Hohe Geldtransfers: Das sollten Sie beachten

Zahlungsverkehr Hohe Geldtransfers: Das sollten Sie beachten

von Peter Rensch
13.11.2017
Auf einen Blick
  • Achten Sie darauf, dass IBAN-Ziffern, BIC-Code sowie der Name des Kontoinhabers richtig sind, um Fehlbuchungen zu vermeiden.

  • Meldepflicht besteht für Überweisungen ins Ausland ab einer Summe von 12.500 Euro.

  • Bei Versteigerungen können Sie auch die notwendige Sicherheitssumme vor dem Auktionstermin per Überweisung beim Amtsgericht oder Auktionshaus hinterlegen.
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Sie benötigen überdurchschnittlich viel Bargeld oder wollen eine größere Geldsumme zur Zahlung einer Anschaffung transferieren? Grundsätzlich kein Problem, doch sollten Sie hierbei wichtige Details beachten, um Gebührenfallen, Wartezeiten und ungeliebte Überraschungen zu vermeiden.

Stichwort Banküberweisung: Hier muss unterschieden werden zwischen einer Sepa-Überweisung (SEPA = Single Euro Payment Area) innerhalb des Euroraums und einem Geldtransfer in Nicht-EU-Länder.

"Unproblematisch sind in der Regel Überweisungen innerhalb der EU. Dank Sepa werden auch hohe Überweisungen schnell und relativ günstig durchgeführt", sagt Thomas Mai, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen.

Verbraucher sollten darauf achten, dass IBAN-Ziffern, BIC-Code sowie der Name des Kontoinhabers richtig sind, damit es nicht zu Fehlbuchungen kommt. Denn das würde gerade bei hohen Beträgen Zinsverluste bedeuten. Bei nicht zeitgerechter Zahlung würden sogar Verzugszinsen fällig.

Durch das EU-Recht müssen die SEPA-Gebühren in allen Mitgliedstaaten gleich sein, was die Bank betrifft, die die Überweisung ausführt. Führen Sie den Transfer online aus oder am Bankterminal, fallen in der Regel keine gesonderten Gebühren an, im Gegensatz zu Papierüberweisungsträgern, die Sie am Schalter abgeben.

Ein Sprecher der Commerzbank erklärt hierzu: "Bei einer Auslandsüberweisung innerhalb des SEPA-Raums entstehen keine zusätzlichen Kosten für Kunden der Commerzbank. Bei Zahlungen außerhalb des SEPA-Raums fallen 1,5 Promille der Überweisungssumme an, mindestens jedoch 12,50 Euro."

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Biallo-Tipp

Informieren Sie sich rechtzeitig darüber, mit welchen Kosten Sie bei Ihrer Bank oder Sparkasse rechnen müssen. Die Gebühren sind nicht nur vom Institut abhängig, sondern auch vom Zielland sowie der Transfersumme.

Achten Sie auf die Konditionen der Empfängerbank

Informieren Sie sich über die Konditionen der Empfängerbank, denn einige Institute akzeptieren SEPA-Überweisungen nur bis zu einer Mindesthöhe und berechnen darüber hinaus Extraprovisionen, die je nach Summe unterschiedlich hoch sein können.

"Die Kunden sollten vor der Überweisung ins Ausland mit dem Empfänger klären, wie mit anfallenden Überweisungsgebühren umzugehen ist", sagt Axel Bäumer, Pressesprecher der Targobank und liefert gleich noch ein Beispiel: Ein Vater überweist einen Betrag in die USA, mit dem anfallendes Schulgeld für seine Tochter beglichen werden muss. Entsprechend sollte der Betrag ohne Abzüge beim Empfänger ankommen. In diesem Fall empfiehlt sich, dass der Kunde alle anfallenden Gebühren im Voraus selbst übernimmt. Hierbei handelt es sich um eine OUR-Überweisung.

"Geht es aber beispielsweise darum, eine Ferienwohnung im Ausland zu bezahlen, empfiehlt sich eine Aufteilung der Kosten zwischen Sender und Empfänger, was der Zusatz SHA für Share regelt. Dabei übernimmt der Kunde nur die Kosten für die ausgehende Überweisung bei einer Bank, während der Empfänger, in dem Fall der Vermieter, die für ihn anfallenden Kosten übernimmt", so Bäumer weiter.

