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Auf einen Blick
  • Baufinanzierungen haben sich im ersten Halbjahr 2021 spürbar verteuert. Die Mehrheit der von biallo.de befragten Experten geht davon aus, dass sich der Zinsanstieg im zweiten Halbjahr fortsetzen wird.

  • Für zehnjährige Baudarlehen wird derzeit ein durchschnittlicher Effektivzins in Höhe von 0,86 Prozent pro Jahr fällig. Anfang Februar waren es noch 0,67 Prozent. 

  • Die Top-Anbieter im Baugeld-Vergleich von biallo.de offerieren zehnjährige Darlehen bereits ab 0,45 Prozent effektiv pro Jahr.
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An den Kapitalmärkten grassiert im Moment die Angst vor einer vierten Corona-Welle mit der Delta-Variante. Die Sorge: Der jüngste Aufschwung der Wirtschaft könnte deutlich ausgebremst werden. Während der Dax seit seinem Rekordhoch am 14. Juli bei 15.810 Punkten mittlerweile in der Spitze bis zu 700 Punkte beziehungsweise gut vier Prozent abgegeben hat, sind die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen im gleichen Zeitraum von minus 0,27 auf minus 0,43 Prozent gefallen. Damit ist auch die jüngste Aufwärtsdynamik bei den Bauzinsen vorerst gestoppt. 

 

Bauzinsen aktuell

Laut Biallo-Baugeld-Index wird für zehnjährige Baudarlehen derzeit im Schnitt ein effektiver Jahreszins von 0,86 Prozent berechnet. Von Anfang Februar bis Mitte Juni haben die Bauzinsen um rund 20 Basispunkte angezogen. Das Jahreshoch markierte der Biallo-Index Mitte Juni bei 0,90 Prozent effektiv pro Jahr. Das Allzeittief datiert vom März 2020 bei 0,65 Prozent.

Welchen Zins Immobilienkäufer tatsächlich erhalten, hängt neben dem Zinsniveau von vielen Faktoren ab – zum Beispiel der Laufzeit, der Beleihungsgrenze, den Konditionen des Kreditinstituts und nicht zuletzt von der Darlehensart.

Annuitätendarlehen

Der Klassiker der Baufinanzierung ist das Annuitätendarlehen. Die folgende Tabelle zeigt, welche Durchschnitts- und Spitzenzinsen aktuell bei verschiedenen Laufzeiten anfallen:

Laufzeit Durchschnittl. eff. Jahreszins aller gelisteten Angebote Spitzenzins1
10 Jahre 0,86 Prozent  0,45 Prozent
15 Jahre 1,17 Prozent 0,86 Prozent
20 Jahre 1,35 Prozent 1,11 Prozent

1 300.000 Euro Kreditsumme, 60 Prozent Beleihung, 3,5 Prozent Anfangstilgung, Effektivzins pro Jahr, Angebote von Banken und Versicherungen.Quelle: Biallo-Index, Baufinanzierung-Vergleich biallo.de; Stand: 21. Juli 2021.

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Volltilgerdarlehen

Beim Annuitätendarlehen besteht am Ende der Zinsbindung meist noch eine Restschuld. Hierfür müssen Immobilienbesitzer dann erneut einen Kredit aufnehmen. Anders beim Volltilgerdarlehen: Hier tilgen Kreditnehmer ihre Schuld innerhalb der Kreditlaufzeit komplett. So haben sie nicht nur volle Planungssicherheit und können sich die aktuell niedrigen Bauzinsen über die komplette Laufzeit sichern, sondern Volltilgerdarlehen sind in der Regel auch etwas günstiger als Annuitätendarlehen. Kreditnehmer müssen allerdings monatlich entsprechend hohe Tilgungsraten stemmen können.

Die folgende Tabelle zeigt, welche Durchschnitts- und Spitzenzinsen aktuell für Volltilgerdarlehen bei verschiedenen Laufzeiten anfallen:

Laufzeit Durchschnittlicher effektiver Jahreszins Spitzenzins1
10 Jahre 0,78 Prozent 0,40 Prozent
15 Jahre 1,10 Prozent 0,82 Prozent
20 Jahre 1,29 Prozent 1,08 Prozent

1 300.000 Euro Kreditsumme, 60 Prozent Beleihung, Effektivzins pro Jahr, Angebote von Banken und Versicherungen.Quelle: Biallo-Index, Baufinanzierung-Vergleich biallo.de; Stand: 21. Juli 2021.

