Anschlussfinanzierung

Preiswert in die zweite Finanzierungsrunde

Update: 21.04.2020
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Unser Surf-Tipp!
Auf einen Blick
  • Läuft Ihre Finanzierung in den nächsten sechs bis zwölf Monaten aus, sollten Sie sich schon jetzt um eine günstige Anschlussfinanzierung kümmern.

  • Dabei haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie bleiben bei Ihrer alten Bank und vereinbaren eine sogenannte Kredit-Prolongation. Oder Sie suchen sich eine günstigere Alternative.

  • Läuft Ihr derzeitiger Vertrag noch mehr als ein Jahr, können Sie sich schon heute mit einem Forward-Darlehen die aktuell historisch niedrigen Zinsen langfristig sichern.

  • Steht eine Anschlussfinanzierung an, obwohl der Kreditnehmer durch die Corona-Krise in finanziellen Schwierigkeiten ist, sollte er das Gespräch mit der Bank suchen. Ein Immobilienkredit mit kostenlosem Tilgungssatzwechsel kann sinnvoll sein.
Niedriges Zinsniveau, geringeres Kreditvolumen, oft höheres Einkommen - bei der Anschlussfinanzierung können Imobilienbesitzer kräftig Gas geben und mit einer hohen Tilgung den Restkredit abzahlen.
paul prescott / Shutterstock.com

Endet die Zinsbindung des ersten Baukredits nach fünf, zehn oder 15 Jahren, ist meist noch eine beachtliche Restschuld offen. Für diese Summe benötigen Eigentümer dann eine Anschlussfinanzierung. Banken und Sparkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, dem Kreditnehmer drei Monate vor Ablauf des Kredits ein neues Angebot zu unterbreiten.

Bei welcher Bank sollte ich die Anschlussfinanzierung abschließen?

Kredit verlängern bei der bisherigen Bank

Viele Verbraucher entscheiden sich für das sogenannte Prolongationsangebot der Hausbank. Das ist sehr bequem. Da die Bank den Schuldner und den Wert der Immobilie kennt, muss der Kunde praktisch nichts unternehmen. Es reicht eine Unterschrift unter den neuen Vertrag und fertig.

Das lohnt sich aber nur dann, wenn die Bank oder Sparkasse niedrige Zinsen bietet, die einem Vergleich mit Direktbanken standhalten. Das sollte schon deswegen möglich sein, weil:

  • ein Teil der Immobilie bereits bezahlt ist, so dass das Risiko für die Bank deutlich geringer ist als zu Anfang der Finanzierung.

  • die Bank oder Sparkasse über Jahre pünktlich die Zahlungen erhalten hat, so dass sie die Kreditwürdigkeit des Kunden positiver bewerten kann.

  • die Bank oder Sparkasse im Vergleich zur Erstfinanzierung viel weniger Arbeit mit Ihnen hat und Sie auch nicht stundenlang beraten muss.

Prolongation – ja oder nein?

Während Käufer bei der Erstfinanzierung meist sehr genau kalkulieren, verschenken sie bei der Anschlussfinanzierung häufig Geld. Grund: Viele Eigentümer verlängern das Darlehen bei ihrer bisherigen Bank, ohne die Zinsen zu vergleichen. Diese Bequemlichkeit kann Sie sehr viel Geld kosten.

Dabei können bereits kleine Konditionsunterschiede zu erheblichen Mehrkosten führen. Das liegt vor allem an den langen Laufzeiten der Anschlussfinanzierung. Je länger der Zins festgeschrieben ist, desto mehr wirken sich auch kleine Zinsunterschiede zu gewaltigen Summen aus.


Dafür ein Rechenbeispiel: Die Restschuld beträgt 200.000 Euro. Die örtliche Bank oder Sparkasse bietet einen Zins von 2,1 Prozent bei vier Prozent Tilgung und einer Zinsfestschreibung über zehn Jahre an. Die monatliche Belastung für Zins und Tilgung beträgt 1.016,67 Euro. In zehn Jahren hätte der Kunde 33.065,95 an Zinsen gezahlt.

