Gebrauchtwagenkauf: So bezahlen Sie am besten

Auto Gebrauchtwagenkauf: So bezahlen Sie am besten

Ines Baur
von Ines Baur
06.11.2017
Auf einen Blick
  • Der soll es sein! Sie haben Ihr Traumauto gefunden. Aber wie bezahlen Sie den Wagen? Bargeld, Überweisung oder Scheck? 
  • Als sicherste Methode gilt nach wie vor die Barzahlung, gemäß dem Motto: Zug um Zug. 
  • Es gibt jedoch Alternativen: Bankscheck oder „Easy Car Pay“.
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Um beim Bezahlen keine bösen Überraschungen zu erleben, macht es Sinn, von vornherein die Zahlungsmodalitäten abzuklären. Achtung: Bietet man Ihnen allerdings Bezahlung über einen Treuhandservice, Spedition oder Reederei an, heißt es besser: Finger weg! 

Barzahlung

Bei den meisten privaten Autokäufen wandert Bargeld von der einen Hand zur anderen. Auch die Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“ – ein Zusammenschluss von ADAC, mobile.de, autoscout24.de und der Kriminalprävention der Polizei – empfiehlt grundsätzlich die Barzahlung. Um böse Überraschungen auszuschließen sollten: 

  • Käufer und Verkäufer zuerst den schriftlichen Kaufvertrag unterzeichnen,
  • Geld, Kfz, Fahrzeugschlüssel und Fahrzeugpapiere Zug um Zug übergeben werden,
  • Käufer keinen einsamen Übergabeort wählen und das Geschäft keinesfalls alleine abwickeln, 
  • Käufer und Verkäufer sich zur Fahrzeug- und Geldübergabe beispielsweise auf dem Parkplatz vor einer Bank treffen. 

Treffpunkt Bank: Sind Sie sich einig und möchten das Geschäft abschließen, gehen Sie einfach gemeinsam in die Bank zum Geldabheben. Der Abnehmer geht kein Risiko ein bestohlen zu werden. Der Verkäufer kann sich darauf verlassen, dass er kein Falschgeld untergeschoben bekommt.

  • Wichtig: Vergessen Sie nicht, höhere Geldsummen bei der Bank vorzubestellen und achten Sie auf die Öffnungszeiten!

Überweisung, Bargeldtransfer und Scheck


Überweisung

Bekannt, bequem und einfach: Die Zahlung mit der Überweisung. Überweisen bedeutet jedoch Vorkasse und damit ein erhöhtes Risiko. Sie überweisen einem völlig Unbekannten eine Menge Geld. Der Verkäufer kann sich im Vorfeld mit Ihrem Ersparten und dem Wagen aus dem Staub machen. Vor dieser Gaunerei sind Sie selbst bei den großen und sehr seriösen Auto-Portalen wie mobile.de oder autoscout24.de nicht gefeit!

Das Ende vom Lied: Sie stehen ohne Auto und um ein paar Tausend Euro ärmer da. Oder nehmen Sie an, Sie haben bereits bezahlt und entdecken bei der Übergabe Mängel, die vorher nicht vorhanden waren. Kleine Kratzer, eine Delle im Lack oder ein Fleck auf dem Polster. Es wird lästig und schwer sein nachzuverhandeln. Und es ist fraglich, ob Sie den Preisnachlass jemals erstattet bekommen.

Fazit: Überweisungen sind beim Gebrauchtwagenkauf keine empfehlenswerte Zahlungsmethode!

Bargeldtransfer

Falls Sie Ihr Auto über das Internet kaufen möchten, steht es oft nicht in der Nachbarschaft, sondern etwas entfernt von Ihrem Wohnort. Eventuell sogar im Ausland. Schneller als die Auslandsüberweisung funktioniert der Bargeldtransfer. Unternehmen wie Money Gram, Azimo oder Western Union bieten diesen Service an. So funktioniert er: Der Käufer zahlt in der Filiale A Bargeld ein, der Verkäufer bekommt es in der Filiale B ausbezahlt.

