Zahlungsverkehr

Was Sie bei hohen Geldtransfers beachten sollten

Update: 06.03.2020
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Auf einen Blick
  • Für Zahlendreher haftet der Kunde. Um Fehlbuchungen zu vermeiden, achten Sie daher unbedingt darauf, dass IBAN-Ziffern, BIC-Code sowie der Name des Kontoinhabers richtig sind.

  • Bei Auslandsüberweisungen besteht für Beträge ab 12.500 Euro gemäß Außenwirtschaftsverordnung (AWV) eine Meldepflicht.

  • Geldtransfers in Nicht-EU-Länder können richtig teuer werden. Hier lohnt sich ein Vergleich zwischen Hausbank und Online-Anbietern.

  • Bargeldzahlungen sind immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Wie kann man sich davor schützen?
Bei hohen Geldtransfers ist Vorsicht geboten.
Tashatuvango / Shutterstock.com

Sie benötigen überdurchschnittlich viel Bargeld oder wollen eine größere Geldsumme zur Zahlung einer Anschaffung transferieren? Grundsätzlich kein Problem, doch sollten Sie hierbei wichtige Details beachten, um Gebührenfallen, Wartezeiten und ungeliebte Überraschungen zu vermeiden.

Bei einer Banküberweisung muss zwischen einer SEPA-Überweisung (SEPA = Single Euro Payment Area) innerhalb des Euroraums und einem Geldtransfer in Nicht-EU-Länder unterschieden werden.

"Unproblematisch sind in der Regel Überweisungen innerhalb der EU. Dank SEPA werden auch hohe Überweisungen schnell und relativ günstig durchgeführt”, sagt Thomas Mai, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen.

Für eine Überweisung innerhalb der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) benötigen Verbraucher seit der SEPA-Einführung nun die internationale Kontokennung IBAN und die BIC (anstatt bisher Kontonummer und Bankleitzahl). Sie kennzeichnen die jeweilige Sender- und Empfängerbank.

Die IBAN (International Bank Account Number) besteht aus Kennzahl des Landes, Bankleitzahl und Kontonummer. Die BIC (Business Identifier Code) setzt sich zusammen Kürzel für die Bank, Länderkürzel und einer Buchstabenkombination der Filiale.

Verbraucher sollten laut Finanzexperte Mai darauf achten, dass IBAN-Ziffern, BIC-Code sowie der Name des Kontoinhabers richtig sind, damit es nicht zu Fehlbuchungen kommt. Denn das würde gerade bei hohen Beträgen Zinsverluste bedeuten. Bei nicht zeitgerechter Zahlung würden sogar Verzugszinsen fällig.

Überweisen Verbraucher Geld auf ein Konto außerhalb der EU und des EWR, fallen meist hohe Gebühren an. Teilweise können hierfür Überweisungsgebühren in Höhe von bis zu zehn Prozent der Überweisungssumme anfallen.

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Einheitliche Regelung in der EU

Der grenzüberschreitende Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen über das Internet nimmt stetig zu. Ein Großteil der innereuropäischen Zahlungen erfolgt bargeldlos. Mit der SEPA-Umstellung wurde der Zahlungsverkehr in EU und EWR durch einheitliche Zahlungsverkehrsprodukte wie Überweisungen und Lastschriften harmonisiert. Die Durchführung von bargeldlosen Euro-Zahlungen ist seitdem einfacher, schneller und kostengünstiger geworden. Verbraucher und Unternehmen ist es möglich, ihren gesamten Euro-Zahlungsverkehr über ein Konto bei einer beliebigen europäischen Bank abzuwickeln. Ein weiterer Beitrag zur europäischen Integration also.

Durch das EU-Recht müssen die SEPA-Gebühren in allen Mitgliedstaaten gleich sein, was die Bank betrifft, die die Überweisung ausführt. Führen Sie eine SEPA-Überweisung online aus oder am Bankterminal, fallen in der Regel keine gesonderten Gebühren an – im Gegensatz zu Papierüberweisungsträgern, die Sie am Schalter abgeben.

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Auf Konditionen der Empfängerbank achten

Informieren Sie sich über die Konditionen der Empfängerbank, denn einige Institute akzeptieren SEPA-Überweisungen nur bis zu einer Mindesthöhe und berechnen darüber hinaus Extraprovisionen, die je nach Summe unterschiedlich hoch sein können.

