Förderung Elektroauto

Was Sie zu E-Prämie, Steuer & Co. wissen sollten

Update: 26.02.2020
Ines Baur
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Auf einen Blick
  • Seit dem 19. Februar gelten beim Umweltbonus neue Fördersätze für E-Autos. Die Förderung von Elektrofahrzeugen verlängert sich dadurch bis Ende 2025. Außerdem werden künftig auch junge gebrauchte E-Autos gefördert.
  • Für die Besteuerung von Elektro- und Hybrid-Dienstwagen, die auch privat genutzt werden, gilt weiterhin der halbierte Satz von 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises. Das Laden des E-Autos beim Arbeitgeber muss nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden.

  • Förderfähige Elektrofahrzeuge können sein: ein reines E-Auto (Batterie- oder Brennstoffzellenantrieb), ein Plug-in-Hybrid oder ein Fahrzeug mit weniger als 50 Gramm CO2-Emissionen pro Kilometer.
Moderne E-Fahrzeuge beim Aufladen.
Scharfsinn / Shutterstock.com

Wer über den Kauf eines Elektroautos nachdenkt, verfolgt sicher seit längerem die Gespräche und Pläne der Regierung bezüglich Höhe und Laufzeit der Elektroautoförderung. Nun wurde das Warten belohnt, denn die EU-Kommission gab endlich grünes Licht für höhere Kaufprämien.

Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, steht die neue Richtlinie zur Förderung des Absatzes von elektrisch betriebenen Fahrzeugen (Förderprogramm Elektromobilität (FEM) – Umweltbonus) seit dem 18. Februar 2020 im Bundesanzeiger – am 19. Februar ist sie in Kraft getreten. Käuferinnen und Käufer profitieren seitdem von erhöhten Fördersätzen für rein elektrische Fahrzeuge undPlug-in-Hybride. Auch junge gebrauchte Elektrofahrzeuge können nun vom Umweltbonus profitieren. Die neuen Fördersätze sind für alle Fahrzeuge anwendbar, die seit dem 5. November 2019 zugelassen wurden.

Zudem wird die Förderung von Elektroautos bis Ende 2025 verlängert – beziehungsweise bis die vorgesehenen Bundesmittel aus dem Sondervermögen "Energie- und Klimafonds" (EKF) komplett ausgezahlt worden sind. Mit der erhöhten und verlängerten E-Prämie soll der Elektromobilität in Deutschland ein weiterer Schub verliehen werden. Zuständig für Antrag und Bewilligung des Umweltbonus ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Wie hoch ist die Förderung?

Die neuen Fördersätze bei der E-Auto-Prämie staffeln sich ebenfalls nach Antriebsart und Kaufpreis. Der Umweltbonus besteht jeweils zur Hälfte aus einem Automobilhersteller- und einem Bundesanteil, denn die Industrie wird sich auch weiterhin paritätisch an der Fördersumme beteiligen.

Fahrzeugart

Nettolistenpreis

Umweltbonus

Elektro oder Brennstoffzelle

Bis 40.000 Euro

6.000 Euro

Elektro oder Brennstoffzelle

40.000 Euro - 65.000 Euro

5.000 Euro

Plug-in-Hybrid

Bis 40.000 Euro

4.500 Euro

Plug-in-Hybrid

40.000 Euro - 65.000 Euro

3.750 Euro

Quelle: biallo.de; nach eigener Recherche.

Bis zu 8.000 Euro Prämie für Schnäppchenjäger

Die Einführung der angekündigten Erhöhung ließ recht lange auf sich warten. Das hatte Auswirkungen auf den Markt – Verkaufszahlen stagnierten oder sanken. Einige Autobauer reagierten und gewährten eine erhöhte Kaufprämie von bis zu 6.000 Euro aus eigener Tasche. Das dürfte sich mit den neuen Boni erledigt haben.

Lediglich bei Hyundai kann ein Käufer aktuell modellabhängig noch bis zu 8.000 Euro Kaufprämie mitnehmen. Denn der Autobauer aus Südkorea erhöhte während der langen Wartezeit den Herstelleranteil bei der Umweltprämie von 2.000 auf 6.000 Euro. Zusammen mit den Umweltbonus von 2.000 Euro kämen Käufer damit auf einen Nachlass von 8.000 Euro für den Hyundai Kona Elektro oder Hyundai Ioniq Elektro.

