast alle anderen Leisten kosten – je nach Kontomodell – unterschiedlich viel Geld. Das gilt für:

  • Bargeldeinzahlungen und -auszahlungen (falls überhaupt möglich)
  • Girocard
  • Kreditkarte
  • Überweisungen ins Ausland.

Wir stellen vier dieser Geschäftskonten-Anbieter vor: 

N26

Das Berliner Fintech bietet Freelancern und Selbstständigen das Kontomodell N26 Business zu monatlich 0,00 Euro. Hier sind alle Online-Buchungsposten kostenfrei und es ist eine kostenlose Debit-Mastercard dabei. Mit dieser lässt sich weltweit gebührenfrei bezahlen und an Geldautomaten außerhalb Deutschlands kostenfrei Bargeld abheben. Innerhalb Deutschlands sind nur drei Auszahlungen monatlich kostenlos – jede weitere kostet 2,00 Euro. Daneben gibt es noch die etwas umfangreicher ausgestatteten Kontomodelle N26 Business You für 9,90 Euro und N26 Business Metall für 16,90 Euro im Monat. Pluspunkt: Mit sogenannten hilfreichen „Spaces“, also Unterkonten, kann übersichtlich Geld für zum Beispiel Steuern oder andere Sparziele beiseitegelegt werden. Gesonderte Regeln automatisieren Überweisungen zwischen dem Hauptkonto und den Spaces. Hinweis: Eine juristische Person kann bei der N26 jedoch kein Konto eröffnen. 

Fidor Bank
Dieses Geschäftskonto vergibt einen Aktivitätsbonus. Denn Fidor Smart kostet zwar zunächst 5,00 Euro im Monat, aber ab der elften Transaktion fallen die fünf Euro wieder weg und ist unterm Strich kostenfrei. Die digitale Debit Mastercard ist von Anfang an gebührenfrei, die physische Karte kostet allerdings 36 Euro im Jahr. Bargeld gibt es mit der Debitcard bei 12.000 Einzelhändlern. Die geduldete Überziehung ist hingegen mit 12,5 Prozent sehr teuer. Bareinzahlungen bei ausgesuchten Einzelhändlern sind möglich. Aber nur die ersten 100 Euro kosten nichts – danach 1,99 Prozent des Betrages. Und nur die erste Bargeldauszahlung beim Händler ist frei, jede weitere kostet 3,00 Euro.

Fyrst 
Fyrst ist eine Bank für Gründer, Freiberufler und Selbstständige. Dieser Geschäftsbereich der Postbank ist eine attraktive Mischung aus etablierter Bank und Fintech. Das heißt in der Praxis: Preise, Geschwindigkeit, Tools sind Fintech – also schnell und günstig. Bargeldein- und -auszahlungen an bis zu 10.000 Stellen deutschlandweit und qualifizierter Support durch ausgebildete Banker via Mail oder Telefon sind solides, etabliertes Banking.

Das Kontomodell BASE kostet 0,00 Euro und beinhaltet unter anderem 50 kostenlose Buchungsposten pro Monat. 75 kostenlose Buchungsposten sind es beim Modell COMPLETE für 10,00 Euro im Monat. Außerdem bietet Fyrst voll digital abschließbare Kredite ab 1,59 Prozent im Jahr.

Penta
Das Fintech bietet drei digitale Firmenkonten: Advanced, Premium und Ultimate. Die Advanced-Variante richtet sich an Jungunternehmer und Gründer und bietet für neun Euro monatliche Kontoführungsgebühr bis zu 100 Transaktionen innerhalb der SEPA-Zone kostenfrei pro Monat an.

Wer mit seinem Unternehmen schon besser dasteht, kann auf das etwas teurere Kontomodell Premium umsteigen. Für 19 Euro Kontoführungsgebühr pro Monat sind dann unter anderem bis zu 300 Überweisungen innerhalb der SEPA-Zone pro Monat kostenlos und bis zu vier zusätzliche Unterkonten für eine effizientere Finanzverwaltung inklusive.

Das Penta Ultimate ist für große Unternehmen mit komplexen Ansprüchen ans Business-Banking. Das Konto stellt Penta je nach individuellem Bedarf zusammen. Anfragen hierzu stellt man am besten per E-Mail.

  • Biallo-Tipp: Sie möchten wissen, welches Geschäftskonto beziehungsweise welche Bank und Kreditkarte Apple Pay, Google Pay oder Samsung Pay anbieten? In unseren neuesten Ratgebern zum Thema "Smartphone-Zahlung", listen wir alle Geldinstitute auf, die aktuell Apple, Google und Samsung Pay unterstützen. Hier geht´s zur Anbieterliste von: Apple Pay. Hier geht´s zur Anbieterliste von: Google Pay.


Rechner giroonline
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Sofortdispo 6,99%
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ING


Das benötigen Sie für die Eröffnung Ihres Geschäftskontos

Egal, wo das Konto eröffnet wird: Je nach Rechtsform sind Belege und Unterlagen vorzulegen. Diese Unterlagen sollten für die Kontoeröffnung parat liegen:

Rechtsform

Personalausweis

Gewerbe-Anmeldung

Handelsregister-

Auszug

Gesellschafts-Vertrag

Freiberufler/in

ja

Kleingewerbe

ja

ja

GbR

ja, alle

ja

ja

Personenges. OHG, KG

ja, alle

ja

ja

ja plus Liste der Gesellschafter

Kapitalges. UG, GmbH

ja

ja

ja

Ja plus Liste der Gesellschafter

Biallo-Tipp: Online Ausweisfunktion nutzen

Der  Personalausweis verfügt über eine Online-Ausweisfunktion für eine schnelle und einfache Identifizierung. Damit lassen sich Konten eröffnen, SIM-Karten freischalten oder Behördengänge erledigen.





  Horst Biallo

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