Die Option der BEN-Überweisungen, also die Übernahme der vollen Überweisungsgebühren durch den Empfänger, sei durch die Umsetzung der PSD2 ab Januar 2018 für viele Auslandsüberweisungen nicht mehr erlaubt und werde daher nicht mehr angeboten.

3
 
Karte
Anbieter
Jahresgeb.
Sollzinssatz
 
1.
VisaCard
0,00
6,9%
2.
comdirect VISA-Karte
0,00
6,5%
3.
VISA Card
0,00
6,99%
Jahresumsatz 2.000

Bei hohen Geldtransfers in Nicht-EU-Länder Gebühren vergleichen

Ganz wichtig: Gerade bei Auslandsüberweisungen außerhalb des SEPA-Raums weichen die Gebühren recht drastisch unter den Instituten voneinander ab. Hier lohnt sich ein Vergleich zwischen Hausbank und Online-Anbietern wie beispielsweise Azimo, Moneygram oder Worldremit, die gerade bei Überweisungen nach Übersee attraktiver sein können. Auch Spezialinstitute wie Western Union können eine Alternative sein. Bei diesem Verfahren zahlen Sie in einer Filiale die Summe bar ein und der Empfänger kann das Geld bei der anvisierten Filiale abholen. Eine unkomplizierte Alternative zur herkömmlichen Überweisung, aber die Gebühren betragen bis zu 15 Prozent der Transfersumme.

Bei Online-Überweisungen denken viele natürlich an PayPal. Jedoch besteht dort ein Limit in Höhe von 2.500 Euro, was Sie jedoch in Ihrem Account auflösen können. Auf Ihrer persönlichen Startseite müssen Sie unter Informationen zu Ihrem PayPal-Konto den Button Limits aufheben öffnen und den Anweisungen folgen.

Stichwort Gebühren: Wenn Sie per Paypal Geld in Euro transferieren, zahlen Sie keine Extrakosten. Berechnet werden Gebühren erst dann, wenn die Überweisung in einer fremden Währung durchgeführt wird. Die Höhe ist abhängig von Währung, Empfängerland und Zahlungsart. Bei Verwendung einer Kreditkarte werden 1,9 Prozent in Rechnung gestellt plus 0,35 Euro für jede Transaktion.

Geldtransfers über 12.500 Euro sind meldepflichtig

Meldepflicht besteht für Geldtransfers ins Ausland. Gemäß Paragraph 11 des Außenwirtschaftsgesetzes (AWG) und Paragraf 67 der Außenwirtschaftsverordnung (AWV) müssen natürliche und juristische Personen mit Wohnsitz beziehungsweise Geschäftssitz in Deutschland Zahlungen von mehr als 12.500 Euro melden, wenn Sie diese von Ausländern erhalten oder an diese zahlen. Hierunter fallen sowohl Barzahlungen, Überweisungen, Zahlungen per Lastschrift als auch per Scheck oder Wechsel. Davon ausgenommen sind Ausfuhrerlöse, Zahlungen für Wareneinfuhren sowie Auszahlungen und Rückzahlungen von Krediten und Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit bis zu 12 Monate.

Ihr Institut weist Sie auf die Meldepflicht hin und Sie müssen diese in elektronischer Form bei der Bundesbank einreichen. Weitere Informationen und die Möglichkeit, online der Meldepflicht nachzukommen, finden Sie auf dem Allgemeinen Meldeportal Statistik (AMS).

"Diese Meldungen dienen zur Erstellung der Außenwirtschaftsstatistik und sind durch den Kunden direkt an die Bundesbank bis zum 7. des Folgemonats elektronisch über das Allgemeine Meldeportal Statistik (AMS) zu machen. Lediglich Privatpersonen können ihre außenwirtschaftlichen Zahlungsmeldungen auch telefonisch unter der entgeltfreien Telefonnummer 0800 1234 111 (aus dt. Festnetz) aufgeben", erklärt Ralf Palm, Pressesprecher bei der Postbank.