Der Kunde gibt sich mit diesem Zins nicht zufrieden und findet eine Direktbank, die den Kredit für 1,98 Prozent vergibt. Diese auf den ersten Blick nur kleine Differenz von 0,12 Prozentpunkten bedeutet zwar zunächst nur 20 Euro im Monat an Mehrkosten. Über die gesamte Laufzeit fallen jedoch nur 31.210,60 Euro an Zinsen an. Das ist eine Ersparnis von immerhin 1.855,35 Euro.

Anschlussfinanzierung – ein Vergleich lohnt sich

Ein Blick in unseren Baufinanzierung Vergleich zeigt, dass sich ein Vergleich definitiv lohnt. Auch wenn das Zinsniveau allgemein niedrig ist, gibt es je nach Anbieter deutliche Unterschiede. Beispiel: Die Kreditsumme beträgt 200.000 Euro, die Laufzeit 15 Jahre und die Anfangstilgung 3,5 Prozent. Finanzmakler finanzieren dies bereits ab einem effektiven Jahreszins von rund 0,5 Prozent. Es gibt jedoch auch Geldhäuser, die mehr als das Dreifache verlangen.

Umschuldung bei einer anderen Bank

Nicht jede Bank oder Sparkasse zeigt sich verbraucherfreundlich. Manches Kreditinstitut denkt eher an seine Gewinnmarge als an zufriedene Kunden und legt ein überteuertes Prolongationsangebot vor. Die Bank spekuliert darauf, dass Kreditnehmer die Mühen und Kosten scheuen, die mit einem Wechsel zu einem anderen Anbieter verbunden sind. Das sollten Verbraucher aber auf keinen Fall akzeptieren. In diesem Fall sollten Sie sofort Alternativangebote von anderen Banken und freien Kreditvermittlern einholen. Die dabei entstehenden Kosten sind geringer, als Sie denken.

Umschuldungskosten

Der finanzielle Aufwand für die Umschuldung einer Baufinanzierung sollte kein Hinderungsgrund für einen Bankwechsel sein. Eine Grundschuldabtretung kostet nur wenige hundert Euro und ist meist günstiger als eine überteuerte Verlängerung.

Faustregel: Der Bankwechsel lohnt sich, wenn der Zinssatz der alternativen Baufinanzierung mehr als 0,2 Prozentpunkte unter der angebotenen Prolongation liegt. Bei Laufzeiten von zehn Jahren und mehr ist die Zinsersparnis auch bei geringeren Unterschieden höher als die Umschuldungskosten.

Grundschuld abtreten

Das gern gebrauchte Argument des Bankberaters, dass sich die Anschlussfinanzierung bei einem anderen Kreditinstitut wegen der Kosten für den Grundschuldübertrag nicht lohnen würde, stimmt in der Regel nicht. In den meisten Fällen reicht eine kostengünstige Abtretung der Grundschuld an die neue Bank. Selbst bei Löschung und Neueintrag der Grundschuld bleiben die Kosten im Vergleich zur möglichen Ersparnis überschaubar.

So viel kostet eine Grundschuldabtretung (Notar- und Grundbuchkosten)

Höhe der Grundschuld

Grundschuldabtretung

Löschung einer Grundschuld

(Urkunde wurde bereits von Bank entworfen)

Grundschuldbestellung

50.000 Euro

121,77 Euro

141,77 Euro

557,70 Euro

100.000 Euro

201,47 Euro

221,47 Euro

922,74 Euro

150.000 Euro

260,30 Euro

280,30 Euro

1196,52 Euro

200.000 Euro

300,80 Euro

320,80 Euro

1470,30 Euro

Hinzu kommen Auslagen je nach Aufwand, beispielsweise für Porto und Telefon.

