Auf einen Blick
  • Ein Konto im Plus und keinen Kredit am Laufen – die meisten Verbraucher meinen, dass somit ihre Bonität und Kreditwürdigkeit gesichert sind.

  • Doch es gibt weitere Faktoren, um die Kreditwürdigkeit zu halten oder gar zu verbessern. Welche Faktoren das sind und wie Sie diese beeinflussen können, lesen Sie in diesem Ratgeber.
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Ob Sie einen Kredit erhalten und wie gut die Kreditzinsen sind, ob sie beim Online-Shop auf Rechnung zahlen dürfen oder ob ein Vermieter Sie als neuen Mieter akzeptiert – dies alles kann von Ihrer Bonität abhängen. Doch was steckt eigentlich dahinter? Und wie können Sie Ihre Bonität verbessern?

 

Definition Bonität – was ist das?

Der Duden definiert Bonität als "einwandfreien Ruf einer Person oder Firma im Hinblick auf ihre Zahlungsfähigkeit oder Kreditwürdigkeit". Daher ist sie immer dann wichtig, wenn Sie beispielsweise einen Kredit aufnehmen, eine Wohnung mieten oder einen Smartphone-Vertrag abschließen möchten.

Es wird wenige Geschäftspartner geben, die einen Vertrag mit jemandem abschließen, der offensichtlich zahlungsunfähig oder -willig ist. Außerdem kann die entsprechende Bonität bessere Konditionen, sprich günstigere Kreditzinsen, bedeuten.

Bevor Sie also einen Kredit aufnehmen oder anfragen, sollten Sie Ihre Bonität prüfen. Denn selbst wenn Sie bisher ein tadelloses Zahlungsverhalten an den Tag gelegt haben und schuldenfrei sind, können Sie vielleicht noch etwas rausholen und Ihre Kreditwürdigkeit weiter verbessern.

Biallo-Tipp:

Wie genau funktioniert eigentlich die Schufa?  Alles zu Schufa-Eintrag und Co. erfahren Sie in unserem separaten Ratgeber.

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Was steht in einer Bonitätsauskunft?

Eine Bonitätsauskunft soll Auskunft darüber geben, ob Sie ein zuverlässiger Zahlungspartner sind. In der Regel geben Auskunfteien den Wert als numerischen Score an (zum Beispiel liegt der Schufa-Score zwischen null und hundert). Dieser Wert beschreibt die Kreditwürdigkeit. Verbraucher oder potenzielle Geschäftspartner und Kreditgeber können sich damit ein Bild über finanzielle Verpflichtungen und die Zahlungsmoral machen.

Bonitätsauskunft versus Selbstauskunft

Während die Bonitätsauskunft als Nachweis für Ihre Geschäftspartner dient, ist die Selbstauskunft für Sie gedacht, um Ihre hinterlegten Daten zu prüfen. Nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) müssen die Auskunfteien dem Verbraucher auf Wunsch kostenlos offenlegen, welche Daten zu ihm gespeichert sind. Eine ausführliche Anleitung, wie Sie eine Schufa-Auskunft kostenlos beantragen, finden Sie in einem weiteren Ratgeber.

 

Welche Auskunfteien gibt es?

Auskunfteien sammeln wirtschaftsrelevante Daten und Bonitätinformationen über Privatpersonen und Unternehmen und geben diese an Auftraggeber weiter. Die bekannteste Auskunftei ist die Schufa. Daneben gibt es weitere Wirtschaftsauskunfteien, von denen wir Ihnen in der folgenden Tabelle die wichtigsten vorstellen:

Auskunftei

Adresse

Antrag Selbstauskunft

Kosten

Schufa
Holding AG

SCHUFA Holding AG
Postfach 10 25 66
44725 Bochum

Kontaktformular online

Datenkopie kostenlos, Bonitätsauskunft 29,95€

Infoscore Consumer Data GmbH

infoscore Consumer Data GmbH
Rheinstraße 99
76532 Baden-Baden

Kontaktformular online

Auskunft kostenlos

Creditreform Boniversum GmbH Creditreform Boniversum GmbH
Hammfelddamm 13
41460 Neuss
 Kontaktformular online Auskunft kostenlos, digitale Sofortauskunft 5,90 Euro

Crif Bürgel GmbH

Crif GmbH
Team Selbstauskunft
Friesenweg 22
22763 Hamburg

Kontaktformular online

Selbstauskunft kostenlos, Bonitätsauskunft zur Vorlage beim Vermieter 23,95 Euro

Quelle: Biallo.de; nach eigener Recherche.

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Kreditwürdigkeit: Was bedeutet Bonität bei Krediten?