Die Differenz zwischen Durchschnittszins und Spitzenzins zeigt, welche Zinsunterschiede je nach Kreditinstitut bestehen. Im Folgenden betrachten wir die Bauzinsen von Banken und Versicherungen bei unterschiedlich langen Zinsbindungen.

 

Annuitätendarlehen: Die besten Bauzinsen im Vergleich

Die besten Bauzinsen bei 10 Jahren Zinsbindung

Anbieter

Effektivzins pro Jahr1

Produktdetails

Degussa Bank 0,45 % Sondertilgung gegen Zinsaufschlag, Bereitstellungszinsen ab 10. Monat
Hypovereinsbank 0,45 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. Monat
PSD Bank RheinNeckarSaar
(bundesweites Angebot)
0,61 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 13. Monat
Sparda-Bank Hessen
(bundesweites Angebot)
0,66 %
kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. Monat
Santander 0,67 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 13. Monat
1822direkt
0,69 %
kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. / 13. Monat
Sparda-Bank Baden-Württemberg
(bundesweites Angebot)
0,75 %
kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. / 13. Monat

1 300.000 Euro Kreditsumme, 3,5 Prozent Anfangstilgung, 60 Prozent Beleihung, Angebote von Banken und Versicherungen.Quelle: Baufinanzierung-Vergleich biallo.de / Stand: 21. Juli 2021 / Angaben ohne Gewähr.

Die besten Bauzinsen bei 15 Jahren Zinsbindung

Anbieter Effektivzinse pro Jahr1 Produktdetails
PSD Bank RheinNeckarSaar
(bundesweites Angebot)
0,86 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 13. Monat
Hypovereinsbank 0,93 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. Monat
1822direkt 0,95 %
kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. / 13. Monat
Santander 0,97 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 13. Monat
Sparda-Bank Baden-Württemberg
(bundesweites Angebot)
0,99 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. / 13. Monat
Degussa Bank 1,00 % Sondertilgung gegen Zinsaufschlag, Bereitstellungszinsen ab 10. Monat
Sparda-Bank Hessen
(bundesweites Angebot)
1,05 %
kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. Monat

1 300.000 Euro Kreditsumme, 3,5 Prozent Anfangstilgung, 60 Prozent Beleihung, Angebote von Banken und VersicherungenQuelle: Baufinanzierung-Vergleich biallo.de / Stand: 21. Juli 2021 / Angaben ohne Gewähr.

Die besten Bauzinsen bei 20 Jahren Zinsbindung

Anbieter

Effektivzins pro Jahr1

Produktdetails

PSD Bank RheinNeckarSaar
(
bundesweites Angebot)
1,11 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 13. Monat
Sparda-Bank Baden-Württemberg
(bundesweites Angebot)
1,18 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. / 13. Monat
Hypovereinsbank 1,19 %  kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. Monat
Degussa Bank 1,25 % Sondertilgung gegen Zinsaufschlag, Bereitstellungszinsen ab 10. Monat
DEVK 1,25 % Sondertilgung gegen Zinsaufschlag, Bereitstellungszinsen ab 13. Monat
PSD Bank Nürnberg 1,25 %
kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 4. / 13. Monat
Allianz 1,27 %  Sondertilgung gegen Zinsaufschlag, Bereitstellungszinsen ab 4. / 13. Monat
ING 1,31 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. Monat

 1 300.000 Euro Kreditsumme, 3,5 Prozent Anfangstilgung, 60 Prozent Beleihung, Angebote von Banken und Versicherungen.Quelle: Baufinanzierung-Vergleich biallo.de / Stand: 21. Juli 2021 / Angaben ohne Gewähr.

Hinweis: Wenn Sie auf einen Link klicken, schließen Sie noch keinen Vertrag ab. Sie gelangen erst einmal zur Bank. Dort erhalten Sie noch mal einen detaillierten Überblick über das Angebot. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" offengelegt.

  • Biallo-Tipp: Mit unserem Baufinanzierung-Vergleich können Sie bis zu 100 Angebote nach Darlehenssumme, Beleihung und Anfangstilgung herausfiltern. Ausführliche Infos liefern unsere Produkttests, die im Rechner intergriert sind. Nutzen Sie auch unseren Volltilgerdarlehen-Vergleich.