Mehr Ladestationen

Damit Elektrofahrzeuge nicht nur finanziell, sondern auch in der Handhabung attraktiver werden, will die Bundesregierung die Ladeinfrastruktur deutlich verbessern. Die Rede ist von 50.000 Ladestellen bis 2022. Die Automobilwirtschaft soll bis dahin insgesamt 15.000 öffentliche Zapfsäulen beisteuern.

Bis 2030 hofft die Bundesregierung auf eine Million öffentlich zugängliche Ladepunkte. Immerhin sollen dann auch Millionen von Elektroautos auf Deutschlands Straßen rollen.

BAFA-Zwischenbilanz zum Antragstand

Laut BAFA wurden bis zum 31. Januar 2020 insgesamt 173.841 Anträge auf Prämie gestellt. Für reine Batterie-Elektrofahrzeuge gingen 114.738 Anträge ein, für Plug-in Hybride 58.991 Anträge und für Brennstoffzellen-Fahrzeuge 112 Anträge. Vom einst anvisierten Ziel, bis 2020 rund eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu haben, ist man noch weit entfernt. Und noch viel weiter von den sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeugen, die nötig wären, um die Ziele des Klimaschutzprogramms 2030 zu erreichen.

Elektroauto-Förderung: So funktioniert sie

Der Umweltbonus wird bis Ende 2025 verlängert und deutlich erhöht. Damit setzt das Bundeswirtschaftsministerium den gemeinsamen Beschluss der Bundesregierung und der Autohersteller vom Auto-Gipfel im November 2019 um.

Um die Kaufprämie zu erhalten, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Fahrzeug: Das E-Auto muss auf der Liste der förderfähigen Fahrzeuge des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stehen.

  • Zeitfenster: Der Erwerb – egal ob Kauf, Leasing oder Finanzierung – muss bis zum 31. Dezember 2025 erfolgen. Spätestens neun Monate nach Zugang des Zuwendungsbescheids muss das Neufahrzeug zugelassen sein.

  • Zulassung: Der Besitzer muss sein Elektroauto im Inland, auf seinen Namen (= Antragsteller) und für mindestens sechs Monate zulassen.

Auch der Erwerb des akustischen Warnsystems (AVAS) ist mit pauschal 100 Euro förderfähig, wenn es zum Zeitpunkt des Erwerbs serienmäßig vom Hersteller oder durch eine autorisierte Werkstatt in ein gemäß dieser Richtlinie zu förderndes Fahrzeug eingebaut wurde.

Hinweis

Im März 2018 wurde das sogenannte Doppelförderungsverbot aufgehoben. Damit ist die Inanspruchnahme von mehreren gleichartigen Förderprogrammen zulässig, die zuweilen auch auf kommunaler Ebene angeboten werden.

Das Förderverfahren im Detail

Für Fahrzeuge, die bis zum 4. November 2019 zugelassen wurden und für solche, die ab dem 5. November 2019 bis zum Tag des Inkrafttretens dieser geänderten Förderrichtlinie zugelassen wurden und den Herstellerrabatt bereits erhalten haben, gelten die Fördersätze in der Fassung der Förderrichtlinie vom 28. Mai 2019.

Förderverfahren für Anträge ab 19. Februar 2020

Die Förderung erfolgt nach der neuen Regelung in einem vereinfachten, einstufigen Verfahren. Das Elektroauto muss vor Antragstellung erworben und zugelassen worden sein. Den Antrag stellen Elektroautobesitzer elektronisch im Online-Portal des BAFA. Dazu sind folgende Unterlagen einzureichen:

Kauf

  • Rechnung
  • Zulassungsbescheinigung Teil II
  • Nachweispaket bei Gebrauchtwagen

Leasing

  • Leasingvertrag
  • Verbindliche Bestellung
  • Kalkulation der Leasingrate
  • Zulassungsbescheinigung Teil II
  • Nachweispaket bei Gebrauchtwagen

Die Erklärung der wahrheitsgemäßen Angaben werden ausgedruckt, unterschrieben und über das Upload-Portal hochgeladen. Nach der Antragstellung erhält man innerhalb kurzer Zeit eine Eingangsbestätigung via E-Mail. Wenn soweit alles passt, erfolgt der Zuwendungsbescheid und die Auszahlung des Bundesanteils am Umweltbonus auf das angegebene Konto.

