Klaus Justen
 

 
Auf einen Blick
  • Normalerweise kosten Autos nur Geld. Mit einem Elektroauto lässt sich auch Geld verdienen.

  • Da Sie mit Ihrem E-Auto klimaschädliche Treibhausgasemissionen (THG) reduzieren, können Sie sich diese sogenannte THG-Quote zertifizieren lassen und an Unternehmen verkaufen.

  • Dadurch erhalten Sie jährlich rund 200 bis 300 Euro – ohne Aufwand, Kosten und Risiko. Für 2023 muss die Quote aber bis spätestens 15. November beantragt werden.
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Mit dem eigenen Elektroauto Geld verdienen? Das geht, denn zwischen 200 und fast 300 Euro lassen sich durch den Verkauf der sogenannten THG-Quote erzielen – Jahr für Jahr. Um hohen Strafen für den Ausstoß von Treibhausgasen zu entgehen, müssen Mineralölunternehmen einen immer höheren Anteil ihrer CO2-Emissionen durch den Kauf von Zertifikaten kompensieren. Seit Anfang 2022 erhalten auch private Besitzer eines Elektroautos ein solches Zertifikat und können es über spezialisierte Plattformen an die Mineralölindustrie verkaufen. Wie Sie dabei vorgehen müssen, erklären wir Ihnen in unserem Ratgeber.

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Was ist die THG Quote?

Die Treibhausgasminderungsquote – kurz auch THG-Quote genannt – ist seit 2015 der Nachfolger der seit 2007 schon gültigen Regelung, dass Benzin und Diesel einen bestimmten Anteil an sogenanntem Biokraftstoff enthalten sollen. Man möchte damit den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) in den nächsten Jahren deutlich verringern, um so die Klimaerwärmung aufzuhalten. Ziel ist es, das Verbrennen von fossilen Kraftstoffen immer teurer und damit unattraktiver zu machen, und so Antriebsarten zu fördern, die weniger Treibhausgase freisetzen. In erster Linie werden dabei die Mineralölunternehmen zu Kasse gebeten, die diese Kosten aber auf den verkauften Kraftstoff umlegen, sodass letztendlich der Preis an der Zapfsäule steigt.

Treibhausgasminderungsquote: gesetzliche Regelungen & Strafe

Die Unternehmen werden via THG-Quote gezwungen, den CO2-Ausstoß des von ihnen verkauften Benzin- und Dieselkraftstoffs durch Beimischung von Biokraftstoff zu verringern – oder aber Zertifikate von Anbietern zu kaufen, die selber wenig CO2 freisetzen. Das Beimischen von emissionsarmen Biokraftstoffen reicht aber bei Weitem nicht und seit 2022 gelten mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der THG-Quote hier strengere Regeln, die bis 2030 noch weiter verschärft werden. Für jede Tonne CO2, die das Mineralölunternehmen zuviel in der Bilanz hat, werden 600 Euro Strafzahlung fällig. Um diese Zahlungen zu umgehen, müssen Mineralölunternehmen Emissionszertifikate kaufen.

Elektroauto-Besitzer als Anbieter von Emissionszertifikaten

An dieser Stelle kommen Besitzerinnen und Besitzer eines Elektroautos ins Spiel. Denn sie können seit 2022 die CO2-Emissionen, die sie mit ihrem Elektroauto einsparen, an die Mineralölunternehmen verkaufen: Damit machen sie ihre THG-Quote zu barem Geld.

 

THG Quote verkaufen: Wie geht das?

Als Besitzer oder Besitzerin eines Elektroautos müssen Sie sich keine Gedanken um die Einzelheiten der gesetzlichen Regelung machen. Genauso wenig müssen Sie mit Mineralölkonzernen Kontakt aufnehmen, um Ihre CO2-Einsparungen zu verkaufen. Vielmehr gibt es eine Vielzahl spezialisierter Anbieter, die sich um die Vermarktung kümmern. Eine Anmeldung mit Ihren Daten genügt und Sie erhalten nach Prüfung der Anmeldung die Auszahlung per Überweisung auf Ihr Konto. Aktuell können für den Handel mit der THG-Quote aber ausschließlich batterieelektrische Autos (BEV) registriert werden. Hybridmodelle jeder Art fallen nicht unter diese Regeln.

