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Auf einen Blick
  • Einzelne Aktien zu kaufen kann auch für Einsteiger am Aktienmarkt eine gute Strategie sein. Sie sollten aber auf einige einfache Regeln achten.

  • So sollten Anfänger bei der Depot-Auswahl die Kosten im Blick haben – und nur das Geld in Aktien stecken, das sie langfristig nicht benötigen.

  • Wichtig ist außerdem die Mischung: Wer in Einzelaktien investiert, muss das Risiko streuen und Aktien aus verschiedenen Branchen und Regionen kaufen.
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Die Idee hinter dem Aktienmarkt wird durch nichts anschaulicher als durch den Kauf einer einzelnen Aktie: Wer sie erwirbt, wird zum Miteigentümer am Unternehmen, das den Anteilsschein ausgegeben hat. Anlegerinnen und Anleger profitieren damit von den Gewinnen, die die Firma macht – müssen aber unter Umständen auch Verluste einstecken, wenn das Unternehmen in eine Krise gerät.

Der Kauf von Einzelaktien – das sogenannte „Stock-Picking“ – kann daher riskant sein. Dennoch setzen Börsengurus wie der US-Investor Warren Buffett regelmäßig erfolgreich auf einzelne Anteilsscheine von bekannten und gut bewerteten Firmen. Auch für Anfänger am Aktienmarkt kann das eine gute Anlagemöglichkeit sein. Das Risiko sollten sie aber im Hinterkopf haben: „Man sollte das Geld über verschiedene Unternehmen streuen und nicht nur in ein oder zwei Einzelaktien investieren", sagt Franz-Josef Leven, stellvertretender Geschäftsführer des Deutschen Aktieninstituts: "Die Mischung ist das A und O." Biallo.de erklärt, worauf Anleger achten sollten, wenn sie einzelne Aktien kaufen.

 

Das Depot bei Einzelaktien – auf die Kosten achten

Um Aktien kaufen und verkaufen zu können, müssen Sie ein Wertpapierdepot eröffnen. Das können Sie bei der eigenen Hausbank tun, bei einer Direktbank oder einem Online-Broker. Im Depot werden die gekauften Aktien, Fonds oder sonstigen Wertpapiere verwaltet. Wichtig sind dabei die Kosten. Viele Banken verlangen eine Gebühr für die Konto- oder Depotführung. Hinzu kommt die sogenannte Orderprovision, die für jeden Aktienkauf anfällt. Sie besteht meist aus einem Grundbetrag und einer volumenabhängigen Gebühr.

Um Kosten zu sparen, sollten Sie einen Anbieter mit möglichst niedriger oder kostenloser Depotführung und einer geringen Orderprovision wählen. Sogenannte Neo Broker etwa wie Traderepublic, Scalable oder Just-Trade ermöglichen den Aktienhandel fast zum Nulltarif. Einen Depotvergleich finden Sie auf biallo.de. Sinnvoll für Einsteiger ist eine Bank oder ein Broker, der auch ein Musterdepot anbietet. So kann man sich mit dem Handel und mit verschiedenen Aktien vertraut machen, bevor man echtes Geld ausgibt.

 

Aktien nur mit überschüssigen Geld kaufen

Bevor Sie Aktien kaufen, sollten sie sich klarmachen, wie viel Geld Sie investieren möchten. „Der Betrag sollte für einige Jahre zur Verfügung stehen können, ohne dass man ihn irgendwann dringend braucht", rät Experte Leven. Börsianer sprechen von "Spielgeld". Das ist wichtig, weil man dann schwierige Phasen an der Börse aussitzen kann, ohne sich mit viel Verlust von Papieren trennen zu müssen.

Anfänger sollten erst einmal mit kleineren Beträgen in den Aktienmarkt einsteigen. Dadurch lässt sich das Verlustrisiko gering halten. Allerdings sollte man Aktien auch nicht für Kleinstbeträge kaufen. Denn dann fallen die Order- und Depotgebühren so stark ins Gewicht, dass sich kaum noch eine positive Rendite erzielen lässt. Bei Filialbanken etwa kostet eine Order schon einmal einen Festpreis von 15 Euro. Bei einem Handelsvolumen von 500 Euro sind das bereits drei Prozent. Hinzu kommen noch anteilige Depotgebühren.

