Finanzen

Bonität verbessern: So steigern Sie Ihre Kreditwürdigkeit

Ines Baur
Autorin
Redaktion
Redakteur
Aktualisiert am: 20.04.2026

Auf einen Blick

  • Die Bonität entscheidet über Kreditvergabe und Zinsen.
  • Sie lässt sich durch gezieltes Verhalten nachhaltig verbessern.
  • Fehlerhafte Daten und zu viele Kreditanfragen verschlechtern den Score.
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Die Bonität beeinflusst Kreditvergabe und Konditionen. Durch gezielte Maßnahmen können Verbraucher ihre Kreditwürdigkeit verbessern und bessere Finanzangebote erhalten.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Ihre Bonität entscheidet darüber, ob Sie einen Kredit erhalten und zu welchen Konditionen. Sie lässt sich durch korrektes Zahlungsverhalten, weniger Kreditanfragen und bereinigte Daten gezielt verbessern.

Seit 2026 werden Bonitätsbewertungen zunehmend transparenter, etwa durch neue Score-Modelle. Umso wichtiger ist es, die eigenen Daten und Einflussfaktoren zu kennen.

Was bedeutet Bonität? Definition und Bedeutung

Bonität beschreibt die Fähigkeit und Bereitschaft einer Person, finanzielle Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen und gilt als zentraler Maßstab für die Kreditwürdigkeit.

Der Duden definiert Bonität als "einwandfreien Ruf einer Person oder Firma im Hinblick auf ihre Zahlungsfähigkeit oder Kreditwürdigkeit". Daher ist sie immer dann wichtig, wenn Sie beispielsweise einen Kredit aufnehmen, eine Wohnung mieten oder einen Smartphone-Vertrag abschließen möchten.

Es wird wenige Geschäftspartner geben, die einen Vertrag mit jemandem abschließen, der offensichtlich zahlungsunfähig oder -willig ist. Außerdem kann die entsprechende Bonität bessere Konditionen, sprich günstigere Kreditzinsen, bedeuten.

Bevor Sie also einen Kredit aufnehmen oder anfragen, sollten Sie Ihre Bonität prüfen. Denn selbst wenn Sie bisher ein tadelloses Zahlungsverhalten an den Tag gelegt haben und schuldenfrei sind, können Sie vielleicht noch etwas rausholen und Ihre Kreditwürdigkeit weiter verbessern.

Was steht in einer Bonitätsauskunft?

Seit 2026 erfolgt die Bewertung häufig über ein Punktesystem, das die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls abbildet.

Eine Bonitätsauskunft soll Auskunft darüber geben, ob Sie ein zuverlässiger Zahlungspartner sind. In der Regel geben Auskunfteien den Wert als numerischen Score an (seit 2026 meist auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten). Dieser Wert beschreibt die Kreditwürdigkeit. Verbraucher oder potenzielle Geschäftspartner und Kreditgeber können sich damit ein Bild über finanzielle Verpflichtungen und die Zahlungsmoral machen.

Bonitätsauskunft versus Selbstauskunft

Während die Bonitätsauskunft als Nachweis für Ihre Geschäftspartner dient, ist die Selbstauskunft für Sie gedacht, um Ihre hinterlegten Daten zu prüfen. Nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) müssen die Auskunfteien dem Verbraucher auf Wunsch kostenlos offenlegen, welche Daten zu ihm gespeichert sind.

Wie genau der Schufa-Score funktioniert und welche Daten gespeichert werden, erfahren Sie in unserem ausführlichen Schufa-Ratgeber.

Welche Auskunfteien gibt es in Deutschland?

Auskunfteien sammeln wirtschaftsrelevante Daten und Bonitätsinformationen über Privatpersonen und Unternehmen und geben diese an Auftraggeber weiter. Die Datenverarbeitung erfolgt auf Grundlage der DSGVO und des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG).

Die bekannteste Auskunftei ist die Schufa. Daneben gibt es weitere Wirtschaftsauskunfteien, von denen wir Ihnen in der folgenden Tabelle die wichtigsten vorstellen:

AuskunfteiAdresseAntrag SelbstauskunftKosten
SchufaHolding AGSCHUFA Holding AG
Postfach 10 25 66
44725 Bochum
Kontaktformular onlineDatenkopie kostenlos, Bonitätsauskunft 29,95€
 
Infoscore Consumer Data GmbHinfoscore Consumer Data GmbH
Rheinstraße 99
76532 Baden-Baden
Kontaktformular online
 
Auskunft kostenlos
Creditreform Boniversum GmbHCreditreform Boniversum GmbH
Hammfelddamm 13
41460 Neuss
Kontaktformular onlineAuskunft kostenlos, digitale Sofortauskunft 5,90 Euro
Crif Bürgel GmbHCrif GmbH
Team Selbstauskunft
Friesenweg 22
22763 Hamburg
Kontaktformular onlineSelbstauskunft kostenlos, Bonitätsauskunft zur Vorlage beim Vermieter 23,95 Euro
 
Quelle: Biallo.de; nach eigener Recherche.

