Auf einen Blick
  • Die Bauzinsen haben seit Anfang Februar deutlich angezogen. Grund sind die steigenden Renditen bei zehnjährigen Bundesanleihen und Pfandbriefen.

  • Für zehnjährige Baudarlehen wird derzeit ein durchschnittlicher Effektivzins in Höhe von 0,84 Prozent pro Jahr fällig. Anfang Februar waren es noch 0,67 Prozent. 

  • Die Top-Anbieter im Baugeld-Vergleich von biallo.de offerieren zehnjährige Darlehen bereits ab 0,49 Prozent effektiv pro Jahr.

  • Experten halten das Aufwärtspotenzial der Bauzinsen für begrenzt. Das zeigt eine Biallo-Umfrage unter elf großen Baufinanzierern.
Trotz des jüngsten Zinsanstiegs sind die Konditionen für Häuslebauer nach wie vor sehr günstig.

An den Kapitalmärkten geht das Inflationsgespenst um. Die Sorge: Die Inflationsraten könnten in den nächsten Monaten schneller als erwartet steigen, wodurch sich die Notenbanken bald gezwungen sehen könnten, die Leitzinsen anzuheben. Die aufkeimenden Inflationsängste sorgen dafür, dass die Renditen bei Bundesanleihen und Pfandbriefen steigen, was sich wiederum auf die Bauzinsen auswirkt.

Bauzinsen aktuell

Trotz des jüngsten Zinsanstiegs befinden sich die Bauzinsen noch auf einem relativ niedrigen Niveau. Laut Biallo-Baugeld-Index wird für zehnjährige Baudarlehen derzeit im Schnitt ein effektiver Jahreszins von 0,84 Prozent berechnet. Das Allzeittief markierte der Index im März 2020 bei 0,65 Prozent. Vor zwei Jahren lag der Durchschnittszins noch bei 1,13 Prozent effektiv pro Jahr.

Welchen Zins Immobilienkäufer tatsächlich erhalten, hängt neben dem Zinsniveau von vielen Faktoren ab – zum Beispiel der Laufzeit, der Beleihungsgrenze, den Konditionen des Kreditinstituts und nicht zuletzt von der Darlehensart.

Annuitätendarlehen

Der Klassiker zur Baufinanzierung ist das Annuitätendarlehen. Die folgende Tabelle zeigt, welche Durchschnitts- und Spitzenzinsen aktuell bei verschiedenen Laufzeiten anfallen:

Laufzeit Durchschnittl. eff. Jahreszins aller gelisteten Angebote Spitzenzins*
10 Jahre 0,84 Prozent  0,49 Prozent
15 Jahre 1,15 Prozent 0,74 Prozent
20 Jahre 1,34 Prozent 1,01 Prozent

*300.000 Euro Kreditsumme, 80 Prozent Beleihung, 3,5 Prozent Anfangstilgung, Effektivzins pro Jahr, Maklerangebote sind mitberücksichtigt.
Quelle: Biallo-Index, Baufinanzierung-Vergleich biallo.de; Stand: 7. Mai 2021.



Volltilgerdarlehen

Beim Annuitätendarlehen besteht am Ende der Zinsbindung meist noch eine Restschuld. Hierfür müssen Immobilienbesitzer dann neuerlich einen Kredit aufnehmen. Anders beim Volltilgerdarlehen: Hier tilgen Kreditnehmer ihre Schuld innerhalb der Kreditlaufzeit komplett. So haben sie nicht nur volle Planungssicherheit und können sich die aktuell niedrigen Bauzinsen über die komplette Laufzeit sichern, sondern Volltilgerdarlehen sind in der Regel auch etwas günstiger als Annuitätendarlehen. Kreditnehmer müssen allerdings monatlich entsprechend hohe Tilgungsraten stemmen können.

Die folgende Tabelle zeigt, welche Durchschnitts- und Spitzenzinsen aktuell für Volltilgerdarlehen bei verschiedenen Laufzeiten anfallen:

Laufzeit Durchschnittlicher effektiver Jahreszins Spitzenzins*
10 Jahre 0,74 Prozent 0,60 Prozent
15 Jahre 1,00 Prozent 0,87 Prozent
20 Jahre 1,20 Prozent 1,17 Prozent

*300.000 Euro Kreditsumme, 80 Prozent Beleihung, Effektivzins pro Jahr.
Quelle: Biallo-Index, Baufinanzierung-Vergleich biallo.de; Stand: 7. Mai 2021.

