EZB verschiebt Zinswende: Erneuter Tiefschlag für Sparer

Tagesgeld für Neukunden EZB verschiebt Zinswende: Erneuter Tiefschlag für Sparer

Update: 09.03.2019
Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
09.03.2019 Update: 09.03.2019
Auf einen Blick
  • Die EZB hat die Hoffnung vieler Sparer, dass die Zinsen bald steigen könnten, jäh beendet.

  • Die Tagesgeldzinsen verharren im Schnitt bei 0,16 Prozent. Nach den jüngsten EZB-Aussagen sind neue Tiefs nicht ausgeschlossen.

  • Wer das Maximum beim Tagesgeld herausholen will, muss öfter den Anbieter wechseln. 
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Die Europäische Zentralbank hat die Zinswende auf 2020 verschoben. Bislang hieß es von Seiten der EZB, dass die Leitzinsen "mindestens über den Sommer 2019" bei null Prozent bleiben werden. Das ließ eigentlich auf eine erste Zinserhöhung noch in diesem Jahr schließen.

Nun heißt der Wortlaut aber: "mindestens bis Ende 2019", was für viele Marktteilnehmer zum aktuellen Zeitpunkt doch überraschend kommt.

Schlechtes Signal für Sparzinsen

Die neue Wortwahl bedeutet nichts Gutes für Sparer. Die Hoffnung, dass die Sparzinsen bald steigen könnten, wurde zunichte gemacht. Durchaus möglich, dass infolge der jüngsten EZB-Aussagen viele Banken ihre Konditionen beim Festgeld und Tagesgeld weiter herunterschrauben.

Laut Biallo-Index liegen die Durchschnittszinsen beim Tagesgeld derzeit bei mageren 0,16 Prozent. Das ist nur ein Basispunkt höher als das Allzeittief zum Jahresanfang.

Wer das Maximum beim Tagesgeld herausholen will, muss öfter den Anbieter wechseln. Schließlich winken für Neukunden derzeit noch bis zu ein Prozent Zinsen – für drei bis vier Monate garantiert. Ob das allerdings in den kommenden Wochen so bleiben wird, ist angesichts des EZB-Kurswechsels fraglich.

  • Biallo-Tipp: Ob es sich um ein Neukunden-Angebot handelt, sehen Sie in der Produktdetailseite in unserem Tagesgeld-Vergleich.

Die besten Neukunden-Angebote im März:

Anbieter

Aktionzins p.a.

Zinsgarantie

Anlagebetrag für Aktionszins

Einlagensicherung

Advanzia Bank

1,00 %

drei Monate, danach 0,40 %

5.000 bis 1 Mio. €

100.000 € pro Person / Luxemburg

ING

1,00 %

vier Monate, danach 0,01 %

bis 50.000 €

100.000 € pro Person / Deutschland


Renault Bank Direkt

0,70 %

drei Monate, danach 0,35 %


bis 500.000 €

100.000 € pro Person / Frankreich

Rabodirect*

0,66 %

vier Monate, danach 0,30 %


bis 75.000 €

100.000 € pro Person / Niederlande

Barclays

0,25 %

zwölf Monate, danach 0,05 %

bis 100.000 €

100.000 € pro Person / Irland

Stand: 8. März 2019.

*Angebot ist bis zum 31. Mai 2019 befristet.

Advanzia Bank: Das Advanzia-Tagesgeldkonto hat sich mit seinen überdurchschnittlich hohen Zinsen zu einer echten Alternative für deutsche Sparer entwickelt. Der Aktionszins von 1,00 Prozent pro Jahr gilt für die ersten drei Monate bei einer Anlagesumme von 5.000 bis 1.000.000 Euro. Ab dem vierten Monat greift der Bestandskundenzins von immer noch 0,40 Prozent. Den Aktionszins können nur Kunden beanspruchen, die wirklich noch nie ein Tagesgeldkonto bei der Advanzia hatten.

  • Hinweis: Anleger sollten sich der steuerlichen Besonderheiten bewusst sein, da die Kontoführung nach luxemburgischem Recht erfolgt. Das Konto wird nämlich direkt bei der luxemburgischen Advanzia Bank S.A. geführt und nicht, wie bei anderen ausländischen Banken (zum Beispiel bei der Renault Bank Direkt oder bei Moneyou), bei einer deutschen Niederlassung oder einem deutschen Direktbank-Ableger.

ING: Deutschlands größte Direktbank lockt Neukunden mit einem Bonuszins von 1,00 Prozent pro Jahr für Anlagen bis 50.000 Euro. Die Zinsgarantie beträgt vier Monate. Achtung: Danach gilt nur noch der variable Bestandskunden-Zins in Höhe von 0,01 Prozent! Als Neukunde gilt, wer in den vergangenen zwölf Monaten kein Tagesgeldkonto bei der ING geführt hat.

Renault Bank Direkt: Der Aktionszins in Höhe von 0,70 Prozent pro Jahr ist für drei Monate festgeschrieben und gilt für Anlagen bis 500.000 Euro. Für Beträge darüber erhalten Neukunden 0,40 Prozent. Ab dem vierten Monat werden Anlagen bis 500.000 Euro mit dem variablen Zinssatz von aktuell 0,35 Prozent verzinst, Einlagen darüber mit 0,25 Prozent.

Rabodirect: Wer bis zum 31. Mai 2019 ein Tagesgeldkonto bei der Rabodirect eröffnet, erhält zusätzlich zum aktuell geltenden Zinssatz von 0,30 Prozent pro Jahr, ein sogenanntes Zinsplus von 0,36 Prozent. Somit kommen Neukunden auf einen Tagesgeldzins von insgesamt 0,66 Prozent pro Jahr – für vier Monate garantiert bis maximal 75.000 Euro. Auch Bestandskunden profitieren von der Zinsaktion. Das Zinsplus für Bestandskunden gilt allerdings nur für "neues" Geld, sprich Geld, das von einem externen Konto auf das Rabo-Tagesgeldkonto eingezahlt wird, ebenfalls bis maximal 75.000 Euro.

  • Hinweis: Manche Anbieter sind nicht verlinkt, da sie über uns derzeit keine neuen Kunden akquirieren wollen. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" transparent offengelegt.
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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de