Das Zahlen hoher Geldsummen in bar ist immer mit einem Risiko verbunden, da es zum Totalverlust durch Diebstahl kommen kann. Wenn Sie beispielsweise für eine Auktion oder einen Autokauf größere Geldbeträge benötigen, haben Sie unter anderem die Möglichkeit, einen Bundesbankscheck ausgestellt zu bekommen, der ebenso akzeptiert wird wie eine Barzahlung. Hierbei handelt es sich um einen Scheck mit befristeter Einlösegarantie, der von der Deutschen Bundesbank ausgestellt wird. Bestellen können Sie ihn bei Ihrer Hausbank und auch einige Direktbanken bieten diesen Service an. Beachten Sie, dass er mindestens drei Arbeitstage vor der Zustellung beantragt werden muss. Die Kosten betragen je nach Institut um die 30 Euro.

Biallo-Tipp

Hohe Barabhebungen sollten Sie nur dann präferieren, wenn keine Alternative in Frage kommt. Wenn Sie das Geld in der Bank abholen wollen und es sich um eine höhere Summe handelt, empfiehlt es sich, Ihr Institut vorher zu kontaktieren.

Zum einen ist dann sichergestellt, dass die Summe auch verfügbar ist. Zum anderen kann die Auszahlung in einem Nebenraum fernab von den Beobachtungen Dritter durchgeführt werden.

Gebühren für Barabhebungen am Bankschalter sind nicht rechtens

Bei Versteigerungen können Sie auch die notwendige Sicherheitssumme vor dem Auktionstermin per Überweisung beim Amtsgericht oder Auktionshaus hinterlegen.

"Um größtmögliche Sicherheit für unsere Kunden zu gewährleisten und um den gewünschten Betrag in der Filiale bereitzustellen, bitten wir unsere Kunden, größere Bargeldabhebungen im Vorfeld anzukündigen. Einen Mindestbetrag, ab dem eine Ankündigung zwingend erfolgen muss, gibt es bei uns jedoch nicht", führt Axel Bäumer von der Postbank aus.

Verschärftes Geldwäschegesetz

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH-Urteil vom 30.11.1993, Az.: XI ZR 80/93) dürfen Banken für Barabhebungen und Bareinzahlungen am Bankschalter auf das eigene Konto keine Gebühren berechnen. Allerdings bei Einzahlungen auf ein fremdes Konto.

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass im Juni 2017 das Geldwäschegesetz (GWG) abermals verschärft wurde. Ziel ist es, das Einschleusen illegal erwirtschafteter Vermögenswerte zu verhindern. Demnach müssen gewerbliche Güterhändler (z. B. Immobilienmakler, Autohändler, Juweliere) bei Barzahlungen ab 15.000 Euro die Identität des Kunden dokumentieren. Liegt der Verdacht auf Geldwäsche vor, muss der Händler die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) in Kenntnis setzen.

Das klingt jedoch bedrohlicher, als es wirklich ist. Wenn Sie legale Geschäfte mit seriösen Partnern abwickeln, müssen Sie weder mit einer Meldung rechnen noch mit Konsequenzen.

"Bei Einzahlungen über 1.000 Euro zu Gunsten Dritter müssen laut Geldwäschegesetz bestimmte zusätzliche Angaben wie zum Beispiel die Kopie des Ausweises zu der einzahlenden Person, gemacht werden. Diese werden von den Mitarbeitern in der Filiale abgefragt", sagt Postbank-Pressesprecher Palm.

"Erfolgt eine Einzahlung zu Gunsten eines Dritten durch einen ´Ausländer´ und ist diese über dem Schwellenwert 12.500 Euro, so ist diese Zahlung durch den Empfänger entsprechend bei der Bundesbank anzuzeigen", ergänzt Palm.

Fazit: Bei höheren Geldtransaktionen sollten Sie aus Sicherheitsgründen möglichst den Bargeldverkehr meiden. Bei Überweisungen ist es angebracht, die Gebühren im Vorfeld zu kontrollieren und zu vergleichen. Vor allem Zahlungen ins außereuropäische Ausland könnten teuer werden.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de