Die Differenz zwischen Durchschnittszins und Spitzenzins zeigt, welche Zinsunterschiede je nach Kreditinstitut bestehen. In den vorhergehenden Tabellen wurden zum Teil auch Angebote von Finanzmaklern berücksichtigt. Im Folgenden betrachten wir die Bauzinsen von Banken und Versicherungen bei unterschiedlich langen Zinsbindungen.


Annuitätendarlehen: Die besten Bauzinsen im Vergleich

Die besten Bauzinsen bei zehn Jahren Zinsbindung

Anbieter

Effektivzins pro Jahr*

Produktdetails

BBBank 0,65 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 4. Monat
Degussa Bank 0,70 % Sondertilgung gegen Zinsaufschlag, Bereitstellungszinsen ab 10. Monat
Hypovereinsbank 0,70 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. Monat
LVM-Versicherung 0,70 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. / 13. Monat
Sparda-Bank Baden-Württemberg
(bundesweites Angebot)
0,78 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. / 13. Monat
1822direkt 0,79 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. / 13. Monat

Debeka

0,80 %

kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 10. / 13. Monat

*300.000 Euro Kreditsumme, 3,5 Prozent Anfangstilgung, 80 Prozent Beleihung, Angebote von Banken und Versicherungen
Quelle: Baufinanzierung-Vergleich biallo.de / Stand: 7. Mai 2021 / Angaben ohne Gewähr.

Die besten Bauzinsen bei 15 Jahren Zinsbindung

Anbieter Effektivzinse pro Jahr* Produktdetails
PSD Bank Nürnberg
(bundesweites Angebot)
1,04 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 12. / 25. Monat
LVM-Versicherung 1,05 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. / 13. Monat
1822direkt 1,07 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. / 13. Monat
BBBank 1,09 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 4. Monat
Sparda-Bank Baden-Württemberg
(bundesweites Angebot)
1,09 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. / 13. Monat

*300.000 Euro Kreditsumme, 3,5 Prozent Anfangstilgung, 80 Prozent Beleihung, Angebote von Banken und Versicherungen
Quelle: Baufinanzierung-Vergleich biallo.de / Stand: 7. Mai 2021 / Angaben ohne Gewähr.

Die besten Bauzinsen bei 20 Jahren Zinsbindung

Anbieter

Effektivzins pro Jahr*

Produktdetails

Sparda-Bank Baden-Württemberg
(bundesweites Angebot)
1,27 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 7. / 13. Monat
PSD Bank Nürnberg 1,30 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 12. / 25. Monat
Debeka 1,31 % kostenfreie Sondertilgung möglich, Bereitstellungszinsen ab 10. / 13. Monat

*300.000 Euro Kreditsumme, 3,5 Prozent Anfangstilgung, 80 Prozent Beleihung, Angebote von Banken und Versicherungen.
Quelle: Baufinanzierung-Vergleich biallo.de / Stand: 7. Mai 2021 / Angaben ohne Gewähr.

  • Biallo-Tipp: Wenn Sie auf einen Link klicken, schließen Sie noch keinen Vertrag ab. Sie gelangen erst einmal zur Bank. Dort erhalten Sie noch mal einen detaillierten Überblick über das Angebot. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" offengelegt. Nutzen Sie auch unseren Baufinanzierung-Vergleich, mit dem Sie rund 100 Angebote vergleichen können. 

So haben sich die Bauzinsen in den vergangenen Monaten entwickelt

Die Bauzinsen haben im vergangenen Jahr eine rasante Berg- und Talfahrt hingelegt. Anfang 2020 markierte der Biallo-Baugeld-Index für zehnjährige Darlehen noch das Jahreshoch bei 0,82 Prozent. Mitte März 2020 folgte das Allzeittief bei 0,65 Prozent. Aktuell notiert der Index bei 0,84 Prozent.

Für Darlehen mit einer Laufzeit von 15 Jahren liegen die Durchschnittszinsen aktuell bei 1,15 Prozent effektiv pro Jahr. Anfang 2020 stand der Index bei 1,16 Prozent, das Allzeittief markierte er im März 2020 bei 0,93 Prozent.