Quelle: Notar- und Grundbuchkostenrechner Interhyp, Stand: 16.04.2020

Vereinfachtes Beispiel: Die Restschuld beträgt 100.000 Euro. Die bisherige Bank verlangt für die Anschlussfinanzierung 2,00 Prozent Sollzinsen, bei einem anderen Geldhaus wären 1,50 Prozent fällig (jeweils 3,0 Prozent Anfangstilgung, 15 Jahre Zinsbindung). Damit könnte der Kreditnehmer durch einen Bankwechsel rund 3.500 Euro sparen.

Bei einer Grundschuldabtretung über 100.000 Euro betragen die Grundbuch- und Notarkosten laut Notar- und Grundbuchkostenrechner von Interhyp 201,47 Euro. Unterm Strich verbleibt eine Ersparnis von rund 3.300 Euro. Selbst wenn die Banken nicht mit einer Grundschuldabtretung einverstanden sind und die Grundschuld gelöscht und neu eingetragen werden muss, fallen hierfür zwar mit rund 1.150 Euro deutlich höhere Kosten an. Die Ersparnis durch den Bankwechsel beträgt aber dennoch stattliche rund 2.350 Euro.

Teilabtretung der Grundschuld

Bei einer Anschlussfinanzierung ist die Restschuld deutlich niedriger als der anfangs aufgenommene Kredit und somit als die im Grundbuch eingetragene Summe. Entsprechend können Kreditnehmer auch nur eine Grundschuldabtretung für den noch offenen Betrag wählen - eine Teilabtretung - und den nicht mehr benötigten Betrag löschen lassen. Entsprechend niedriger fallen die Kosten für die Grundschuldabtretung aus, es entstehen jedoch Kosten fürs Löschen der nicht mehr benötigten Summe.

Biallo-Tipp

Banken bieten immer wieder Offerten, bei denen sie die Wechselkosten für Neukunden teilweise oder ganz erstatten. Erkundigen Sie sich danach. Kostenbewusste Immobilien-Besitzer werfen deshalb frühzeitig einen Blick auf die Konkurrenz. Außerdem sollten Sie prüfen, ob es sich angesichts des niedrigen Zinsniveaus nicht lohnt, den Folgekredit Jahre im Voraus abzuschließen. Dies geht mittels Forward-Darlehen.

Gut zu wissen: Banken dürfen für die Ablösung von Darlehen durch Fremdinstitute kein Bearbeitungsentgelt verlangen. Der Aufwand hierfür ist über den Kreditzins abgegolten. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (BGH-Urteil vom 10. September 2019, XI ZR 7/19). Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte gegen die Kreissparkasse Steinfurt geklagt, die in ihrem Entgeltverzeichnis ein "Bearbeitungsentgelt für Treuhandaufträge Ablösung Kundendarlehen" über 100 Euro vorsah.

Tipp: Wer bereits eine Bearbeitungsgebühr bezahlt hat, kann diese von seinem Kreditinstitut zurückfordern. Die Verbraucherzentralen stellen hierfür einen Musterbrief bereit.

Diese Finanzierungsarten der Anschlussfinanzierung gibt es

Annuitätendarlehen

Rund 90 Prozent aller Darlehen zum Kauf einer Immobilie sind sogenannte Annuitätendarlehen. Darunter versteht man einen Kredit mit einem einheitlichen Tilgungssatz und festen monatlichen Raten vom ersten Monat der Rückzahlung bis zum letzten. Die meisten Darlehen, die zur Zeit ausgereicht werden, haben einen Tilgungssatz von 2,50 bis 4,00 Prozent.

Das heißt: Bei einem Kredit von 200.000 Euro und einem Tilgungssatz von vier Prozent im Jahr wird die Schuld im ersten Jahr um 8.000 Euro geringer.
Mit jedem Monat der Rückzahlung werden Zinsanteil und Restschuld geringer, während der Tilgungsanteil steigt. Wenn Sie sich einmal einen solchen Tilgungsverlauf ansehen wollen, benutzen Sie einfach unseren Tilgungsrechner.

