Förderung Elektroauto

E-Prämie: So erhalten Sie den Umweltbonus bei Elektroautos

Update: 21.09.2020
Auf einen Blick
  • Wegen der Corona-Krise hat die Bundesregierung den Umweltbonus für E-Autos und Plug-in-Hybridmodelle befristet erhöht. Zum Kauf reiner Elektrofahrzeuge zahlt sie bis zu 6.000 Euro zu. Das bedeutet eine maximale Förderung von bis zu 9.000 Euro. Die Erhöhung gilt bis 31. Dezember 2021.

  • Die Regierung beschloss auch eine Reform der KfZ-Steuer. Demnach bleiben E-Autos maximal zehn Jahre steuerfrei. Die Befreiung gilt aber längstens bis 2030. Für Autos mit hohem CO2-Ausstoß werden höhere Steuern fällig.

  • Für emissionsfreie Elektroautos unter 40.000 Euro, die ab 2020 gekauft oder geleast wurden, gilt: Sie müssen nur noch 0,25 Prozent vom Listenpreis als geldwerten Vorteil bei der Steuer ansetzen.

  • Förderfähige Elektrofahrzeuge können sein: ein reines E-Auto (Batterie- oder Brennstoffzellenantrieb), ein Plug-in-Hybrid oder ein Fahrzeug mit weniger als 50 Gramm CO2-Emissionen pro Kilometer.
Moderne E-Fahrzeuge beim Aufladen.
Scharfsinn / Shutterstock.com

Im Februar 2020 traten höhere Förderungen für Elektroautos in Kraft, die nach dem 4.11.2019 zugelassen wurden. Aber, es geht noch mehr: Wer sich jetzt ein förderfähiges E-Auto kauft, profitiert von einer noch höheren Prämie. die sogenannte "Innovationsprämie" wurde von der Koalition aufgrund der Corona-Krise im Zukunftpaket beschlossen.

Außerdem hat die Regierung eine Reform der Kfz-Steuer verabschiedet. Elektroautos, die bis 2025 zugelassen werden, sind demnach von der Steuer befreit. Die Befreiung gilt maximal zehn Jahre, längstens aber bis 2030. Fahrzeuge mit einem hohen CO2-Ausstoß werden hingegen höher besteuert als bisher. Damit rechnen sich E-Autos künftig im Vergleich zu Verbrennern noch eher. 

Die Innovationsprämie

Die Autoindustrie ist eine Schlüsselbranche und ein Herzstück der deutschen Wirtschaft. Kein Wunder also, dass die Regierung Daimler und Co. in der Corona-Krise nicht hängen lassen will. Zur Ankurbelung der Automobilwirtschaft stand eine Kaufprämie für modernere, effizientere Verbrenner- und Dieselfahrzeuge zur Diskussion. Sie wurde aber abgelehnt.

Allerdings beschloss man eine deutlich höhere Prämie für "saubere Auto Lösungen", nämlich die E-Autos. Für Batteriefahrzeuge und PlugIn-Hybride möchte der Bund die Prämien befristet verdoppeln. Die Förderung könnte dann bis zu 9.000 Euro betragen. Die sogenannte "Innovationsprämie" gilt rückwirkend zum 4. Juni 2020, den Tag des Beschlusses.

Beim Antragsverfahren ändert sich nichts: "Die Erhöhung des Umweltbonus soll im bestehenden System umgesetzt werden. Das bedeutet, dass die Anträge auch in Zukunft elektronisch beim BAFA gestellt werden können. Eine gesonderte Beantragung der Innovationsprämie wird nicht notwendig sein. Die erhöhten Fördersätze wird das BAFA nach Prüfung der Fördervoraussetzungen automatisch auszahlen", schreibt die Bafa auf ihrer Homepage.

Welche Kaufprämien gibt es?

