
Deutschland- Basiszins: 1,00%
- Aktionszins: 2,90% - gilt für die ersten 6 Monate

Deutschland- Basiszins: 0,60%
- Aktionszins: 2,80% - gilt für die ersten 6 Monate

Schweden- Basiszins: 1,45%
- Aktionszins: 3,25% - gilt für die ersten 4 Monate
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat erstmals nach einem Jahr ihren Leitzins verändert. Vor dem Hintergrund der in den vergangenen Monaten wieder gestiegenen Inflation hob sie den für Sparer wichtigen Einlagensatz von zuletzt 2,00 Prozent auf 2,25 Prozent an.
Die meisten Marktteilnehmer hatten damit gerechnet: Nach sieben Zinspausen in Folge hat die EZB ihre drei Leitzinssätze auf ihrer Ratssitzung am 11. Juni 2026 um jeweils 25 Basispunkte angehoben. Dementsprechend belaufen sich der Zinssatz für die Einlagefazilität sowie die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität mit Wirkung vom 17. Juni 2026 auf 2,25 Prozent, 2,40 Prozent beziehungsweise 2,65 Prozent. Es war die erste Zinserhöhung seit September 2023.
Hintergrund ist die erhöhte Teuerung: Im Mai lag die Inflation in der Eurozone laut Schätzung des europäischen Statistikamts Eurostat bei 3,20 Prozent, die Zielmarke der EZB ist 2,00 Prozent. Verantwortlich für den Anstieg waren vor allem die erheblich gestiegenen Energiepreise, die wiederum dem Iran-Krieg und seinen Folgen zu verdanken sind. Nachdem sich hier keine Lösung abzeichnet, entschied sich die EZB zum Handeln. Zudem haben die Experten ihre Inflationserwartungen angehoben. „Im Basisszenario der neuen Projektionen gehen die Fachleute des Eurosystems davon aus, dass die durchschnittliche Gesamtinflation 2026 bei 3,0 Prozent, 2027 bei 2,3 Prozent und 2028 bei 2,0 Prozent liegen wird“, heißt es von der EZB.
Für Sparerinnen und Sparer bedeutet die Zinserhöhung, dass auch die Zinsen für Tages- und Festgeld steigen könnten. Diese orientieren sich am Einlagensatz der EZB. Wie rasch sich hier etwas ändern wird, ist allerdings unklar. Denn in Erwartung höherer Leitzinsen hatten in den vergangenen Wochen bereits etliche Anbieter die Zinssätze angehoben. Der Durchschnittszins für Tagesgeld legte laut Biallo-Index von 1,32 Prozent pro Jahr im September 2025 auf zuletzt 1,51 Prozent zu. Im Bereich der Aktionszinsen gibt es teils deutlich mehr, nämlich bis zu 4,00 Prozent bei einzelnen Banken wie Chase oder Crédit Agricole Savings.
Top-Anbieter bei Tagesgeld, Anlagebetrag 10.000 Euro
| Anbieter / Produkt | Aktionszins p. a. | Aktionsdauer | Basiszins p. a. |
| Chase: Tagesgeld | 4,00 % | 4 Monate | 2,00 % |
| Crédit Agricole Savings: Tagesgeld Turbo | 4,00 % | bis 31.01.2027 | - |
| Renault Bank direkt: Tagesgeld | 3,50 % | 3 Monate | 2,00 % |
| Advanzia-Bank: Advanziakonto | 3,45 % | 3 Monate | 1,50 % |
| Consorsbank: Tagesgeld | 3,40 % | 5 Monate | 0,80 % |
Beim Festgeld hatten die durchschnittlichen Zinsen in den vergangenen Wochen ebenfalls angezogen, auf zuletzt 2,11 Prozent für drei Jahre und 2,28 Prozent für fünf Jahre Laufzeit. In der Spitze sind hier derzeit bei der pbb direkt sogar 3,25 Prozent für drei und 3,30 Prozent für fünf Jahre möglich. Auf der anderen Seite dürften Kredite teurer werden.
Immobilienfinanzierungen sind davon allerdings nicht direkt betroffen, diese orientieren sich an den Renditen von Bundesanleihen und Pfandbriefen.
Der Zinsschritt der EZB könnte nicht der letzte sein. Etliche Analysten rechnen mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung im laufenden Jahr, einige schon bei der kommenden EZB-Ratssitzung. Insofern könnten die Sparzinsen in den kommenden Wochen weiter anziehen, was für ein Abwarten und ein vorrübergehendes Geld-Parken zu einem Aktionszins auf einem Tagesgeldkonto sprechen würde. Wer allerdings Wert auf Planungssicherheit legt, sollte sich mit den aktuell besten Festgeldangeboten beschäftigen. Diese liegen deutlich über dem derzeitigen Leitzins.

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