Was Sie zu E-Prämie, Steuer & Co. wissen sollten

Förderung Elektroauto Was Sie zu E-Prämie, Steuer & Co. wissen sollten

Update: 12.07.2019
Ines Baur
von Ines Baur
Update: 12.07.2019
Auf einen Blick
  • Die Frist für die Förderung von E-Autos – auch Umweltbonus genannt – ist der 31. Dezember 2020.
  • Seit 1. Januar 2019 gilt für Elektro- und Hybrid-Dienstwagen, die auch privat genutzt werden, der halbierte Satz von 0,5 Prozent.
  • Förderfähige Elektrofahrzeuge können sein: Ein reines E-Auto (Batterie- oder Brennstoffzellenantrieb), ein Plug-in-Hybrid oder ein Fahrzeug mit weniger als 50 Gramm CO2-Emissionen pro Kilometer.
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Wer mit dem Gedanken spielt, ein Elektroauto zu kaufen, muss sich nicht hetzen. "Wir verlängern die Umweltprämie für Elektroautos bis Ende 2020, denn wir brauchen Kontinuität bei der Förderung", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) der "Welt". Die Frist zur Förderung ist bis zum 31. Dezember 2020 verlängert worden.

Verschiedenen Medienberichte zufolge möchte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Fördersumme deutlich erhöhen. Laut "Spiegel Online" will er den staatlichen Anteil des Umweltbonus für reine Elektroautos ab 2020 von derzeit 2.000 aber auf 4.000 Euro verdoppeln – allerdings nur für Kleinwagen mit einem Kaufpreis von bis zu 30.000 Euro. Bei E-Autos mit einem Preis von bis zu 60.000 Euro soll die Prämie künftig 2.500 Euro betragen.

Seit 2016 ist die sogenannte E-Prämie das staatlich gesponserte Zugpferd für den Erwerb eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs. Das Ziel der Bundesregierung war damals, dass die Bezuschussung mindestens 300.000 E-Autos und Hybride auf die Straßen bringt.

Die Anfragen gehen vergleichsweise schleppend beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)ein. "Die Zahl der Anträge steigt stetig an, zwar langsamer als wir das erhofft hatten, aber umso wichtiger ist es, Kontinuität bei der Förderung zu gewährleisten", so Altmaier weiter.

Die BAFA hat zum 30. Juni 2019 eine Zwischenbilanz zum Antragstand veröffentlicht. Demnach wurden bis dahin insgesamt 125.408 Anträge auf Prämie gestellt. 82.974 Anträge gingen für reine Batterie-Elektrofahrzeuge ein, 42.360 für Plug-In Hybride und 74 für Brennstoffzellen-Fahrzeuge.

Elektroauto-Förderung – so funktioniert sie

Das Elektroauto ist noch kein Bestseller. Die Verkäufe laufen trotz drohenden Dieselfahrverboten in Städten zäh. Vom anvisierten Ziel, bis 2020 rund eine Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu haben, ist man noch weit entfernt. Um den Verkauf der E-Autos anzukurbeln, wurde von der Bundesregierung der Umweltbonus auf den Weg gebracht.

Wer bis zum 31. Dezember 2020 ein E-Auto erwirbt, erhält eine Kaufprämie: 4.000 Euro für ein reines E-Auto (inklusive Brennstoffzellenantrieb) oder 3.000 Euro für den Plug-in-Hybrid. Zweck der Aktion ist, durch mehr schadstoffarme E-Autos die CO2-Emission zu reduzieren. Um die Kaufprämie zu erhalten, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Fahrzeug: Das E-Auto muss auf der Liste der förderfähigen Fahrzeuge des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stehen.

  2. Zeitfenster: Der Erwerb – egal ob Kauf, Leasing oder Finanzierung – müssen vom 18. Mai 2016 bis 31. Dezember 2020 erfolgen. Spätestens neun Monate nach Zugang des Zuwendungsbescheids muss das Neufahrzeug zugelassen sein.

