Eine Studie mit fast 30.000 US-Aktien über einen Zeitraum von 100 Jahren zeigt: Die Mehrheit der Einzelaktien bringt langfristig weniger als eine sichere Geldanlage. Der gesamte Vermögenszuwachs am Aktienmarkt geht demnach auf wenige Ausnahmefirmen zurück. Für Privatanleger bedeutet das: breite Streuung und Ausdauer schlägt jede Einzelwette.
Studie: Die meisten Aktien sind schlechter als Tagesgeld
Sind Tagesgeld und Staatsanleihen bei der Rendite die bessere Wahl als Aktien? Das klingt für Aktienanleger eher unwahrscheinlich. Es trifft aber in vielen Fällen zu. Das zeigt jetzt eine umfangreiche Studie zum US-Aktienmarkt. Demnach schneiden die meisten Einzelaktien über ihre gesamte Handelszeit schlechter ab als eine einfache, risikoarme Geldanlage mit Staatsanleihen. Wir sagen Ihnen, warum das so ist – und was für Anlegerinnen und Anleger daraus folgt.
100-Jahre-Studie: Das überraschende Ergebnis
Der Finanzprofessor Hendrik Bessembinder von der Arizona State University hat für seine Analyse alle 29.754 Aktien untersucht, die zwischen 1926 und 2025 an US-Börsen wie der New York Stock Exchange (Nyse) oder der Nasdaq notiert waren. Für jede Aktie berechnete er die Rendite vom ersten bis zum letzten Handelsmonat – egal, ob sie noch heute notiert wird oder in der Zwischenzeit von der Börse verschwand.
Das Ergebnis: 59,1 Prozent aller Aktien brachten über ihre gesamte Laufzeit weniger als eine Anlage in kurzfristige US-Staatsanleihen. Die Staatspapiere lieferten laut Bessembinder im Schnitt 3,3 Prozent Rendite pro Jahr. Das ist in etwa vergleichbar mit Tagesgeld oder Festgeld. Insgesamt erzielten nur gut 48 Prozent aller Aktien überhaupt einen Gewinn. Der sogenannte Median-Wert liegt laut Untersuchung bei minus 6,9 Prozent. Mit der „typischen Aktie“ – dem Papier, dessen Rendite genau in der Mitte aller Aktien liegt – verloren Anleger also Geld.
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Ausnahmefirmen: Wenige ziehen den Markt hoch
Wie passt das zum Ruf der Aktie als renditestärkste Anlageform? Tatsächlich lag nach Bessembinders Berechnungen die durchschnittliche Rendite über alle Aktien hinweg bei sage und schreibe gut 30.000 Prozent. Der Grund: Wenige Ausnahmeunternehmen wie Apple, Microsoft oder Exxon ziehen den Schnitt massiv nach oben.
Nach den Berechnungen waren nur 46 von 29.081 untersuchten Firmen für die Hälfte des gesamten Vermögenszuwachses von knapp 91 Billionen US-Dollar verantwortlich, den der US-Aktienmarkt seit 1926 geschaffen hat (siehe Grafik).
US-Aktien: Das sind die größten Geldvermehrer
Wertschöpfung der Aktie in Mrd. US-Dollar (Anteil am gesamten Vermögenszuwachs)
Eine Firma wie Apple etwa schuf demnach über die Laufzeit gut fünf Billionen US-Dollar an Vermögen für die Anleger. Das sind gut fünf Prozent des gesamten jemals in der Geschichte am US-Aktienmarkt geschaffenen Vermögens.
Nvidia & Co.: Die Rendite-Riesen der Börse
In dieser Konzentration der Wertschöpfung auf wenige Einzelaktien liegt das Risiko für Anleger: Wer nicht zufällig genau die wenigen Ausnahmefirmen im Depot hat, verpasst einen Großteil der Marktrendite. Heute auf die richtigen Aktien von morgen zu tippen, ist jedoch fast unmöglich.
So war vor 20 Jahren kaum absehbar, dass ein Grafikkartenhersteller wie Nvidia zu den größten Geldvermehrern der Börsengeschichte zählen würde. Ähnliches gilt für Firmen wie Netflix oder Amazon, deren Aktien laut der Studie zu den fünf Papieren gehören, die über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren die höchste Rendite pro Jahr erzielten (siehe Tabelle).
Das sind die rentabelsten US-Aktien
Rang | Aktie | Zeitraum | Rendite | Das wurde im Zeitraum |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Nvidia | 1999–2025 | 37,04 % | 4.959 $ |
| 2 | Netflix | 2002–2025 | 32,51 % | 784 $ |
| 3 | Axon Enterprise | 2001–2025 | 32,40 % | 995 $ |
| 4 | Plenum Publishing | 1972–1998 | 32,10 % | 1.239 $ |
| 5 | Amazon | 1997–2025 | 31,10 % | 2.357 $ |
ETF statt Einzelaktie: Die Lehre aus 100 Jahren
Die Studie macht damit deutlich, wie wichtig eine breite Streuung bei der Aktienanlage ist. Wer sein Geld auf sehr viele Unternehmen verteilt, statt auf einzelne Werte zu setzen, erhöht die Chance, dass zumindest einige der wenigen Ausnahmefirmen im eigenen Depot landen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist umso höher, je größer die Aktienanzahl ist, in die Anlegerinnen und Anleger investieren.
Anstatt die Nadel im Heuhaufen zu suchen, sollten Anleger daher lieber auf den gesamten Markt setzen. Praktisch bedeutet das: Mit einem weltweit investierenden ETF mit mehreren tausend Aktien nutzen Anleger die Chancen am Aktienmarkt deutlich besser aus als mit dem Versuch, einzelne Kursraketen zu finden. Denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass in einem solchen globalen Indexfonds Unternehmen enthalten sind, die künftig an der Börse Rekorde schreiben.
Wer dazu noch eine sichere Anlage braucht, fährt mit Staatsanleihen oder auch mit Tagesgeld und Festgeld nicht schlecht. Denn wie die Studie zeigt, erzielen Anlegerinnen und Anleger damit langfristig eine Rendite, die über der von mehr als der Hälfte aller Einzelaktien liegt. Wie Sie einen Welt-ETF am besten mit einer sicheren Anlage kombinieren, sagen wir Ihnen in unserem Ratgeber zu den biallo ETF-Portfolios.