Die neue staatliche, vorübergehende Förderprämie – Innovationsprämie oder auch Umweltbonus – besteht aus Automobilhersteller- und Bundesanteil. Die Fördersätze staffeln sich nach Antriebsart und Kaufpreis. Sie sind jedoch nicht mehr Halbe/Halbe zwischen Bund und Händlern aufgeteilt, da der Bund seinen Anteil verdoppelt. Der erhöhte Umweltbonus gilt voraussichtlich von 1.Juli 2020 bis 31.Dezember 2021.

Die Zuschüsse im Überblick:

Fahrzeugart

Nettolistenpreis

Umweltbonus

Batteriefahrzeug

Bis 40.000 Euro

9.000 Euro
(bisher 6.000 Euro)

Batteriefahrzeug

Über 40.000 Euro

7.500 Euro
(bisher 5.000 Euro

Plug-in-Hybrid

Bis 40.000 Euro

6.750 Euro
(bisher 4.500 Euro)

Plug-in-Hybrid

Über 40.000 Euro

5.625 Euro
(bisher 3.750 Euro)

Quelle: biallo.de; nach eigener Recherche.

Autokäufer aufgepasst!

Vom 01. Juli bis zum 31. Dezember soll der Mehrwertsteuersatz bekanntlich von 19 auf 16 Prozent, der ermäßigte Satz von sieben Prozent auf fünf Prozent gesenkt werden. Man darf wohl davon ausgehen, dass die (Auto-)Hersteller diesen Preisvorteil an ihre Kunden weitergeben. Und dann können E-Auto-Käufer von der erhöhten Kaufprämie plus reduzierter Mehrwertsteuer profitieren.

Sonderaktionen der Hersteller

Viele Hersteller gingen bereits vor der Verabschiedung des Konjunkturpakets mit eigenen Sonderaktionen an den Start. Manche erhöhten ihren Anteil am Umweltbonus auf eigene Faust, andere dachten sich Sonderprämien und neue Kaufanreize aus. Es lohnt sich momentan mehr denn je, Preise, Prämien und Produkte zu vergleichen. Und bei tatsächlichem Kaufinteresse nachzufragen, welche Extras für den Neuwagen dazu kommen können, dabei sind oder ob am Preis noch etwas machbar ist.

Mehr Ladestationen

Damit Elektrofahrzeuge nicht nur finanziell, sondern auch in der Handhabung attraktiver werden, will die Bundesregierung die Ladeinfrastruktur deutlich verbessern. Die Rede ist von 50.000 Ladestellen bis 2022. Die Automobilwirtschaft soll bis dahin insgesamt 15.000 öffentliche Zapfsäulen beisteuern.

Bis 2030 hofft die Bundesregierung auf eine Million öffentlich zugängliche Ladepunkte. Immerhin sollen dann auch Millionen von Elektroautos auf Deutschlands Straßen rollen.

BAFA-Zwischenbilanz zum Antragstand

Laut BAFA wurden Stand 01.Juni 2020 insgesamt 206.035 Anträge auf Prämie gestellt. Für reine Batterie-Elektrofahrzeuge gingen 133.423 Anträge ein, für Plug-in Hybride 72.489 Anträge und für Brennstoffzellen-Fahrzeuge 123 Anträge. Vom einst anvisierten Ziel, bis 2020 rund eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu haben, ist man noch kilometerweit entfernt. Und noch viel weiter von den sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeugen, die nötig wären, um die Ziele des Klimaschutzprogramms 2030 zu erreichen.

Elektroauto-Förderung: So funktioniert sie

Für die Beantragung der Förderung aller Elektroautos gilt: Das Auto muss gekauft und zugelassen sein. Dann erst kann der Käufer – berechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine – den Antrag auf Förderung bei der BAFA stellen.
Um die Kaufprämie zu erhalten, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Fahrzeug: Das E-Auto muss auf der Liste der förderfähigen Fahrzeuge des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stehen.