"Die Kunden sollten vor der Überweisung ins Ausland mit dem Empfänger klären, wie mit anfallenden Überweisungsgebühren umzugehen ist”, sagt Axel Bäumer, Pressesprecher der Targobank und liefert gleich noch ein Beispiel: Ein Vater überweist einen Geldbetrag in die USA, mit dem anfallendes Schulgeld für seine Tochter beglichen werden muss. Entsprechend sollte der Betrag auch ohne Abzüge beim Empfänger ankommen. In diesem Fall empfiehlt sich, dass der Überweisende alle anfallenden Transaktionsgebühren des Geldtransfers im Voraus selbst übernimmt. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte OUR-Überweisung (sender pays costs). Nach Feststellung der erforderlich gewordenen Kosten erfolgt eine Abrechnung.

"Geht es aber beispielsweise darum, eine Ferienwohnung im Ausland zu bezahlen, empfiehlt sich eine Aufteilung der Kosten zwischen Sender und Empfänger, was der Zusatz SHA für "Share" regelt. Dabei übernimmt der Kunde nur die Kosten für die ausgehende Überweisung bei seiner Bank, während der Empfänger – in dem Fall der Vermieter – die für ihn anfallenden Kosten übernimmt”, so Bäumer weiter.

  • Biallo-Tipp: Informieren Sie sich rechtzeitig darüber, mit welchen Kosten Sie bei Ihrer Bank oder Sparkasse rechnen müssen. Die Gebühren sind nicht nur vom Institut abhängig, sondern auch vom Zielland sowie der Transfersumme.

Zu den SEPA-Ländern gehören die 28 EU-Mitgliedsstaaten, die drei EWR-Staaten Island, Norwegen und Liechtenstein sowie die Schweiz und Monaco.

Zwischen diesen Ländern wird mit SEPA der Zahlungsverkehr in der Euro-Währung vereinheitlicht. Dies schafft nicht nur eine bessere Übersichtlichkeit, sondern auch einen erheblichen Mehrwert für Unternehmen und Banken. Die SEPA-Länder ohne Euro-Währung haben sich dabei an die Wettbewerbsbedingungen des Euro-Zahlungsraumes zu halten. Eine Sondersituation gilt jedoch für die Schweiz und Monaco, da diese Staaten zwar an die SEPA-Regelwerke gebunden sind, nicht aber an die EU-Verordnungen und -Richtlinien.

Das SEPA-Verfahren ist allerdings nicht nur für grenzüberschreitende Zahlungen relevant, sondern auch in Deutschland das einzige System für den nationalen Zahlungsverkehr.

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VisaCard
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Genial Card
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12,82%
mit Girokontenbindung

Hohe Geldtransfers in Nicht-EU-Länder: Gebühren vergleichen

Gerade bei Auslandsüberweisungen außerhalb des SEPA-Raums weichen die Gebühren recht drastisch unter den Instituten voneinander ab und es kann zum Teil richtig teuer werden. Hier lohnt sich daher ein Vergleich zwischen Hausbank und Online-Anbietern wie zum Beispiel Azimo, Moneygram oder Worldremit, die gerade bei Überweisungen nach Übersee attraktiver sein können.

Auch Spezialinstitute wie Western Union können eine Alternative sein. Bei dem US-Anbieter für weltweiten Bargeldtransfer können Sie die gewünschte Summe per Kreditkarte, Bank- oder Sofortüberweisung oder auch in bar bezahlen. Der Empfänger kann das Geld dann bei der anvisierten Western Union-Filiale abholen oder erhält den Betrag auf sein Bankkonto überwiesen. Eine unkomplizierte Alternative zur herkömmlichen Überweisung. Mit dieser Methode kostet zum Beispiel der Geldtransfer von 1.000 Euro bar bezahlt in die USA eine Gebühr von 11,90 Euro, wenn der Empfänger das Geld ebenfalls als Bargeld abholt. Billiger wird es, wenn der Empfänger den Betrag gleich auf das Bankkonto gutgeschrieben bekommt. Dann fällt lediglich eine Gebühr von 2,90 Euro an.