  3. Zulassung: Der Besitzer muss sein Elektroauto im Inland, auf seinen Namen (= Antragsteller) und für mindestens sechs Monate zulassen.

Auch der Erwerb des akustischen Warnsystems (AVAS) ist förderfähig, wenn es  zum Zeitpunkt des Erwerbs serienmäßig vom Hersteller oder durch eine autorisierte Werkstatt in ein gemäß dieser Richtlinie zu förderndes Fahrzeug eingebaut wurde.

Hinweis: Im März 2018 wurde das sogenannte Doppelförderungsverbot aufgehoben. Damit ist die Inanspruchnahme von mehreren gleichartigen Förderprogrammen zulässig, die zuweilen auch auf kommunaler Ebene angeboten werden.

Biallo-Tipp

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Weitere Vorteile für Elektroauto-Besitzer

Die Deutschen nehmen die Kaufprämie nur zögerlich an. Um Verkauf und Einsatz von Elektroautos zu fördern, legt die Regierung noch eine Schippe drauf und schafft weitere Anreize für Kaufwillige. 

Nachteil für Elektroauto-Besitzer

Leider ist das Konzept "Elektroauto" nicht ganz ausgereift. Da relativ neu am Markt und immer noch in den Kinderschuhen, gibt es viel zu verbessern: Reichweite, Heizung im Winter, Ladegeschwindigkeit und vor allem der Kaufpreis. Denn E-Autos sind meist teurer als gleichwertige, konventionelle Modelle. 

Kritiker bemängeln, dass Elektroautos und Hybride 7.000 bis 10.000 Euro mehr kosten als die traditionellen Verbrenner. Elektroautos stellen eine sinnvolle Alternative für Autofahrer dar, die wenig und kurze Strecken fahren. Für Viel- und Langstreckenfahrer dagegen ist das E-Auto bis jetzt keine gute Alternative.

Biallo-Tipp: Achten Sie auf entsprechende Ladestationen. Ohne die Möglichkeit, das eigene Auto in der Nähe der Wohnung oder Arbeit aufladen zu können, ist ein E-Auto alles andere als praktikabel. Aktuell ist die Infrastruktur der Stationen leider spärlich.

Das sind die beliebtesten Elektrofahrzeuge der Deutschen

Die meistverkauften Stromer – nach Anträgen auf Umweltbonus:

Hersteller / TypAnzahl gesamt
Audi A36.352
BMW i36.910
BMW 225xe5.428
Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid, Plus3.946
Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid, Top 3.259
Nissan Leaf (ZE1) 3.035
Renault ZOE, Life (mit Batteriemiete)7.649
Renault ZOE, Intens (mit Batteriemiete) 6.056
smart eq fortwo (Modell 2017 / BR453)6.579
smart eq forfour (Modell 2017 / BR453) 4.625
Tesla Model 3 Long-Range Dual Motor AWD3.494
Volkswagen e-Golf (Modell 2017) 6.896

Quelle: BAFA (Stand: 30. Juni 2019)

Aus Ländersicht kamen aus Nordrhein-Westfalen bisher die meisten Anträge (31.450). Auf den weiteren Plätzen folgen Bayern (24.305) und Baden-Württemberg (21.148). Die wenigsten Anträge, 641 Stück, kamen bisher aus Bremen.

Die Top 10 der Anträge je Hersteller

BMW


20.295

Renault

16.701

Volkswagen

14.742


Smart

14.233

Mitsubishi

  8.507

Hyundai

  7.456

Streetscooter

  7.375

Tesla


  6.977

Audi

  6.375

Kia


  5.957
Quelle: BAFA (Stand: 30.Juni 2019)

Anträge nach Antragsteller

Unternehmen

68.057

Privatpersonen

55.166

Kommunale Betriebe

861

Körperschaft

616

Vereine

480

Kommunale Zweckverbände

135

Stiftungen

93

Quelle: BAFA (Stand: 30.Juni 2019)

Weitere Förderungen für E-Auto-Käufer!

