Tagesgeld für Neukunden: Bis zu zwei Prozent für Zinsjäger

Geldanlage Tagesgeld für Neukunden: Bis zu zwei Prozent für Zinsjäger

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
14.08.2018
Auf einen Blick
  • Neukunden erhalten in der Regel bessere Konditionen beim Tagesgeld als Bestandskunden.
  • Läuft der Garantiezins für Neukunden aus, müssen sich Sparer mit weniger Zinsen begnügen.
  • Anleger sollten nicht versäumen, das Konto rechtzeitig zu kündigen und anschließend zu einem besseren Anbieter zu wechseln.
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Draghi bleibt stur: Der Präsident der Europäischen Zentralbank hält an seiner Nullzinspolitik fest. Die Leitzinsen werden mindestens "über den Sommer 2019" auf dem aktuellen Niveau bleiben, sagte Draghi auf der jüngsten EZB-Sitzung am 26. Juli in Frankfurt. Trotz steigender Inflation.

Doch es gibt einen zarten Hoffnungsschimmer: Die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen ziehen leicht an. Sie sind ein wichtiger Vorlaufindikator für die Kapitalmarktzinsen. Dadurch sollten die Tagesgeldzinsen kurz- bis mittelfristig zumindest Unterstützung erhalten.

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Der Blick auf den Biallo-Tagesgeld-Index ist derzeit allerdings eher ernüchternd: Bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro werden aktuell im Schnitt nur 0,16 Prozent Zinsen bezahlt. Immerhin ein Basispunkt mehr als das Allzeittief vor acht Wochen.

Anlegern bleibt nichts anderes übrig, als die Tagesgeld-Angebote gründlich zu vergleichen und sich die Rosinen herauszupicken. Dabei sollten Verbraucher ein besonderes Augenmerk auf spezielle Neukunden-Aktionen werfen. Denn Banken locken neue Kundschaft mit attraktiven Bonus-Zinsen.

  • Biallo-Tipp: Ob es sich um ein Neukunden-Angebot handelt, sehen Sie in der Produktdetailseite in unserem Tagesgeld-Vergleich.

Die besten Neukunden-Angebote im August

AnbieterAktionzins p.a.ZinsgarantieAnlagebetrag für AktionszinsEinlagensicherung  
ING-Diba2,00 %(Bedingung s. u.)vier Monate, danach 0,01 % p.a.bis 25.000 €100.000 € pro Person / Deutschland             
Advanzia Bank1,00 %drei Monate, danach 0,50 %5.000 bis 1.000.000 €100.000 € pro Person / Luxemburg
Consorsbank0,60 %sechs Monate, danach 0,01 %bis 25.000 €100.000 € pro Person / Deutschland
Renault Bank Direkt0,50 %drei Monate, danach 0,35 %bis 500.000 €100.000 € pro Person / Frankreich

ING-Diba: Deutschland größte Direktbank lockt Neukunden mit einem Aktionszins von 2,00 Prozent für Anlagen bis 25.000 Euro. Die Zinsgarantie beträgt vier Monate. Achtung: Danach gilt nur noch der variable Bestandskunden-Zins in Höhe von 0,01 Prozent! Als Neukunde gilt, wer in den vergangenen zwölf Monaten kein Tagesgeldkonto bei der ING-Diba geführt hat. Die einzige Bedingung ist die zeitgleiche Eröffnung eines Girokontos bei der ING-Diba, welches als Gehaltskonto geführt wird.

Advanzia Bank: Das Advanzia-Tagesgeldkonto hat sich mit seinen überdurchschnittlich hohen Zinsen zu einer echten Alternative für deutsche Sparer entwickelt. Der Aktionszins in Höhe von 1,00 Prozent pro Jahr gilt für die ersten drei Monate bei einer Anlagesumme von 5.000 bis 1.000.000 Euro. Ab dem vierten Monat greift der Bestandskundenzins von immer noch 0,50 Prozent. Den Aktionszins können nur Kunden beanspruchen, die wirklich noch nie ein Tagesgeldkonto bei der Advanzia hatten. 

  • Hinweis: Anleger sollten sich der steuerlichen Besonderheiten bewusst sein, da die Kontoführung nach luxemburgischem Recht erfolgt. Das Konto wird nämlich direkt bei der luxemburgischen Advanzia Bank S.A. geführt und nicht, wie bei anderen ausländischen Banken (zum Beispiel bei der Renault Bank Direkt oder bei Moneyou), bei einer deutschen Niederlassung oder einem deutschen Direktbank-Ableger.

Consorsbank: Im April senkte das Nürnberger Institut den Neukundenzins von 1,00 auf 0,60 Prozent. Die maximale Anlagesumme für den Aktionszins wurde von 50.000 Euro auf 25.000 Euro halbiert. Zumindest an der Garantiezeit von sechs Monaten hält die Consorsbank fest. Danach greift die Standardverzinsung für Bestandskunden in Höhe von 0,01 Prozent für Anlagen bis 100.000 Euro. Beträge darüber werden nicht mehr verzinst. Als Neukunde gilt, wer in den vergangenen sechs Monaten kein Konto oder Depot bei der Consorsbank bzw. BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland geführt hat.

Renault Bank Direkt: In den Genuss des Garantiezinses von 0,50 Prozent kommen nur Anleger, die in den vergangenen 24 Monate kein Kunde der Renault Bank Direkt waren. Auch hier ist der Neukundenzins für eine bestimmte Zeit, nämlich drei Monate, festgeschrieben und gilt für Anlagen bis 500.000 Euro. Für Beträge darüber erhalten Neukunden 0,40 Prozent. Ab dem vierten Monat werden Anlagen bis 500.000 Euro mit dem variablen Zinssatz von aktuell 0,35 Prozent verzinst, Einlagen darüber mit 0,25 Prozent. 

Barclays: Das britische Geldhaus verzinst Tagesgeld-Anlagen mit seinem Angebot "LeitzinsPlus" bis 100.000 Euro für zwölf Monate mit 0,25 Prozent. Das Besondere: Ab Antragstellung garantieren die Briten Neukunden für zwölf Monate einen Tagesgeld-Zinssatz, der 0,25 Prozentpunkte über dem EZB-Leitzins liegt. Hebt die EZB-beispielsweise den Leitzins auf 0,25 Prozentpunkte an, steigt der Barclays-Tagesgeldzins auf 0,50 Prozent. Bei Anlagen über 100.000 Euro beträgt der Aufschlag auf den EZB-Leitzins 0,05 Prozentpunkte. Als Neukunde gilt, wer aktuell kein Tagesgeldkonto bei Barclays führt.

Für Anleger, die nicht permanent wechseln möchten, gibt es auch Banken, die keinen Unterschied zwischen Neu- und Altkunden machen und allen Sparerinnen und Sparern die gleichen Zinsen offerieren. Das gilt etwa für Hoist Finance (0,60 Prozent), Ferratum Bank (0,60 Prozent), Ak Bank (0,40 Prozent), Renault Bank Direkt (0,35 Prozent) oder Moneyou (0,30 Prozent).

  • Hinweis: Manche Anbieter sind nicht verlinkt, da sie über uns derzeit keine neuen Kunden akquirieren wollen. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" transparent offengelegt.

Lesen Sie auch unseren anderen Ratgeber rund ums Tagesgeld:

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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de