Da die Zinsen zur Zeit historisch niedrig sind, sollten Sie die ersparten monatlichen Kosten für eine höhere Tilgung nuten, also mindestens 3,0, besser 3,5 oder 4,0 Prozent. Auf diese Weise ist die Restschuld nach der Zinsbindung deutlich niedriger und Sie könnten auch höhere Zinsen verkraften, wenn in 10, 15 oder 20 Jahren wieder ein normales Zinsniveau herrscht.

Biallo-Tipp

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Forward-Darlehen

Die oberste Prämisse für Kreditnehmer mit auslaufender Baufinanzierung heißt: Nicht das Kreditende verschlafen! Nur wer sich rechtzeitig informiert, kann Kostenvorteile erzielen.

Einen allgemeingültigen festen Zeitpunkt, ab dem man aktiv werden sollte, gibt es allerdings nicht. Für jeden Eigentümer stellt sich die Situation anders dar. Wichtig ist die jeweilige Marktsituation. "Geht man mittelfristig von steigenden Zinsen aus und möchte damit verbundene Kostenrisiken beim Folgekredit ausschließen, dann empfiehlt sich ein Forward-Darlehen", rät Christoph Zschätzsch, Leiter Baufinanzierung bei der Deutschen Bank.

Vorteil: Forward-Darlehen schreiben die aktuellen Tiefzinsen für die Zukunft fest, das sichert langfristig niedrige Kreditkosten. Kreditnehmer sparen damit nicht nur Geld, sondern erlangen zudem hohe Planungssicherheit. Viele Banken gewähren Forward-Darlehen bis zu 36 Monate im Voraus.

Volltilgerdarlehen

Ist der Kreditnehmer nach Auslaufen des Erstkredits um die 50 Jahre alt, sollte er versuchen eine komplette Restfinanzierung auf die Beine zu stellen, damit das Objekt in zehn, zwölf oder 15 Jahren abgezahlt ist. Eine Möglichkeit sind sogenannte Volltilgerdarlehen. Dabei handelt es sich um klassische Hypothekendarlehen, die bis zur vollständigen Schuldenfreiheit laufen.
Vorteil: Aufgrund hoher Rückzahlsicherheit für die Bank gewährt diese meist ein oder zwei Zehntel zusätzlichen Zinsrabatt.

Variable Darlehen

Bei der Suche nach der optimalen Zinsbindung sollten Darlehensnehmer berücksichtigen, ob während der Vertragslaufzeit mit größeren Geldzahlungen zu rechnen ist. Läuft beispielsweise in sechs oder acht Jahren die Lebensversicherung aus oder stellen die Eltern oder Schwiegereltern das vorzeitige Erbe in Aussicht, dann empfiehlt es sich, den Betrag zur Schuldentilgung einzusetzen. In einem solchen Fall sollten Sie ein variables Darlehen in Betracht ziehen. Dieser ermöglicht unbegrenzte Sondertilgungen und somit das jederzeitige Kreditende. Da diese Darlehen aber teurer sind, können Sie auch Folgendes tun: Sie wählen eine Laufzeit von nur fünf Jahren zu super günstigen Konditionen. Und schließen dann ein variables Darlehen an.

Biallo-Tipp

Egal, für welche Finanzierungsvariante Sie sich entscheiden, sollten Sie unseren Baufinanzierungsvergleich nutzen, um so den günstigsten Anbieter zu finden.

Darauf sollten Sie sonst bei der Anschlussfinanzierung achten

Anfangstilgung

Die im Vergleich zum Erstkredit niedrigere Darlehenssumme sowie die noch immer sehr tiefen Zinsen eröffnen Spielräume, die Kreditrate zu senken. Doch dies ist häufig nicht empfehlenswert, da der Schuldenabbau dadurch verzögert wird. Wer die monatliche Belastung des Erstkredits problemlos schultern kann, der sollte die aktuelle Monatsrate auch bei der Anschlussfinanzierung beibehalten - zumal in der Regel das Einkommen inzwischen höher liegt als bei Abschluss des Erstdarlehens.

