Was Sie bei hohen Geldtransfers beachten sollten

Zahlungsverkehr Was Sie bei hohen Geldtransfers beachten sollten

Update: 25.04.2019
Peter Rensch
von Peter Rensch
Update: 25.04.2019
Auf einen Blick
  • Achten Sie darauf, dass IBAN-Ziffern, BIC-Code sowie der Name des Kontoinhabers richtig sind, um Fehlbuchungen zu vermeiden.

  • Meldepflicht besteht für Überweisungen ins Ausland ab einer Summe von 12.500 Euro.

  • Bei Versteigerungen können Sie auch die notwendige Sicherheitssumme vor dem Auktionstermin per Überweisung beim Amtsgericht oder Auktionshaus hinterlegen.
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Sie benötigen überdurchschnittlich viel Bargeld oder wollen eine größere Geldsumme zur Zahlung einer Anschaffung transferieren? Grundsätzlich kein Problem, doch sollten Sie hierbei wichtige Details beachten, um Gebührenfallen, Wartezeiten und ungeliebte Überraschungen zu vermeiden.

Bei einer Banküberweisung muss zwischen einer SEPA-Überweisung (SEPA = Single Euro Payment Area) innerhalb des Euroraums und einem Geldtransfer in Nicht-EU-Länder unterschieden werden.

„Unproblematisch sind in der Regel Überweisungen innerhalb der EU. Dank SEPA werden auch hohe Überweisungen schnell und relativ günstig durchgeführt”, sagt Thomas Mai, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen.

Verbraucher sollten laut Mai darauf achten, dass IBAN-Ziffern, BIC-Code sowie der Name des Kontoinhabers richtig sind, damit es nicht zu Fehlbuchungen kommt. Denn das würde gerade bei hohen Beträgen Zinsverluste bedeuten. Bei nicht zeitgerechter Zahlung würden sogar Verzugszinsen fällig.

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Einheitliche Regelung in der EU

Durch das EU-Recht müssen die SEPA-Gebühren in allen Mitgliedstaaten gleich sein, was die Bank betrifft, die die Überweisung ausführt. Führen Sie den Transfer online aus oder am Bankterminal, fallen in der Regel keine gesonderten Gebühren an, im Gegensatz zu Papierüberweisungsträgern, die Sie am Schalter abgeben.

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Anbieter
Monatspreis
Dispozinsen
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Girocard
 
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9,75%
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3.
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10,90%
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Achten Sie auf die Konditionen der Empfängerbank

Informieren Sie sich über die Konditionen der Empfängerbank, denn einige Institute akzeptieren SEPA-Überweisungen nur bis zu einer Mindesthöhe und berechnen darüber hinaus Extraprovisionen, die je nach Summe unterschiedlich hoch sein können.

„Die Kunden sollten vor der Überweisung ins Ausland mit dem Empfänger klären, wie mit anfallenden Überweisungsgebühren umzugehen ist”, sagt Axel Bäumer, Pressesprecher der Targobank und liefert gleich noch ein Beispiel: Ein Vater überweist einen Betrag in die USA, mit dem anfallendes Schulgeld für seine Tochter beglichen werden muss. Entsprechend sollte der Betrag ohne Abzüge beim Empfänger ankommen. In diesem Fall empfiehlt sich, dass der Kunde alle anfallenden Gebühren im Voraus selbst übernimmt. Hierbei handelt es sich um eine OUR-Überweisung.

„Geht es aber beispielsweise darum, eine Ferienwohnung im Ausland zu bezahlen, empfiehlt sich eine Aufteilung der Kosten zwischen Sender und Empfänger, was der Zusatz SHA für Share regelt. Dabei übernimmt der Kunde nur die Kosten für die ausgehende Überweisung bei einer Bank, während der Empfänger, in dem Fall der Vermieter, die für ihn anfallenden Kosten übernimmt”, so Bäumer weiter.

Lesen Sie auch: Günstig ins Ausland überweisen

  • Biallo-Tipp: Informieren Sie sich rechtzeitig darüber, mit welchen Kosten Sie bei Ihrer Bank oder Sparkasse rechnen müssen. Die Gebühren sind nicht nur vom Institut abhängig, sondern auch vom Zielland sowie der Transfersumme.
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Karte
Anbieter
Jahresgeb.
Sollzinssatz
 
1.
VisaCard
0,00
6,9%
2.
comdirect VISA-Karte
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6,5%
3.
MasterCard Debit
0,00
8%
Jahresumsatz 3.000

Bei hohen Geldtransfers in Nicht-EU-Länder Gebühren vergleichen

Gerade bei Auslandsüberweisungen außerhalb des SEPA-Raums weichen die Gebühren recht drastisch unter den Instituten voneinander ab. Hier lohnt sich ein Vergleich zwischen Hausbank und Online-Anbietern wie beispielsweise Azimo, Moneygram oder Worldremit, die gerade bei Überweisungen nach Übersee attraktiver sein können.

