So funktioniert der Kontowechsel

Konten und Karten So funktioniert der Kontowechsel

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
10.12.2017
Auf einen Blick
  • Mit nur wenig Arbeit können Sie schnell Ihr Konto wechseln, denn Banken sind zur Unterstützung verpflichtet.

  • In wenigen Schritten können Sie auch selbst den Wechsel durchführen.

  • Dies ist auch mit offenem Dispo möglich.
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Das neue Zahlungskontengesetz zeigt offenbar Wirkung: Seit September 2016 sind Banken und Sparkassen gesetzlich verpflichtet, Kunden beim Kontowechsel zu unterstützen. Laut einer Studie des Markforschungsinstituts Yougov wechselten in den vergangenen zwölf Monaten doppelt so viele Verbraucher ihre Girokonten wie ein Jahr zuvor. Tendenz steigend. Aktuell liegt der Anteil der Wechselwilligen bei rund zehn Prozent.

Kontowechsel mit Hilfe der Bank

  1. Sie suchen sich ein preiswertes, am besten kostenloses Girokonto in unserem Girokonto-Vergleich aus. Fündig werden Sie vor allem im Bereich Online-Girokonto.

  2. Sobald das Konto eröffnet ist, teilen Sie der neuen Bank im Online-Banking oder per Telefon mit, dass diese für Sie den Kontowechsel durchführen soll.

  3. Die neue Bank sendet Ihnen per Post ein sogenanntes Ermächtigungsformular. Das füllen Sie aus und senden es an das Geldhaus zurück. Alles Weitere erledigen die Banken untereinander! Die neue Bank sendet das Formular zum bisherigen Kreditinstitut. Diese filtert sämtliche Lastschriften, Daueraufträge und Terminüberweisungen heraus und vermerkt sie im Formular. Anschließend sendet sie das Papier an die neue Bank zurück.

  4. Sie entscheiden nun, welche Zahlungsaufträge für das neue Konto übernommen werden und wann das neue Konto starten soll.

  5. Abschließend richtet die Bank Ihr neues Konto ein und informiert alle Zahlungsadressaten über die geänderte Bankverbindung. Insgesamt räumt der Gesetzgeber zwölf Tage für die Kontoumstellung ein.

Kontowechsel selbst durchführen

Neben dem gesetzlichen, papierbasierten Wechselservice bieten viele Geldhäuser bereits seit geraumer Zeit eigene, elektronische Wechselhilfen an. Im neuen Online-Banking erfassen Sie alle relevanten Daten und übertragen sie aufs neue Konto. So gehen Sie vor:

  1. Sie eröffnen ein neues Girokonto und melden sich dort im Online-Banking an.

  2. Anschließend öffnen Sie den Menüpunkt "Kontowechsel" und geben in die Eingabemaske Ihre bisherigen Zugangsdaten der alten Bank oder Sparkasse samt Pin ein.

  3. Nun öffnet das Programm Ihr bisheriges Konto und erfasst automatisch alle regelmäßigen Zahlungspartner.

  4. Übernehmen Sie alle gewünschten Zahlungspartner per Mausklick und bestätigen Sie abschließend den Vorgang mit einer Tan-Nummer.

  5. Ihre neue Bank informiert Ihre Zahlungspartner über die geänderte Bankverbindung und richtet das Konto ein – fertig.

Kontowechsel trotz offenem Dispo

Die Redaktion von biallo.de erhielt in den vergangenen Wochen zahlreiche Zuschriften von Lesern, die den Kontowechsel immer noch scheuen. Nicht zuletzt deshalb, weil sie bei ihrer alten Bank noch einen Dispokredit offen haben. Die Frage, die sich Wechselwillige häufig stellen: Räumt mir die neue Bank sofort einen Dispo ein?

Eines vorweg: Dazu sind die Geldinstitute nicht verpflichtet. Die Realität liefert allerdings genügend Beispiele, dass viele Banken und Sparkassen sich hier kulant zeigen – vorausgesetzt, die Bonität stimmt. Der Bundesverband deutscher Banken rät grundsätzlich dazu, den Dispositionskredit vor dem Kontowechsel zurückzuzahlen.

"Alternativ kann die neue kontoführende Bank den Kredit ablösen, so dass der Kunde diesen bei der neuen Bank in Anspruch nimmt, wenn das Kreditinstitut dazu bereit ist", sagt Bankenverband-Sprecherin Tanja Beller gegenüber biallo.de. "Dies sollte man am besten im Vorfeld - beim Antrag auf Kontoeröffnung - mit der neuen Bank abklären." Als dritte Möglichkeit könne der Kunde das alte Konto zunächst bestehen lassen, bis er den Kredit zurückgezahlt habe, so Beller weiter.