Vorteil: Sie können Ihr Geld schnell und relativ unkompliziert bewegen. Nachteil: Die Unternehmen lassen sich den Dienst des schnellen Transfers gut bezahlen. Wie viel eine Transaktion kostet, hängt von mehreren Faktoren ab und variiert enorm. Die Gesamtgebühren – bezogen auf den transferierten Geldbetrag – belaufen sich bis zu 15 Prozent! Die Weltbank mahnt die Unternehmen immer wieder, die Abschläge auf maximal fünf Prozent des Transferbetrags zu beschränken – doch leider halten sich nur vereinzelt Anbieter an diese Forderung.

Auf der Homepage der Weltbank oder bei www.geldtransfair.de können Sie sich über Anbieter und Gebühren informieren. Ihr Geld landet mit dieser Methode schnell bei einem Empfänger im Ausland – ist aber endgültig weg, sobald es abgehoben wurde. Sie tragen hier das gleiche Sicherheitsrisiko wie bei der Überweisung.

Bundesbankscheck

Ein Bundesbankscheck ist eine mögliche Alternative zur Zahlung des Gebrauchtwagens. Der Scheck läuft im Gegensatz zum Verrechnungsscheck nicht auf den Namen des Verkäufers, sondern auf den der Bank. Diese bucht den Zahlbetrag vom Käufer-Konto ab und parkt ihn auf einem Zwischenkonto. Die Bank steht damit für die Bezahlung gerade und der Verkäufer hat die Sicherheit, dass der Scheck gedeckt ist.

Bei Fahrzeugübergabe erhält der Verkäufer oder Händler den Bankscheck. Solche Bundesbankschecks bieten auch einige Direktbanken an. Vorteil: Wird Ihnen der Scheck gestohlen, können Sie ihn einfach sperren lassen! Nachteil: Es fallen Gebühren an. So verlangt beispielsweise die DKB 30 Euro pro Bundesbankscheck.

Paypal 

Gerade beim An- und Verkauf gebrauchter Waren erfreut sich Online-Bezahldienst Paypal großer Beliebtheit. Doch aufgepasst: Das Internet-Unternehmen schließt motorisierte Fahrzeuge explizit vom Käufer- und Verkäuferschutz aus.

Treuhandservice, Spedition, Reederei

Den "Neuen" über einen Treuhandservice zu bezahlen, klingt erst einmal seriös und nach einer guten Lösung. Aber Vorsicht: Polizei, mobile.de und die Initiative "Sicherer Autokauf" warnen! Hier lauern Betrüger, die nach folgendem Muster vorgehen:


Verkäufer bieten hochwertige Kfz weit unter dem Marktpreis auf bekannten Auto-Verkaufsplattformen an. Im Anschluss bieten sie dem Interessenten an, den Kauf über einen Treuhandservice oder eine Spedition abzuwickeln. Um die Täuschung perfekt zu machen, setzten die Täter professionell programmierte und gestaltete Webseiten ins Internet.

Auf den Seiten sind Logos von den großen Plattformen platziert, die Domains klingen seriös und der Käufer muss sich registrieren. Und der ganze Aufwand aus einem Grund: Der Interessent soll das Gefühl haben, "hier geht es mit rechten Dingen zu". Die Polizei warnt: Diese Fake-Seiten sind für Laien schwer zu erkennen.

Nach dem Geldtransfer bricht der Kontakt zu dem Käufer ab. Denn: Weder Treuhandservice, noch Transportunternehmen, noch Kfz existieren – Ihr Geld ist weg.

  • Biallo-Tipp:Sowohl Autoportale als auch Automobilclubs bieten keinen Treuhandservice an. Besser Sie lassen sich nicht auf ein Geschäft mit einem unbekannten Vermittler ein!

Easy Car Pay

Mit Easy Car Pay bezahlen Sie Ihren Gebrauchtwagen über Ihr Smartphone. Dieser Bezahldienstleister hat sich auf die vielfältigen Erfordernisse beim Pkw-Kauf abgestimmt spezialisiert. Der TÜV Saarland hat diese Methode als "Geprüftes Zahlungssystem" zertifiziert. Und so funktioniert es:

  • Registrieren Sie sich bei Easy Car Pay. Die gesetzlich vorgeschriebene Identitätsprüfung läuft über das Video-Identverfahren per Mobiltelefon oder Computer.
  • Die Vertragspartner senden über Easy Car Pay dem jeweils anderen ein Zahlungsangebot für das Fahrzeug.
  • Der Käufer sendet den Zahlbetrag mit einer Sepa-Sofortüberweisung, Online-Überweisung oder Giropay auf das Konto der Easy Car Pay Partnerbank. Der Verkäufer erhält die Mitteilung direkt als SMS und erkennt die Kaufabsicht.
  • Sind sich die Parteien einig, fordert der Käufer über Smartphone oder PC bei Easy Car Pay eine M-Tan an. Diese erhält er umgehend als SMS. Nun muss er nur noch die Tan-Nummer eingeben und der Verkäufer erhält das Geld. Der Gebrauchtwagen geht risikolos in den Besitz des neuen Eigentümers über. Je nach Kaufpreis fallen Kosten zwischen 30 bis maximal 100 Euro an.

Autokredit bei Gebrauchtwagenkauf

Haben Sie das richtige Fahrzeug gefunden, geht es an die Finanzierung. Nicht jeder hat das nötige Kleingeld, um einen Wagen aus eigener Tasche zu bezahlen. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass etwa 30 Prozent aller Käufer ihren Gebrauchtwagen mit einem Kredit finanzieren. Bei Neuwagen sind es sogar mehr als 40 Prozent, die sich für die  Finanzierungsvariante entscheiden.

Sie haben die Möglichkeit, Ihren Wagen über einen Ratenkredit oder einen Autokredit zu finanzieren. Dabei sind Autokredite meist günstiger, denn sie sind zweckgebundene Darlehen, das heißt, der Kredit muss dann auch für den Kauf eines Autos ausgegeben werden.

Und nach dem Kauf stimmen Sie einer "Sicherheitsübereignung" zu. Damit gehört das Auto – rein rechtlich – für die Zeit der Fahrzeugfinanzierung der Bank. Das bedeutet, dass Sie – sollten Sie mal knapp bei Kasse sein – das Auto nicht verkaufen können.

Vorteil des Autokredits:

Sie treten gegenüber dem Händler als Barzahler auf und können einen zusätzlichen Rabatt aushandeln.

Achtung: Manche Anbieter machen gerade beim Gebrauchtwagenkauf das Alter des Fahrzeugs von der Kreditvergabe abhängig. Fragen Sie unbedingt vor dem Kauf bei der Bank nach, ob sie das Fahrzeug als Sicherheit akzeptiert!

Egal für welche Kauf-Methode Sie sich entscheiden, prüfen Sie das Kfz genau!

Haben Sie selbst nicht allzu viel Ahnung von Autos, können Sie den Wagen von einer Werkstatt, einem ADAC-Prüfzentrum oder einem Fachmann begutachten lassen. Ein seriöser Verkäufer dürfte damit kein Problem haben. Falls doch, sollten Sie nach einem anderen Fahrzeug umsehen. Möchten Sie das Auto selber in Augenschein nehmen, sollten Sie den Wagen auf Herz und Nieren, Motor und Karosserie testen.

Versicherungen und Zulassung

Bevor Sie mit Ihrem neu erworbenen Fahrzeug losfahren können, stehen noch zwei wichtige Punkte an: Versicherung und Zulassungsstelle. Folgende Dokumente brauchen Sie, um in Deutschland ein Kfz zuzulassen:

  • Fahrzeugbrief
  • Gültiger Personalausweis / Reisepass
  • Ist das Auto älter als drei Jahre: Nachweis der gültigen Hauptuntersuchung
  • Ggf. EWG-Übereinstimmungs-Bescheinigung
  • eVB-Nummer (die elektronische Versicherungsbestätigung Ihrer Kfz-Haftpflichtversicherung)
  • Bei Minderjährigen: Schriftliche Einverständniserklärung der Eltern, Ausweisdokumente des Minderjährigen und der Eltern bzw. des Vormundes
  • Bei Vereinen: Auszug aus dem Vereinsregister
  • Bei Firmen: Gewerbeanmeldung oder Handelsregisterauszug

Biallo-Tipp

Sie sind mit Ihrer derzeitigen Kfz-Versicherung unzufrieden? Mit einem Anbieter-Wechsel können Sie mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Bei Kfz-Policen beträgt die Kündigungsfrist nur einen Monat. Stichtag für einen Wechsel ist bei den meisten Verträgen folglich der 30. November.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de