Biallo-Tipp

Wer die Zinsersparnis in eine höhere Tilgung investiert, spart Kreditzinsen und baut die Schulden schneller ab.

In Verbindung mit den derzeitigen Minizinsen lässt sich der Tilgungssatz beim Folgekredit deutlich aufstocken. Läuft beispielsweise ein Zehnjahresdarlehen aus, das mit einem Prozent Anfangstilgung begonnen und bei dem hin und wieder Sondertilgungen geleistet wurden, dürfte die Tilgungshöhe bei Auslaufen des Erstkredits zwei bis drei Prozent erreicht haben.

Behält man die Ratenhöhe bei, sollte unter aktuellen Zinsbedingungen ein Tilgungssatz von vier oder gar fünf Prozent kein Problem sein. Kreditnehmer profitieren von Vorteilen: Wer statt mit einem mit vier Prozent Anfangstilgung den Folgekredit startet, der verkürzt bei einem Zinssatz von 1,5 Prozent die Darlehenslaufzeit um rund 40 Jahre.

Statt in 61 ist der Kredit nach gut 21 Jahren getilgt. Zwar erhöht sich die monatliche Kreditrate, dafür sinken die Zinskosten deutlich ab. Vier Prozent Anfangstilgung verringern den Zinsaufwand um knapp zwei Drittel - das gilt für alle Kreditbeträge.

Höhere Tilgung verkürzt Kreditlaufzeit

Anfangstilgung 1 Prozent 2 Prozent 3 Prozent 4 Prozent
Darlehensbetrag 100.000 Euro 100.000 Euro 100.000 Euro 100.000 Euro
Sollzins 1,5 Prozent 1,5 Prozent 1,5 Prozent 1,5 Prozent
monatliche Kreditrate 208 Euro 292 Euro 375 Euro 458 Euro
Zinskosten Gesamt 52.830 Euro 30.660 Euro ca. 21.715 Euro ca. 16.840 Euro
Laufzeit 61 Jahre, 1 Monat 37 Jahre, 3 Monate 27 Jahre, 1 Monat 21 Jahre, 3 Monat

Quelle: biallo.de, eigene Berechnungen

Tilgungssatzwechsel

Immer mehr Kreditinstitute ermöglichen Finanzierungen, bei denen Kreditnehmer den anfänglich gewählten Tilgungssatz während der Zinsbindungsfrist verändern können. Dies ist von Vorteil, wenn wider Erwarten die Einkünfte zurückgehen, etwa bei Verdienstausfall wegen der Geburt eines Kindes oder wegen Arbeitslosigkeit.

Ist die Einkommensschwäche beendet, erlaubt der Tilgungssatzwechsel dann das erneute Heraufsetzen der Tilgung.
Zu den Banken, die den Tilgungssatzwechsel ermöglichen, gehören unter anderem:

  • ING: bis zu zweimal kostenloser Wechsel während der Kreditlaufzeit
  • Sparda-Bank Berlin: bei Bedarf Änderung der Tilgung möglich
  • Santander: Tilgungssatzwechsel zwischen 2 und 4 Prozent bis zu zweimal kostenlos während der Sollzinsbindungsdauer möglich

Anschlussfinanzierung während der Corona-Krise

Manchem Kreditnehmer, bei dem die Anschlussfinanzierung ansteht, macht die aktuelle Corona-Krise finanziell zu schaffen. Wer in akuten Zahlungsschwierigkeiten ist, dem hilft ein kurzfristig erlassenes Gesetz, das Kreditnehmern in Not eine Stundung bis zum 30. Juni einräumt, ohne dass die Bank den Kreditvertrag kündigen kann.