 

In Aktien investieren, die man versteht

Die richtige Aktie zu finden, ist die schwierigste Aufgabe für einen "Stockpicker". Experten empfehlen Einsteigern, Aktien von solchen Unternehmen zu wählen, deren Produkte sie kennen und wertschätzen. "Es sollten Unternehmen sein, deren Geschäftsmodell verständlich ist und sich bewährt hat", sagt Franz-Josef Leven. Er rät außerdem dazu, sich das Management des Unternehmens anzusehen und sich zu fragen, ob man den Unternehmenslenkern vertraut. "Man kann sich da durchaus auch auf sein Bauchgefühl verlassen", sagt der Aktienexperte: "Letztlich geht es um die Frage: Wem möchte ich mein Geld anvertrauen?"

Aktien, auf die beide Kriterien zutreffen, können Anleger etwa im Deutschen Aktienindex (Dax) finden. Darin sind die 30 größten deutschen Aktien-Unternehmen gelistet – etwa der Sportartikelhersteller Adidas, der Versicherungskonzern Allianz oder der Automobilbauer Daimler. Solche sogenannten "Blue-Chip-Aktien" können eine gute Einstiegsmöglichkeit sein. Wichtig ist dabei die Branchenmischung: Die Aktien sollten aus mehreren Sektoren stammen und es sollten Aktien von mindestens zehn Unternehmen sein, am besten mehr. Bevor man sich für eine Aktie entscheidet, sollte man außerdem einige Kennzahlen ansehen, rät Leven. Etwa ob das Unternehmen eine Dividende ausschütte: "In Zeiten niedriger Zinsen kann das ein gutes Argument für eine Aktie sein."

 

Vorsicht bei heißen Aktientipps

Erfolgreiche Investoren wie Warren Buffett kaufen Aktien nach einfachen Regeln. Der mittlerweile 91-jährige US-Investor steckt sein Geld nur in Firmen, deren Geschäft er vollkommen durchdringt, und das er für zukunftsträchtig hält. So bevorzugt er Top-Marken wie Coca Cola gegenüber No-Name-Unternehmen. Das Geschäft der Unternehmen sollte einfach und überschaubar sein. Und: Buffett investiert langfristig in solche Firmen.

Solche Investment-Grundsätze können Einsteigern helfen, sich für eine Aktie zu entscheiden. "Man sollte sie aber nicht blind imitieren", meint Franz-Josef Leven. Anlegerinnen und Anleger sollten sich stattdessen stets ein eigenes Urteil über das jeweilige Unternehmen bilden - und dann entscheiden, ob es das passende Investment ist. Vorsichtig sollten Sie dagegen bei vermeintlich heißen Aktientipps sein, die oft in Börsenforen kursieren oder per Mail im privaten Postfach landen. Solche „todsicheren“ Tipps führen häufig zu ziemlich sicheren Verlusten.

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Das Risiko streuen – und geduldig sein

Die Anlage in eine einzelne Aktie ist risikoreicher als etwa in einen Fonds, in dem sehr viele Werte enthalten sind. Daher sollten Sie das Risiko möglichst streuen. Das bedeutet zum einen, das Vermögen stets auf unterschiedliche Anlageprodukte zu verteilen. Bei Einzelaktien sollten Sie zum anderen darauf achten, dass die Unternehmen verschiedenen Branchen angehören und aus verschiedenen Regionen stammen. Neben deutschen Blue-Chips können daher auch bekannte Konzerne aus dem übrigen Europa oder den USA interessant sein.

Wer sich an ausländische Firmen nicht heran traut, kann sich aber auch auf deutsche Dax-Unternehmen aus verschiedenen Branchen beschränken. Die internationale Streuung kann man dann über Fonds erreichen. Hat man eine Auswahl getroffen, sollte man länger dabeibleiben. "Aktienanlage ist eine Langfristanlage", gibt Franz-Josef Leven zu bedenken: "Ständiges Kaufen und Verkaufen sollte man vermeiden." Tatsächlich zeigen Untersuchungen, dass es wenig bringt, das Depot ständig umzuschichten. Weniger handeln und geduldig sein zahlt sich dagegen meist aus – auch wenn man vielleicht eine Zeit lang Verluste ertragen muss.

Biallo-Tipp:

Die Chartanalyse – auch technische Analyse genannt – ist sehr verbreitet und jahrhundertealt. Sie bietet sich als Ergänzung zu anderen Analysen an. In unserem Ratgeber lesen Sie, wie die Chartanalyse funktioniert und wie Sie davon profitieren können.
Über den Autor Andreas Jalsovec

hat als Redakteur für mehrere (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem für das Anlegermagazin Börse Online, die Münchner Abendzeitung, die Schwäbische Zeitung und die Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Neben seiner Tätigkeit für Biallo.de arbeitet er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.

  Andreas Jalsovec