Auf einen Blick

  • Onlinebroker locken immer wieder mit attraktiven Neukunden-Aktionen. Auch wenn Sie bereits einen Broker haben, kann sich ein Wechsel oder Zweitdepot durchaus lohnen.

  • Bei der Wahl eines Onlinebrokers sollten Sie allerdings die Preis- und Leistungsverzeichnisse im Hinblick auf Ihre Tradingaktivitäten und Bedürfnisse genau vergleichen.

  • Trader sollten nicht nur die Ordergebühren, sondern die Gesamtkosten im Blick behalten. Diese setzen sich auch aus Handelsplatzgebühren und eventuellen Börsen- und Maklergebühren zusammen.

Die Gebühren im Wertpapierhandel wirken sich negativ auf die Rendite aus. Hohe Kosten schmälern langfristig den Zinseszinseffekt beim Vermögensaufbau. Wer ähnlich wie beim Tagesgeld die Neukundenangebote nutzt, den Anbieter wechselt oder ein Zweitdepot eröffnet, optimiert seine Rendite.

 

Onvista Bank: Zehn Free-Trades und 50 Euro Willkommensprämie

Wenn Sie bei der Onvista Bank bis 28. Februar 2022 ein "Festpreis-Depot" eröffnen, erhalten Sie zur Depoteröffnung 50 Euro Tradeguthaben als Willkommensbonus. Außerdem können Sie zehn Mal ohne Orderprovision handeln. Danach beträgt das reguläre Ausführungsentgelt fünf Euro pro Trade. Hinzu kommt eine pauschalierte Handelsplatzgebühr von zwei Euro je Ausführung (gegebenenfalls zuzüglich Börsen- und Maklergebühren). Für alle Sparpläne beträgt das Orderentgelt dauerhaft einen Euro.

Wichtig: Bei Guthaben ab 50.000 Euro auf dem Verrechnungskonto erhebt die Onvista Bank ein Verwahrentgelt von 0,50 Prozent pro Jahr. Die Depotführung ist kostenlos.

 

S Broker: Nur 3,99 Euro pro Trade

Auch S Broker, der zentrale Onlinebroker der Sparkassen-Finanzgruppe, geht mit günstigen Ordergebühren auf Kundenfang: Neukunden können die ersten sechs Monate für 3,99 Euro je Trade handeln. Danach gelten die Bestandskunden-Konditionen. Pro Order werden dann mindestens 8,99 Euro fällig (4,99 Euro zuzüglich 0,25 Prozent vom Orderwert, maximal 54,99 Euro). Hinzu kommen noch Handelsplatzgebühren von 0,99 Euro für inländische Börsen und 0,49 Euro für den Direkthandel sowie ein Abwicklungsentgelt von 0,49 Euro. Ausgenommen von der Aktion sind der Fondshandel über Kapitalanlagegesellschaften, der CFD-Handel sowie Spar- und Auszahlungspläne.

Für Vieltrader ist das Rabattmodell interessant: Ab 100 Transaktionen im Jahr belohnt S Broker seine sogenannten "Top Trader" mit einer Rabattierung von zehn Prozent auf die Orderprovision. Je mehr Transaktionen getätigt werden, umso mehr kann gespart werden – bis zu 80 Prozent.

Die Depotführung ist kostenlos, solange Kunden mindestens einen Trade pro Quartal ausführen (gilt auch für Sparplan-Transaktionen) oder der Vermögensbestand mindestens 10.000 Euro beträgt (Depot plus Konten bei S Broker) und ein Depotbestand vorliegt. Andernfalls werden 3,99 Euro pro Monat (11,97 Euro im Quartal) inklusive Mehrwertsteuer berechnet. Stichtag ist der vorletzte Bankarbeitstag des Quartals. 

S Broker behält sich das Recht vor, ein Verwahrentgelt in Höhe von 0,50 Prozent pro Jahr für Guthaben auf dem Verrechnungskonto zu erheben. Der Freibetrag, der von den Strafzinsen ausgenommen ist, liegt dann bei 50.000 Euro.

 

Consorsbank: Sechs Monate für null Euro handeln

Bei der Consorsbank können Neukunden sechs Monate lang für null Euro pro Order über Tradegate handeln. Ab dem siebten Monat und bei allen anderen inländischen Börsen berechnet die Consorsbank eine Grundpauschale von 4,95 Euro pro Trade sowie eine Provision von 0,25 Prozent vom Ordervolumen, in Summe mindestens 9,95 Euro und maximal 69 Euro. Hinzu kommen noch Handelsplatzgebühren (1,50 Euro für Xetra und 2,50 Euro für Regionalbörsen) sowie eventuell anfallende fremde Spesen. Depot- und Kontoführung sind kostenlos. Für den ersten Wertapiersparplan zahlt die Consorsbank einen Bonus von 20 Euro auf das Verrechnungskonto.

