So bezahlen Sie am besten

Gebrauchtwagenkauf So bezahlen Sie am besten

Update: 01.09.2017
Ines Baur
von Ines Baur
26.07.2017
Auf einen Blick
  • Der soll es sein! Sie haben Ihr Traumauto gefunden. Aber wie bezahlen Sie den Wagen? Bargeld, Überweisung oder Scheck? 
  • Als sicherste Methode gilt nach wie vor die Barzahlung, gemäß dem Motto: Zug um Zug. 
  • Es gibt jedoch Alternativen: Bankscheck oder „Easy Car Pay“.
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Um beim Bezahlen keine bösen Überraschungen zu erleben, macht es Sinn, von vornherein die Zahlungsmodalitäten abzuklären. Achtung: Bietet man Ihnen allerdings Bezahlung über einen Treuhandservice, Spedition oder Reederei an, heißt es besser: Finger weg! 

Barzahlung

Bei den meisten privaten Autokäufen wandert Bargeld von der einen Hand zur anderen. Auch die Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“ – ein Zusammenschluss von ADAC, mobile.de, autoscout24.de und der Kriminalprävention der Polizei – empfiehlt grundsätzlich die Barzahlung. Um böse Überraschungen auszuschließen sollten 

  • Käufer und Verkäufer zuerst den schriftlichen Kaufvertrag unterzeichnen,
  • Geld, KFZ, Fahrzeugschlüssel und Fahrzeugpapiere Zug um Zug übergeben werden,
  • Sie keinen einsamen Übergabeort wählen und das Geschäft keinesfalls alleine abwickeln, 
  • Käufer und Verkäufer sich zur Fahrzeug- und Geldübergabe beispielsweise auf dem Parkplatz vor einer Bank treffen. 

Treffpunkt Bank: Sind Sie sich einig und möchten das Geschäft abschließen, gehen Sie einfach gemeinsam in die Bank zum Geldabheben. Der Abnehmer geht kein Risiko ein bestohlen zu werden. Der  Verkäufer kann sich darauf verlassen, dass er kein Falschgeld untergeschoben bekommt.

Wichtig: Vergessen Sie nicht, höhere Geldsummen bei der Bank vorzubestellen und achten Sie auf die Öffnungszeiten!

Überweisung, Bargeldtransfer und Scheck


Überweisung

Bekannt, bequem und einfach: Die Zahlung mit der Überweisung. Überweisen bedeutet jedoch Vorkasse und damit fahren Sie als Käufer ein gewisses Risiko. Nämlich: Sie überweisen einem völlig Unbekannten eine Menge Geld. Der Verkäufer kann sich im Vorfeld mit Ihrem Ersparten und dem Wagen aus dem Staub machen. Vor dieser Gaunerei sind Sie selbst bei den großen und sehr seriösen Auto-Portalen wie Mobile.de oder Autoscout24.de nicht gefeit!

Das Ende vom Lied: Sie stehen ohne Auto und um ein paar Tausend Euro ärmer da. Oder nehmen Sie an, Sie haben bereits bezahlt und entdecken bei Übergabe Mängel, die vorher nicht vorhanden waren. Kleine Kratzer, eine Delle im Lack oder ein Fleck auf dem Polster. Es wird lästig und schwer sein nachzuverhandeln. Und fraglich, ob Sie den Preisnachlass jemals erstattet bekommen. Fazit: Überweisungen sind beim Gebrauchtwagenkauf keine empfehlenswerte Zahlungsmethode!!!


Bargeldtransfer

Falls Sie Ihr Auto über das Internet suchen und auch finden, steht es oft nicht in der Nachbarschaft, sondern etwas entfernt von Ihrem Wohnort. Eventuell sogar im Ausland. Schneller als die Auslandsüberweisung funktioniert der Bargeldtransfer. Unternehmen wie Money Gram, Azimo oder Western Union bieten diesen Service an. So funktioniert er: Der Käufer zahlt in der Filiale A Bargeld ein, der Verkäufer bekommt es in der Filiale B ausbezahlt. Vorteil: Sie können Ihr Geld schnell und relativ unkompliziert bewegen. Nachteil: Die Unternehmen lassen sich den Dienst des schnellen Transfers gut bezahlen. Wieviel eine Bewegung kostet, hängt von mehreren Faktoren ab und variiert enorm. Die Gesamtgebühren – bezogen auf den transferierten Geldbetrag – belaufen sich bis zu 15 Prozent! Die Weltbank mahnt die Unternehmen immer wieder, die Abschläge auf maximal fünf Prozent des Transferbetrags zu beschränken – doch leider halten sich nur vereinzelt Anbieter an diese Forderung. Auf der Homepage der Weltbank oder bei www.geldtransfair.de können Sie sich über Anbieter und Gebühren informieren.
Ihr Geld landet mit dieser Methode schnell bei einem Empfänger im Ausland – ist aber auf Nimmerwiedersehen weg, sobald es abgehoben wurde. Sie tragen hier das gleiche Sicherheitsrisiko wie bei der Überweisung.