Bei Online-Überweisungen denken viele an Paypal. Allerdings besteht dort ein Limit in Höhe von 2.500 Euro, was Sie jedoch in Ihrem Account auflösen können. Auf Ihrer persönlichen Startseite müssen Sie unter 'Informationen zu Ihrem PayPal-Konto'den Button'Limits aufheben' öffnen und den Anweisungen folgen.

Stichwort Gebühren: Wenn Sie per Paypal Geld in Euro transferieren, zahlen Sie keine Extrakosten. Berechnet werden Gebühren erst dann, wenn die Überweisung in einer fremden Währung durchgeführt wird. Die Höhe ist jeweils abhängig von Währung, Empfängerland und Zahlungsart.

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PSD2-Richtlinie stärkt Rechte von Bankkunden

Seit dem 13. Januar 2018 gilt europaweit die Zweite Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 (Payment Services Directive 2). Diese EU-Richtlinie verpflichtet Banken, ihre Kunden über die Änderungen bei Überweisungen, Lastschriften, Kartenzahlungen und beim Online-Banking zu informieren. Darüber hinaus wurden die Rechte von Bankkunden gestärkt. So sind die Institute beispielsweise aufgefordert, beim Online-Banking auf Wunsch des Kunden Drittdiensten Zugang zum Zahlungskonto herzustellen und entsprechende Schnittstellen zu schaffen.

Zum 14. September 2019 endete die Umsetzungsfrist der PSD2-Richtlinie.

Das sind die wichtigsten Regelungen, die Ihre Geldtransfers betreffen:

  • Zahlungen, die ohne Ihre Veranlassung oder Zustimmung auf Ihr Konto gebucht wurden, müssen innerhalb eines Geschäftstages erstattet werden.

  • Wird eine Zahlung zu spät gebucht, müssen die Zahlungsdienstleister diese beim Zahlungsempfänger ausgleichen.

  • Die Haftungsgrenze für den Missbrauch beim Online-Banking oder bei Kreditkarten sinkt von bisher 150 auf 50 Euro.

Lesen Sie auch: PSD2 – Was bringt die Neuerung für Bankkunden?

Geldtransfers über 12.500 Euro meldepflichtig

Für Geldtransfers ins Ausland besteht ab einer bestimmten Summe Meldepflicht. Gemäß Paragraf 11 des Außenwirtschaftsgesetzes (AWG) und Paragraf 67 der Außenwirtschaftsverordnung (AWV), müssen natürliche und juristische Personen mit Wohnsitz beziehungsweise Geschäftssitz in Deutschland Zahlungen von mehr als 12.500 Euro melden, wenn sie diese von Ausländern erhalten haben oder an diese zahlen. Hierunter fallen sowohl Barzahlungen, Überweisungen, Zahlungen per Lastschrift als auch per Scheck oder Wechsel.

Die hierbei verwendeten Begriffe "Inländer" und "Ausländer" beziehen sich in im Sinne der AWV nicht auf die Staatsangehörigkeit, sondern auf den Wohnsitz (Residenzprinzip). Demnach gilt beispielsweise ein Deutscher, der länger als ein Jahr in einem anderen Land lebt, als "Ausländer". Hingegen ist eine Person mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die länger als ein Jahr in Deutschland lebt, als "Inländer" anzusehen.

Die Deutsche Bundesbank weist darauf hin, dass folgende grenzüberschreitenden Transaktionen meldebefreit sind:

  • Ausfuhrerlöse

  • Wareneinfuhrzahlungen

  • Auszahlungen und Rückzahlungen von Krediten und Einlagen mit einer ursprünglich vereinbarten Laufzeit von bis zu zwölf Monaten

  • Langfristiger Geldverkehr der Geldinstitute mit dem Ausland

Ihr Institut weist Sie auf die Meldepflicht hin und Sie müssen diese in elektronischer Form bei der Deutschen Bundesbank einreichen. Weitere Informationen und die Möglichkeit, online der Meldepflicht nachzukommen, finden Sie auf dem Allgemeinen Meldeportal Statistik (AMS).

