Auf einen Blick
  • Die sogenannte Null-Prozent-Finanzierung wird häufig in Möbelhäusern, Elektromärkten und Autohäusern angeboten.

  • Anders als der Name verspricht, lauern dennoch Kostenfallen.

  • In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche Vor- und Nachteile Null-Prozent-Finanzierungen haben, warum es am Ende doch recht teuer werden kann und was die Alternativen sind.
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Wer sich Geld leiht, muss dafür etwas mehr wieder zurückzahlen. So haben wir das mal gelernt. Die Differenz ist der Zins. Doch seit einigen Jahren macht sich eine neue Art der Finanzierung breit: die Null-Prozent-Finanzierung.

 

Null-Prozent-Finanzierung im Einzelhandel oder Onlineshop

Im Elektronikfachmarkt, Möbelhaus oder im Baumarkt – vielerorts finden Sie Werbung für sogenannte Null-Prozent-Finanzierungen. Sie können also einkaufen, ohne gleich den kompletten Kaufpreis begleichen zu müssen. Stattdessen stottern Sie ihn Monat für Monat in Raten ab. In der Praxis handelt es sich dabei meist um einen Ratenkredit, den der Händler in Zusammenarbeit mit einem Kreditinstitut anbietet. Und dafür fallen nicht einmal Mehrkosten an? Was auf den ersten Blick verlockend klingt, sehen Verbraucherschützer kritisch. Es lauern Fallen und versteckte Kosten.

1,50 Prozent: Diese Tagesgeldzinsen können sich sehen lassen!

Mit einem Tagesgeldkonto lässt es sich bekanntermaßen einfach und flexibel sparen. Doch damit rentable Zinsen einzufahren, das war lange Zeit nicht möglich. Noch im September lag das beste Tagesgeld-Angebot im Biallo-Vergleich bei 0,55 Prozent pro Jahr. Heute gibt’s schon nahezu das Dreifache. So erhalten Sie 1,50 Prozent garantiert für die ersten vier Monate bis 100.000 Euro mit dem Tagesgeld Plus der Raiffeisenbank im Hochtaunus. Da geht was!  Jetzt mehr erfahren!
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Ganz klar: Wenn die Waschmaschine kaputt ist, schnell eine neue her muss, aber auf dem Konto Ebbe herrscht, kann eine Null-Prozent-Finanzierung ausgesprochen hilfreich sein. Sie verleitet in anderen Fällen aber auch zu unnötigem Konsum und ist längst nicht immer kostenfrei. Vor- und Nachteile im Überblick:

Vorteile der Null-Prozent-Finanzierung im Handel

  • Dringende Anschaffungen lassen sich so schnell und unkompliziert finanzieren.
  • Bestenfalls ist die Null-Prozent-Finanzierung tatsächlich kostenlos.
  • Abschluss ist oft ohne größere Hürden möglich.

Nachteile der Null-Prozent-Finanzierung im Handel

  • Die Null-Prozent-Finanzierung verlockt zu unüberlegtem Konsum. Schlimmstenfalls droht am Ende die Schuldenfalle.
  • Möglicherweise ist die Finanzierung zwar kostenlos, aber dafür das Produkt teurer, als wenn Sie es ohne Finanzierung bei einem anderen Anbieter kaufen würden.
  • Möglicher Verhandlungsspielraum beim Preis kann eingeschränkt sein.
  • Zuweilen läuft die Null-Prozent-Finanzierung über eine Kreditkarte. Zahlt der Kreditnehmer die Raten nicht schnell zurück, können saftige Zinsen anfallen. Ebenso können hohe Zinsen anfallen, wenn ein zusätzlicher Verfügungsrahmen über den eigentlichen Einkauf hinaus angeboten wird.
  • Müssen Sie regelmäßig einen Dispokredit in Anspruch nehmen, um die Kreditraten zurückzuzahlen, kann das die Null-Prozent-Finanzierung ziemlich teuer machen. Schließlich liegen Dispozinsen in der Regel deutlich höher als Ratenkreditzinsen. Zum Vergleich: Laut Biallo-Index fallen für Dispokredite aktuell durchschnittlich 10,02 Prozent Effektivzins an. Für Ratenkredite mit 36 Monaten Laufzeit sind es immerhin nur 5,59 Prozent Effektivzins.

Biallo-Tipp: Widerruf und mangelhafte Ware

Gut zu wissen: Auch bei Null-Prozent-Finanzierungen haben Sie ein Widerrufsrecht. Bei Krediten ab 200 Euro und einer Laufzeit von mindestens drei Monaten können Sie den Vertrag innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen (Paragraf 514 BGB). Wenn die gekaufte Ware Mängel aufweist und der Verkäufer nicht nachbessert, dürfen Sie die Ratenzahlungen kürzen. Anders als früher gelten Kaufvertrag und Kreditvertrag nicht mehr als einzelne voneinander losgelöste Verträge. Darauf weist die Verbraucherzentrale Hamburg hin.
 

Null-Prozent-Finanzierung beim Autokauf

Auch beim Autokauf bieten Kfz-Händler erschwingliche Kredite oder sogar Null-Prozent-Finanzierungen an. Die Vor- und Nachteile sind ähnlich wie im Möbelhaus oder Elektronik-Fachmarkt.

