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  • Für Ihre Geldtransfers im Online-Banking gelten kontoübergreifende Standardlimits, die Sie im Bedarfsfall anpassen können.

  • Transaktionen in Nicht-EU- oder EWR-Länder, egal wie hoch, können richtig teuer sein. Hier lohnt sich der Vergleich zwischen Hausbank und Online-Anbietern.

  • Auslandsüberweisungen ab 12.500 Euro sind gemäß Paragraf 11 Außenwirtschaftsgesetz (AWG) der Deutschen Bundesbank zu melden.

  • Wer mit einer Bargeldsumme von 10.000 Euro und mehr in die EU ein- oder ausreist, muss diese beim Zoll anmelden.
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Auch Sie werden irgendwann, eine größere Zahlung leisten – vielleicht zur Anschaffung eines Autos, von Möbeln, für Ihre Hochzeitsfeier et cetera. "Unproblematisch sind in der Regel Überweisungen innerhalb der EU. Dank SEPA werden auch hohe Überweisungen schnell und relativ günstig durchgeführt", sagt Thomas Mai, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Doch so manche Tücken stecken in den Details. Denn welche Zahlungsmittel bieten sich für größere Geldsummen eigentlich an? Welche sind davon am günstigsten? Und womit transferieren Sie Ihr Geld am sichersten und ohne Wartezeiten? Unser Ratgeber beantwortet diese Fragen, damit Sie ungeliebten Überraschungen aus dem Weg gehen können.

 

SEPA: Einheitliche Zahlungsregelung im Euroraum

Mit dem im Jahr 2014 eingeführten Transferverfahren SEPA (Single Euro Payments Area) wurde ein einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum geschaffen. Grenzüberschreitende Finanztransaktionen beziehungsweise bargeldlose Euro-Zahlungen mit Kreditkarte, Debitkarte & Co. innerhalb Deutschlands, der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sind seitdem einfacher und weniger aufwendig.

Des Weiteren können Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen ihren gesamten Zahlungsverkehr über ein Bankkonto bei einer beliebigen europäischen Bank abwickeln. Von diesem Konto aus können sie dann überall im Euroraum Überweisungen sowie Lastschriften genauso leicht und sicher tätigen wie nationale Zahlungen.

Das Beste daran: SEPA-Überweisungen sind in der Regel kostengünstig und sogar gebührenfrei sowie innerhalb eines Bankgeschäftstages erledigt, wenn sie online als "Standardüberweisung" abgewickelt werden. Für eine solche Überweisung benötigen Sie nichts als die gültige IBAN (International Bank Account Number) und gelegentlich den BIC (Bank Identifier Code) des Zahlungsempfängers.

Biallo-Tipp:

Damit es nicht zu Fehlbuchungen kommt, sollten Sie immer darauf achten, dass IBAN-Ziffern, BIC-Code sowie der Name des Kontoinhabers richtig sind. Insbesondere bei hohen Geldtransfers kann selbst ein kleiner Zahlendreher zu einem Zinsverlust führen. Bei nicht zeitgerechter Zahlung sogar Verzugszinsen. Mehr zum Thema finden Sie hier: Falschüberweisung – So bekommen Sie Ihr Geld zurück.
 

Limits für Überweisungen beachten

Ob eine Überweisung im dreistelligen oder erst im vier- oder fünfstelligen Bereich als hoch bezeichnet werden kann, das lässt sich nur schwer festlegen. Doch es gibt je nach Art des Geldtransfers bestimmte Limits. So sollten Sie unter anderem darauf achten, ob Sie mit Ihrer Bank ein maximales tägliches Überweisungsvolumen vereinbart haben. Auf Wunsch und bei Bedarf können Sie diese Höchstgrenze für eine bestimmte Zeit aufheben oder ändern. Hierzu genügt im Normalfall eine entsprechende Anfrage über Ihr Online-Banking oder ein Telefonat mit Ihrer Bankfiliale.

Ein Beispiel: Im Online-Banking des DKB-Cash-Kontos kann das voreingestellte Überweisungslimit jederzeit mit der Eingabe des gewünschten Betrags geändert werden. Hierbei können Sie jede Summe zwischen 0,00 Euro und „unbegrenzt“ wählen und auch entscheiden, ob diese Änderung dauerhaft oder nur für einen Bankarbeitstag erfolgen soll.