Wie beeinflusst die Bonität Ihren Kredit?

Möchten Sie einen Kredit aufnehmen, spielt die Bonität oft in zweifacher Hinsicht eine Rolle. Zunächst einmal entscheidet die Bank anhand Ihrer Bonität, ob Sie überhaupt einen Kredit erhalten. Darüber hinaus ist auch die Höhe des Zinssatzes bei vielen Kreditgebern bonitätsabhängig: Je besser Ihre Bonität ist, desto bessere Konditionen erhalten Sie. Ein Blick in den Ratenkredit-Vergleich von biallo.de zeigt, dass bei bonitätsabhängigen Zinsen durchaus Zinsunterschiede von fünf Prozentpunkten und mehr möglich sind – bei ein und demselben Anbieter. Es gibt aber auch Kredite mit einheitlichem Zinssatz, den alle Kunden gleichermaßen erhalten. Hier entscheidet die Bonität lediglich darüber, ob man den Kredit bekommt oder eben nicht.

Bonität verbessern: Die wichtigsten Maßnahmen

Die Bonität wird regelmäßig neu bewertet und kann sich durch Ihr Verhalten verändern. Sie verändert sich je nach finanzieller Situation und Zahlungsverhalten. Es gibt durchaus Stellschrauben, mit denen Sie Ihre Bonität verbessern können.

Fehlerhafte Daten korrigieren

Enthält Ihre Selbstauskunft falsche oder nicht mehr aktuelle Daten, können und sollten Sie diese zeitnah korrigieren lassen. Falsche Datensätze könnten bezahlte Forderungen sein oder getilgte Kredite, die nicht gelöscht wurden. Solche Daten verschlechtern den sogenannten Score-Wert und somit die Bonität. Fehlerhafte Daten und die Aufforderung zur Korrektur sollte die Auskunftei am besten schriftlich erhalten. Gibt es Unstimmigkeiten oder weigert sich die Auskunftei, einen Datensatz zu löschen, hat der Verbraucher die Möglichkeit, die Ombudsfrau der Schufa einzuschalten.

Rechnungen pünktlich bezahlen

Ganz weit oben auf der Liste "So verbessere ich meine Bonität" steht die eigene Zahlungsmoral. Mahnungen, Inkasso und Vermögensauskunft (früher eidesstattliche Versicherung) verschlechtern die Bonität extrem und schaden dem Ruf. Um erst gar nicht in Kalamitäten zu kommen, sollte sich jeder angewöhnen, Rechnungen gleich oder zumindest im angegebenen Zahlungszeitraum zu begleichen. Ganz nebenbei: Oft kann ein Kunde bei fristgerechter Zahlung den Rechnungsbetrag mit einem sogenannten Skonto schmälern. Eine Mahngebühr dagegen macht den Endbetrag nur noch teurer. Wer aber nur versehentlich einmal eine Rechnung ein paar Tage zu spät begleicht, muss keinen negativen Schufa-Eintrag fürchten. Verspätete Zahlungen können gemeldet werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (§ 31 BDSG).

Kredite sinnvoll nutzen

Wer Schulden hat, sollte diese zuverlässig tilgen. Wer schuldenfrei ist oder nur geringe Kreditverpflichtungen, erhält leichter einen Kredit und gute Konditionen. Außerdem ist es für Verbraucher sowieso nicht ratsam, zu viele Schulden aufzutürmen. Die Gefahr ist groß, den Überblick zu verlieren. Und irgendwann schnappt die Schuldenfalle zu.

Aber: Ein ordnungsgemäß bedienter Kredit verbessert die Bonität. Denn er zeigt, dass Sie zuverlässig zahlen. So kann Ihre Bonität sogar besser ausfallen, als wenn Sie keinen Kredit aufgenommen hätten.

Zu viele Kredite vermeiden

Die Null-Prozent-Finanzierung beim Elektromarkt oder der Kleinkredit beim Möbelhaus: Es ist einfach, einen kleinen Konsumkredit aufzunehmen und abzustottern. Aber: Die Aufnahme vieler kleiner Ratenkredite wirkt sich negativ auf den Kredit-Score aus. Besser ist es, einen größeren Kredit aufzunehmen, mit dem mehrere Anschaffungen finanziert werden können. Und natürlich sollte die die Finanzierungssumme zum Einkommen passen, so dass die Schulden problemlos zurückgezahlt werden können.