 

Bundesbankscheck

Ein Bundesbankscheck ist eine mögliche Alternative zur Zahlung des Gebrauchtwagens. Der Scheck lautet nämlich im Gegensatz zum Verrechnungsscheck nicht auf den Namen des Verkäufers, sondern auf den der Bank. Die bucht den Zahlbetrag vom Käufer-Konto ab und parkt ihn auf einem Zwischenkonto. Die Bank steht damit gerade für die Bezahlung, der Verkäufer hat die Sicherheit, dass der Scheck gedeckt ist. Bei Fahrzeugübergabe erhält der Verkäufer oder Händler den Bankscheck. Solche Bundesbankschecks bieten auch einige Direktbanken an. Vorteil: Wird Ihnen der Scheck gestohlen, können Sie ihn einfach sperren lassen! Nachteil: Es fallen Gebühren an. Bei der DKB zum Beispiel kostet das Ausstellen von Bundesbankschecks 30 Euro.

 

Paypal 

Immer beliebter bei Internet-Usern ist Paypal. Gerade beim An- und Verkauf gebrauchter Ware ist Paypal mittlerweile eine unverzichtbare Variante der Bezahlung. Doch aufgepasst: Das Internet-Unternehmen nimmt Fahrzeuge mit Motor explizit vom Käufer- und Verkäuferschutz aus!

Treuhandservice, Spedition, Reederei

Den „Neuen“ über einen Treuhandservice zu bezahlen klingt erst einmal seriös und nach einer guten Lösung. Aber Vorsicht! Polizei, mobile.de und die Initiative „Sicherer Autokauf“ warnen! Hier lauern Betrüger, die nach folgendem Muster vorgehen:


Verkäufer bieten hochwertige Kfz weit unter dem Marktpreis auf bekannten Auto-Verkaufsplattformen an. Meistens weit unter dem regulären Marktpreis. Dann bieten sie dem Interessenten an, den Kauf über einen Treuhandservice oder eine Spedition abzuwickeln. Um die Täuschung perfekt zu machen, setzten die Täter professionell programmierte und gestaltete Webseiten ins Internet. Auf den Seiten sind Logos von den großen Plattformen platziert, die Domains – www.zahlungen-mobilde.com –  hören sich seriös an, der Käufer muss sich registrieren. Und der ganze Aufwand aus einem Grund: Der Interessent soll das Gefühl haben, „hier geht es mit rechten Dingen zu“. Die Polizei warnt: Die Aufmachung der Fake-Seiten ist von einem Laien nicht von regulären Internetseiten zu unterscheiden. 

Nach dem Geldtransfer bricht der Kontakt zu dem Käufer ab. Denn: Weder Treuhandservice, noch Transportunternehmen, noch Kfz existieren – Ihr Geld ist weg.
Fakt ist: Autoportale und Automobilclubs bieten keinen Treuhandservice an. Besser Sie lassen sich nicht auf ein Geschäft mit einem unbekannten Vermittler ein! 

 

Easy Car Pay

Mit Easy Car Pay bezahlen Sie Ihren Gebrauchtwagen quasi über Ihr Handy. Easy Car Pay ist ein Bezahlservice, der genau auf die vielfältigen Erfordernisse beim Pkw-Kauf abgestimmt ist. Der TÜV Saarland hat diese Methode als „Geprüftes Zahlungssystem“ zertifiziert. Das funktioniert so:
 

  • Registrieren Sie sich bei Easy Car Pay. Die gesetzlich vorgeschriebene Identitätsprüfung  läuft ganz einfach über das Video-Identverfahren via Mobiltelefon oder Computer.
  • Die Vertragspartner senden über Easy Car Pay dem jeweils anderen ein Zahlungsangebot für das KFZ.
  • Der Käufer sendet den Zahlbetrag mit SEPA-Sofortüberweisung, Online-Überweisung oder Giropay auf das Konto der Easy Car Pay Partnerbank. Der Verkäufer erhält die Mitteilung direkt als SMS und erkennt die Kaufabsicht.
  • Sind sich die Parteien handelseinig, fordert der Käufer über Smartphone oder PC bei Easy Car Pay eine mTAN an. Die erhält er umgehend als SMS. Nun muss er nur noch die Tan eingeben und der Verkäufer erhält die Auszahlung. Er wird Zug um Zug informiert. Der Gebrauchtwagen geht risikolos in den Besitz des neuen Eigentümers über.


