So finden Sie die richtige Bank

Kostenloses Girokonto So finden Sie die richtige Bank

Ines Baur
von Ines Baur
01.04.2017
Auf einen Blick
  • Durch die monatliche Grundgebühr, saftige Überziehungszinsen und sonstige Gebühren entwickeln sich viele Girokonten zur Kostenfalle. Mit einem genauen Vergleich können Sie viel Geld sparen.
  • Verlassen Sie sich nicht auf den Slogan „Kostenloses Girokonto“. Oft lauern versteckte Gebühren oder andere Bedingungen, die hohe monatliche Kosten verursachen können.
  • Unser Rechner Girokonten Vergleich hilft Ihnen dabei, Ihr kostenloses Girokonto zu finden.  
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Ein Girokonto braucht heute jeder

Überweisungen, Daueraufträge, Zahlungen mit EC- und Kreditkarte – alles läuft über ein Girokonto. Es steht Ihnen online sieben Tage die Woche, 24 Stunden täglich zur Verfügung. Für die Nutzung des Kontos berechnen die meisten Banken Gebühren. Diese rechnen sie  entweder aus einzelnen Buchungsposten zusammen oder Sie berechnen eine monatliche Pauschale zwischen 2,00 und 10,99 Euro. Es geht aber auch anders – wechseln Sie zum kostenlosen Girokonto!

Fast alle Anbieter  kostenloser Girokonten sind Direktbanken, darunter etwa die DKB, ING Diba und Comdirect. Sie wickeln den Großteil ihrer Geschäfte online ab, sparen so Kosten und geben diesen Vorteil an den Kunden weiter. Zum Beispiel in Form eines kostenlosen Girokontos, niedriger Sollzinsen und attraktiver Sparzinsen.

Das macht ein kostenloses Girokonto aus

Wenn Sie auf der Suche nach einem kostenlosen Girokonto sind, sollten Sie auf folgende Leistungsmerkmale achten:

Kontoführungsgebühr

Wenn im Preisaushang Kontoführungs- oder die Grundgebühr steht – Finger weg! Bei einem kostenlosen Girokonto gibt es die nicht!

     

EC-Karte

Die EC /Maestro-Karte muss für den Kontoinhaber umsonst sein. 

     

Kreditkarte

Hier gibt es gewaltige Unterschiede. Die Spannweite liegt bei 0,00 Euro bis 69,00 Euro und mehr im Jahr für Master oder VISA Card. Da Sie aber mit Ihrer Kreditkarte nicht an Ihre Bank gebunden sind, können Sie hier frei entscheiden. Es gibt auch gebührenfreie Plastikkarten, die nicht an die Eröffnung eines Girokontos gebunden sind. Besuchen Sie unseren kostenlosen Kreditkarten-Rechner

     

Barauszahlung

Für Auszahlungen an fremden Automaten kassieren fast alle Filialbanken und Sparkassen Geld, erst recht im Ausland. Das ist bei den meisten Direktbanken anders. Hier lässt sich viel Geld sparen.

     

Gebühren für Kontoauszüge

Das Kreditinstitut sollte es dem Kunden ermöglichen, einmal pro Monat einen Überblick über Konto zu bekommen. Rufen Sie die Kontoauszüge über das Internet, Kontoauszugsdrucker ab, achten Sie auf einen kostenfreien Service! Wünschen Sie die Zusendung postalisch, kann die Bank das als Sonderleistung werten und berechnen.

     

Online Dienste

Sämtliche Online Dienste, wie Überweisung, Dauerauftrag oder Übertrag von einem auf ein anderes Konto des gleichen Kontoinhabers, sollten umsonst sein!

     

App

Das Kreditinstitut sollte die App für die Bankgeschäfte frei zur Verfügung stellen.

     

Dispozinsen

Dispozinsen müssen Sie zahlen, falls Sie Ihr Konto überziehen. Der durchschnittliche Dispozins liegt bei sieben bis zwölf Prozent. Wenn Sie oft überziehen, suchen Sie sich eine Bank mit niedrigem Dispo wie DKB oder ING-Diba.