 

So haben sich die Bauzinsen in den vergangenen Monaten entwickelt

Die Bauzinsen haben in den vergangenen anderthalb Jahren eine rasante Berg- und Talfahrt hingelegt. Anfang 2020 markierte der Biallo-Baugeld-Index für zehnjährige Darlehen noch das Jahreshoch bei 0,82 Prozent. Mitte März 2020 folgte das Allzeittief bei 0,65 Prozent. Aktuell notiert der Index bei 0,86 Prozent.

Für Darlehen mit einer Laufzeit von 15 Jahren liegen die Durchschnittszinsen aktuell bei 1,18 Prozent effektiv pro Jahr. Anfang 2020 stand der Index bei 1,16 Prozent, das Allzeittief lag im März 2020 bei 0,93 Prozent.

Bei 20 Jahren Laufzeit wird derzeit ein durchschnittlicher Effektivzins von 1,36 Prozent pro Jahr berechnet. Das Jahreshoch 2020 lag ebenfalls bei 1,36 Prozent, das Rekordtief im März 2020 bei 1,12 Prozent.

Biallo-Index: Entwicklung der Bauzinsen für zehnjährige Darlehen (12-Monats-Chart)

 

Experten-Prognose: Wie werden sich die Bauzinsen bis Ende 2021 entwickeln?

Gerade in Großstädten und in den Ballungsgebieten müssen sich Immobilienkäufer oft in großer Eile für oder gegen eine Immobilie entscheiden, damit ihnen ein anderer Käufer nicht zuvorkommt. Hinzu kommt, dass die Immobilienpreise trotz Coronakrise weiter nach oben klettern.

Wir haben zum Halbjahreswechsel neun große Kreditinstitute befragt, wie sie die Entwicklung der Bauzinsen und Immobilienpreise im weiteren Jahresverlauf einschätzen und welche Darlehensformen und Laufzeiten bei ihnen im Moment besonders nachgefragt werden (kostenloser PDF-Download siehe unten). Sieben der neun Anbieter rechnen mit leicht steigenden Zinsen. Im Folgenden die zentralen Aussagen:

1822direkt: "Moderat höhere Bauzinsen bis Jahresende"

Die Direktbank-Tochter der Frankfurter Sparkasse geht davon aus, dass die Bauzinsen bis zum Jahresende leicht steigen werden. "Raum für eine generelle Trendwende bei den Zinsen sehen wir weiterhin nicht, auch weil keine grundlegende Änderung der Geldpolitik im Euroraum erkennbar ist", sagt Alexander Naumann, Leiter Kundenservice und Immobiliencenter der 1822direkt.

Allianz: "Moderater Zinsanstieg"

Stefan Kohler, Leiter Allianz Baufinanzierung, erwartet, "dass die Bauzinsen in den nächsten Monaten steigen werden". Schließlich würden sich die Anzeichen für eine Inflation verdichten: "Die Märkte folgen der von den Notenbanken vorgegebenen Linie und reagieren mit einem moderaten Zinsanstieg."

BBBank: "Auf weiterhin niedrigem Niveau seitwärts"

Laut BBBank bleiben die Aussichten für Häuslebauer auf dem Kreditmarkt weiter positiv: "Die Zinsen für Baudarlehen und Modernisierungsmaßnahmen dürften sich bei leichten Auf- und Abwärtsbewegungen auf weiterhin niedrigem Niveau seitwärts bewegen", sagt Oliver Lütsch, Vorstandsvorsitzender der BBBank.

BKM Bausparkasse Mainz: "Bleiben im historisch niedrigen Zinstal"

Die BKM Bausparkasse Mainz erwartet "allenfalls einen moderaten Anstieg der Zinsen für Baudarlehen" im weiteren Jahresverlauf. "Damit bleiben wir im historisch niedrigen Zinstal. Das dürfte sich auch in 2022 kaum ändern", sagt Dr. Bernd Dedert, Sprecher der Vorstands der BKM. 