Die Förderung der Elektrofahrzeuge läuft in ganz Deutschland nach den einheitlichen Regeln der BAFA. Doch Stromer-Käufer können mit anderen Förderprogrammen noch mehr rausholen! Zum Beispiel eine Bezuschussung von Einbauten von Stromleitungen, Schaltern und Steckdosen in die private Garage.

In München zum Beispiel läuft bis 31.12.2020 das Förderprogramm Elektromobilität. Anträge können Unternehmen, Privatpersonen, gemeinnützige Organisationen und Wohnungseigentümergemeinschaften stellen. Das Fördergeld können Interessenten für die Ladeinfrastruktur oder/und Beratungen erhalten. Beispielsweise schießt die Stadt 20 Prozent der Nettokosten, maximal 5.000 Euro pro DC-Ladepunkt zu.

Nordrhein-Westfalen macht ebenfalls das Säckel auf und sponsert Fördergelder für die eigene Ladestation für Elektrofahrzeuge mit bis zu 50 Prozent der Ausgaben, maximal 1.000 Euro. Voraussetzung: Der Strom stammt aus erneuerbaren Energien oder aus vor Ort eigenerzeugtem regenerativem Strom.

Auch einige Energieversorger (oft die Stadtwerke) zahlen Prämien an Kunden, die sich ein E-Auto kaufen. Warum? Ganz einfach: Wer ein Auto hat, das an die Steckdose muss, braucht Strom. Und diese gute Kundschaft möchten die Energieversorger und locken mit Prämien von ein paar Hundert Euro.

Fragen und Antworten zur Elektroauto-Förderung

Für alle, die mit dem Kauf eines E-Autos liebäugeln, haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema Kaufprämie (=Umweltbonus) zusammengefasst.

Wer darf einen Antrag zur Kaufprämie stellen?

  • Privatpersonen
  • Unternehmen
  • Stiftungen
  • Körperschaften
  • Vereine

Wer bekommt keine Kaufprämie?

  • Bund und die Bundesländer sowie deren Einrichtungen und Kommunen
  • Automobilhersteller, die sich an der Finanzierung des Umweltbonus beteiligen, sowie deren Tochtergesellschaften.

Wo beantrage ich die Förderung?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ist der passende Ansprechpartner. Wie schon bei der Abwrackprämie für Altautos im Jahre 2009 verwaltet das Amt die Auszahlung der Kaufprämie.
Hier können Sie einen „Antrag auf Förderung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen“ stellen. "Schnell, voll elektronisch und sicher!" soll die Abwicklung sein, so BAFA-Chef Arnold Wallraff. 

Wie viel Geld bekomme ich als Kaufprämie?

Für den rein batteriebetriebenen Neuwagen „Stromer“ oder den Neuwagen mit Brennstoffzelle gibt es 4.000 Euro Zuschuss. Für Plug-in-Hybride – das sind Autos, die Verbrennungs- und Elektromotor vereinen – gibt es 3.000 Euro. Die Kosten hierfür teilen sich Bund und Automobilhersteller zu gleichen Teilen. Die Hersteller ziehen ihren Anteil an der Kaufprämie einfach vom Kaufpreis ab. Dabei überschlagen sich die Händler mit immer besseren Angeboten. Renault und Nissan erhöhten die Prämien nochmals um 1.000 Euro, Mitsubishi geht mit bis zu 3.000 Euro ins Rennen.
Möchten Sie ein Autokredit? Vergleichen Sie zwischen Händlerkredit und dem günstigeren Autokredit. 

Wie bekomme ich die Kaufprämie ausgezahlt?

Für die Förderung benötigen Sie Bestellung, Kauf- oder Leasingvertrag, Rechnung, Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief. Auf der Rechnung sollte stehen, dass der Händleranteil der Kaufprämie vom Netto-Kaufpreis abgezogen wurde. Laden Sie die Dokumente über Ihren Computer hoch und versenden Sie diese per E-Mail. Die Abwicklung funktioniert komplett online. 