Der Trading-Rabatt gilt nicht für direkte Wertpapiergeschäfte mit Kapitalanlagegesellschaften, den Devisenhandel, andere Börsenplätze oder für Käufe und Verkäufe von Futures, Optionen und CFDs.

Für junge Leute im Alter von 18 bis 25 Jahren bietet die Consorsbank weiterhin das "Young Trader Zero" an. In dieser Altersklasse können Neukunden zwei Jahre lang gebührenfrei traden. Positiv auch: Die Consorsbank erhebt als einer der wenigen Broker kein Verwahrentgelt.

Wie Sie ein Depot bei der Consorsbank eröffnen, erklären wir Ihnen ein einer separaten Schritt-für-Schritt Anleitung.

 

1822 Direkt: 150 Euro Amazon-Gutschein

Bei der 1822 Direkt – der Onlinebank der Frankfurter Sparkasse – zahlen Neukunden drei Jahre lang kein Depotführungsentgelt (eigentlich 3,90 Euro pro Monat).

Die 1822 Direkt bietet aber noch eine weitere Aktion: Kundinnen und Kunden, die bis zum 31. März 2022 den Eröffnungsantrag herunterladen und bis 30. April mindestens einen Sparplan (Fonds, ETFsZertifikate) einrichten, erhalten einen Amazon-Gutschein in Höhe von 100 Euro. Der Sparplan muss allerdings mit monatlich 50 Euro bespart und mindestens zwölf Monate gehalten werden.

Sie können einen weiteren Amazon-Gutschein in Höhe von 50 Euro abstauben, wenn Sie den Eröffnungsantrag für Ihr erstes Wertpapierdepot bei der 1822 Direkt im Zeitraum bis zum 31. März 2022 generiert/heruntergeladen haben, das Wertpapierdepot bis zum 30. April 2022 eröffnet wurde und Sie mindestens drei Trades in Höhe von mindestens 500 Euro (alles außer Sparpläne) bis zum 31. Mai 2022 durchgeführt haben. 

Für Guthaben ab 50.000 Euro berechnet die 1822 Direkt ein Verwahrentgelt von 0,50 Prozent pro Jahr auf dem Verrechnungskonto.

 

Comdirect: Zwölf Monate lang 3,90 Euro pro Trade

Bei der Comdirect zahlen Sie als Neukunde in den ersten zwölf Monaten nach Depoteröffnung 3,90 Euro pro Order an allen deutschen Börsenplätzen sowie im außerbörslichen Handel (außer Eurex, CFD-Handel und Aktien-Neuemissionen).  

Nach Ablauf der zwölf Monate verlangt die Comdirect eine Grundpauschale von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Ordervolumens, mindestens 9,90 Euro, maximal 59,90 Euro. Die Depotführung ist für Neukunden zudem drei Jahre lang kostenlos. Danach verlangt die Comdirect 1,95 Euro pro Monat. Wer mindestens zwei Trades pro Quartal tätigt, ein Comdirect-Girokonto besitzt oder regelmäßig in einen Wertpapiersparplan einzahlt, für den bleibt die Depotführung auch weiterhin gratis. 

Wenn Sie noch bis zum 28. Februar 2022 ein Wertpapierdepot bei der Comdirect eröffnen und innerhalb von 14 Tagen mindestens drei Trades tätigen, erhalten Sie eine Prämie von 50 Euro auf Ihr Verrechnungskonto. Auch hier gilt: Steigt das Guthaben über die Freigrenze von 50.000 Euro wird ein Verwahrentgelt von 0,50 Prozent pro Jahr fällig.

 

Flatex: Sechs Monate lang Null-Euro-Order-Flat

Neukunden, welche sich bis zum 28. Februar 2022 für ein Depot bei Flatex entscheiden, können sechs Monate lang nach Kontoeröffnung für null Euro pro Trade (zuzüglich Fremdspesen und Börsengebühren) an allen Börsen im Inland und außerbörslich handeln. Regulär und für Bestandskunden beträgt die Ordergebühr nur 5,90 Euro pro Order. Depot- und Kontoführung sind bei Flatex ebenfalls kostenlos. 

Aber Vorsicht: Für Guthaben auf dem Verrechnungskonto fallen Negativzinsen in Höhe von minus 0,50 Prozent ab dem ersten Euro an. Zudem verlangt Flatex 0,10 Prozent des Depotwerts (außer bei Fonds und ETFs) als Depotführungskosten.

Positiv wiederum: Flatex bietet über 4.000 sparplanfähige ETFs und Fonds ohne Order- und Depotgebühr an.