Auch Spezialinstitute wie Western Union können eine Alternative sein. Bei diesem überweisen Sie die Summe an Western Union und der Empfänger kann das Geld bei der anvisierten Filiale abholen oder erhält den Betrag auf sein Bankkonto. Eine unkomplizierte Alternative zur herkömmlichen Überweisung. Mit dieser Methode kostet der Geldtransfer von 1.000 Euro in die USA eine Gebühr von 11,90 Euro. Billiger wird es, wenn der Empfänger den Betrag gleich auf das Bankkonto bekommt. Dann fällt lediglich eine Gebühr von 2,90 Euro an.

Bei Online-Überweisungen denken viele natürlich an Paypal. Allerdings besteht dort ein Limit in Höhe von 2.500 Euro, was Sie jedoch in Ihrem Account auflösen können. Auf Ihrer persönlichen Startseite müssen Sie unter Informationen zu Ihrem PayPal-Konto den Button Limits aufheben öffnen und den Anweisungen folgen.

Stichwort Gebühren: Wenn Sie per Paypal Geld in Euro transferieren, zahlen Sie keine Extrakosten. Berechnet werden Gebühren erst dann, wenn die Überweisung in einer fremden Währung durchgeführt wird. Die Höhe ist abhängig von Währung, Empfängerland und Zahlungsart. Bei Verwendung einer Kreditkarte werden 1,9 Prozent in Rechnung gestellt plus 0,35 Euro für jede Transaktion.

Lesen Sie auch: Die besten Banking-Apps im Überblick

PSD2-Richtlinie stärkt Ihre Rechte im Zahlungsverkehr

Seit dem 13. Januar 2018 gilt europaweit die Zweite Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 (Payment Service Directive 2). Die Regelung verpflichtet Banken, ihre Kunden über die Änderungen bei Überweisungen, Lastschriften, Kartenzahlungen und beim Online-Banking zu informieren. Darüber hinaus wurden die Rechte von Bankkunden gestärkt. So sind die Institute beispielsweise aufgefordert, beim Online-Banking auf Wunsch des Kunden Drittdiensten Zugang zum Zahlungskonto herzustellen und entsprechende Schnittstellen zu schaffen.

Nachfolgend die wichtigsten Neuerungen, die Ihre Geldtransfers betreffen:

  • Zahlungen, die ohne Ihre Veranlassung oder Zustimmung auf Ihr Konto gebucht wurden, müssen innerhalb eines Geschäftstages erstattet werden.

  • Wird eine Zahlung zu spät gebucht, müssen die Zahlungsdienstleister diese beim Zahlungsempfänger ausgleichen.

  • Die Haftungsgrenze für den Missbrauch beim Online-Banking oder bei Kreditkarten sinkt von bisher 150 auf 50 Euro.

Lesen Sie auch: PSD2: Was bringt die Neuerung für Bankkunden?

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Anbieter
Monatspreis
Dispozinsen
Jahrespreis
Girocard
 
1.
0,00
6,90%
0,00
2.
0,00
6,99%
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3.
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7,75%
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Geldtransfers über 12.500 Euro sind meldepflichtig

Meldepflicht besteht für Geldtransfers ins Ausland. Gemäß Paragraf 11 des Außenwirtschaftsgesetzes (AWG) und Paragraf 67 der Außenwirtschaftsverordnung (AWV) müssen natürliche und juristische Personen mit Wohnsitz beziehungsweise Geschäftssitz in Deutschland Zahlungen von mehr als 12.500 Euro melden, wenn Sie diese von Ausländern erhalten oder an diese zahlen. Hierunter fallen sowohl Barzahlungen, Überweisungen, Zahlungen per Lastschrift als auch per Scheck oder Wechsel.

Die hierbei verwendeten Begriffe "Inländer" und "Ausländer" beziehen sich in diesem Zusammenhang nicht auf die Staatsangehörigkeit, sondern auf den Wohnsitz. Demnach gilt beispielsweise ein Deutscher, der länger als ein Jahr in einem anderen Land lebt, als "Ausländer". Hingegen ist eine Person mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die länger als ein Jahr in Deutschland lebt, als "Inländer" anzusehen.

Die Deutsche Bundesbank weist darauf hin, dass folgende grenzüberschreitenden Transaktionen meldebefreit sind:

  • Ausfuhrerlöse

  • Wareneinfuhrzahlungen

  • Auszahlungen und Rückzahlungen von Krediten und Einlagen mit einer ursprünglich vereinbarten Laufzeit von bis zu zwölf Monaten

  • Langfristiger Geldverkehr der Geldinstitute mit dem Ausland

Ihr Institut weist Sie auf die Meldepflicht hin und Sie müssen diese in elektronischer Form bei der Bundesbank einreichen. Weitere Informationen und die Möglichkeit, online der Meldepflicht nachzukommen, finden Sie auf dem Allgemeinen Meldeportal Statistik (AMS).