Nun ist es aber auch bei vielen Banken nur möglich, bis zu einem bestimmten Betrag das Limit online zu ändern. In diesem Fall sollten Sie bei großen Überweisungen rechtzeitig mit Ihrer Bank oder Sparkasse Rücksprache halten. Oder Sie entscheiden sich, den Betrag in mehrere kleinere Überweisungen zu stückeln.

Biallo-Tipp:

Egal, wie hoch das Tageslimit Ihres Kontos auch ist, wird die Grenze der eingeräumten Kontoüberziehung (Dispo) erreicht, dann ist auch mit dem Überweisen Schluss.
 

Ab 12.500 Euro: Meldepflicht nicht vergessen!

Woran viele Verbraucher nicht denken: In Deutschland sind eingehende Zahlungen aus dem Ausland sowie ausgehende Überweisungen in das Ausland ab 12.500 Euro gemäß Paragraf 11 Außenwirtschaftsgesetz (AWG) in Verbindung mit Paragraf 67 ff. Außenwirtschaftsverordnung (AWV) der Deutschen Bundesbank zu melden. Diese Meldepflicht gilt im Übrigen auch für Überweisungen auf ein anderes Auslandskonto.

Von Ihrem Institut werden Sie auf die Meldepflicht hingewiesen und zum Melden von Auslandsüberweisungen hat die Bundesbank für Privatpersonen eine gebührenfreie telefonische Service-Hotline eingerichtet: (0800) 1234-111. Unternehmen können sich auf dem Online-Meldeportal (= Allgemeines Meldeportal Statistik (AMS)) registrieren und hierüber ihre Zahlungsmeldungen einreichen.

 

Hohe Geldtransfers in Nicht-EU-Länder: Gebühren vergleichen!

Überweisen Verbraucherinnen und Verbraucher nun Geld auf ein Konto außerhalb der EU beziehungsweise des SEPA-Raums, kann das in vielen Fällen ganz schön teuer werden. Hiesige Banken verlangen teilweise Entgelte in Höhe von bis zu zehn Prozent der Überweisungssumme, womit Verbraucher für eine 1.000-Euro-Überweisung nach Übersee mit Gebühren von bis zu 100 Euro rechnen müssten.

  • Biallo-Tipp: Informieren Sie sich rechtzeitig darüber, mit welchen Kosten Sie bei Ihrem Geldhaus rechnen müssen. Die Gebühren sind nicht nur vom Institut abhängig, sondern auch vom Zielland sowie von der Transfersumme.

Hier lohnt sich der Vergleich! Insbesondere, wenn Sie dabei nicht nur Ihre Hausbank oder andere klassische Geldinstitute berücksichtigen. Transferdienstleister wie zum Beispiel WorldRemit, Xoom (dem Transferservice von Paypal) oder MoneyGram et cetera, haben sich auf Auslandsüberweisungen spezialisiert und können um ein Vielfaches günstiger sein als gewöhnliche Banken. Auch die Überweisungslimits sind vergleichsweise höher. So ermöglicht Wise (vormals: TransferWise) Transaktionen bis zu 165.000 Euro.

Es gibt aber auch Transfer-Apps wie beispielsweise Uphold, mit denen Kryptowährungen wie Bitcoin, XRP, Ethereum & Co. in Echtzeit und kostenfrei transferiert werden können. Barauszahlungen oder auch direkte Zahlungen aufein klassisches Bankkonto sind zwar nicht möglich. Doch, wer Gelder in einem Wallet – in seiner "Cloud-Geldbörse" – speichert, der kann dieses auch weltweit und rund um die Uhr auf ein "Offline-Konto" überweisen. Weiterführende Informationen erhalten Sie über unseren ausführlichen Ratgeber zu: Auslandsüberweisung – Kosten, Dauer und Anbieter im Vergleich.

 

Bargeldzahlung birgt Risiken

Das Zahlen hoher Geldsummen in bar ist immer mit einem Risiko verbunden, da es zum Totalverlust durch Diebstahl kommen kann. Wenn Sie beispielsweise für eine Auktion oder einen Autokauf größere Geldbeträge benötigen, haben Sie zum Beispiel die Möglichkeit, einen Bundesbankscheck ausgestellt zu bekommen. Diesen erhalten Sie von Ihrer Hausbank und auch von einigen Direktbanken.