  • Zeitfenster: Der Erwerb – egal ob Kauf, Leasing oder Finanzierung – muss bis zum 31. Dezember 2025 erfolgen. Spätestens neun Monate nach Zugang des Zuwendungsbescheids muss das Neufahrzeug zugelassen sein.

  • Zulassung: Der Besitzer muss sein Elektroauto im Inland, auf seinen Namen (= Antragsteller) und für mindestens sechs Monate zulassen.

Auch der Erwerb des akustischen Warnsystems (AVAS) ist mit pauschal 100 Euro förderfähig, wenn es zum Zeitpunkt des Erwerbs serienmäßig vom Hersteller oder durch eine autorisierte Werkstatt in ein gemäß dieser Richtlinie zu förderndes Fahrzeug eingebaut wurde.

Hinweis

Im März 2018 wurde das sogenannte Doppelförderungsverbot aufgehoben. Damit ist die Inanspruchnahme von mehreren gleichartigen Förderprogrammen zulässig, die zuweilen auch auf kommunaler Ebene angeboten werden.

Das Förder- und Antragsverfahren seit 18. Februar 2020

Die Förderung erfolgt mittlerweile im einstufigen Verfahren. Das Fahrzeug muss vor der Antragstellung bereits erworben und zugelassen worden sein. Die Antragstellung erfolgt elektronisch. Im Online-Portal müssen folgende Unterlagen eingereicht werden:

Bei Kauf:

  • die Rechnung,
  • die Zulassungsbescheinigung Teil II,
  • das Nachweispaket bei Gebrauchtwagen,
  • der Nachweis über den Listenpreis des Neufahrzeugs (bei Gebrauchtfahrzeugen).

Bei Leasing:

  • der Leasingvertrag,
  • die Unterlagen der verbindlichen Bestellung,
  • die Kalkulation derLeasingrate,
  • Zulassungsbescheinigung Teil II.

Die "Erklärung der wahrheitsgemäßen Angaben" muss der Antragsteller ausdrucken, unterschreiben und über dasUpload-Portal wieder hochladen. Nach einer positiven Prüfung kommt ein Zuwendungsbescheid und die Auszahlung des Bundesanteils am Umweltbonus erfolgt auf das im Antragsformular angegebene Konto.

Umweltbonus für Gebrauchtwagen

Den Umweltbonus können Käufer nach der neuen Regelung auch beim Kauf eines jungen gebrauchten Fahrzeugs (zweite Zulassung) beantragen. Die Fördervoraussetzungen sind hier:

  • Die Erstzulassung muss nach dem 4. November 2019 erfolgt sein.
  • Der Wagen war maximal zwölf Monate erstzugelassen.
  • Im Fall der Zweitzulassung darf der Wagen nicht mehr als 15.000 km auf dem Tacho haben.
  • Weiter sollte noch keine Förderung – etwa Umweltbonus oder eine vergleichbare staatliche Förderung in einem anderen EU-Staat – in Anspruch genommen worden sein.

Bei der Zweitzulassung richtet sich die Förderung nach dem BAFA-Nettolistenpreis für Gebrauchtwagen. In der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge ist dieser für jedes Modell in einer separaten Spalte angegeben. Junge gebrauchte E-Autos werden mit 2.500 Euro Umweltbonus gefördert, gebrauchte Plug-in-Hybridfahrzeuge mit 1.875 Euro.

Weitere Vorteile für Elektroauto-Besitzer

Der Verkauf der Elektroautos liegt der Regierung sehr am Herzen. Da der Verkauf der E-Autos immer noch eher zäh ist, legt die Regierung noch eine Schippe drauf und schafft weitere Anreize für Kaufwillige.

Kfz-Steuer

Lohnsteuer

Kostenlos Parken

Mehr Ladestationen

Die Kaufprämie ist nicht die einzige Subvention für E-Auto-Besitzer. Je nachdem, wann ein Elektro-Fahrzeug zum ersten Mal zugelassen wurde, darf sich der stolze Besitzer über eine Befreiung von der Kfz-Steuer freuen.