Antragstellung:

Laden Sie im Online Portal der BAFA entweder die verbindliche Bestellung, den Kauf- oder Leasingvertrag hoch. Achtung: Bei Leasingverträgen sollten Sie eine Kalkulation der Leasingrate ohne Umweltbonus einreichen. Nach Überprüfung der Daten erhalten Sie einen sogenannten Zuwendungsbescheid. Nun können Sie Ihr E-Auto zulassen. Dafür haben Sie maximal neun Monate Zeit.

Auszahlung:

Laden Sie die Rechnung und einen Nachweis für die Zulassung Ihres E-Autos im elektronischen Nachweisverfahren (auf der BAFA-Seite) hoch. Nach positiver Prüfung erfolgt die Auszahlung des Bundesanteils auf Ihr Konto (= Konto des Antragstellers). 

Gibt es die Förderung für immer?

Gefördert wird nach dem Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst! Denn insgesamt sind 1,2 Milliarden Euro im Fördertopf. Wer alle Voraussetzungen erfüllt und die Prämie beantragt, bekommt sie auch. Nach optimistischen Schätzungen reichen die Mittel für bis zu 400.000 Elektroautos. Ist das Geld aufgebraucht, wird der Deckel zugemacht – so der Plan. Ist die Frist für die Förderung erreicht – 31.Dezember 2020 – ist voraussichtlich ebenfalls Schluss.

Welche Autos werden gefördert?

Hören Sie E-Auto, denken Sie an Luxusmarken und „Reichenspielzeug“? Käufer von Tesla, Porsche und Co bekommen auch noch Geld für das Luxusgefährt on top? Nein! Hier hat der Bund ganz klare Grenzen gesetzt. Der Netto-Listenpreis des Basismodells darf 60.000 Euro nicht überschreiten. Käufer von Luxusfahrzeugen kommen also nicht in den Genuss der Kaufprämie. Die Kaufprämie gibt es bei Erwerb eines neuen, erstmals zugelassenen, elektrisch betriebenen Fahrzeugs unter dem oben genannten Nettopreis. Als förderfähiges E-Auto gilt nach Paragraf zwei des Elektromobilitätsgesetztes ein

  1. reines Batterieelektrofahrzeug,
  2. von außen aufladbares Hybridelektrofahrzeug (Plug-In Hybrid) oder
  3. Brennstoffzellenfahrzeug.
  4. Förderfähig sind auch Fahrzeuge, egal mit welchem Antrieb, die keine oder weniger als 50 g CO2-Emissionen pro km vorweisen.  

Ist Leasing förderfähig?

Ja. Auch beim Leasing können Sie den staatlichen Umweltbonus in Anspruch nehmen. Voraussetzung: Der Antragsteller muss derjenige sein, auf den das Fahrzeug zugelassen wird. Die Anteile am Umweltbonus müssen von Automobilhersteller und Bund gleich sein und aus dem Leasingvertrag hervorgehen.

Sind Tageszulassungen, Jahres- oder Gebrauchtwagen förderfähig?

Nein, lediglich Neufahrzeuge sind zu fördern. Und nur, wenn sie erstmalig auf den Antragsteller zugelassen sind.

Wie lang muss der Käufer das Elektroauto behalten (Haltedauer)?

Der Halter sollte seinen Wagen mindestens sechs Monate in der Bundesrepublik Deutschland zugelassen haben. Etwaige Änderungen, wie beispielsweise ein Verkauf sind der BAFA sofort anzuzeigen.

Dürfen sich Erwerber und Halter unterscheiden?

Erwerber und Halter müssen nicht ein und dieselbe Person sein. Antragsberechtigter ist derjenige, auf den das Fahrzeug erstmalig zugelassen wird, nicht der Erwerber

Kann ich für die Umrüstung meines Fahrzeugs eine Förderung beantragen?

Nein. Nur der Kauf eines neuen Elektroautos wird bezuschusst.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de