Dabei handelt es sich um einen Scheck mit befristeter Einlösegarantie, der von der Deutschen Bundesbank ausgestellt wird. Beachten Sie, dass er mindestens drei Arbeitstage vor der Zustellung beantragt werden muss. Die Kosten betragen je nach Institut um die 30,00 Euro.

  • Biallo-Tipp: Hohe Abhebungen in bar sollten Sie nur dann wählen, falls keine Zahlungsalternative in Frage kommt. Wenn Sie eine große Summe Bargeld bei der Bank abholen wollen, empfiehlt es sich, Ihr Institut vorher zu kontaktieren. Zum einen ist dann sichergestellt, dass die Summe auch verfügbar ist. Zum anderen kann die Auszahlung in einem Nebenraum fernab von den Beobachtungen Dritter durchgeführt werden.

Wichtig zu wissen ist auch: Jede Person, die mit Bargeld im Gesamtwert von 10.000 Euro oder mehr, aus einem Nicht-EU-Land nach Deutschland einreist oder aus Deutschland in ein solches Land ausreist, muss diesen Betrag bei der zuständigen deutschen Zollstelle schriftlich anmelden. Bei Nicht- oder Falschanmeldung droht ein Bußgeld.

 

Verschärftes Geldwäschegesetz 2020 und Neuerungen 2021

Das neue Geldwäschegesetz (GWG) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist mittlerweile über ein Jahr in Kraft. Es soll sicherstellen, dass illegal erlangtes Geld, sogenanntes Schwarzgeld, nicht in den Zahlungsverkehr eingebracht wird. Zwischenzeitlich gab es weitere Neuerungen, die die Geldwäscheprävention erleichtern sollen. Hier ist die Aufgabe der Banken, zu gewährleisten, dass nur legal erwirtschaftetes Bargeld auf ihre Konten eingezahlt wird.

Aus diesem Grund gilt seit dem 8. August 2021: Für eine Bareinzahlung von mehr als 10.000 Euro auf Ihr eigenes Konto müssen Sie Ihrer Bank oder Sparkasse einen Nachweis erbringen, um nicht gegen das GWG zu verstoßen. Dieser kann ein Verkaufs- oder Rechnungsbeleg (zu einem Auto- oder Edelmetallverkauf), ein Schenkungsvertrag, Testament, ein Erbschein etc cetera sein. Zu beachten: Sollten Sie eine hohe Geldsumme bei einem anderen Geldinstitut als ihrer Hausbank – bei dem Sie kein Konto haben – einzahlen wollen, gelten strengere Regeln. Denn hier müssen Sie bereits ab einem Betrag von mehr als 2.500 Euro einen Herkunftsnachweis erbringen.

 

Fazit

Bei hohen Geldtransfers sollten Sie aus Sicherheitsgründen den Bargeldverkehr möglichst meiden. Bei Überweisungen ist es angebracht, die Gebühren im Vorfeld zu kontrollieren und zu vergleichen. Vor allem Zahlungen ins außereuropäische Ausland können bei Ihrer Bank kostspielig werden. Hier lohnt es sich, die zumeist günstigeren Angebote von Online-Transferdienstleistern zu checken.

Biallo-Tipp:

Sie planen bereits Ihren Urlaub für das Jahr 2022? Dann sollten Sie sich am besten schon jetzt unseren Ratgeber zu den Goldenen Kreditkarten mit Reiseversicherungen ansehen.
Über die Autorin Kerstin Weinzierl

"Back-to-the-Roots", dieses Motto war ausschlaggebend, dass Kerstin Weinzierl sich 2018 bei biallo.de bewarb. Zuviel "IT-Gedöns" prägten ihre berufliche Vorgeschichte. Dabei vermisste sie die Kreativität, das Schreiben und die journalistische Arbeit. Die Themen von biallo.de sind schlichtweg spannend und dieser Meinung ist sie heute noch. Guter Content ist für Kerstin nicht nur trendig, sondern auch immer vorausschauend. Daher fühlt sie sich in den Themenwelten der Digitalisierung und Nachhaltigkeit besonders wohl. Somit weckten auch die Robo-Advisor und Fintechs sofort ihr Interesse und in diesen Bereichen konnte sie schnell ihre Expertise ausbauen. Privat verbiegt sich Kerstin beim Yoga oder ist mit ihrer Familie gerne auf dem heimischen Ammersee mit dem SUP Board.

  Kerstin Weinzierl