Erstzulassung Steuerbefreiung
Vor dem 17.05.2011 5 Jahre
Zwischen dem 18.05.2011 und dem 30.12.2020 10 Jahre
Auch Fahrzeuge, die bis Ende 2025 zugelassen werden, kommen nach der jetzigen Reform der Kfz-Steuer in den Genuss der Steuerbefreiung. Die Steuerfreiheit gilt aber längstens bis Ende 2030. Für Fahrzeuge, die nach 2020 zugelassen werden, läuft die Befreiung daher kürzer als zehn Jahre.
Laden Sie Ihr Elektroauto im Betrieb des Arbeitgebers auf, ist das steuerfrei. Die "Ladung" wird im Gegensatz zu anderen Arbeitgeber-Vergünstigungen nicht als geldwerter Vorteil gerechnet. Und Ihr Arbeitgeber darf sich auch freuen! Denn er kann sich den Aufbau von Ladestationen bezuschussen lassen. Für privat genutzte elektrisch angetriebene Dienstwagen wurde die Besteuerung des geldwerten Vorteils von 1,0 auf 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises reduziert. Für Elektroautos – und zwar reine Elektroautos ohne Kohlendioxidemission, deren Bruttolistenpreis nicht mehr als 40.000 Eurobeträgt – die ab 2020 angeschafft wurden, gilt inzwischen: Es ist nur noch ein Viertel des Preises bei der Steuer anzusetzen, also nur noch 0,25 Prozent vom Listenpreis. 
Kommunen können – soweit sie das möchten – Busspuren für die E-Autos öffnen, Durchfahrverbote aufheben und kostenlose Parkplätze einrichten. 
Ein Ausbau der Lade-Infrastruktur ist dringend notwendig. Daher möchte der Bund ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes und nutzerfreundliches Lade-Infrastruktur-Netz initiieren. Nutzer von E-Fahrzeugen sollen die Möglichkeit haben, überall in Deutschland schnell und unkompliziert ihr Auto aufladen zu können. 

Laut Förderrichtlinie soll in erster Linie die Errichtung von Schnell-Lade-Stationen begünstigt werden. Weiter möchte man aber auch den Ausbau herkömmlicher Ladestationen, zum Beispiel in der Nähe von Warenhäuser-, Restaurants und Kinos, weiter ankurbeln.

Lesen Sie auch: Elektroauto in der eigenen Garage aufladen

Steuerliche Maßnahmen

Am 31. Juli 2019 hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf beschlossen, der ein milliardenschweres Steuerpaket zur Förderung der Elektromobilität auf den Weg bringt. Schwerpunkte sind eine Sonderabschreibung für rein elektrische Lieferfahrzeuge, eine Verlängerung der Dienstwagenregelung und die steuerfreie Ladevorrichtung.

Lieferfahrzeuge Firmenwagen Ladevorrichtung
Für rein elektrische Lieferfahrzeuge gibt es eine Sonderabschreibung von 50 Prozent im Anschaffungsjahr – zusätzlich zur regulären Abschreibung. Die Regelung wird von 2020 bis Ende 2030 befristet. Bei der Dienstwagenbesteuerung wird die Bemessungsgrundlage für die private Nutzung eines betrieblichen Elektro- oder extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugs seit dem 1. Januar 2019 halbiert, für emissionsfreie Elektrofahrzeuge gilt die 0,25%-Regelung. Diese Maßnahme war zunächst bis Ende 2021 befristet und wird nun bis Ende 2030 verlängert. Das elektrische Aufladen eines Elektro- oder Hybridelektrofahrzeugs im Betrieb des Arbeitgebers ist aktuell bis Ende 2020 steuerfrei. Das Gleiche gilt für die zeitweise Überlassung einer betrieblichen Ladevorrichtung zur privaten Nutzung. Dieser Steuervorteil wird bis Ende 2030 verlängert.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Stand 12.06.2020)

Die Regelungen sollen, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist, am Tag nach der Verkündung in Kraft treten. Das Gesetz selbst soll bis zum Jahresende verabschiedet werden.