     

Überziehungskredit

Überschreiten Sie den Dispo, fallen zusätzliche Kosten für einen Überziehungskredit an. Die Zinsen liegen hier noch ein paar Prozentpunkte höher, als beim Dispo. Hier gilt das gleiche wie soeben, zumal DKB und ING-Diba diesen Zins gar nicht in Rechnung stellen, sondern nur den Dispo.

     

Viele Bankkunden fragen sich: Warum kostet ein Girokonto was? Warum zahle ich Kontoführungsgebühren, den Großteil erledige ich selber. Sicher, die Zeiten, an denen der Bankkaufmann am Schalter Überweisung ausgefüllt und der Kassier hinter dickem Panzerglas Geld gezählt hat, sind vorbei. Der Service hält sich beim Alltagsgeschäft in Grenzen. Unsere Bargeldversorgung läuft über den Bankomaten. Überweisung geben wir über unser  Smartphone via App weiter. Daueraufträge richten wir im Online-Portal ein. Der Fairness halber sollte gesagt werden: Den Banken entstehen Kosten für IT, Entwicklungen, Internetserver, Servicecenter, Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker. Personalkosten und die andauernde Niedrig-Zinsphase und die Strafzinsen machen es den Kreditinstituten immer schwerer, mit Kundengeldern Geld zu verdienen. Laut einer Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group, machen Banken pro Girokonto Kunden pro Jahr einen Verlust von rund 30 Euro. So dürfte die Suche nach einem kostenlosen Girokonto künftig nicht einfacher werden. Aber nicht unmöglich. 

Welche Kostenfallen lauern beim kostenlosen Girokonto?

Kostenlos bedeutet – alle Kosten los! Wirbt ein Kreditinstitut mit einem kostenlosen Girokonto, sollte es keinerlei Gebühren für die Kontoführung in Rechnung stellen. Viele Institute locken mit „Umsonst-“ oder „0-Euro-Konten“ Kunden an. Bei genauerer Betrachtung gibt es das kostenlose Girokonto dann aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Zum Beispiel einem monatlichen Gehaltseingang. Achtung: In den Vereinbarungen oder AGB´s lautet das dann beispielsweise: „…Kontoführung monatlich: 0,00€ wenn mindestens ein Habenumsatz von …..Euro monatlich, sonst 6,90€.“

„For free“ sind bestenfalls beim kostenlosen Girokonto auch die Karten. Das bedeutet: keine Kosten für  EC-, Master oder Visa-Card. Achten Sie hier auf die Preisinfos der Bank! Lesen Sie:

  • VISA / Master Card im ersten Jahr umsonst, 

oder

  • Kosten Master Card ab 4.000 Euro : 0,00 Euro

bedeutet das: Hier  lauern Kosten! Entweder zahlen Sie ab dem zweiten Jahr für Ihre Kreditkarte eine Gebühr. Oder aber die Kreditkartennutzung ist umsonst, falls Sie einen Mindestumsatz erzielen.

 
Viele Kreditinstitute bieten übrigens nur Basis Kreditkarten zum Nulltarif an. Möchten Sie eine Master Card Gold oder VISA Card Gold, zahlen Sie für die Extras. Unabhängig vom Jahresumsatz erhalten Sie hier eventuell Gebühren nicht zurück.  

Vor einem Wechsel klären Sie am besten einige Fragen vorher

  • Filialbank oder Direktbank? Bevorzugen Sie Onlinebanking oder den persönlichen Kontakt in der Filiale?
  • Überziehen Sie öfters Ihr Konto? Wie hoch sind Dispo- und Überziehungszinsen?
  • Haben Sie beleghafte Überweisungen, nutzen Sie online Banking?
  • Thema Bargeldversorgung: Sind ausreichend Geldautomaten in der Nähe, um kostenlos Geld abzuheben? Wie ist es mit der Bargeldversorgung im Ausland?
  • Kredit Card, EC Card: Welche Karten benötigen Sie? Sind diese umsonst?
  • Zahlen Sie öfters Kleingeld ein? Wie sind hier die Kosten?
  • Möchten Sie Ihre Bankgeschäfte über das Smartphone regeln? Gibt es eine kostenlose App?