Commerzbank: "Zinsniveau bleibt historisch niedrig"

Die Commerzbank geht davon aus, dass die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen im zweiten Halbjahr noch die jüngsten Höchststände im Bereich von minus 0,10 Prozent testen werden. "Für die eng an die Bundrenditen gekoppelten Bauzinsen bedeutet das im zweiten Halbjahr zunächst auch einen leichten Anstieg, dennoch bleibt das Zinsniveau historisch niedrig", sagt Dirk Kling, Bereichsleiter Baufinanzierung bei der Commerzbank.

Debeka: "Bauzinsen bleiben zunächst günstig"

Die Debeka rechnet nicht mit einem baldigen Ausstieg der EZB aus ihrer lockeren Geldpolitik. Auch sei das Aufwärtspotenzial bei den Bundrenditen begrenzt. "Diese Faktoren führen dazu, dass die Bauzinsen zunächst relativ günstig bleiben werden. Gleichzeitig beobachten wir, dass der Zinsaufschlag für längere Zinsbindungen zunimmt – ein Anzeichen dafür, dass langfristig durchaus mit steigenden Zinsen zu rechnen ist", sagt Dr. Gert Benner, Leiter Unternehmenskommunikation bei der Debeka.

Deutsche Bank: "Erwarten keinen deutlichen Zinsanstieg"

"Die gute Nachricht für Bauherren und Immobilienkäufer ist, dass wir bei den Hypotheken 2021 keinen deutlichen Zinsanstieg erwarten und sich die Bauzinsen bis Mitte 2022 voraussichtlich seitwärts bewegen", sagt Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.

Hypovereinsbank: "Zinsen bleiben auf niedrigem Niveau"

Ansgar Oberreuter, Leiter Produktmanagement im Privatkundengeschäft der Hypovereinsbank, sieht den jüngsten Zinsanstieg bei den Bauzinsen vorerst gestoppt. "Es ist davon auszugehen, dass die Zinsen weiterhin auf niedrigem Niveau bleiben werden, wenngleich sich in den nächsten Quartalen auch leichte Steigerungen bei den langfristigen Zinsbindungen ergeben könnten", sagt Oberreuter. 

ING: "Geringfügige Steigerung möglich"

Deutschlands größte Dirketbank ING hält einen geringen Zinsanstieg im zweiten Halbjahr für möglich. "Das Niedrigzinsniveau wird aber wahrscheinlich nicht verlassen. Die Abhängigkeit von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der aktuellen Pandemie-Situation bleibt dabei bestehen", sagt Thomas Hein, Vertriebsleiter Immobilienfinanzierung bei der ING.

Biallo-Tipp: Kostenloser PDF-Download

Hier können Sie sich die komplette Einschätzung der Experten, auch zur Entwicklung der Immobilienpreise,  kostenlos als PDF herunterladen.

Sollte man sich jetzt die Bauzinsen sichern? 

Wenn Ihre Baufinanzierung in den nächsten Monaten ausläuft, können Sie das aktuelle Zinsniveau für die Anschlussfinanzierung festzurren und sich so gegen weiter steigende Zinsen absichern. Manche Kreditinstitute verzichten bis zu zwölf Monate auf Bereitstellungszinsen. So lange können sich Kreditnehmer zwischen Bereitstellung und Abruf des Kredits Zeit lassen, ohne dass Kosten anfallen.

Wer längerfristig ganz sicher gehen will, kann ein sogenanntes Forwarddarlehen abschließen. Damit lassen sich günstige Bauzinsen sichern, auch wenn die Anschlussfinanzierung erst in ein paar Jahren ansteht. Je nach Kreditinstitut ist dies bis zu 60 Monate im Voraus möglich. Das hat allerdings seinen Preis. Denn für jeden Monat im Voraus fällt ein kleiner Zinsaufschlag von zum Beispiel 0,015 oder 0,025 Prozentpunkten an. 

 

Entwicklung der Bauzinsen im historischen Vergleich

Im Zuge der Null- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank sind die Bauzinsen in den vergangenen Jahren deutlich in den Keller gerutscht. 1980 konnten für eine Baufinanzierung noch fast zehn Prozent Zinsen anfallen. Vor zehn Jahren – Anfang 2011 – wurden für ein Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung im Schnitt noch vier Prozent und mehr berechnet. Fünf Jahre später waren es nur noch 1,6 Prozent. Mitte 2019 fiel der Biallo-Index zum ersten Mal unter die Ein-Prozent-Marke, als die EZB die geldpolitischen Zügel weiter lockerte. Nach der turbulenten Achterbahnfahrt im vergangenen Jahr könnten die Bauzinsen mittlerweile einen Boden gefunden haben. Von einer nachhaltigen Trendwende zu sprechen, wäre allerdings noch zu früh.