     

Gebühren fallen nur bei tatsächlicher Bezahlung über das System an. Sie belaufen sich auf 19,95 Euro bei Kaufpreisen bis 10.000 EUR, 29,95 EUR bis 20.000 EUR. Bei Kaufpreisen über 20.000 EUR fallen 0,15% des Endpreises an. Das Easy Car Pay ist sicher eine Alternative zur Barzahlung.

Autokredit bei Gebrauchtwagenkauf


Haben Sie einen Wagen gefunden, geht es an die Finanzierung. Nicht jeder hat das nötige Kleingeld, um einen Wagen aus eigener Tasche zu zahlen. Aber Sie haben die Möglichkeit einen Kredit aufzunehmen und so an Ihr Auto zu kommen. Tatsächlich zahlen sogar in etwa 30% aller Käufer Ihren Gebrauchtwagen mit einem Kredit. Bei Neuwagen sind es sogar über 40% die sich zu dieser Finanzierungsvariante entscheiden.

Sie haben die Möglichkeit Ihren Wagen über einen Ratenkredit oder einen Autokredit zu finanzieren. Der Autokredit schneidet meistens besser ab, da er um einiges günstiger ist! Der Grund liegt darin, dass Sie Ihr Auto als Sicherheit „hinterlegen“. Besser gesagt, Sie übergeben der Bank für die Finanzierungszeit den Kfz-Brief. Und nach dem Kauf stimmen Sie einer „Sicherheitsübereignung“ zu. Damit gehört das Auto – rein rechtlich –  für die Zeit der Fahrzeugfinanzierung der Bank. Das bedeutet, dass Sie – sollten Sie mal knapp bei Kasse sein – das Auto nicht verkaufen können.

Vorteil des Autokredits:

Sie treten gegenüber dem Händler als Barzahler auf und können einen zusätzlichen Rabatt aushandeln.

Achtung: Manche Anbieter von Autokrediten machen gerade beim Gebrauchtwagenkauf das Alter des Fahrzeugs von der Kreditvergabe abhängig. Fragen Sie unbedingt vor dem Kauf bei der Bank nach, ob sie das Fahrzeug als Sicherheit akzeptiert!

Egal für welche Kauf Methode Sie sich entscheiden, prüfen Sie das Kfz genau!

Haben Sie selber nicht allzu viel Ahnung von Autos, können Sie den Wagen von einer Werkstatt, einem ADAC Prüfzentrum oder einem Fachmann begutachten lassen. Ein seriöser Verkäufer dürfte damit kein Problem haben. Falls doch, sollten Sie sich besser verabschieden und nach einem anderen Auto umsehen. Möchten Sie das Auto selber in Augenschein nehmen, sollten Sie den Wagen auf Herz und Nieren, Motor und Karosserie testen.

Versicherungen und Zulassung



Bezahlung erledigt – endlich nennen Sie das Auto „meins“! Bevor Sie losbrausen können, stehen noch zwei Gänge an: Versicherung und Zulassungsstelle. Folgende Dokumente brauchen Sie, um ein in Deutschland gekauftes Kfz zuzulassen:

  • Fahrzeugbrief 
  • Gültiger Personalausweis 
  • Ist das Auto älter als drei Jahre: Nachweis der gültigen Haupt- und Abgasuntersuchung 
  • Ggf. EWG-Übereinstimmungs-Bescheinigung 
  • eVB (vormals Doppelkarte) 
  • Bei Minderjährigen: Schriftliche Einverständniserklärung der Eltern, Ausweisdokumente des Minderjährigen und der Eltern bzw. des Vormundes 
  • Bei Vereinen: Auszug aus dem Vereinsregister 
  • Bei Firmen: Gewerbeanmeldung oder Handelsregisterauszug 
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Ines Baur
Ines Baur
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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de