Haben Sie eine Bank gefunden, die Ihren Vorstellungen entspricht? Dann steht einem Wechsel eigentlich nichts mehr im Wege. Möchten Sie keinen automatischen Wechselservice in Anspruch nehmen, können Sie den Kontenwechsel mit Hilfe unserer Checkliste angehen: 

So funktioniert der Wechsel


Viele Bankkunden nehmen Gebühren beim Girokonto mit einem Murren hin. Grund ist die Sorge vor dem Aufwand, den ein Kontenwechsel mit sich bringt. Miete, Strom, Gas, Wasser, Finanzamt, Versicherungen… die Liste ist länger als Sie vielleicht annehmen. Aber: Der Kontowechsel ist seit dem 18.September 2016 einfach! Weil: Die Kreditinstitute sind seit diesem Datum laut Zahlungskontengesetz verpflichtet, ihren Kunden einen unbürokratischen Wechsel zu ermöglichen. So bieten sie, mehr oder wenig freiwillig, einen Konto-Wechselservice an. Ihre „Alte“ ist also verpflichtet,  Ihrer „Neuen“ eine Liste aller bestehenden Aufträge der vergangenen 13 Monate zukommen zu lassen. 

Rein zeitlich sieht der Wechsel so aus: 

  • Der Kunde beantragt ein neues Konto beim Kreditinstitut A. Das hat nun zwei Arbeitstage Zeit zum bisherigen Kreditinstitut B Kontakt aufzunehmen.
  • B ist nun in der Pflicht innerhalb von fünf Geschäftstagen eine Liste mit sämtlichen  Überweisungen, Daueraufträgen und Lastschriften an den Kunden und die neue Bank zu senden.
  • Bank A hat ab jetzt fünf Tage Zeit, das Konto einzurichten.

Der Wechsel sollte nach zwölf Arbeitstagen erledigt sein. Als Kunde haben Sie nicht viel zu tun – lediglich die Qual der Wahl, welche Bank hätten Sie denn gerne?
Tipp:
Kosten für den Wechselservice sind nur bei einer vorherigen Vereinbarung zulässig. Leistungen wie die Übermittlung von Daten an das neue Kreditinstitut sollten umsonst sein.

Automatisierter Kontowechselservice

Einige Kreditinstitute bieten mittlerweile den automatisierten Online Wechsel an, zum Beispiel die DKB. So haben Sie die Möglichkeit, auch außerhalb von Geschäftszeiten Ihr Girokonto zu wechseln.  Und so einfach funktioniert´s:

  • Melden Sie sich beim Kontowechselservice an
  • Geben Sie Ihre Kontaktdaten für Anschreiben an Ihre Zahlungspartner ein.            
  • Sie erhalten ein Passwort und haben 90 Tage Zeit, den Vorgang fortzusetzen.
  • Bei der Analyse Ihres Kontos filtert der Wechselservice automatisch Lastschriften, Geldeingänge und Daueraufträge und erstellt eine Liste.
  • Anhand der Liste entscheiden Sie selbst, welchem Zahlungspartner die neue Bankverbindung mitgeteilt werden soll. Zahlungsempfänger und –absender werden automatisch und kostenfrei per Post vom Wechsel informiert.
  • Als letzten Schritt veranlassen Sie die Schließung Ihres alten Kontos.

Bekommt jeder ein kostenloses Girokonto?

Nein. Zwar hat jeder das Recht auf ein Guthaben Konto, nicht aber auf ein Girokonto. Kreditinstitute und Banken dürfen niemandem die Eröffnung eines Basiskontos untersagen. Jeder – egal ob Asylsuchende, Obdachlose oder geduldete Flüchtlinge – hat einen Anspruch auf ein Basiskonto. Das erfüllt im Großen und Ganzen die gleichen Zwecke wie ein Girokonto. Der Unterschied ist: Basiskonten werden meist nur auf Guthabenbasis geführt. Die ausgehändigten Karten können die Inhaber nur zum Bezahlen, nicht zum Schulden machen nutzen. Kreditinstitute dürfen für die Basiskonten lediglich „angemessene Entgelte“ verlangen. Lesen Sie dazu auch unser Thema der Woche „Basiskonto“.