Bei 20 Jahren Laufzeit wird derzeit ein durchschnittlicher Effektivzins von 1,34 Prozent pro Jahr berechnet. Das Jahreshoch 2020 lag bei 1,36 Prozent, das Rekordtief zwei Monate später bei 1,12 Prozent.

Biallo-Index: Entwicklung der Bauzinsen für 10-jährige Darlehen (12-Monats-Chart)

Experten-Prognose: Wie werden sich die Bauzinsen 2021 entwickeln?

Gerade in Großstädten und in den Ballungsgebieten müssen sich Immobilienkäufer oft in großer Eile für oder gegen eine Immobilie entscheiden, damit ihnen ein anderer Käufer nicht zuvorkommt. Hinzu kommt, dass die Immobilienpreise trotz Coronakrise weiter nach oben klettern. 

Zumindest bei der Baufinanzierung scheint vorerst keine Hektik geboten zu sein. Wir haben zum Jahreswechsel elf große Kreditinstitute befragt, wie sie die Entwicklung der Bauzinsen 2021 einschätzen. Kein einziges Institut rechnet mit einem gravierenden Zinsanstieg.

Degussa Bank: "Keine Abkehr von der Niedrigzinsphase"

Die Degussa Bank geht davon aus, dass die Europäische Zentralbank im laufenden Jahr nicht an der Zinsschraube drehen wird: "Auch 2021 erwarten wir keine Abkehr von der Niedrigzinsphase", sagt Jens Hoerschelmann, Immobilienkredite Privatkunden bei der Degussa Bank. Von daher dürfte das Aufwärtspotenzial bei den Bauzinsen begrenzt sein.

Deutsche Bank: "Zehnjährige Bundrenditen kaum Potential nach oben"

Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft bei der Deutschen Bank, erläutert: "Da sich die langfristigen Bauzinsen üblicherweise grob an der Verzinsung deutscher Staatsanleihen orientieren, sollte man diese im Blick behalten. Die geldpolitischen Maßnahmen in der Pandemie sprechen für Negativ- und Nullzinsen auf absehbare Zeit. Damit dürften auch zehnjährige Bundrenditen kaum Potenzial nach oben besitzen."

ING: Kurzzeitige Ausschläge nach oben oder unten möglich

Ähnlich schätzt die ING die Bauzinsentwicklung 2021 ein: "Die Bauzinsen werden voraussichtlich auch in 2021 durchschnittlich auf einem sehr niedrigen Niveau bleiben. Selbstverständlich kann es immer mal wieder kurzzeitige Ausschläge nach oben oder unten geben. Das Niedrigzinsniveau wird aber wahrscheinlich nicht verlassen. Die Abhängigkeit von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der aktuellen Pandemie-Situation bleibt dabei bestehen", sagt Thomas Hein, Leiter Vertrieb Immobilienfinanzierung bei der ING.

1822direkt: Risikozuschläge könnten steigen

Allenfalls einen leichten Zinsanstieg prognostizieren die Experten der 1822direkt: "Wir erwarten, dass die zehnjährigen Bundesanleihen als Benchmark leicht steigen, den negativen Bereich jedoch nicht verlassen werden. Analog dürften sich die Zinsen für Immobilienfinanzierungen selbst bei leichter Erhöhung weiterhin auf dem niedrigen Niveau bewegen. Wir prognostizieren mithin keine Trendwende bei der Zinsentwicklung. Ein Unsicherheitsfaktor sind die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Als Folge könnten die Risikozuschläge steigen", sagt Alexander Naumann, Bereichsleiter Kundenservice und Immobiliencenter bei der 1822 direkt.

Commerzbank: Niedrige Bauzinsen vermutlich auch über 2021 hinaus

Bei der Commerzbank geht man auch über 2021 hinaus von niedrigen Bauzinsen aus. "Die Kerninflation im Euroraum bleibt bei nahe einem Prozent, die Finanzierungssätze sind historisch niedrig und die Anlagemöglichkeiten in sichere Euro-Assets bleiben begrenzt", sagt Dirk Kling, Leiter private Baufinanzierung bei der Commerzbank.

BBBank: Gute Nachrichten für Kunden mit Finanzierungsbedarf

Auch die BBBank geht von einem anhaltend niedrigen Zinsniveau aus. "Die Zinsen für Baudarlehen und Modernisierungen bleiben auch 2021 sehr niedrig. Dafür sorgt die Europäische Zentralbank mit ihrer expansiven Geldpolitik", sagt Oliver Lüsch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BBBank.