 

THG Quote Vergleich: Wer sind die besten Anbieter?

Eine Vielzahl an Anbietern, bei denen Sie Ihr Fahrzeug für die THG-Quote anmelden können, ist bereits im Markt aktiv. Darunter reine THG-Spezialisten – inzwischen aber auch mit den Sparkassen und Volksbanken, Versicherern wie Huk oder Allianz, Automobilclubs wie dem ADAC oder Energieanbietern ein breites Spektrum an Unternehmen. Wer sich für den passenden Anbieter entscheiden will, sollte sich deren Konditionen ein wenig näher anschauen.

THG-Quote Auszahlung

Im Prinzip arbeiten die Plattformen nach drei Auszahlungssystemen:

  • Fixer Geldbetrag, der garantiert wird.
  • Variabler Geldbetrag, der von der Höhe des tatsächlich erzielten Preises für die THG-Quote abhängt.
  • Mischform mit fixem Grundbetrag und einem variablen Anteil.

Anfangs war darüber hinaus eine steueroptimierte Form mit fixer Auszahlung plus Spende im Angebot. Das basierte auf der ursprünglichen Auffassung, bei dem Geld aus THG-Quote handele es sich um „Einkünfte aus sonstigen Leistungen“, die nur bis 256 Euro im Jahr steuerfrei sind. Inzwischen handhabt die Steuerverwaltung das aber deutlich steuerzahlerfreundlicher. Das Spendenmodell gibt es aber trotzdem noch, um damit Umweltprojekte zu fördern.

Wer bietet bei THG-Quote Sofort Auszahlung?

Einzelne Anbieter bieten bei Registrierung auch die Sofortauszahlung an. Damit hat man zwar schnell Geld auf dem Konto, lässt aber auch Potenzial liegen. Ein Beispiel ist Quotando, wo die garantierten 120 Euro innerhalb von drei Tagen auf dem Konto sein sollen. Wer sich hingegen für das Flexmodell entscheidet, kann rund 200 Euro erzielen (Quelle: Webseite, 10. Oktober 2023).

Wie hoch ist die THG Prämie?

Während 2022 die THG-Quoten zum Teil 400 Euro erreichten, gab es 2023 einen deutlichen Rückgang. Inzwischen haben sich die angebotenen Quoten im Bereich zwischen 200 und 300 Euro eingependelt, zum Teil aber auch darunter. Das hat mit dem Strommix 2021 zu tun, der als Referenz dient. Weil bei der Stromproduktion mehr CO2 ausgestoßen wurde,verschlechterte sich der sogenannte Emissionsfaktor. Großen Anteil am deutlichen Rückgang hatten auch falsch deklarierte Biokraftstoffe aus China, allein sie führten zu einem Preissturz von bis zu 100 Euro Anfang des Jahres.

Dass die Branche kein einfaches Geschäft ist, zeigte sich im Frühjahr am Beispiel von Emobia, damals laut Eigenbeschreibung „Deutschlands größter und unabhängiger THG-Quotenvermittler“. Das Unternehmen musste nach einer geplatzten Finanzierungsrunde Insolvenz anmelden.

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THG-Quote: ADAC, Huk, Carbonify und weitere Anbieter im Überblick

  • ADAC: Der Automobilclub garantiert für 2023 einen fixen Betrag von 260 Euro, der für Mitglieder noch um 20 Euro aufgestockt wird. Achtung: letztmöglicher Termin für 2023 ist Antragstellung am 31. Oktober. 

  • Allianz: Der Autoversicherer arbeitet bei der THG-Quote mit dem ADAC zusammen. Ergo gibt es garantierte 260 Euro, auch hier ist Antragsende für 2023 am 31. Oktober.

  • Carbonify: Die Plattform garantiert für 2023 eine Ausschüttung von 240 Euro. Erzielt sie auf dem Markt einen höheren Preis als 255 Euro, lohnt sich das für den E-Auto-Besitzer, denn es wird der volle Marktpreis ausgeschüttet abzüglich 15 Euro Provision. Letztmöglicher Termin für 2023 ist Antragstellung am 31. Oktober.

  • Climate Karma: E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer haben auch hier die Wahl: 180 Euro garantierte Auszahlung, oder 155 Euro plus 25 Euro Spende in zertifizierte Klimaprojekte.