Biallo-Index: Entwicklung der Bauzinsen für 10-jährige Darlehen (10-Jahres-Chart)

 

Baufinanzierung berechnen und die besten Bauzinsen finden

Eine Immobilienfinanzierung sollte gut geplant sein. Wie hoch die Darlehenssumme bei den persönlichen finanziellen Voraussetzungen überhaupt ausfallen könnte, welche monatliche Belastung dies bedeuten würde und welche Restschuld am Ende der Laufzeit übrig wäre – all dies können Sie mit dem Baufinanzierungsrechner von biallo.de berechnen.

Im nächsten Schritt heißt es gründlich vergleichen, denn trotz Niedrigzinsniveau gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Unser Baufinanzierung-Vergleich hilft Ihnen dabei, die besten Bauzinsen zu finden. Das lohnt sich. Ein Preisunterschied von nur wenigen Zehntelprozent mag auf den ersten Blick unerheblich wirken. Über die Jahre schlägt er sich aber deutlich finanziell nieder. 

Beispiel: 200.000 Euro Kreditbedarf, 15 Jahre Laufzeit, 3,5 Prozent Anfangstilgung, 80 Prozent Beleihung. Angenommen, eine Bank bietet einen Effektivzins in Höhe von 0,81 Prozent pro Jahr. Kreditnehmer müssen eine monatliche Rate von rund 718 Euro zahlen. Am Ende der Laufzeit hätte der Kredit knapp 17.700 Euro Zinskosten verursacht. Verlangt der Baufinanzierer 1,00 Prozent Effektivzins, beträgt die Rate bereits 750 Euro. Die aktuellen Schlusslichter im Biallo-Baufinanzierungs-Vergleich verlangen mehr als 1,50 Prozent. Die Monatsrate liegt hier bei gut 830 Euro. Die Zinskosten betragen mehr als 32.000 Euro. 

 

So berechnen sich die Bauzinsen

Welcher Kreditzins final im Kreditvertrag steht, hängt von beeinflussbaren und unbeeinflussbaren Faktoren ab.

Wovon die Höhe der Bauzinsen abhängt

Wie sich die Höhe der Bauzinsen entwickelt, hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab. Die Renditen auf dem Pfandbriefmarkt sind ein wichtiger Gradmesser für die Bauzinsen, da Banken ihre Immobilienkredite überwiegend durch Pfandbriefe refinanzieren – also mit Anleihen, die durch Grundstücke und Immobilien besichert sind. Das bedeutet: Je mehr Zinsen die Bank für ihre ausgegebenen Pfandbriefe berappen muss, desto höher fallen auch die Bauzinsen aus, die sie an ihre Kunden weiterreicht.

Benchmark für Pfandbriefe sind wiederum zehnjährige Bundesanleihen. Fliehen Anleger wie beispielsweise beim Corona-Schock im Frühjahr 2020 in sichere Häfen, zu denen auch die zehnjährigen Bundesanleihen zählen, so sinken die Renditen der Anleihen und in Folge die Renditen der Pfandbriefe und die Bauzinsen. Dass wiederum Anleger auf sichere Anlagen setzen, dafür kann es viele verschiedene Gründe geben. 

Seit Mitte 2020 notieren zehnjährige Bundesanleihen nahezu kontinuierlich im negativen Bereich. Aktuell liegen die Renditen bei circa -0,40 Prozent. Anfang Februar waren es noch -0,50 Prozent. Klettern die Renditen in den nächsten Wochen weiter nach oben oder drehen sogar in positives Terrain, dann werden auch die Bauzinsen weiter nach oben klettern.