"Diese Meldungen dienen zur Erstellung der Außenwirtschaftsstatistik und sind durch den Kunden direkt an die Bundesbank bis zum siebten des Folgemonats elektronisch über das Allgemeine Meldeportal Statistik (AMS) zu machen. Lediglich Privatpersonen können ihre außenwirtschaftlichen Zahlungsmeldungen auch telefonisch unter der entgeltfreien Telefonnummer 0800 1234 111 (aus dem deutschen Festnetz) aufgeben”, erklärt Ralf Palm, Pressesprecher bei der Postbank.

Bargeldzahlung birgt Risiko

Das Zahlen hoher Geldsummen in bar ist immer mit einem Risiko verbunden, da es zum Totalverlust durch Diebstahl kommen kann. Wenn Sie beispielsweise für eine Auktion oder einen Autokauf größere Geldbeträge benötigen, haben Sie beispielsweise die Möglichkeit, einen Bundesbankscheck ausgestellt zu bekommen. Dieser wird genauso akzeptiert wird wie eine Barzahlung.

Hierbei handelt es sich um einen Scheck mit befristeter Einlösegarantie, der von der Deutschen Bundesbank ausgestellt wird. Bestellen können Sie ihn bei Ihrer Hausbank und auch einige Direktbanken bieten diesen Service an. Beachten Sie, dass er mindestens drei Arbeitstage vor der Zustellung beantragt werden muss. Die Kosten betragen je nach Institut um die 30 Euro.

  • Biallo-Tipp: Hohe Abhebungen in bar sollten Sie nur dann wählen, falls keine Zahlungsalternative in Frage kommt. Wenn Sie eine große Summe Bargeld bei der Bank abholen wollen, empfiehlt es sich, Ihr Institut vorher zu kontaktieren. Zum einen ist dann sichergestellt, dass die Summe auch verfügbar ist. Zum anderen kann die Auszahlung in einem Nebenraum fernab von den Beobachtungen Dritter durchgeführt werden.

Verschärftes Geldwäschegesetz 2020

Zum 01. Januar 2020 ist eine novellierte Form des Geldwäschegesetzes (GWG) in Kraft getreten. Das Geldwäschegesetzt regelt, wie Finanzströme kontrolliert werden. Ziel des GWG ist es, das Einschleusen illegal erwirtschafteter Vermögenswerte zu verhindern.

Das neue Geldwäschegesetz soll für mehr Transparenz bei Geldtransaktionen sorgen– insbesondere, wenn es um Bargeldtransaktionen geht. Der Schwerpunkt der seit Jahresbeginn geltenden Neuregelungen liegt, neben der Erweiterung des Kreises der geldwäscherechtlich Verpflichteten, auf der Verschärfung der geltenden Sorgfaltspflichten bei der Geldwäscheprävention.

Immobilienmakler und gewerbliche Güterhändler (beispielsweise Kunsthändler, Autohändler, Juweliere, et cetera) sind verpflichtet, jede vermutete Geldwäsche an die zuständigen Behörden melden – insbesondere dann, wenn es sich um Transaktionen ab 10.000 Euro handelt (bei Edelmetallen ab 2.000 Euro). Zudem sind mit der Reform des GWG Finanzunternehmen in den Kreis der Verpflichteten mit aufgenommen worden, und damit auch Dienstleister für digitale Zahlungsmittel (Kryptowährungen).

Liegt der Verdacht auf Geldwäsche vor, muss der Händler oder das Unternehmen umgehend die Zentralstelle für Transaktionsuntersuchungen (FIU) darüber in Kenntnis setzen. Das kann Unternehmen und Institutionen treffen – unter Umständen müssen aber auch Privatpersonen die Herkunft größerer Geldsummen nachweisen, um nicht gegen das GWG zu verstoßen. Das klingt jedoch bedrohlicher, als es wirklich ist. Wenn Sie legale Geschäfte mit seriösen Partnern abwickeln, müssen Sie weder mit einer Meldung rechnen, noch mit Konsequenzen.

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Fazit

Bei höheren Geldtransaktionen sollten Sie aus Sicherheitsgründen möglichst den Bargeldverkehr meiden. Bei Überweisungen ist es angebracht, die Gebühren im Vorfeld zu kontrollieren und zu vergleichen. Vor allem Zahlungen ins außereuropäische Ausland könnten teuer werden.



  Peter Rensch
  Stefanie Engelmann


 

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