  • E-Bonus: Der Anbieter garantiert aktuell eine Auszahlung von 275 Euro. Alternativ kann man sich 250 Euro auszahlen lassen und spendet 25 Euro an ein Umweltprojekt. E-Bonus legt auf diese Spende weitere 5 Euro drauf. Wer seine komplette Quote spendet, leitet damit 350 Euro in solche Projekte, weil E-Bonus dann 75 Euro zuschießt.

  • Elektrovorteil: Einer der großen Anbieter auf dem Markt, der bis zu 15 Prozent der erzielten Quote als Provision einbehält. Damit werden aber mindestens 85 Prozent, zum Teil auch mehr, an den Kunden ausbezahlt. Für 2023 garantiert Elektrovorteil eine Auszahlung von 230 Euro.

  • EmobilityEnergy: Mit “bis zu 411 Euro” wirbt das Portal auf seiner Seite, das ist in diesem Jahr unrealistisch. Es gibt allerdings auch die Sofort-Option. Damit erhält man innerhalb von 24 Stunden 180 Euro.

  • Eon: Der Energieversorger garantiert 200 Euro für 2023.

  • Fairnergy: Die Plattform setzt sich für weltweite Energiegerechtigkeit, grüne Elektromobilität sowie eine Energiewende im Verkehr ein. Garantiert für das laufende Jahr ist ein Betrag von 110 Euro. Wer sich für das Spendenmodell entscheidet, kann bis zu 165 Euro in so genannte Impactprojekte wie den Bau von Solaranlagen oder Ladestationen fließen lassen – verzichtet damit aber komplett auf das Geld.

  • Geld für eAuto: Der Hamburger Anbieter hat drei Modelle für sein “eTaschengeld”, wie die THG-Quote bei ihm heißt. In der Variante Express gibt es 75 Euro innerhalb von sieben Tagen. Bei Garantie werden 110 Euro fest ausgezahlt, beim Modell Risiko erhält der Kunde 90 Prozent der erzielten Quote. Auf der Webseite werden dafür werbewirksam bis zu 380 Euro genannt. Angesichts des Marktpreises von 250 Euro im Herbst 2023 dürfte sich die Auszahlung damit aber bei 225 Euro bewegen.

  • Huk: Der Autoversicherer garantiert aktuell eine Auszahlung von 280 Euro, ist damit also ganz weit vorne im Wettbewerb der Anbieter.

  • Juicify: Das Unternehmen bietet auf seiner Webseite aktuell nur einen Kombitarif für 2023 und 2024 an. Das bedeutet in Summe eine Auszahlung von 240 Euro – ist also eher mäßig. Dafür gibt es das Geld aber innerhalb weniger Tage.

  • Pfalzwerke: Der Energieanbieter, der auch einer der größeren Anbieter von Ladeparks ist, garantiert für das laufende Jahr 160 Euro.

  • Polarstern: der Energieanbieter garantiert für 2023 einen Betrag von 200 Euro, der innerhalb von zwei Wochen ausgezahlt wird.

  • Wir kaufen dein Zertifikat: Der Anbieter hat gleich mehrere Tarifmodelle zur Wahl. Wer sich für die Sofortausschüttung 2023 entscheidet, erhält innerhalb weniger Tage 105 Euro aufs Konto. Beim Flextarif sind es “bis zu 360 Euro”, die sich angesichts der Marktlage aber auf einen Betrag zwischen 200 und 230 Euro belaufen dürften, das Unternehmen berechnet 15 Prozent des Erlöses als Provision. Der Kombitarif klingt auf den ersten Blick verlockend: Für 2023 sind 290 Euro garantiert, allerdings verkauft man seine Quote für 2024 gleich mit. Für 2024 erhält man den Marktpreis abzüglich 30 Prozent Provision, garantiert sind nur 100 Euro. Als Neukunde gibt es außerdem einen Gutschein über 100 Euro für den Lebensmittelversender Hello Fresh.

(Quelle: nach eigener Recherche; biallo.de; alle Angaben: Stichtag 10. Oktober 2023)

 

Muss ich die THG-Quote versteuern?