Allianz: Leichte Schwankungen nicht ausgeschlossen

"Wir gehen davon, dass die Bauzinsen auch in den nächsten Monaten auf dem jetzigen Niveau bleiben - leichte Schwankungen nicht ausgeschlossen", sagt Stefan Kohler, Leiter Baufinanzierung bei der Allianz.

BKM - Bausparkasse Mainz: 2021 allenfalls geringer Anstieg

Bei der BKM - Bausparkasse Mainz rechnet man erst 2022 mit einem langsamen Zinsanstieg. "Die Zinsen für Baudarlehen dürften in 2021 allenfalls geringfügig steigen, bleiben also im Wesentlichen auf dem historisch niedrigen Niveau. Danach werden wir aus unserer Sicht einen langsamen Zinsanstieg sehen, der – mit Verzögerung – einer wieder anziehenden Inflationsrate folgen wird", sagt Dr. Bernd Dedert, Sprecher des Vorstandes bei der BKM.

Debeka rechnet auch 2021 mit Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank

Die Debeka erwartet im laufenden Jahr keine Änderung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. "Daher gehen wir auch für 2021 davon aus, dass die Bauzinsen sich auf dem derzeitigen Niveau bewegen werden", sagt Dr. Gert Benner, Leiter Unternehmenskommunikation bei der Debeka.

Hypovereinsbank: Leichte Steigerungen sind möglich

"Es ist weiter von einem niedrigen Zinsniveau auszugehen. Nachdem wir im Jahr 2020 neue Rekordtiefs markiert haben, könnte es allerdings zu leichten Steigerungen bis zum Jahresende 2021 kommen", sagt Ansgar Oberreuter, Leiter Produktmanagement Privatkundengeschäft bei der Hypovereinsbank.

PSD Bank RheinNeckarSaar

Auch die PSD Bank RheinNeckarSaar, die im Bereich Baufinanzierungen bundesweit agiert, sieht das Aufwärtspotenzial bei den Zinsen begrenzt. "Die Bauzinsen verbleiben auf niedrigem Niveau", sagt Kathrin Froitzheim, Teamleiterin Vertriebssteuerung bei der PSD Bank RheinNeckarSaar.

Biallo-Tipp

Hier können Sie sich die komplette Einschätzung der Experten, auch zur Entwicklung der Immobilienpreise,  kostenlos als PDF herunterladen.

Sollte man sich jetzt die Bauzinsen sichern? 

Künftige Kreditnehmer werden also wohl vorerst weiterhin von der Niedrigzinsphase profitieren. Eile ist aktuell nicht geboten. Langfristig ist aber wieder von steigenden Zinsen auszugehen. Wann genau die Bauzinsen deutlich steigen werden, ist nicht absehbar. Zünglein an der Waage sind die Inflationsentwicklung und die Renditen von Bundesanleihen. 

Steht eine Anschlussfinanzierung an, können sich Immobilienbesitzer die günstigen Zinsen im Vorfeld sichern. Manche Kreditinstitute verzichten bis zu zwölf Monate auf Bereitstellungszinsen. So lange können sich Kreditnehmer zwischen Bereitstellung und Abruf des Kredits Zeit lassen, ohne dass Kosten anfallen.

Wer längerfristig ganz sicher gehen will, kann ein sogenanntes Forwarddarlehen abschließen. Damit lassen sich günstige Bauzinsen sichern, auch wenn die Anschlussfinanzierung erst in ein paar Jahren ansteht. Je nach Kreditinstitut ist dies bis zu 60 Monate im Voraus möglich. Das hat allerdings seinen Preis. Denn für jeden Monat im Voraus fällt ein kleiner Zinsaufschlag von zum Beispiel 0,015 oder 0,025 Prozentpunkten an. 