Die verstärkte Aktivität der Bundesregierung in Sachen Elektromobilitätsförderung kommt nicht zuletzt aus dem Engagement für mehr Klimaschutz. Und das lässt sich der Bund einiges kosten. Wegen der steuerlichen Förderung der E-Mobilität rechnet das Ministerium über die nächsten zehn Jahre mit verminderten Steuereinnahmen für Bund, Länder und Gemeinden in Milliardenhöhe.

Lesen Sie auch: Dienstwagen versteuern – Tipps und Tricks

Nachteil für Elektroauto-Besitzer

Wenn Elektroautos so viel Finanzielle Zuwendung erfahren – warum läuft es dann noch immer nicht? Knapp 260.000 Anträge auf Elektroautoförderung wurden bisher gestellt. Das ist bei weitem nicht das Ergebnis, das sich die Regierung bei Beginn der Elektroauto-Offensive und aufgrund des Dieselskandals erhoffte. Aber es gibt einfach immer noch zu viele Kritiker. Vor allem die teure Anschaffung, die lange Ladezeit, die niedrige Reichweite und die Diskussionen um Sinn und Unsinn von Elektroautos halten immer noch viele vom Kauf eines Elektroautos ab.

Biallo-Tipp: Achten Sie auf entsprechende Ladestationen. Ohne die Möglichkeit, das eigene Auto in der Nähe der Wohnung oder Arbeit aufladen zu können, ist ein E-Auto alles andere als praktikabel. Aktuell ist die Infrastruktur der Stationen leider spärlich.

Die meistverkauften Stromer – nach Anträgen auf Umweltbonus

Hersteller / Typ Anzahl gesamt
Renault ZOE, Life (mit Batteriemiete) 9.865
Volkswagen e-Golf (Modell 2017 / BR453) 9.617
smart eq fortwo (Modell 2017 / BR453) 8.435
BMW i3 7.287
Tesla Model 3 Long-Range Dual Motor AWD 6.770
Audi A3 6.379
Renault ZOE, Intens (mit Batteriemiete) 6.268
Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid, Plus 5.971
smart eq forfour (Modell 2017 / BR453) 5.829
BMW 225xe 5.731
Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid, Top 4.620
Streetscooter Work L (D16), 40 kWh mit Aufbau 4.256
Nissan Leaf, ZEI 3.616

Quelle: BAFA (Stand: 1. Juni 2020)

Die Top 10 der Anträge je Hersteller

BMW


26.664

Renault

25.747

Volkswagen

25.716

Smart


18.162

Tesla

13.845

Mitsubishi

13.758

Mercedes Benz

13.174

Streetscooter

11.982

Hyundai


11.852

Audi

10.167

Quelle: BAFA (Stand: 1. Juni 2020)

Anträge nach Antragsteller

Unternehmen

118.307

Privatpersonen

83.870

Kommunale Betriebe

  1.221

Körperschaften

     1.077

Vereine

     820

Unternehmen mit kommunaler Beteiligung 278

Kommunale Zweckverbände

     204

Stiftungen

     128

Quelle: BAFA (Stand: 1. Juni 2020)

Weitere Förderungen für E-Auto-Käufer

Die Förderung der Elektrofahrzeuge läuft in ganz Deutschland nach den einheitlichen Regeln der BAFA. Doch Stromer-Käufer können mit anderen Förderprogrammen noch mehr rausholen! Zum Beispiel eine Bezuschussung von Einbauten von Stromleitungen, Schaltern und Steckdosen in die private Garage.