Direktbanken kommen Kunden entgegen

Laut Biallo-Recherche zeigt sich die ING-Diba besonders kundenfreundlich, wenn Wechselwillige trotz offenem Dispo ein kostenloses Girokonto bei der Direktbank eröffnen wollen. "Das ist in der Regel kein Problem", sagt Konzernsprecher Alexander Baumgart gegenüber biallo.de.

"Wenn der Kunde einen höheren Dispo als 500 Euro erhalten möchte, muss er bei Kontoeröffnung seinen Dispowunsch eintragen - maximal das Dreifache des Nettoeinkommens - und Kopien seiner Gehaltsnachweise einreichen. Dann wird auf den Rahmen entsprechend geprüft und der Dispo wird auch sofort mit Eröffnung herausgelegt."

Ähnlich geht die Comdirect bei ihrem kostenlosen Girokonto vor. "Bei einem Kontowechsel gibt der Kunde im Girokontoantrag an, dass er einen Dispositionskredit erhalten möchte. Vergabe und Höhe des Dispos sind von der Bonität des Kunden abhängig", sagt Pressesprecher Geerd Lukaßen. "Wurde ein Dispositionskredit bei Comdirect bewilligt, löst der Kunde den Kredit bei der bisherigen Bank einfach durch eine Überweisung ab."

Auch die DKB hat eine Antwort für zögernde, potenzielle Neukunden parat: "DKB-Kunden können in ihrem Internet-Banking jederzeit einen beliebigen Dispo beantragen, sofern sie gern einen höheren oder niedrigeren Dispo festlegen möchten", erklärt DKB-Sprecher Markus Wittke. "Bei der Eröffnung eines kostenlosen DKB-Cash-Kontos bekommt jeder Kunde automatisch einen Sofort-Dispo in Höhe von mindestens 100 Euro, meistens höher." Nach den ersten regelmäßigen Gehaltseingängen erhöhe sich der Dispo automatisch auf bis zu zwei Nettogehälter.

Großzügig ist auch die PSD Bank Nürnberg. Sie gibt neuen Kunden nicht nur eine Girokonto-Prämie von 50 Euro, sondern räumt Kunden einen Sofortdispo von 1.000 Euro ein, 500 davon sogar ohne Dispozins!

Einen "Sofort-Dispo" gibt es beim kostenlosen Girokonto der Consorsbank nicht. "Neukunden können einen Dispo erhalten, wenn wir entweder einen regelmäßigen Gehaltseingang oder einen eingehenden Dauerauftrag von einem externen Konto feststellen", sagt Consorsbank-Sprecher Dirk Althoff. "Ein Neukunde könnte sein altes Konto jedoch für ein paar Wochen bestehen lassen und so die Zeit bis zur Einrichtung seines neuen Dispos überbrücken."

Generell sollte der Dispo laut Althoff aber nur für einen kurzen Zeitraum genutzt werden. "Wird der Dispo über einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen, empfiehlt sich aus Kostensicht eventuell der Wechsel in ein anderes Kreditprodukt, um so die Kosten zu senken." Er denkt da an einen Ratenkredit, der meist nur die Hälfte kostet.

Abrufkredit günstiger als Dispo

Doch welches Kreditprodukt eignet sich hier am besten? Gerade der Dispo wird ja vor allem wegen seiner Flexibilität geschätzt, die bei einem Ratenkredit mit festen Monatsraten eingeschränkt ist. Abhilfe schafft hier ein sogenannter Rahmen- oder Abrufkredit. Dieser funktioniert ähnlich wie ein Dispokredit, die Zinsen sind in der Regel aber deutlich niedriger.

Ein Abrufkredit, auch Rahmenkredit genannt, ist ein externer Dispo, eine zusätzliche Kreditlinie einer anderen Bank, meist einer Direktbank. Wer das Darlehen in Anspruch nimmt, kann das Geld in jeder Höhe und zu jeder Zeit zurückzahlen. Man hat also keine festen monatlichen Raten wie bei einem Konsumenten- bzw. Autokredit.

Biallo-Tipp

Auch wenn in den vergangenen Monaten viele Banken die Gebühren für Kontoführung und Serviceleistungen erhöht haben, zeigt unser Girokonto-Test, dass es immer noch kostenlose Girokonten gibt. Die bundesweite Studie von biallo.de umfasst die Daten von mehr als 1.400 Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Damit ist die Biallo-Studie der mit Abstand umfangreichste Test in Deutschland.

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de