Entwicklung der Bauzinsen im historischen Vergleich

Im Zuge der Null- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank sind die Bauzinsen in den vergangenen Jahren deutlich in den Keller gerutscht. 1980 konnten für eine Baufinanzierung noch fast zehn Prozent Zinsen anfallen. Vor zehn Jahren – Anfang 2011 – wurden für ein Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung im Schnitt noch vier Prozent und mehr berechnet. Fünf Jahre später waren es nur noch 1,6 Prozent. Mitte 2019 fiel der Biallo-Index zum ersten Mal unter die Ein-Prozent-Marke, als die EZB die geldpolitischen Zügel weiter lockerte. Nach der turbulenten Achterbahnfahrt im vergangenen Jahr könnten die Bauzinsen mittlerweile einen Boden gefunden haben.

Biallo-Index: Entwicklung der Bauzinsen für 10-jährige Darlehen (10-Jahres-Chart)

Baufinanzierung berechnen und die besten Bauzinsen finden

Eine Immobilienfinanzierung sollte gut geplant sein. Wie hoch die Darlehenssumme bei den persönlichen finanziellen Voraussetzungen überhaupt ausfallen könnte, welche monatliche Belastung dies bedeuten würde und welche Restschuld am Ende der Laufzeit übrig wäre – all dies können Sie mit dem Baufinanzierungsrechner von biallo.de berechnen.

Im nächsten Schritt heißt es gründlich vergleichen, denn trotz Niedrigzinsniveau gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Der Baufinanzierung Vergleich von biallo.de hilft dabei, günstige Bauzinsen zu finden. Das lohnt sich. Ein Preisunterschied von nur wenigen Zehntelprozent mag auf den ersten Blick unerheblich wirken. Über die Jahre schlägt er sich aber deutlich finanziell nieder. 

Beispiel: 200.000 Euro Kreditbedarf, 15 Jahre Laufzeit, 3,5 Prozent Anfangstilgung, 80 Prozent Beleihung. Angenommen, ene Bank bietet einen Effektivzins in Höhe von 0,81 Prozent pro Jahr. Kreditnehmer müssen eine monatliche Rate von 715 Euro zahlen. Am Ende der Laufzeit hätte der Kredit rund 17.265 Euro gekostet. Verlangt der Baufinanzierer 1,00 Prozent Effektivzins, beträgt die Rate bereits 750 Euro. Die aktuellen Schlusslichter im Biallo-Baufinanzierungs-Vergleich verlangen mehr als 1,50 Prozent. Die Monatsrate liegt hier bei rund 830 Euro und mehr. Die Zinskosten betragen mehr als 32.000 Euro. 

Tipp: Mit unserem Baufinanzierungs-Vergleich können Sie nicht nur ganz einfach die Zinshöhe vergleichen. Der Rechner liefert auch übersichtliche Informationen zu den Rahmenbedingungen wie SondertilgungenBereitstellungszinsen und Tilgungssatzwechsel.

So berechnen sich die Bauzinsen

Welcher Kreditzins final im Kreditvertrag steht, hängt von beeinflussbaren und unbeeinflussbaren Faktoren ab.

Wovon die Höhe der Bauzinsen abhängt

Wie sich die Höhe der Bauzinsen entwickelt, hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab. Die Renditen auf dem Pfandbriefmarkt sind ein wichtiger Gradmesser für die Bauzinsen, da Banken ihre Immobilienkredite überwiegend durch Pfandbriefe refinanzieren – also mit Anleihen, die durch Grundstücke und Immobilien besichert sind. Das bedeutet: Je mehr Zinsen die Bank für ihre ausgegebenen Pfandbriefe berappen muss, desto höher fallen auch die Bauzinsen aus, die sie an ihre Kunden weiterreicht.

Benchmark für Pfandbriefe sind wiederum zehnjährige Bundesanleihen. Fliehen Anleger wie beispielsweise beim Corona-Schock im Frühjahr 2020 in sichere Häfen, zu denen auch die zehnjährigen Bundesanleihen zählen, so sinken die Renditen der Anleihen und in Folge die Renditen der Pfandbriefe und die Bauzinsen. Dass wiederum Anleger auf sichere Anlagen setzen, dafür kann es viele verschiedene Gründe geben. 

Seit Mitte 2020 notieren zehnjährige Bundesanleihen nahezu kontinuierlich im negativen Bereich. Aktuell liegen die Renditen bei circa -0,20 Prozent. Anfang Februar waren es noch -0,50 Prozent. Klettern die Renditen in den nächsten Wochen weiter nach oben oder drehen sogar in positives Terrain, dann werden auch die Bauzinsen nachziehen.