Möchten Sie einen Kredit aufnehmen, spielt die Bonität oft in zweifacher Hinsicht eine Rolle. Zunächst einmal entscheidet die Bank anhand Ihrer Bonität, ob Sie überhaupt einen Kredit erhalten. Darüber hinaus ist auch die Höhe des Zinssatzes bei vielen Kreditgebern bonitätsabhängig: Je besser Ihre Bonität ist, desto bessere Konditionen erhalten Sie. Ein Blick in den Biallo Ratenkredit Vergleich zeigt, dass bei bonitätsabhängigen Zinsen durchaus Zinsunterschiede von fünf Prozentpunkten und mehr möglich sind – bei ein und demselben Anbieter. Es gibt aber auch Kredite mit einheitlichem Zinssatz, den alle Kunden gleichermaßen erhalten. Hier entscheidet die Bonität lediglich darüber, ob man den Kredit bekommt oder eben nicht.

 

Tipps: So verbessern Sie Ihre Bonität

Die Bonität ist nicht in Stein gemeißelt. Sie verändert sich je nach finanzieller Situation und Zahlungsverhalten. Es gibt durchaus Stellschrauben, mit denen Sie Ihre Bonität verbessern können.

Selbstauskunft korrigieren lassen

Enthält Ihre Selbstauskunft falsche oder nicht mehr aktuelle Daten, können und sollten Sie diese zeitnah korrigieren lassen. Falsche Datensätze könnten bezahlte Forderungen sein oder getilgte Kredite, die nicht gelöscht wurden. Solche Daten verschlechtern den sogenannten Score-Wert und somit die Bonität. Fehlerhafte Daten und die Aufforderung zur Korrektur sollte die Auskunftei am besten schriftlich erhalten. Gibt es Unstimmigkeiten oder weigert sich die Auskunftei, einen Datensatz zu löschen, hat der Verbraucher die Möglichkeit, den Ombudsmann einzuschalten.

Zahlungen rechtzeitig vornehmen

Ganz weit oben auf der Liste "So verbessere ich meine Bonität" steht die eigene Zahlungsmoral. Mahnungen, Inkasso und eidesstattliche Erklärungen verschlechtern die Bonität extrem und schaden dem Ruf. Um erst gar nicht in Kalamitäten zu kommen, sollte sich jeder angewöhnen, Rechnungen gleich oder zumindest im angegebenen Zahlungszeitraum zu begleichen. Ganz nebenbei: Oft kann ein Kunde bei fristgerechter Zahlung den Rechnungsbetrag mit einem sogenannten Skonto schmälern. Eine Mahngebühr dagegen macht den Endbetrag nur noch teurer. Wer aber nur versehentlich einmal eine Rechnung ein paar Tage zu spät begleicht, muss keinen negativen Schufa-Eintrag fürchten. 

Schulden zuverlässig tilgen

Wer Schulden hat, sollte diese zuverlässig tilgen. Wer schuldenfrei ist oder nur geringe Kreditverpflichtungen, erhält leichter einen Kredit und gute Konditionen. Außerdem ist es für Verbraucher sowieso nicht ratsam, zu viele Schulden aufzutürmen. Die Gefahr ist groß, den Überblick zu verlieren. Und irgendwann schnappt die Schuldenfalle zu.

Aber: Ein ordnungsgemäß bedienter Kredit verbessert die Bonität. Denn er zeigt, dass Sie zuverlässig zahlen. So kann Ihre Bonität sogar besser ausfallen, als wenn Sie keinen Kredit aufgenommen hätten.

Viele Kleinkredite vermeiden

Die Null-Prozent-Finanzierung beim Elektromarkt oder der Kleinkredit beim Möbelhaus: Es ist einfach, einen kleinen Konsumkredit aufzunehmen und abzustottern. Aber: Die Aufnahme vieler kleiner Ratenkredite wirkt sich negativ auf den Kredit-Score aus. Besser ist es, einen größeren Kredit aufzunehmen, mit dem mehrere Anschaffungen finanziert werden können. Und natürlich sollte die die Finanzierungssumme zum Einkommen passen, so dass die Schulden problemlos zurückgezahlt werden können.

Wichtig: Möchten Sie einen Kredit abschließen, lohnt es sich, die Konditionen verschiedener Anbieter zu vergleichen. Aber aufgepasst: Achten Sie darauf, dass Sie nicht zahlreiche konkrete Kreditanfragen stellen. Dies wirkt sich negativ aus. Reine Konditionenanfragen wirken sich nicht auf das Scoring aus. Mit dem Biallo Ratenkredit Vergleich können Sie ganz einfach Konditionen vergleichen.