Häufige Fragen zum Thema Kostenloses Girokonto

Wie finde ich ein kostenloses Girokonto?


Ein Girokonto Vergleich ist das A und O. Nehmen Sie sich unseren Girokonten Rechner zu Hilfe. Fragen Sie vor der Kontoeröffnung genau nach, was die für Sie relevanten Bankgeschäfte im Einzelnen kosten. 

Wie kann ich ein kostenloses Girokonto eröffnen?


Sie können Ihr kostenloses Girokonto immer online, manchmal in einer Filiale persönlich eröffnen. Je nach Bank. Direktbanken ermöglichen Ihnen den Vorgang unkompliziert nur online. Dazu füllen Sie im Internet einen Kontoantrag aus und legitimieren sich via Video Call oder Post. Achten Sie beim Online-Banking unbedingt auf einen guten Virenschutz und eine sichere Internetverbindung! 

Gibt es Zinsen auf einem kostenlosen Girokonto?


Die meisten Girokonten verzinsen nicht. Doch es gibt Ausnahmen. Genaue  Angaben können Sie unserem Girokonten Vergleich entnehmen. Allerdings sollte ein Guthaben Zins kein Maßstab sein. Haben Sie Geld, das Sie vorübergehend „parken“ möchten, macht es mehr Sinn, es auf einem Tagesgeldkonto anzulegen. Die allermeisten Banken zahlen keine Zinsen aufs Girokonto, geben einem aber Zinsen für Tagesgeld (ING-Diba) oder das Kreditkarten-Konto (DKB)

Sind die Überziehungszinsen bei einem kostenlosen Girokonto höher?


Kreditinstitute setzen bei Überziehung ihre Zinsen unterschiedlich an. Die Spanne liegt zwischen vier und fünfzehn Prozent. Rutschen Sie öfters mal mit Ihrem Konto ins Minus sollten Sie bei der Eröffnung eines Kontos ein Auge auf die Zinsen haben. So können Sie sicher einige hundert Euro sparen. Grundsätzlich sind die Dispozinsen der Direktbanken niedriger als die der Sparkassen oder anderer Filialbanken.
Tipp: Da Dispokredite teuer sind, eignen sie sich nur für kurzfristige Minus-Zeiten. Wer ständig sein Konto überzieht, sollte diesen Betrag lieber als Ratenkredit aufnehmen und konsequent Monat für Monat zurückzahlen. Ratenkredite sind billiger als Disokredite.

Bekomme ich einen Dispokredit auf mein kostenloses Girokonto?


Ja. Der Dispo hat nichts mit den Kontoführungsgebühren zu tun. Einen Dispo bekommen Inhaber eines Girokontos, wenn sie das 18.Lebensjahr überschritten haben, ihre Schufa in Ordnung ist und sie regelmäßige Geldeingänge wie Gehalt auf ihrem Konto verzeichnen können. Wer ein neues Konto bei einer Direktbank eröffnet, bekommt den Dispo spätestens nach drei Monaten.

Kann ich jederzeit zu einem kostenlosen Girokonto wechseln?

Ja. Aber Sie sollten das alte Konto noch drei Monate parallel weiterlaufen lassen, bis alle Zahlungsvorgänge auf das neue Konto umgestellt sind. Es sei denn, Sie haben das Konto nicht selbst, sondern von der neuen Bank automatisch umstellen lassen.

Habe ich bei einem kostenlosen Girokonto kostenlose Geldautomaten zur Verfügung?

Weitgehend. Das hängt vom jeweiligen Kreditinstitut und dessen Kooperations-Partnern ab. In unserem Girokonten Vergleich können Sie sich über die kostenlose Bargeldversorgung der einzelnen Banken informieren.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de