Förderverfahren für Anträge bis 19. Februar 2020

Das gilt für Zulassungen bis zum 4. November 2019

Wer einen Antrag nach der bisherigen Richtlinienfassung vom 28. Mai 2019 gestellt und sein Auto spätestens am 4. November 2019 zugelassen hat, für den gilt dieses zweistufige Verfahren:

  • 1. Stufe: Nach der Antragstellung erhält der Käufer einen Zuwendungsbescheid.

  • 2. Stufe: Sie legen im Verwendungsnachweis noch die Zulassung vor.

Bei einer Zulassung bis einschließlich 4. November 2019 erhalten Sie die bisher geltenden Bundeszuschüsse der Richtlinienfassung vom 28. Mai 2019.

Das gilt für Zulassungen ab dem 5. November 2019

Wer einen Antrag nach der bisherigen Richtlinienfassung vom 28. Mai 2019 gestellt und sein Auto am 05. November 2019 oder später zugelassen hat, für den gilt laut BAFA, Förderverfahren für Anträge, dieses zweistufige Verfahren:

  • 1. Stufe: Nach der Antragstellung erhält der Käufer einen Zuwendungsbescheid, der noch nicht den höheren Bundeszuschuss enthält. Bitte warten Sie diesen ab, da er wichtige Informationen enthält, welche Angaben das BAFA im nächsten Schritt von Ihnen braucht.

  • 2. Stufe: Der Käufer legt im Verwendungsnachweis noch die Zulassung vor. Aus dieser kann das BAFA ersehen, ob das Fahrzeug am 5. November 2019 oder später zugelassen wurde.

Damit könnte der Käufer nicht nur den bisher geltenden Zuschuss erhalten, sondern stattdessen bereits den erhöhten Bundeszuschuss.

Das ist zu tun:

Sie haben einen Zuwendungsbescheid erhalten: Der Zuwendungsbescheid beschreibt, welche Unterlagen innerhalb von zehn Monaten nach Ausstellungsdatum dieses Bescheides eingereicht werden müssen.

Das BAFA prüft dann ob:

  • die allgemeinen Voraussetzungen der Förderrichtlinie vorliegen,

  • das Fahrzeug am 5. November 2019 oder später zugelassen wurde,

  • der Hersteller einen Rabatt in ausreichender Höhe (paritätische Förderung) gegeben hat.

Geht aus den eingereichten Unterlagen ein Herstellerrabatt hervor, der den neuen, erhöhten Fördersätzen entspricht, ist nichts weiter zu veranlassen. Sie erhalten automatisch den höheren Bundeszuschuss.

Reicht der Rabatt noch nicht aus, wird die BAFA beim Autokäufer nachfragen. Der wiederum hat dann die Möglichkeit, sich beim Hersteller oder Händler zu erkundigen, ob er zur Nachzahlung bereit ist. Diese kann der Käufer der BAFA über den Upload-Bereich anhand einer Gutschrift mit Verwendungszweck "Nachzahlung Umweltbonus" nachweisen.

Wichtig: Eine geänderte Rechnung akzeptiert das BAFA nicht als Nachweis.

Umweltbonus für Gebrauchtwagen

Den Umweltbonus können Käufer nach der neuen Regelung auch beim Kauf eines jungen gebrauchten Fahrzeugs (zweite Zulassung) beantragen. Die Fördervoraussetzungen sind hier:

  • Die Erstzulassung muss nach dem 4. November 2019 erfolgt sein.

  • Der Wagen war maximal zwölf Monate erstzugelassen.

  • Im Fall der Zweitzulassung darf der Wagen nicht mehr als 15.000 km auf dem Tacho haben.

  • Weiter sollte noch keine Förderung – etwa Umweltbonus oder eine vergleichbare staatliche Förderung in einem anderen EU-Staat – in Anspruch genommen worden sein.

