Steigende Tagesgeldzinsen

Tagesgeld: Diese Banken geben steigende EZB-Zinsen weiter

Rudolf Krux
Redakteur
Veröffentlicht am: 01.07.2026

Auf einen Blick

  • Drei Wochen nach dem Zinsentscheid der EZB zeigt sich: Die meisten Banken geben die gestiegenen Zinsen gar nicht oder nur teilweise an ihre Tagesgeldkunden weiter.
  • Eine aktuelle Auswertung von biallo.de hat dennoch über zehn Banken ausfindig gemacht, die die Zinserhöhung großteils weitergeben – obwohl sie bereits Zinsen nahe am Einlagensatz der EZB zahlen.
  • Hier können Sparer zuversichtlich sein, dass sie auch von kommenden Zinserhöhungen automatsch profitieren.
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Vielerorts kommt die Zinswende nicht an. Wir zeigen, wo Kunden automatisch von steigenden Zinsen profitieren.

Wer nicht ständig das Tagesgeldkonto wechseln will, muss darauf setzen, dass die eigene Bank nicht nur sinkende, sondern auch steigende Zinsen an ihre Kundinnen und Kunden weitergibt. Das ist im Umfeld der jüngsten Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) aber bisher oft nicht der Fall – eine schlechte Nachricht für Sparer. Denn an der jetzigen Zinsanpassung lässt sich ablesen, wer auch die womöglich noch kommenden Zinserhöhungen weitergibt.

Hier erfahren Sie, welche Banken die gestiegenen Zinsen aktuell an ihre Kunden weitergeben und wer vermutlich besser das Konto wechseln sollte.

Viele profitieren gar nicht

An den Durchschnittswerten zeigt sich, dass vor allem überregionale Banken das gestiegene Zinsniveau an ihre Kunden weitergeben. Die Sparkassen, die ohnehin die niedrigsten Zinsen zahlen, haben dagegen praktisch gar nicht reagiert.

Da die Sparzinsen in Erwartung steigender Inflation und der Zinswende schon länger steigen, haben wir die aktuellen Zinsen mit denen von Anfang März verglichen, eine Woche nach Beginn des Irankriegs. Allerdings sind die Zinsen bislang vor allem beim Festgeld und für Neukunden gestiegen. Aktionsangebote, bei denen für ein paar Monate um die vier Prozent möglich sind, sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Diese Banken geben die Zinserhöhung weiter

Es gibt immerhin einige Anbieter in Deutschland, die die Zinserhöhung der EZB an alle Kunden weitergegeben haben, teils sogar noch mehr:

AnbieterStandard-Zins aktuell (p. a.)Erhöhung (Prozentpunkte)
Ascory Bank2,50 %0,20
Bigbank2,25 %0,20
Revolut2,25 %0,25
Cosmos Direkt2,20 %0,95
willbe2,15 %0,25
Gefa Bank2,11 %0,21
Ford Money2,05 %0,40
Alte Leipziger2,00 %0,25
J&T Direktbank2,00 %0,25
Renault Bank2,00 %0,20
Smartbroker+2,00 %0,25
Traders Place2,00 %0,25
Anlagebetrag 10.000 Euro; Stand 01.07.2026; Auswahl: Anbieter, die ihre Zinsen seit 4. März um mindestens 0,20 Prozentpunkte erhöht haben und mindestens 2,00 % Basiszins zahlen; keine Zinsportale

Der Blick auf die genauen Zinsänderungen ist interessant, weil er Rückschlüsse darauf zulässt, wie die Banken auch mit künftigen Zinserhöhungen umgehen. Beispiel willbe: Der liechtensteinische Vermögensverwalter hat seit Markteintritt alle EZB-Zinsänderungen in kürzester Zeit und in ähnlichem Umfang an seine Kunden weitergeleitet. Wir gehen daher davon aus, dass willbe auch die womöglich noch kommenden Zinserhöhungen rasch weitergibt.

Ferratum dagegen zahlt zwar seit Langem die höchsten Standard-Zinsen überhaupt (aktuell 2,60 Prozent), hat diese zuletzt aber mehrfach gesenkt, statt zu erhöhen. Auf solche Angebote ist entsprechend weniger Verlass. Ähnlich lässt sich die Lage bei Cosmos Direkt verstehen. Hier sind die Zinsen besonders deutlich gestiegen. Das heißt umgekehrt aber auch, dass die Zinsen Anfang des Jahres noch deutlich unter dem EZB-Niveau lagen. Wo sich der Versicherer künftig einordnen will, ist entsprechend unklar.

Schreibt seit etlichen Jahren schwerpunktmäßig über das Thema Geldanlage mit all seinen Facetten. In der Vergangenheit arbeitete er als (Finanz-) Redakteur für verschiedene Websites und Blogs (unter anderem für Check24 und Utopia.de). Seine Leser möchte er vor allem darin unterstützen, wichtige Anlageentscheidungen selbstständig zu treffen.

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