"Diese Meldungen dienen zur Erstellung der Außenwirtschaftsstatistik und sind durch den Kunden direkt an die Bundesbank bis zum siebten des Folgemonats elektronisch über das Allgemeine Meldeportal Statistik (AMS) zu machen. Lediglich Privatpersonen können ihre außenwirtschaftlichen Zahlungsmeldungen auch telefonisch unter der entgeltfreien Telefonnummer 0800 1234 111 (aus dt. Festnetz) aufgeben”, erklärt Ralf Palm, Pressesprecher bei der Postbank.

Bargeldzahlung birgt Risiko

Das Zahlen hoher Geldsummen in bar ist immer mit einem Risiko verbunden, da es zum Totalverlust durch Diebstahl kommen kann. Wenn Sie beispielsweise für eine Auktion oder einen Autokauf größere Geldbeträge benötigen, haben Sie unter anderem die Möglichkeit, einen Bundesbank-Scheck ausgestellt zu bekommen, der ebenso akzeptiert wird wie eine Barzahlung.

Hierbei handelt es sich um einen Scheck mit befristeter Einlösegarantie, der von der Deutschen Bundesbank ausgestellt wird. Bestellen können Sie ihn bei Ihrer Hausbank und auch einige Direktbanken bieten diesen Service an. Beachten Sie, dass er mindestens drei Arbeitstage vor der Zustellung beantragt werden muss. Die Kosten betragen je nach Institut um die 30 Euro.

  • Biallo-Tipp: Hohe Barabhebungen sollten Sie nur dann präferieren, wenn keine Alternative in Frage kommt. Wenn Sie das Geld in der Bank abholen wollen und es sich um eine höhere Summe handelt, empfiehlt es sich, Ihr Institut vorher zu kontaktieren. Zum einen ist dann sichergestellt, dass die Summe auch verfügbar ist. Zum anderen kann die Auszahlung in einem Nebenraum fernab von den Beobachtungen Dritter durchgeführt werden.

Verschärftes Geldwäschegesetz

An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass im Juni 2017 das Geldwäschegesetz (GWG) abermals verschärft wurde. Ziel ist es, das Einschleusen illegal erwirtschafteter Vermögenswerte zu verhindern. Demnach müssen gewerbliche Güterhändler (Immobilienmakler, Autohändler, Juweliere etc.) bei Barzahlungen ab 10.000 Euro die Identität des Kunden dokumentieren. Liegt der Verdacht auf Geldwäsche vor, muss der Händler die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) in Kenntnis setzen.

Das klingt jedoch bedrohlicher, als es wirklich ist. Wenn Sie legale Geschäfte mit seriösen Partnern abwickeln, müssen Sie weder mit einer Meldung rechnen noch mit Konsequenzen.

„Bei Einzahlungen über 1.000 Euro zu Gunsten Dritter müssen laut Geldwäschegesetz bestimmte zusätzliche Angaben wie zum Beispiel die Kopie des Ausweises zu der einzahlenden Person, gemacht werden. Diese werden von den Mitarbeitern in der Filiale abgefragt”, sagt Postbank-Pressesprecher Palm. „Erfolgt eine Einzahlung zu Gunsten eines Dritten durch einen "Ausländer" und ist diese über dem Schwellenwert 12.500 Euro, so ist diese Zahlung durch den Empfänger entsprechend bei der Bundesbank anzuzeigen”, ergänzt Palm.

Fazit

Bei höheren Geldtransaktionen sollten Sie aus Sicherheitsgründen möglichst den Bargeldverkehr meiden. Bei Überweisungen ist es angebracht, die Gebühren im Vorfeld zu kontrollieren und zu vergleichen. Vor allem Zahlungen ins außereuropäische Ausland könnten teuer werden.

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Peter Rensch
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Peter Rensch

ist gelernter Bankkaufmann und war zuletzt sieben Jahre Chefredakteur bei Springer Fachmedien in Wiesbaden. Dort war er verantwortlich für die Print- und Online-Objekte Bankmagazin, Bankfachklasse und SalesBusiness. Seit 2011 ist er freier Journalist und hat sich auf Finanz- und Verbraucherthemen spezialisiert.

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ist gelernter Bankkaufmann und war zuletzt sieben Jahre Chefredakteur bei Springer Fachmedien in Wiesbaden. Dort war er verantwortlich für die Print- und Online-Objekte Bankmagazin, Bankfachklasse und SalesBusiness. Seit 2011 ist er freier Journalist und hat sich auf Finanz- und Verbraucherthemen spezialisiert.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de