Bei der Zweitzulassung richtet sich die Förderung nach dem BAFA-Nettolistenpreis für Gebrauchtwagen. In der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge ist dieser für jedes Modell in einer separaten Spalte angegeben. Junge gebrauchte E-Autos werden mit 2.500 Euro Umweltbonus gefördert, gebrauchte Plug-in-Hybridfahrzeuge mit 1.875 Euro.

Weitere Vorteile für Elektroauto-Besitzer

Die Deutschen nehmen die Kaufprämie nur zögerlich an. Um Verkauf und Einsatz von Elektroautos zu fördern, legt die Regierung noch eine Schippe drauf und schafft weitere Anreize für Kaufwillige. 

Vorteil Kfz-Steuer
Vorteil Lohnsteuer
Kostenloses Parken
Mehr Ladestationen
Die Kaufprämie ist nicht die einzige Subvention für E-Auto-Besitzer. Je nachdem, wann ein Elektro-Fahrzeug zum ersten Mal zugelassen wurde, darf sich der stolze Besitzer über eine Befreiung von der Kfz-Steuer freuen.

Erstzulassung

Steuerbefreiung

Vor dem 17.05.2011

5 Jahre

Zwischen dem 18.05.2011 und dem 30.12.2020

10 Jahre

Im Gesetzestext zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität steht: "Die Steuerbefreiung wird bei erstmaliger Zulassung des Elektrofahrzeugs in der Zeit vom 18. Mai 2011 bis 31. Dezember 2020 für zehn Jahre ab dem Tag der erstmaligen Zulassung gewährt."
Laden Sie Ihr Elektroauto im Betrieb des Arbeitgebers auf, ist das steuerfrei. Die "Ladung" wird im Gegensatz zu anderen Arbeitgeber-Vergünstigungen nicht als geldwerter Vorteil gerechnet. Und Ihr Arbeitgeber darf sich auch freuen! Denn er kann sich den Aufbau von Ladestationen bezuschussen lassen. Für privat genutzte elektrisch angetriebene Dienstwagen wurde die Besteuerung des geldwerten Vorteils von 1,0 auf 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises reduziert. Diese Neuregelung wird zeitlich begrenzt sein und ist vorgesehen für reine Elektroautos und von außen aufladbare Plug-in-Hybridfahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2021 gekauft oder geleast werden. Lesen Sie auch: Bundesrat stimmt Steuerentlastung für Elektro-Dienstwagen zu Lesen Sie auch: Statussymbol mit Steuerkniff.
Kommunen können – soweit sie das möchten – Busspuren für die E-Autos öffnen, Durchfahrverbote aufheben und kostenlose Parkplätze einrichten. 
Ein Ausbau der Lade-Infrastruktur ist dringend notwendig. Daher möchte der Bund ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes und nutzerfreundliches Lade-Infrastruktur-Netz initiieren. Nutzer von E-Fahrzeugen sollen die Möglichkeit haben, überall in Deutschland schnell und unkompliziert ihr Auto aufladen zu können.

Laut Förderrichtlinie soll in erster Linie die Errichtung von Schnell-Lade-Stationen begünstigt werden. Weiter möchte man aber auch den Ausbau herkömmlicher Ladestationen, zum Beispiel in der Nähe von Warenhäuser-, Restaurants und Kinos, weiter ankurbeln.

Lesen Sie auch: Elektroauto in der eigenen Garage aufladen

Steuerliche Maßnahmen

Am 31. Juli 2019 hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf beschlossen, der ein milliardenschweres Steuerpaket zur Förderung der Elektromobilität auf den Weg bringt. Schwerpunkte sind eine Sonderabschreibung für rein elektrische Lieferfahrzeuge, eine Verlängerung der Dienstwagenregelung und die steuerfreie Ladevorrichtung.