So kann man die Höhe der Bauzinsen beeinflussen

Auf das allgemeine Zinsniveau haben Anleger keinen Einfluss. Es gibt aber sehr wohl Stellschrauben, mit denen sie die Zinsen ihrer individuellen Baufinanzierung beeinflussen können. Eine Rolle spielen:   

Die wichtigsten Einflussfaktoren für die Baufinanzierungszinsen im Detail:

Kreditbedarf und Beleihungsgrenze

Maßgeblich für die Höhe der Zinsen bei der Baufinanzierung ist natürlich zuerst einmal der Kreditbedarf. Also die Frage, wie hoch das Darlehen nach Einsatz des Eigenkapitals überhaupt sein muss. Jede Bank oder Sparkasse legt für sich den sogenannten Beleihungswert fest. Dabei macht sie einen Sicherheitsabschlag von zehn bis 30 Prozent vom Marktwert der Immobilie.

Hintergrund dieses Vorgehens

Die Bank sichert sich für den Fall ab, dass der Kreditnehmer seine laufenden Zins- und Tilgungszahlungen nicht mehr erfüllen kann und sie die Immobilie verkaufen oder versteigern muss. Der Abschlag auf den Marktwert gibt ihr die Gewissheit, in diesem Fall das gesamte Darlehen zurückzuerhalten.

 

Einfluss der Beleihungsgrenze

Neben dem Beleihungswert hat vor allem die Beleihungsgrenze einen wichtigen Einfluss auf die Kreditkosten bei der Baufinanzierung. Sie kann wiederum zwischen 40 und 80 Prozent des errechneten Beleihungswertes liegen und ist der Wert, den der Kreditnehmer letzten Endes erhält. Eine 100-Prozent-Finanzierung kommt bei Banken nur sehr selten vor und ist an Bedingungen wie ein sehr hohes Einkommen und zusätzliche Sicherheiten geknüpft. 

In den einzelnen Branchen gelten üblicherweise folgende Beleihungsgrenzen: 

  • Volksbanken & Raiffeisenbanken, Geschäftsbanken: 80 Prozent 
  • Hypothekenbanken: 60 bis 65 Prozent 
  • Lebensversicherungen: 40 Prozent

Die Beleihungsgrenze reduziert die Kredithöhe noch einmal, nach dem der Beleihungswert ja schon unterhalb des Marktwertes der Immobilie liegt. Dadurch entsteht für den Kreditnehmer in der Regel ein noch höherer Finanzierungsbedarf. 

Das bedeutet: Die Höhe der Beleihungsgrenze entscheidet im Endeffekt, wie viel Eigenkapital Sie aufwenden müssen. Die Faustregel dabei lautet: Je geringer die Beleihungsgrenze, desto niedriger die Zinsen. Wenn die Beleihungsgrenze nämlich nur bei 60 Prozent liegt, müssen Sie entsprechend mehr Eigenkapital aufbringen. Und das wird von den Banken natürlich honoriert. Denn Eigenkapital stellt eine Sicherheit für die Banken dar.

Einfluss von Laufzeit und Zinsbindung auf die Bauzinsen

Auch die Laufzeit des Darlehens und die jeweilige Zinsbindung haben einen Einfluss auf die Höhe der Zinsen. Bei der Laufzeit liegt der Einfluss auf der Hand: Je länger die Bank Ihnen das Geld "leiht", desto höher fallen die Zinsen aus. Denn bei einer kurzen Laufzeit hat die Bank ihr Geld ja schneller wieder zur Verfügung. Wenn Sie also über ein hohes Gehalt verfügen, lohnt es sich, die Tilgungsraten hoch anzusetzen. Je schneller Sie aus dem Kredit wieder draußen sind, desto besser.

Was die Zinsbindung betrifft, wird aktuell empfohlen, diese so lang wie möglich zu verhandeln. Denn aktuell sind die Zinsen besonders niedrig. Je länger Sie das aktuelle Zinsniveau also für Ihre Baufinanzierung halten können, desto besser. Allerdings steigt mit der Zinsbindung der Zinssatz an.

Zuweilen kombinieren Immobilienkäufer auch Kredite mit unterschiedlicher Zinsbindung. Lesen Sie hierzu: Darlehen mit unterschiedlicher Laufzeit - Nicht nur der Mischzins zählt.

Bonität und Sicherheiten

Bei einer Baufinanzierung haben natürlich auch die Bonität des Kreditnehmers und weitere Sicherheiten einen Einfluss auf die Höhe der Zinsen. 

Ihr Schufa-Score, Einkommensnachweise und weitere Sicherheiten verleihen der Bank ein Bild darüber, wie kreditwürdig Sie sind. Hier gilt die Faustregel: Je besser Ihre Bonität und je mehr Sicherheiten Sie zusätzlich einbringen können, desto geringer fällt der Zinssatz für die Baufinanzierung aus.