 

Targobank: Zwölf Monate mit 4,90 Euro pro Trade

Mit dem "Direkt-Depot" der Targobank können Neukunden in den ersten zwölf Monaten zu 4,90 Euro pro Order (gegebenenfalls zuzüglich Börsenplatzentgelt und fremder Kosten) handeln. Nach diesem Zeitraum fällt eine Provision von 0,25 Prozent des Ordervolumens an, mindestens 8,90 Euro und maximal 34,90 Euro. Das Börsenplatzentgelt für Xetra beträgt 2,00 Euro, bei allen anderen inländischen Parkettbörsen 3,50 Euro. Im Direkthandel fallen keine zusätzlichen Handels- und Transaktionsentgelte an. Die Targobank bietet derzeit keine Möglichkeit, Wertpapiere an ausländischen Börsen zu kaufen.

Das Direkt-Depot können ausschließlich Personen abschließen, die in den vergangenen zwölf Monaten kein Depot bei der Targobank hatten. Für das "Direkt-Depot" erhebt die Targobank kein Depotführungsentgelt. Allerdings wird für Guthaben ab 50.000 Euro auf dem Verrechnungskonto ein Verwahrentgelt in Höhe von 0,50 Prozent pro Jahr berechnet.

 

Maxblue: Keine Orderprovision bis Ende März

Wer ein Depot bei Maxblue, dem Onlinebroker der Deutschen Bank, abschließt, handelt bis zum 31. März 2022 ohne Orderprovision (ansonsten 0,25 Prozent vom Kurswert, mindestens 8,90 Euro, maximal 58,90 Euro). Diese Aktion gilt für alle Produkte der Hypovereinsbank und J. P. Morgan. Allerdings muss das Ordervolumen mindestens 1.000 Euro betragen. 

Für Neukunden unter 30 Jahren bietet der Onlinebroker der Deutschen Bank ebenfalls eine interessante Aktion: Bis zum 31. Dezember 2023 können diese zum Aktionspreis von 2,90 Euro je Trade handeln.

Bei Guthaben ab 50.000 Euro auf dem Verrechnungskonto erhebt Maxblue ebenfalls ein Verwahrentgelt von 0,50 Prozent pro Jahr. 

 

Merkur Privatbank: Attraktive Festgeldzinsen 

Die Merkur Privatbank macht Neu- und Bestandskunden folgendes Angebot: Bei Depotübertrag, beziehungsweise jedes Mal wenn der Wertpapierbestand mindestens im Gegenwert von 25.000 Euro aufgestockt wird, können Kundinnen und Kunden innerhalb von 30 Tagen mit dem gleichen Betrag ein Festgeld zum Aktionszins eröffnen. Die Festgeldzinsen kommen dabei auf stattliche 1,00 Prozent pro Jahr für sechs Monate. Bei drei Monaten Laufzeit gibt es sogar anteilig zwei Prozent Zinsen pro Jahr. Maximal können Sparer bis zu drei Millionen Euro auf dem Festgeldkonto der Merkur Privatbank parken.

Die Depotführung ist kostenlos. Für einen Trade an einer deutschen Börse sowie über tradegate und Quotrix fällt eine Gebühr von 25 Euro je Ausführung an. Anders als beim Tagesgeldkonto verzichtet die Merkur Privatbank auf ein Verwahrentgelt für das Verrechnungskonto.

 

So finden Sie den richtigen Online-Broker

Wenn Sie nach einem neuen Broker suchen, sollten Sie zunächst Ihre persönliche Handelsaktivität und individuellen Bedürfnisse festlegen: Wie oft handle ich im Monat? Wie hoch ist mein durchschnittliches Ordervolumen? Welche Wertpapiere kommen für mich in Frage? An welchen Börsen möchte ich handeln? Benötige ich bestimmte Serviceleistungen wie zum Beispiel telefonische Ordererteilung? Wechsle ich oft den Broker, um von Neukunden-Aktionen zu profitieren? Sind Echtzeit-Kurse für mich wichtig?

Mit den Antworten und Ihrer persönlichen Gewichtung vergleichen Sie dann im zweiten Schritt die entsprechenden Konditionen der Anbieter. Der Teufel steckt oft im Preis- und Leistungsverzeichnis: Wie hoch ist die maximale Provision? Ist die Depotführung kostenlos? Fällt bei einer Teilausführung ein zusätzliches Orderentgelt an? Sind Änderungen oder Streichungen von Limits kostenlos? Wie hoch sind die Handelsplatzgebühren? Gibt es kostenlose Fondssparpläne? Sind Wertpapierübertrag und Depotauflösung gratis?

Wählen Sie dann den Anbieter aus, der Ihre Bedürfnisse kostengünstig abdeckt. Ein gutes Gesamtpaket liefern unter anderem  1822 Direkt, S BrokerING, ComdirectConsorsbankOnvista Bank und Flatex.

  • Biallo-Tipp: Bei Deutschlands zweitgrößter Direktbank ING können alle gut 800 angebotenen ETF-Sparpläne dauerhaft ohne Ausführungsentgelt bespart werden. ETF-Sparpläne sind bei der ING bereits ab einem Euro möglich. Somit eignen sie sich auch für Kundinnen und Kunden, die nicht viel Geld anlegen wollen oder können.
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Über den Autor Kevin Schwarzinger
Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.
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