Lieferfahrzeuge Firmenwagen Ladevorrichtung
Für rein elektrische Lieferfahrzeuge wird eine Sonderabschreibung von 50 Prozent im Jahr der Anschaffung eingeführt – zusätzlich zur regulären Abschreibung. Die Regelung wird von 2020 bis Ende 2030 befristet. Bei der Dienstwagenbesteuerung wird die Bemessungsgrundlage für die private Nutzung eines betrieblichen Elektro- oder extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugs seit dem 1. Januar 2019 halbiert. Diese Maßnahme war zunächst bis Ende 2021 befristet und wird nun bis Ende 2030 verlängert. Das elektrische Aufladen eines Elektro- oder Hybridelektrofahrzeugs im Betrieb des Arbeitgebers ist aktuell bis Ende 2020 steuerfrei. Das Gleiche gilt für die zeitweise Überlassung einer betrieblichen Ladevorrichtung zur privaten Nutzung. Dieser Steuervorteil wird bis Ende 2030 verlängert.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Stand 2.08.2019)

Die Regelungen sollen, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist, am Tag nach der Verkündung in Kraft treten. Das Gesetz selbst soll bis zum Jahresende verabschiedet werden.

Die verstärkte Aktivität der Bundesregierung in Sachen Elektromobilitätsförderung kommt nicht zuletzt aus dem Engagement für mehr Klimaschutz. Und das lässt sich der Bund einiges kosten. Wegen der steuerlichen Förderung der E-Mobilität rechnet das Ministerium über die nächsten zehn Jahre mit verminderten Steuereinnahmen für Bund, Länder und Gemeinden in Milliardenhöhe.

Lesen Sie auch: Dienstwagen versteuern – Tipps und Tricks

Nachteil für Elektroauto-Besitzer

Leider ist das Konzept "Elektroauto" nicht ganz ausgereift. Da relativ neu am Markt und immer noch in den Kinderschuhen, gibt es daran viel zu verbessern: Reichweite, Heizung im Winter, Ladegeschwindigkeit und vor allem der Kaufpreis. Denn E-Autos sind meist teurer als gleichwertige, konventionelle Modelle. 

Kritiker bemängeln, dass Elektroautos und Hybride 7.000 bis 10.000 Euro mehr kosten als die traditionellen Verbrenner. Elektroautos sind sinnvoll für Autofahrer, die wenig und kurze Strecken fahren. Für Viel- und Langstreckenfahrer dagegen ist das E-Auto bis jetzt keine gute Alternative.

Biallo-Tipp: Achten Sie auf entsprechende Ladestationen. Ohne die Möglichkeit, das eigene Auto in der Nähe der Wohnung oder Arbeit aufladen zu können, ist ein E-Auto alles andere als praktikabel. Aktuell ist die Infrastruktur der Stationen leider spärlich.

Die meistverkauften Stromer – nach Anträgen auf Umweltbonus:

Hersteller / Typ Anzahl gesamt
Audi A3 6.383
BMW i3 7.242
BMW 225xe 5.647
Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid, Plus 5.350
Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid, Top 4.261
Nissan Leaf (ZE1) 3.434
Renault ZOE, Life (mit Batteriemiete) 9.535
Renault ZOE, Intens (mit Batteriemiete) 6.188
smart eq fortwo (Modell 2017 / BR453) 7.942
smart eq forfour (Modell 2017 / BR453) 5.578
Streetscooter Work L (D16), 40kWh mit Aufbau 3.979
Tesla Model 3 Long-Range Dual Motor AWD 5.557
Volkswagen e-Golf (Modell 2017) 8.620

Quelle: BAFA (Stand: 31. Januar 2020)

Die Top 10 der Anträge je Hersteller

BMW


26.664

Renault

21.988

Volkswagen

21.158

Smart


17.086

Mitsubishi

12.020

Streetscooter

11.467

Tesla

11.056

Hyundai

10.200

Mercedes Benz


10.181

Audi

  8.006

Quelle: BAFA (Stand: 31. Januar 2020)

Anträge nach Antragsteller

Unternehmen

98.548

Privatpersonen

72.154

Kommunale Betriebe

  1.181

Körperschaften

     839

Vereine

     799

Kommunale Zweckverbände

     192

Stiftungen

     128

Quelle: BAFA (Stand: 31. Januar 2020)

Aus Ländersicht kamen aus Nordrhein-Westfalen bisher die meisten Anträge (46.606). Auf den weiteren Plätzen folgen Bayern (32.563) und Baden-Württemberg (28.143).