Lesen Sie auch: Corona-Krise: Wenn der Baukredit nicht mehr gezahlt werden kann

In jedem Fall empfiehlt sich ein Gespräch mit der kreditgebenden Bank. Bei einer fälligen Anschlussfinanzierung besteht Spielraum, die monatlichen Ratenzahlungen niedriger zu gestalten. Damit der Kreditnehmer in wirtschaftlich besseren Zeiten wieder mehr abzahlen und somit Kreditkosten senken kann, kann es sinnvoll sein, einen Immobilienkredit zu wählen, bei dem ein kostenloser Tilgungssatzwechsel möglich ist.

Zinsbindung

Läuft die Erstfinanzierung aus, stehen häufig noch 70 oder 80 Prozent Restschuld zu Buche. Um den hohen Restbetrag bis zum Ruhestand abzubauen, empfiehlt es sich, nicht nur die Tilgung zu erhöhen, sondern auch die Laufzeit entsprechend anzupassen.
Als Faustregel gilt: Bis zum Renteneintritt sollte die Immobilie schuldenfrei sein, da das Einkommen in der Regel sinkt und hohe Kreditbelastungen nur schwer zu schultern sind.
Kritisch wird es, wenn das Zweitdarlehen im Ruhestand ausläuft und noch offene Kreditschulden vorhanden sind. Viele Banken tun sich schwer, Ruheständlern aufgrund des fortgeschrittenen Alters neue Immobilienkredite auszureichen.

Sondertilgungsrechte

Neben der monatlichen Tilgung helfen Sondertilgungen, die Darlehensschuld schneller zu verringern. Dabei leisten Kreditnehmer je nach Kassenlage einmal im Jahr eine Extrazahlung innerhalb eines vereinbarten Rahmens. Arbeitnehmer verwenden dafür gern Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder das 13. Monatsgehalt. Selbstständige legen häufig Teile überdurchschnittlicher Einkünfte zurück und zahlen sie einmal im Jahr auf das Hypothekenkonto ein.

Die Einsparung durch Sonderzahlungen ist signifikant. Ein zehnjähriges Hypothekendarlehen über 150.000 Euro mit einem Nominalzins von 3,5 Prozent würde bei zwei Prozent Anfangstilgung normalerweise knapp 29 Jahre laufen. Leistet man jährlich 3.000 Euro Sondertilgung, verringert sich die Gesamtkreditlaufzeit um fast elf Jahre. Die Zinsersparnis beträgt gut 5.000 Euro.

Kostenlose Sondertilgung

Kreditnehmer sollten allerdings sicher sein, dass sie das Sondertilgungsrecht auch wirklich nutzen. Denn berechnet die Bank dafür einen Zinsaufschlag, verteuert sich unnötig das Baudarlehen. Viele Geldhäuser erlauben inzwischen bis zu fünf Prozent der Darlehenssumme jährlich ohne Aufpreis als Sondertilgung einzuzahlen. So beispielsweise die Direktbank ING.

Bereitstellungszinsen

Läuft der Kredit bei Ihrer Bank erst in einigen Monaten aus und Sie wollen steigende Zinsen vermeiden, können Sie schon jetzt nach einem neuen Vertrag fragen. Aber: Startet das Folgedarlehen erst in fünf oder sechs Monaten, verlangen nicht wenige Geldhäuser sogenannte Bereitstellungszinsen.

Das heißt: Die Bank berechnet monatlich Zinsen für die Bereitstellung des Kreditbetrags, der erst später abgenommen wird. Diese Zinsen werden dem Kunden – je nach Bank oder Sparkasse – bereits nach drei oder vier Monaten in Rechnung gestellt.

In der Regel berechnen Kreditinstitute dann monatlich 0,25 Prozent Zinsen auf den gesamten Darlehensbetrag. Das kann schnell einige hundert Euro pro Monat kosten.