In München zum Beispiel läuft bis 31. Dezember 2020 das Förderprogramm Elektromobilität. Anträge können Unternehmen, Privatpersonen, gemeinnützige Organisationen und Wohnungseigentümergemeinschaften stellen. Das Fördergeld können Interessenten für die Ladeinfrastruktur oder/und Beratungen erhalten. Beispielsweise schießt die Stadt 20 Prozent der Nettokosten, maximal 5.000 Euro pro DC-Ladepunkt zu.

Nordrhein-Westfalen macht ebenfalls das Säckel auf und sponsert Fördergelder für die eigene Ladestation für Elektrofahrzeuge mit bis zu 50 Prozent der Ausgaben, maximal 1.000 Euro. Voraussetzung: Der Strom stammt aus erneuerbaren Energien oder aus vor Ort eigenerzeugtem regenerativem Strom.

Auch einige Energieversorger (oft die Stadtwerke) zahlen Prämien an Kunden, die sich ein E-Auto kaufen. Warum? Ganz einfach: Wer ein Auto hat, das an die Steckdose muss, braucht Strom. Und diese gute Kundschaft möchten sich die Energieversorger sichern und locken mit Prämien von ein paar Hundert Euro.

Fragen und Antworten zur Elektroauto-Förderung

Für alle, die mit dem Kauf eines E-Autos liebäugeln, haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema Kaufprämie (=Umweltbonus) zusammengefasst.

Wer darf einen Antrag zur Kaufprämie stellen?

  • Privatpersonen
  • Unternehmen
  • Stiftungen
  • Körperschaften
  • Vereine

Wer bekommt keine Kaufprämie?

  • Bund und die Bundesländer sowie deren Einrichtungen und Kommunen
  • Automobilhersteller, die sich an der Finanzierung des Umweltbonus beteiligen, sowie deren Tochtergesellschaften.

Wo beantrage ich die Förderung?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist der passende Ansprechpartner. Wie schon bei der Abwrackprämie für Altautos im Jahre 2009 verwaltet das Amt die Auszahlung der Kaufprämie.  Sie können einen „ Antrag auf Förderung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen“ stellen. "Schnell, voll elektronisch und sicher!" soll die Abwicklung sein, so BAFA-Chef Arnold Wallraff.

Wie viel Geld bekomme ich als Kaufprämie?

Für den rein batteriebetriebenen Neuwagen "Stromer" oder den Neuwagen mit Brennstoffzelle gibt es bis zu 9.000 Euro Zuschuss. Für Plug-in-Hybride – das sind Autos, die Verbrennungs- und Elektromotor vereinen – sind es bis zu 7.500 Euro. Diese Regelung ist vorerst befristet bis 31. Dezember 2021. Die Kosten für die Umweltprämie teilen sich Bund und Automobilhersteller zu gleichen Teilen. Die Hersteller ziehen ihren Anteil an der Kaufprämie einfach vom Kaufpreis ab. Dabei überschlagen sich die Händler mit immer besseren Angeboten. Manche Autohersteller bieten auch deutlich mehr Prämie als vereinbart. Oft lässt sich der Bonus auch individuell verhandeln. Benötigen Sie einen Autokredit? Vergleichen Sie zwischen Händlerkredit und dem günstigeren Autokredit.

Wie bekomme ich die Kaufprämie ausgezahlt?

Für die Förderung benötigen Sie Bestellung, Kauf- oder Leasingvertrag, Rechnung, Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief. Auf der Rechnung sollte stehen, dass der Händleranteil der Kaufprämie vom Netto-Kaufpreis abgezogen wurde. Laden Sie die Dokumente über Ihren Computer hoch und versenden Sie diese per E-Mail. Die Abwicklung funktioniert komplett online.  Antragstellung: Laden Sie im Online-Portal der BAFA entweder die verbindliche Bestellung, den Kauf- oder Leasingvertrag hoch. Achtung: Bei Leasingverträgen sollten Sie eine Kalkulation der Leasingrate ohne Umweltbonus einreichen. Nach Überprüfung der Daten erhalten Sie einen sogenannten Zuwendungsbescheid. Nun können Sie Ihr E-Auto zulassen. Dafür haben Sie maximal neun Monate Zeit. Auszahlung: Laden Sie die Rechnung und einen Nachweis für die Zulassung Ihres E-Autos im elektronischen Nachweisverfahren (auf der BAFA-Seite) hoch. Nach positiver Prüfung erfolgt die Auszahlung des Bundesanteils auf Ihr Konto (= Konto des Antragstellers). 