Konten und Karten mit Bedacht wählen

Ein Portemonnaie voll mit Kreditkarten ist für viele der Inbegriff von Wohlstand. Anders sehen das die Auskunfteien. Sie bewerten das Besitzen vieler Konten und Kreditkarten als negativ. Geschäftspartner stellen sich womöglich die Frage: "Will er die alle überziehen? Kann er sich das auf Dauer leisten? Behält er den Überblick?" Besser ist es, wenig benutzte Kreditkarten zu kündigen und Konten auf ein Minimum zu beschränken.

Hinweis: Hier geht es um Zahlungskonten, die auch mal im Minus sein können. DepotsFestgeld- und Tagesgeldkonten haben keinerlei negative Auswirkung.

Haben Sie eine Bank, mit der Sie unzufrieden sind, wechseln Sie das Kreditinstitut. Aber wählen Sie mit Bedacht aus. Ein häufiger Bankwechsel kann sich eher negativ auf die Bonität auswirken. Erweisen Sie sich hingegen über einen längeren Zeitraum als zuverlässiger Zahlungspartner, beeinflusst das die Bonität positiv.

Hoher Dispo ist gut – Überziehen ist schlecht

Je höher ein Dispokredit ist, desto besser schätzen Bank und Auskunftei die Kreditwürdigkeit des Kunden ein. Allerdings sollte der Bankkunde den Dispo nicht überziehen. Denn manche Kreditinstitute hinterlegen Überziehungskredite bei der Schufa. Ganz schlecht für die Bonität ist es, wenn die Bank den Dispositionskredit kündigt.

Ausgaben den Einkünften anpassen

Bei einer Kreditanfrage stellt die Bank die regelmäßigen Geldeingänge den regelmäßigen Verpflichtungen gegenüber. Wer immer mehr Ausgaben als Einnahmen hat, kann definitiv keine zusätzlichen Raten vertragen. Ist dagegen nach Abzug der Ausgaben genügend finanzieller Spielraum übrig, ist es wahrscheinlich, dass der Antragsteller den Kredit fristgerecht zurückzahlen wird.

 

Wie wirkt sich ein Kredit auf meine Bonität aus?

Schließen Sie einen Kredit ab, wirkt sich das nicht unbedingt schlecht auf Ihre Bonität aus. Das Gegenteil kann sogar der Fall sein. Die Kredithöhe muss natürlich zu Ihren finanziellen Mitteln passen. Und Sie müssen den Kredit ordnungsgemäß zurückzahlen. Dann kann er sich sogar positiv auf Ihre Bonität auswirken, denn Sie belegen, dass Sie ein verlässlicher Zahlungspartner sind. 

 

Weitere Fragen zum Thema Bonität und Kreditwürdigkeit

Wer darf Bonitätsinformationen abfragen?

Unternehmen mit einem sogenannten berechtigten Interesse dürfen laut Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) abfragen. Dazu zählen Unternehmen, die ein finanzielles Ausfallrisiko haben könnten. Zum Beispiel Geschäfte, die Konsumgüter auf Rechnung liefern, Handy- oder Kreditanträge prüfen.

Warum sind Anfragen in meiner Auskunft?

Diese Anfragen sind für Verbraucher zwölf Monate sichtbar, damit er sehen kann, welche Unternehmen Informationen angefragt haben.

Soll ich ganz auf Kreditkarten verzichten?

Nein. Aber es gilt: Eine gute ist besser als viele.

Meine Bank lehnt meinen Kreditantrag ab, was kann ich tun?

Bonität prüfen, Grund erfragen, bei einem anderen Institut anfragen.

Welche Daten sind bei der Schufa gespeichert?

  • Allgemeine Angaben wie Name, Adresse, Geburtsdatum
  • Allgemeine Daten über Finanzen wie Smartphone-Verträge, Leasing-Verträge, Kredit- und Konditionsanfragen, Girokonten
  • Zahlungsstörungen wie privater Konkurs, eidesstattliche Versicherungen, Mahnverfahren

Werden nur negative Merkmale gespeichert?

Nein. Je nach Auskunftei werden nur negative, nur positive oder negative und positive Daten in die Score-Berechnung miteinbezogen. Die Schufa wertet negative und positive aus.
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Über die Autorin Ines Baur

Ines Baur hat ihre journalistische Karriere beim Fernsehen begonnen. Nach der Geburt ihres dritten Sohnes hat sich die gelernte Bankkauffrau auf Print- und Online-Medien spezialisiert. Schwerpunktmäßig schreibt sie zu den Themen Frauen und Finanzen, finanzielle Bildung, Frauen und Alters-Vorsorge, Frauen und finanzielle Selbständigkeit.

Co-Autoren:
  Sabina Hoerder
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