Beispiel: Ein Folgedarlehen über 150.000 Euro kostet bei einem Zinssatz von 0,25 Prozent 375 Euro Breitstellungszinsen pro Monat. Solche Zinsen sollten Sie vermeiden.

Möglich ist dies durch einen Wechsel zu Banken, die Bereitstellungszinsen erst sehr viel später in Rechnung stellen. Das heißt: Sie können sich heute schon eine günstige Anschlussfinanzierung für einen viel späteren Zeitpunkt sichern.

Zwölf Monate ohne Extrazins gibt es bei:

Neun Monate keinen Extrazins verlangen:

Sechs Monate zinsfreie Zeit bei:

(Stand: 15. April 2020)

Fragen und Antworten zur Anschlussfinanzierung

Wann muss ich mich um die Anschlussfinanzierung kümmern?

Kreditinstitute sind gesetzlich dazu verpflichtet, Ihnen drei Monate vor Ablauf des Immobilienkredits ein neues Angebot zu unterbreiten. Spätestens dann sollten Sie aktiv werden und Angebote vergleichen. Es schadet aber auch nicht, sich bereits deutlich früher Gedanken über die Ausgestaltung Ihrer Anschlussfinanzierung zu machen – zum Beispiel: Wie viel Tilgung kann ich mir nun leisten? Kommt ein Volltilgerdarlehen infrage? Im aktuellen Zinstief kann es auch sinnvoll sein, sich mehrere Monate im Voraus einen niedrigen Zins zu sichern. Manche Banken verlangen bis zu zwölf Monate vor Abruf des Kredits keine Bereitstellungszinsen. Mit einem Forwarddarlehen lassen sich günstige Kredite noch längerfristiger sichern – allerdings gegen einen Aufpreis.

Welche Unterlagen benötige ich für die Anschlussfinanzierung?

Bei einer Anschlussfinanzierung bei der bisherigen Bank sollten alle wesentlichen Unterlagen bereits vorliegen. Wechseln Sie jedoch zu einem anderen Kreditinstitut, müssen Sie Unterlagen zur Person, Bonität, zum bisherigen Kredit und zur Immobilie vorlegen. Hierzu zählen unter anderem die letzten drei Gehaltsabrechnungen, Einkommensteuerbescheid, Kaufvertrag und Fotos der Immobilie, Flächenberechnung, Grundbuchauszug, Kreditvertrag und Kontoauszug des bisherigen Immobilienkredits. Je nach Kreditinstitut variiert dies.

Kann ich die Anschlussfinanzierung aufstocken, weil ich größere Renovierungsarbeiten finanzieren will?

Grundsätzlich können Immobilienbesitzer ihre Anschlussfinanzierung erhöhen, um an Geld beispielsweise für größere Umbaumaßnahmen zu kommen. Die Restschuld sollte ja deutlich niedriger liegen, als die eingetragene Grundschuld. Hierdurch besteht finanzieller Spielraum. Ob die Bank jedoch eine höhere Anschlussfinanzierung tatsächlich gewährt, hängt von Ihrer Kreditwürdigkeit ab und ob sich der Wert der Immobilie in der Zwischenzeit nicht verringert hat. Lesen Sie auch: Neues Auto dank alter Grundschuld

Worauf sollte ich beim Vergleich von Angeboten zur Anschlussfinanzierung achten?

Wichtig ist, dass Sie frühzeitig Angebote vergleichen, um nicht in Zeitdruck zu geraten. Einen Überblick über die Bauzinsen zahlreicher Anbieter vermittelt Ihnen unser Baufinanzierung Vergleich. Neben dem Zinssatz sollten Sie auch die weiteren Kreditbedingungen in Augenschein nehmen. Je nach individuellem Bedarf können zum Beispiel kostenlose Möglichkeiten für Sondertilgungen und Tilgungssatzwechsel sinnvoll sein.



  Horst Biallo


 

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