Vorteile der Null-Prozent-Finanzierungen beim Autokauf

  • Schnelle und unkomplizierte Finanzierung.
  • Bestenfalls deutliche Kostenersparnis im Vergleich zum üblichen verzinsten Kredit.

Nachteile der Null-Prozent-Finanzierungen beim Autokauf

  • Wer eine Null-Prozent-Finanzierung über den Händler abschließt, hat möglicherweise weniger Spielraum bei der Preisverhandlung als Barzahler.
  • Auch hier sollten Kreditnehmer genau prüfen, ob Zusatzkosten entstehen.
  • Möglicherweise verleitet auch hier die Null-Prozent-Finanzierung dazu, mehr Geld für ein Auto auszugeben, als angeraten wäre.
  • Handelt es sich um einen sogenannten Ballonkredit, winkt am Ende eine sehr hohe Schlussrate. Sie sollten gut überlegen, ob und wie Sie diese bezahlen können.

Tipp: Ausführliche Informationen rund um die Neuwagenfinanzierung finden Sie in einem weiteren Ratgeber.

Zinsersparnis nutzen! Mehr als 70 Prozent sind drin.

Es ist Monatsende, auf dem Girokonto herrscht Ebbe und Ihre neue Kreditkartenabrechnung wird fällig. Damit der teure Dispokredit erst gar nicht zum Einsatz kommt, sollten Sie auf einen Rahmenkredit umsatteln. Beim Rahmenkredit der Volkswagen Bank, profitieren Sie als Neukunde von einem Aktionszins in Höhe von nur 2,99 Prozent effektiv im Jahr. Im Vergleich zum teuren Dispo ist damit eine Zinsersparnis von mehr als 70 Prozent möglich.  Überzeugen Sie sich selbst!
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Alternativen zur 0 Prozent Finanzierung im Handel und im Autohaus

Am besten ist es natürlich, keine Waren auf Pump kaufen zu müssen. Doch nicht immer lässt sich das vermeiden. Ist das Geld knapp, ist es umso wichtiger, genau zu vergleichen. Es kann sich lohnen, auch den Abschluss eines Ratenkredits oder Autokredits mit in die Überlegungen einzubeziehen. Damit können Sie möglicherweise günstiger fahren als mit einer Null-Prozent-Finanzierung mit höheren Folgekosten.

Ratenkredite als Alternative zur Null-Prozent-Finanzierung

Der Biallo Ratenkredit-Vergleich weist aktuell Angebote mit deutlich weniger als ein Prozent Zinsen aus. Allerdings sind diese Kredite bonitätsabhängig, wie beispielsweise bei der Deutschen Skatbank. Den niedrigsten Zinssatz gibt es nur bei optimaler Bonität. Die allermeisten Kundinnen und Kunden müssen deutlich mehr zahlen. Andere Kreditinstitute wie die Bank of Scotland und die Deutsche Kreditbank (DKB) arbeiten mit Festzinsen: Den Kredit gibt es zu einem festen Zinssatz und je nach Bonität bekommen Kunden das Darlehen – oder eben nicht.

Autokredite als Alternative zur Null-Prozent-Finanzierung

Manche Geldhäuser geben Autokredite noch etwas günstiger aus als übliche Ratenkredite. Dafür gehört das Auto während der Laufzeit des Autokredits nicht Ihnen, sondern der Bank. Denn bei vielen Kreditinstituten müssen Sie den Kfz-Brief bei der Bank als Sicherheit hinterlegen. Doch es gibt auch Ausnahmen, wie bei dem Autokredit der ING mit aktuell 2,59 Prozent effektivem Jahreszins.

 

Fazit

Egal, für welche Art der Finanzierung Sie sich entscheiden: An einem Vergleich und einem gründlichen Blick in die Kreditbedingungen führt kein Weg vorbei. Lässt sich beim Händler tatsächlich zu null Prozent Zinsen finanzieren, ist das natürlich deutlich günstiger als ein Raten- oder Autokredit. Müssen Sie dafür allerdings einen höheren Preis akzeptieren, als möglicherweise bei der Konkurrenz ohne Null-Prozent-Finanzierung fällig wäre, kann die Waage rasch zur anderen Seite ausschlagen. Gleiches gilt, wenn die augenscheinlich kostenlose Finanzierung hohe Folgekosten nach sich zieht.


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Über die Autorin Sabina Hoerder
Studiert habe ich Germanistik und Soziologie in Osnabrück. Nach Praktika bei ZDF, taz, NDR und Co. sowie freier Mitarbeit bei der Neuen Osnabrücker Zeitung folgte mein Volontariat bei biallo.de. Seit 2009 bin ich Redakteurin.   Berufsbegleitend habe ich Umweltwissenschaften studiert und mich auf den Bereich Energie spezialisiert. Für biallo.de bearbeite ich unter anderem Themen wie den Stromanbieterwechsel oder Energiesparmöglichkeiten im Haus.   Vorwiegend kümmere ich mich im Moment um unsere Print-Aktivitäten. Ich betreue unser „Thema der Woche“ sowie Serien, die wir an Tageszeitungen deutschlandweit liefern.
Co-Autoren:
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