Gibt es die Förderung für immer?

Gefördert wird nach dem Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wer alle Voraussetzungen erfüllt und die Prämie beantragt, bekommt sie auch. Ist der Fördertopf allerdings leer, wird der Deckel zugemacht – so der Plan. Ist die Frist für die Förderung erreicht – bislang 31. Dezember 2020, künftig wohl Ende 2025 – ist voraussichtlich ebenfalls Schluss.

Welche Autos werden gefördert?

Hören Sie E-Auto, denken Sie an Luxusmarken und „Reichenspielzeug“? Käufer von Tesla, Porsche und Co bekommen auch noch Geld für das Luxusgefährt on top? Nein! Hier hat der Bund ganz klare Grenzen gesetzt. Der Netto-Listenpreis des Basismodells darf 65.000 Euro nicht überschreiten. Käufer von Luxusfahrzeugen kommen also nicht in den Genuss der Kaufprämie. Die Kaufprämie gibt es bei Erwerb eines neuen, erstmals zugelassenen, elektrisch betriebenen Fahrzeugs unter dem oben genannten Nettopreis. Als förderfähiges E-Auto gilt nach Paragraf 2 des Elektromobilitätsgesetztes ein
  1. reines Batterieelektrofahrzeug,
  2. von außen aufladbares Hybridelektrofahrzeug (Plug-In Hybrid) oder
  3. Brennstoffzellenfahrzeug.
  4. Förderfähig sind auch Fahrzeuge, egal mit welchem Antrieb, die keine oder weniger als 50 g CO2-Emissionen pro km vorweisen.  

Ist Leasing förderfähig?

Ja. Auch beim Leasing können Sie den staatlichen Umweltbonus in Anspruch nehmen. Voraussetzung: Der Antragsteller muss derjenige sein, auf den das Fahrzeug zugelassen wird. Die Anteile am Umweltbonus müssen von Automobilhersteller und Bund gleich sein und aus dem Leasingvertrag hervorgehen.

Sind Tageszulassungen, Jahres- oder Gebrauchtwagen förderfähig?

Nein, momentan werden lediglich Neufahrzeuge gefördert. Und nur, wenn sie erstmalig auf den Antragsteller zugelassen sind. Es ist allerdings geplant, dass künftig auch junge gebrauchte Elektrofahrzeuge bei Zweitveräußerung eine Umweltprämie erhalten sollen, wenn sie nicht als Firmen- oder Dienstwagen des Ersterwerbers bereits eine Förderung erhalten haben.

Wie lang muss der Käufer das Elektroauto behalten (Haltedauer)?

Der Halter sollte seinen Wagen mindestens sechs Monate in der Bundesrepublik Deutschland zugelassen haben. Etwaige Änderungen, wie beispielsweise ein Verkauf sind der BAFA sofort anzuzeigen.

Dürfen sich Erwerber und Halter unterscheiden?

Erwerber und Halter müssen nicht ein und dieselbe Person sein. Antragsberechtigter ist derjenige, auf den das Fahrzeug erstmalig zugelassen wird, nicht der Erwerber.

Kann ich für die Umrüstung meines Fahrzeugs eine Förderung beantragen?

Nein. Nur der Kauf eines neuen Elektroautos wird bezuschusst.



  Sabina Hoerder
  Stefanie Engelmann


 
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