Wichtig: Möchten Sie einen Kredit abschließen, lohnt es sich, die Konditionen verschiedener Anbieter zu vergleichen. Aber aufgepasst: Achten Sie darauf, dass Sie nicht zahlreiche konkrete Kreditanfragen stellen. Dies wirkt sich negativ aus. Reine Konditionenanfragen wirken sich nicht auf das Scoring aus. Mit dem Ratenkredit-Vergleich von biallo.de können Sie ganz einfach Konditionen vergleichen.

Konten und Kreditkarten optimieren

Ein Portemonnaie voll mit Kreditkarten ist für viele der Inbegriff von Wohlstand. Anders sehen das die Auskunfteien. Sie bewerten das Besitzen vieler Konten und Kreditkarten als negativ. Geschäftspartner stellen sich womöglich die Frage: "Will er die alle überziehen? Kann er sich das auf Dauer leisten? Behält er den Überblick?" Besser ist es, wenig benutzte Kreditkarten zu kündigen und Konten auf ein Minimum zu beschränken.

Hinweis: Hier geht es um Zahlungskonten, die auch mal im Minus sein können. Depots, Festgeld- und Tagesgeldkonten haben keinerlei negative Auswirkung.

Haben Sie eine Bank, mit der Sie unzufrieden sind, wechseln Sie das Kreditinstitut. Aber wählen Sie mit Bedacht aus. Ein häufiger Bankwechsel kann sich eher negativ auf die Bonität auswirken. Erweisen Sie sich hingegen über einen längeren Zeitraum als zuverlässiger Zahlungspartner, beeinflusst das die Bonität positiv.

Dispo verantwortungsvoll nutzen

Je höher ein Dispokredit ist, desto besser schätzen Bank und Auskunftei die Kreditwürdigkeit des Kunden ein. Allerdings sollte der Bankkunde den Dispo nicht überziehen. Denn manche Kreditinstitute hinterlegen Überziehungskredite bei der Schufa. Ganz schlecht für die Bonität ist es, wenn die Bank den Dispositionskredit kündigt.

Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht halten

Bei einer Kreditanfrage stellt die Bank die regelmäßigen Geldeingänge den regelmäßigen Verpflichtungen gegenüber. Wer immer mehr Ausgaben als Einnahmen hat, kann definitiv keine zusätzlichen Raten vertragen. Ist dagegen nach Abzug der Ausgaben genügend finanzieller Spielraum übrig, ist es wahrscheinlich, dass der Antragsteller den Kredit fristgerecht zurückzahlen wird.

Wie wirkt sich ein Kredit auf die Bonität aus?

Schließen Sie einen Kredit ab, wirkt sich das nicht unbedingt schlecht auf Ihre Bonität aus. Das Gegenteil kann sogar der Fall sein. Die Kredithöhe muss natürlich zu Ihren finanziellen Mitteln passen. Und Sie müssen den Kredit ordnungsgemäß zurückzahlen. Dann kann er sich sogar positiv auf Ihre Bonität auswirken, denn Sie belegen, dass Sie ein verlässlicher Zahlungspartner sind.

FAQ: Häufige Fragen zur Bonität

Die folgenden Fragen beantworten typische Unsicherheiten rund um Bonität und Kreditwürdigkeit.

Wer darf meine Bonität prüfen?

Unternehmen dürfen Bonitätsdaten abfragen, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt, etwa bei Krediten oder Käufen auf Rechnung (§ 31 BDSG).

Verschlechtern Kreditanfragen meinen Score?

Nur konkrete Kreditanfragen wirken sich negativ aus. Reine Konditionenanfragen bleiben ohne Einfluss.

Kann ich meine Bonität schnell verbessern?

Kurzfristig sind Verbesserungen begrenzt möglich. Langfristig wirken sich korrektes Zahlungsverhalten und stabile Finanzen positiv aus.

Werden nur negative Daten gespeichert?

Nein, laut Schufa sind über 90 Prozent der gespeicherten Daten positiv.

Checkliste: So verbessern Sie Ihre Bonität

Diese Maßnahmen helfen Ihnen, Ihre Kreditwürdigkeit nachhaltig zu verbessern:

  • Rechnungen immer pünktlich bezahlen
  • Selbstauskunft regelmäßig prüfen
  • unnötige Konten und Kreditkarten kündigen
  • Kreditanfragen gezielt stellen
  • finanzielle Verpflichtungen überschaubar halten
Ines Baur hat ihre journalistische Karriere beim Fernsehen begonnen. Nach der Geburt ihres dritten Sohnes hat sich die gelernte Bankkauffrau auf Print- und Online-Medien spezialisiert. Schwerpunktmäßig schreibt sie zu den Themen Frauen und Finanzen, finanzielle Bildung, Frauen und Alters-Vorsorge, Frauen und finanzielle Selbständigkeit.

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