Weitere Förderungen für E-Auto-Käufer

Die Förderung der Elektrofahrzeuge läuft in ganz Deutschland nach den einheitlichen Regeln der BAFA. Doch Stromer-Käufer können mit anderen Förderprogrammen noch mehr rausholen! Zum Beispiel eine Bezuschussung von Einbauten von Stromleitungen, Schaltern und Steckdosen in die private Garage.

In München zum Beispiel läuft bis 31. Dezember 2020 das Förderprogramm Elektromobilität. Anträge können Unternehmen, Privatpersonen, gemeinnützige Organisationen und Wohnungseigentümergemeinschaften stellen. Das Fördergeld können Interessenten für die Ladeinfrastruktur oder/und Beratungen erhalten. Beispielsweise schießt die Stadt 20 Prozent der Nettokosten, maximal 5.000 Euro pro DC-Ladepunkt zu.

Nordrhein-Westfalen macht ebenfalls das Säckel auf und sponsert Fördergelder für die eigene Ladestation für Elektrofahrzeuge mit bis zu 50 Prozent der Ausgaben, maximal 1.000 Euro. Voraussetzung: Der Strom stammt aus erneuerbaren Energien oder aus vor Ort eigenerzeugtem regenerativem Strom.

Auch einige Energieversorger (oft die Stadtwerke) zahlen Prämien an Kunden, die sich ein E-Auto kaufen. Warum? Ganz einfach: Wer ein Auto hat, das an die Steckdose muss, braucht Strom. Und diese gute Kundschaft möchten sich die Energieversorger sichern und locken mit Prämien von ein paar Hundert Euro.

Fragen und Antworten zur Elektroauto-Förderung

Für alle, die mit dem Kauf eines E-Autos liebäugeln, haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema Kaufprämie (=Umweltbonus) zusammengefasst.