Gab es mit Einführung der THG-Quote noch viele Unsicherheit beim Thema Steuern bis hin zur Auffassung, alle Einnahmen daraus müssten versteuert werden, wenn Sie 256 Euro im Jahr erreichen, so besteht da inzwischen Klarheit. Solange es sich um ein Fahrzeug in Privatbesitz handelt, interessiert das Finanzamt sich nicht für die Einnahmen aus der THG-Quote. Sie sind steuerfrei. Anders sieht es aus, wenn es sich um einen Firmenwagen handelt. Dann muss das Quoten-Geld den Einnahmen zugerechnet werden, erhöht also den Unternehmensgewinn.

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THG-Quote berechnen – wie geht das?

Wie hoch das Geld aus der THG-Quote letztlich für den Besitzer eines Elektroautos, eines elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeugs oder eines Nahverkehrsbusses ausfällt, entscheidet der Bedarf an Zertifikaten, den die Mineralölunternehmen haben, ihre Quotenverpflichtungen zu erfüllen. Je höher die Nachfrage ist, desto höher fällt der Preis für das einzelne Zertifikat aus. Prinzipiell ist damit zu rechnen, dass der Preis weiter steigt, denn die zu erfüllende Quote steigt in den nächsten acht Jahren auf 25 Prozent. Andererseits kann aber auch nachlassende Nachfrage nach Benzin und Diesel zu einem niedrigen Zertifikatepreis führen.

Für Mineralölunternehmen lohnt sich der Kauf eines Zertifikats so lange, wie der Preis dafür unter der die Strafe in Höhe von 600 Euro für eine Tonne CO₂ liegt. Mitte Januar 2022 lag der THG-Marktpreis bei 421 Euro, im Herbst 2023 bei rund 250 Euro. Allerdings werden die Zertifikate nicht an einer Energiebörse gehandelt, sondern direkt zwischen den Vermittlern und den Mineralölunternehmen ausgehandelt – es gilt also eingeschränkte Preistransparenz.

 

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur THG Prämie für Elektroautos

Nachfolgend beantworten wir die häufigsten Fragen rund um den Handel von Zertifikaten für die THG-Quote.

Welche Unterlagen benötige ich für die Registrierung und wie funktioniert sie?

Hat man sich für eine der Plattformen entschieden, läuft der Registrierungsprozess online ab und ist in weniger als einer Viertelstunde erledigt. Bei der Anmeldung erstellt man ein Profil, hinterlegt persönliche Daten, E-Mail-Adresse und ein Passwort. Danach muss man einen Scan des Fahrzeugscheins (Vorder- und Rückseite) hochladen. Das System der Plattform automatisch, ob alle Angaben lesbar sind. Ist alles ok und man hat die Daten – vor allem die Fahrzeugidentnummer – freigegeben, wird das Fahrzeug im persönlichen Profil hinterlegt.

Nach Prüfung der Unterlagen reicht die Plattform die Fahrzeugunterlagen beim Umweltbundesamt ein und meldet es somit für die THG-Quote an. Je nach Plattform kann man seine Kontodaten für die Auszahlung gleich bei der Anmeldung hinterlegen oder sie erst dann, wenn die Auszahlung ansteht, eingeben.

Kann ich mich auch für die THG-Quote registrieren, wenn ich als Selbstständiger das Auto über meine Firma laufen lasse?

Auch das geht. Allerdings muss man bei den einzelnen Plattformen dann den Registrierungsprozess über den Bereich für Firmenkunden laufen lassen.

Bekomme ich die Quote auch, wenn ich mein E-Auto nicht kaufe, sondern lease?

Ob das Elektroauto bar bezahlt wurde, ob es  finanziert oder geleast ist – das alles interessiert bei der Registrierung für die THG-Quote nicht. Entscheidend ist, welcher Name als Halter in den Fahrzeugpapieren eingetragen ist. Nur an den wird auch das Geld ausbezahlt. Es ist also erforderlich, dass sich der Halter des Fahrzeugs für die THG-Quote bei einer Plattform anmeldet und dort die Daten seines Fahrzeugs hinterlegt.

Kann man auch für mehrere Autos in der Familie die THG Prämie beantragen?

Selbstverständlich, denn das einzelne Elektroauto hat ja Anspruch auf Geld aus der THG-Quote. Sind alle Autos in der Familie auf den gleichen Halter zugelassen, dann kann man bei den Plattformen mehrere Autos in einem Profil hinterlegen, sodass über einen Account ausgezahlt wird.