Doch wie können Sie Ihre Bonität verbessern? 

Ihre Bonität können Sie auf unterschiedliche Weise verbessern. Zum Beispiel, indem Sie laufende Kleinfinanzierungen – wie Handys oder andere Elektrogeräte – tilgen. Außerdem können Sie eine weitere Person mit in den Vertrag nehmen oder nach einer Bürgschaft fragen.

 

Warum Sie den Angaben auf biallo.de vertrauen können 

Seit 2001 informiert biallo.de Verbraucher rund um das Thema private Finanzen. Mit zahlreichen Artikeln, Vergleichen und Rechentools sind wir Experten auf dem Gebiet der Baufinanzierung. Sie erfahren die tagesaktuellen Bauzinsen bei Annuitätendarlehen, Volltilgerdarlehen und Forwarddarlehen.

Beispiel Annuitätendarlehen: Hier finden Sie die Bauzinsen von fast 50 Anbietern im Vergleich. Von diesem umfangreichen Datenbestand profitieren nicht nur die Leserinnen und Leser auf biallo.de. Zahlreiche Tageszeitungen deutschlandweit drucken regelmäßig Vergleichstabellen auf Basis der von biallo.de erhobenen Daten. Beispiele sind Westdeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Frankfurter Neue Presse, Schwäbische Zeitung, Neue Osnabrücker Zeitung und Sächsische Zeitung. 

Wie wir die Bauzinsen ermitteln

Die Zinssätze basieren auf den Angaben der Banken, Versicherungen und Finanzmakler. Diese melden uns fortlaufend ihre Konditionen, die wir tagesaktuell einpflegen. Dabei handelt es sich um die nominalen und effektiven Zinssätze bei unterschiedlichen Laufzeiten und Beleihungsausläufen, aber auch um diverse Rahmenbedingungen – zum Beispiel ob kostenfreie Sondertilgungen möglich sind, wie lange die Zeit ist, in der keine Bereitstellungszinsen anfallen, und ob und zu welchen Bedingungen Tilgungssatzwechsel möglich sind. 

 

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Baufinanzierungszinsen

Was sind Bauzinsen?

Wer eine Immobilie kauft oder baut, muss dafür in aller Regel einen Kredit aufnehmen. Hierfür fallen Kreditzinsen an, die auch als Bauzinsen bezeichnet werden. Je höher die Bauzinsen ausfallen, desto mehr kostet das Darlehen.

Was beeinflusst die Bauzinsen?

Wie hoch die Bauzinsen ausfallen, hängt vom allgemeinen Zinsniveau, der Laufzeit, der Beleihungsgrenze, dem Kreditbedarf, der Bonität und Sicherheit ab. Wer sich das aktuell sehr niedrige Zinsniveau langfristig sichern möchte und eine lange Laufzeit vereinbart, zahlt dafür zumeist etwas höhere Bauzinsen als für eine kurze Laufzeit. Hat der Bauherr wenig Eigenkapital und muss einen entsprechend hohen Kredit aufnehmen, kann auch das die Zinsen steigen lassen.

Wie hoch sind die Bauzinsen?

Aktuell fallen die Bauzinsen äußerst niedrig aus. Der Biallo-Index zeigt Ihnen tagesaktuell, wie hoch die durchschnittlichen Bauzinsen sind. Mit dem Biallo-Baufinanzierungsvergleich finden Sie ganz einfach attraktive Angebote.

Wie lange sollte ich die Bauzinsen festschreiben?

In der aktuellen Niedrigzinsphase empfiehlt es sich, die Bauzinsen lange festzuschreiben, also mindestens zehn Jahre, besser 15 oder 20 Jahre. Wermutstropfen: Bei längeren Laufzeiten fallen die Zinsen etwas höher aus als bei kurzen. Dafür erkaufen sich angehende Immobilienbesitzer allerdings Planungssicherheit.

Wussten Sie schon, dass nach einem Gerichtsurteil bei älteren Immobiliendarlehen die Vorfälligkeitsentschädigung oft zu Unrecht berechnet wurde?

Über den Autor Horst Biallo
Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.
  Horst Biallo
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