Wer darf einen Antrag zur Kaufprämie stellen?
  • Privatpersonen
  • Unternehmen
  • Stiftungen
  • Körperschaften
  • Vereine
Wer bekommt keine Kaufprämie?
  • Bund und die Bundesländer sowie deren Einrichtungen und Kommunen
  • Automobilhersteller, die sich an der Finanzierung des Umweltbonus beteiligen, sowie deren Tochtergesellschaften.
Wo beantrage ich die Förderung?
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist der passende Ansprechpartner. Wie schon bei der Abwrackprämie für Altautos im Jahre 2009 verwaltet das Amt die Auszahlung der Kaufprämie.  Sie können einen „ Antrag auf Förderung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen“ stellen. "Schnell, voll elektronisch und sicher!" soll die Abwicklung sein, so BAFA-Chef Arnold Wallraff.
Wie viel Geld bekomme ich als Kaufprämie?
Für den rein batteriebetriebenen Neuwagen "Stromer" oder den Neuwagen mit Brennstoffzelle gibt es 4.000 Euro Zuschuss. Für Plug-in-Hybride – das sind Autos, die Verbrennungs- und Elektromotor vereinen – gibt es 3.000 Euro. Geplant ist, den Umweltbonus um 50 Prozent anzuheben bei einem Nettolistenpreis bis 40.000 Euro und um 25 Prozent bei einem Listenpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro. Die Kosten für die Umweltprämie teilen sich Bund und Automobilhersteller zu gleichen Teilen. Die Hersteller ziehen ihren Anteil an der Kaufprämie einfach vom Kaufpreis ab. Dabei überschlagen sich die Händler mit immer besseren Angeboten. Manche Autohersteller bieten auch deutlich mehr Prämie als vereinbart. Oft lässt sich der Bonus auch individuell verhandeln. Benötigen Sie einen Autokredit? Vergleichen Sie zwischen Händlerkredit und dem günstigeren Autokredit.
Wie bekomme ich die Kaufprämie ausgezahlt?
Für die Förderung benötigen Sie Bestellung, Kauf- oder Leasingvertrag, Rechnung, Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief. Auf der Rechnung sollte stehen, dass der Händleranteil der Kaufprämie vom Netto-Kaufpreis abgezogen wurde. Laden Sie die Dokumente über Ihren Computer hoch und versenden Sie diese per E-Mail. Die Abwicklung funktioniert komplett online.  Antragstellung: Laden Sie im Online-Portal der BAFA entweder die verbindliche Bestellung, den Kauf- oder Leasingvertrag hoch. Achtung: Bei Leasingverträgen sollten Sie eine Kalkulation der Leasingrate ohne Umweltbonus einreichen. Nach Überprüfung der Daten erhalten Sie einen sogenannten Zuwendungsbescheid. Nun können Sie Ihr E-Auto zulassen. Dafür haben Sie maximal neun Monate Zeit. Auszahlung: Laden Sie die Rechnung und einen Nachweis für die Zulassung Ihres E-Autos im elektronischen Nachweisverfahren (auf der BAFA-Seite) hoch. Nach positiver Prüfung erfolgt die Auszahlung des Bundesanteils auf Ihr Konto (= Konto des Antragstellers). 
Gibt es die Förderung für immer?
Gefördert wird nach dem Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wer alle Voraussetzungen erfüllt und die Prämie beantragt, bekommt sie auch. Ist der Fördertopf allerdings leer, wird der Deckel zugemacht – so der Plan. Ist die Frist für die Förderung erreicht – bislang 31. Dezember 2020, künftig wohl Ende 2025 – ist voraussichtlich ebenfalls Schluss.
Welche Autos werden gefördert?
Hören Sie E-Auto, denken Sie an Luxusmarken und „Reichenspielzeug“? Käufer von Tesla, Porsche und Co bekommen auch noch Geld für das Luxusgefährt on top? Nein! Hier hat der Bund ganz klare Grenzen gesetzt. Der Netto-Listenpreis des Basismodells darf 65.000 Euro nicht überschreiten. Käufer von Luxusfahrzeugen kommen also nicht in den Genuss der Kaufprämie. Die Kaufprämie gibt es bei Erwerb eines neuen, erstmals zugelassenen, elektrisch betriebenen Fahrzeugs unter dem oben genannten Nettopreis. Als förderfähiges E-Auto gilt nach Paragraf 2 des Elektromobilitätsgesetztes ein
  1. reines Batterieelektrofahrzeug,
  2. von außen aufladbares Hybridelektrofahrzeug (Plug-In Hybrid) oder
  3. Brennstoffzellenfahrzeug.
  4. Förderfähig sind auch Fahrzeuge, egal mit welchem Antrieb, die keine oder weniger als 50 g CO2-Emissionen pro km vorweisen.  
Ist Leasing förderfähig?
Ja. Auch beim Leasing können Sie den staatlichen Umweltbonus in Anspruch nehmen. Voraussetzung: Der Antragsteller muss derjenige sein, auf den das Fahrzeug zugelassen wird. Die Anteile am Umweltbonus müssen von Automobilhersteller und Bund gleich sein und aus dem Leasingvertrag hervorgehen.
Sind Tageszulassungen, Jahres- oder Gebrauchtwagen förderfähig?
Nein, momentan werden lediglich Neufahrzeuge gefördert. Und nur, wenn sie erstmalig auf den Antragsteller zugelassen sind. Es ist allerdings geplant, dass künftig auch junge gebrauchte Elektrofahrzeuge bei Zweitveräußerung eine Umweltprämie erhalten sollen, wenn sie nicht als Firmen- oder Dienstwagen des Ersterwerbers bereits eine Förderung erhalten haben.
Wie lang muss der Käufer das Elektroauto behalten (Haltedauer)?
Der Halter sollte seinen Wagen mindestens sechs Monate in der Bundesrepublik Deutschland zugelassen haben. Etwaige Änderungen, wie beispielsweise ein Verkauf sind der BAFA sofort anzuzeigen.
Dürfen sich Erwerber und Halter unterscheiden?
Erwerber und Halter müssen nicht ein und dieselbe Person sein. Antragsberechtigter ist derjenige, auf den das Fahrzeug erstmalig zugelassen wird, nicht der Erwerber.
Kann ich für die Umrüstung meines Fahrzeugs eine Förderung beantragen?
Nein. Nur der Kauf eines neuen Elektroautos wird bezuschusst.



  Ines Baur
  Sabina Hoerder
  Stefanie Engelmann


 

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