Sind die Autos auf verschiedene Halter zugelassen, muss jeder von ihnen den Registrierungsprozess durchlaufen – beim gleichen Anbieter wie die anderen Autos in der Familie, oder aber bei einem anderen, wenn dessen Konditionen einem mehr zusagen.

Was passiert, wenn ich mein Elektroauto erst im Laufe des Jahres anschaffe – bekomme ich dann weniger Geld?

Die THG-Quote wird nicht zeitanteilig pro Jahr berechnet, sondern pauschal. Hat das Auto den Registrierungsprozess durchlaufen, gibt es die pauschale Summe, die der Plattformanbieter erzielt oder garantiert. Dabei spielt es keine Rolle, wann im Laufe des Jahres das Fahrzeug angeschafft und für die THG-Quote registriert wurde. Ursprünglich hatte der Gesetzgeber als letzte Frist für die Anmeldung den 28. Februar des Folgejahres definiert, dieser Termin wurde aber mit einer Gesetzesänderung im Sommer 2023 nun auf den 15. November vorgezogen.

Was passiert, wenn ich ein gebrauchtes Elektroauto kaufe – bekomme ich dann auch Geld?

Wenn der Vorbesitzer das Auto schon registriert hatte und das Geld für seine THG-Quote eingestrichen hat, dann gibt es für den neuen Besitzer fürs laufende Jahr kein Geld mehr. Allerdings kann man das  gebraucht gekaufte E Auto dann für das folgende Jahr anmelden und profitiert ab 2023. War der Gebrauchtwagen noch nicht bei einer Plattform angemeldet und somit die Fahrzeugpapiere auch noch nicht beim Bundesumweltamt registriert, dann gibt es auch fürs laufende Jahr Geld.

Wie schnell geht die Auszahlung der THG-Quote?

Das Prozedere für die THG-Quote ist zeitraubend, Nadelöhr ist das  Umweltbundesamt, bei dem sämtliche Fahrzeugdaten eingereicht werden müssen – und das jedes Jahr aufs Neue. Nach der erfolgreichen Zertifizierung und dem Handel der THG-Quote kann das Geld an die Autobesitzer ausgezahlt werden.

Je nach Anbieter werden Fahrzeuge immer blockweise zum Monatsende beim Bundesumweltamt angemeldet, bei anderen Anbietern alle zwei Wochen. Vor allem rund um den Jahreswechsel haben die Behörden einen großen Berg an Anträgen abzuarbeiten. ein Vierteljahr geht also schnell ins Land, einzelne THG-Anbieter sprechen auch von sechs Monaten zwischen Antrag und Auszahlung. Wer es eilig hat, wählt also die Sofortauszahlung, erhält aber deutlich weniger Geld.

Muss ich die THG-Quote zurückzahlen, wenn ich mein Elektrofahrzeug im Laufe des Jahres verkaufe?

Nein, die Auszahlung erfolgt pauschal fürs Jahr. Sie dürfen das Geld behalten. Nur der  Gebrauchtwagenkäufer hat insofern Pech, weil er fürs laufende Jahr keinen Anspruch hat. Mit ein paar Mausklicks meldet man das verkaufte Auto beim gewählten Plattformanbieter ab.

Gibt es die THG-Prämie auch für einen e-Roller?

Voraussetzung, dass Fahrzeuge in den Genuss der Quote kommen, ist das Vorliegen der Zulassungsbescheinigung Teil 1. Dies ist zum Beispiel bei Elektrorollern der Fall, die mindestens 45 km/h schnell sind. Sie werden bei der Auszahlung Pkw gleichgestellt – es gibt also vergleichsweise viel Geld.

Muss ich jedes Jahr einen neuen Antrag auf THG Prämie stellen?

Im Prinzip ja. Denn der Bescheid des Bundesumweltamtes gilt nur fürs jeweilige Antragsjahr. Wer mit dem erzielten Geld und den sonstigen Konditionen seiner gewählten Plattform zufrieden war und ihre Dienste auch 2024 in Anspruch nehmen will, hat es jedoch einfach: Er kann einfach das im Profil hinterlegte Fahrzeug auch fürs neue Jahr aktivieren, dann läuft der Prozess zwischen Plattform und Behörden automatisch wieder ab. Will man sich einen neuen Anbieter suchen, meldet man sich am besten einfach bei der alten Plattform ab und durchläuft beim neuen Wunschanbieter erneut den Registrierungsprozess.

Muss man eine Wallbox zum Laden des Autos nachweisen oder einen Vertrag mit einem Ökostromanbieter?

Weder noch. Zumindest aktuell muss man nicht nachweisen, wie und wo man sein Auto auflädt.

Ich habe einen besseren Anbieter für die THG-Quote gefunden. Kann ich mich dort einfach anmelden und zu ihm wechseln?

Anmelden ja, aber ob die Aktion Erfolg hat, ist zweifelhaft. Bei Mehrfachanmeldungen erteilt das Bundesumweltamt den THG-Quotenbescheid an den Anbieter, der die Unterlagen als erster eingereicht hat. Alle weiteren Anträge werden abgelehnt. Diese Wechselmethode funktioniert also nur dann, wenn sich der zuerst ausgewählte Dienstleister mit der Weitergabe der Unterlagen ans Bundesumweltamt sehr viel Zeit lässt.

Und Vorsicht: Je nach Anbieter werden Bearbeitungsgebühren fällig, wenn das Umweltbundesamt einen Antrag wegen Mehrfachbeantragung ablehnt. Beim Anbieter EmobilityEnergy zum Beispiel sind das 50 Euro.

Muss ich jedes Jahr einen neuen Antrag stellen?

Im Prinzip ja. Denn der Bescheid des Bundesumweltamtes gilt nur fürs jeweilige Antragsjahr. Wer mit dem erzielten Geld und den sonstigen Konditionen seiner gewählten Plattform zufrieden war und ihre Dienste auch 2023 in Anspruch nehmen will, hat es jedoch einfach: Er kann einfach das im Profil hinterlegte Fahrzeug auch fürs neue Jahr aktivieren, dann läuft der Prozess zwischen Plattform und Behörden automatisch wieder ab. Die Plattformen erinnern ihre Kunden zum Jahreswechsel 2022/2023 daran, ihr Auto fürs kommende Jahr wieder anzumelden. Das geschieht vergleichsweise einfach über einen Aktivierungslink. Will man sich einen neuen Anbieter suchen, meldet man sich am besten einfach bei der alten Plattform ab und durchläuft beim neuen Wunschanbieter erneut den Registrierungsprozess.

Muss man eine Wallbox zum Laden des Autos nachweisen oder einen Vertrag mit einem Ökostromanbieter?

Weder noch. Zumindest aktuell muss man nicht nachweisen, wie und wo man sein Auto auflädt.

Ich habe einen besseren Anbieter für die THG-Quote gefunden. Kann ich mich dort einfach anmelden und zu ihm wechseln?

Anmelden ja, aber ob die Aktion Erfolg hat, ist zweifelhaft. Bei Mehrfachanmeldungen erteilt das Bundesumweltamt den THG-Quotenbescheid an den Anbieter, der die Unterlagen als erster eingereicht hat. Alle weiteren Anträge werden abgelehnt. Diese Wechselmethode funktioniert also nur dann, wenn sich der zuerst ausgewählte Dienstleister mit der Weitergabe der Unterlagen ans Bundesumweltamt sehr viel Zeit lässt.

Und Vorsicht: Je nach Anbieter werden Bearbeitungsgebühren fällig, wenn das Umweltbundesamt einen Antrag wegen Mehrfachbeantragung ablehnt. Beim Anbieter EmobilityEnergy zum Beispiel sind das 50 Euro.

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Über den Autor Klaus Justen

Nach Ausbildung und ersten Stationen bei Tageszeitungen beschäftigt sich Klaus Justen seit rund 30 Jahren mit Ratgeberthemen, bevorzugt rund um Auto und Geld – vom Autokauf über Versicherung, Finanzierung, Recht und Steuern bis hin zu Neuheiten, technischen Innovationen und Marktentwicklungen. Er gehörte unter anderem zur Gründungsmannschaft des Wirtschaftsmagazins Euro am Sonntag und war stellvertretender Chefredaktor der Schweizer Automobil Revue. Als Freiberufler arbeitet er unter anderem für Fachtitel wie auto motor und sport oder die Automobilwoche, aber auch für die NZZ und biallo.de.

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