So kann man die Höhe der Bauzinsen beeinflussen

Auf das allgemeine Zinsniveau haben Anleger keinen Einfluss. Es gibt aber sehr wohl Stellschrauben, mit denen sie die Zinsen ihrer individuellen Baufinanzierung beeinflussen können. Eine Rolle spielen:   

Die wichtigsten Einflussfaktoren für die Baufinanzierungszinsen im Detail:

Kreditbedarf und Beleihungsgrenze

Maßgeblich für die Höhe der Zinsen bei der Baufinanzierung ist natürlich zuerst einmal der Kreditbedarf. Also die Frage, wie hoch das Darlehen nach Einsatz des Eigenkapitals überhaupt sein muss. Jede Bank oder Sparkasse legt für sich den sogenannten Beleihungswert fest. Dabei macht sie einen Sicherheitsabschlag von zehn bis 30 Prozent vom Marktwert der Immobilie. 

Hintergrund dieses Vorgehens

Die Bank sichert sich für den Fall ab, dass der Kreditnehmer seine laufenden Zins- und Tilgungszahlungen nicht mehr erfüllen kann und sie die Immobilie verkaufen oder versteigern muss. Der Abschlag auf den Marktwert gibt ihr die Gewissheit, in diesem Fall das gesamte Darlehen zurückzuerhalten.

Einfluss der Beleihungsgrenze

Neben dem Beleihungswert hat vor allem die Beleihungsgrenze einen wichtigen Einfluss auf die Kreditkosten bei der Baufinanzierung. Sie kann wiederum zwischen 40 und 80 Prozent des errechneten Beleihungswertes liegen und ist der Wert, den der Kreditnehmer letzten Endes erhält. Eine 100-Prozent-Finanzierung kommt bei Banken nur sehr selten vor und ist an Bedingungen wie ein sehr hohes Einkommen und zusätzliche Sicherheiten geknüpft. 

In den einzelnen Branchen gelten üblicherweise folgende Beleihungsgrenzen: 

  • Volksbanken & Raiffeisenbanken, Geschäftsbanken: 80 Prozent 
  • Hypothekenbanken: 60 bis 65 Prozent 
  • Lebensversicherungen: 40 Prozent

Die Beleihungsgrenze reduziert die Kredithöhe noch einmal, nach dem der Beleihungswert ja schon unterhalb des Marktwertes der Immobilie liegt. Dadurch entsteht für den Kreditnehmer in der Regel ein noch höherer Finanzierungsbedarf. Das zeigt die folgende Grafik: 

Das bedeutet: Die Höhe der Beleihungsgrenze entscheidet im Endeffekt, wie viel Eigenkapital Sie aufwenden müssen. Die Faustregel dabei lautet: Je geringer die Beleihungsgrenze, desto niedriger die Zinsen. Wenn die Beleihungsgrenze nämlich nur bei 60 Prozent liegt, müssen Sie entsprechend mehr Eigenkapital aufbringen. Und das wird von den Banken natürlich honoriert. Denn Eigenkapital stellt eine Sicherheit für die Banken dar.

Einfluss von Laufzeit und Zinsbindung auf die Bauzinsen

Auch die Laufzeit des Darlehens und die jeweilige Zinsbindung haben einen Einfluss auf die Höhe der Zinsen. Bei der Laufzeit liegt der Einfluss auf der Hand: Je länger die Bank Ihnen das Geld "leiht", desto höher fallen die Zinsen aus. Denn bei einer kurzen Laufzeit hat die Bank ihr Geld ja schneller wieder zur Verfügung. Wenn Sie also über ein hohes Gehalt verfügen, lohnt es sich, die Tilgungsraten hoch anzusetzen. Je schneller Sie aus dem Kredit wieder draußen sind, desto besser.

Was die Zinsbindung betrifft, wird aktuell empfohlen, diese so lang wie möglich zu verhandeln. Denn aktuell sind die Zinsen besonders niedrig. Je länger Sie das aktuelle Zinsniveau also für Ihre Baufinanzierung halten können, desto besser. Allerdings steigt mit der Zinsbindung der Zinssatz an.

Zuweilen kombinieren Immobilienkäufer auch Kredite mit unterschiedlicher Zinsbindung. Lesen Sie hierzu: Darlehen mit unterschiedlicher Laufzeit - Nicht nur der Mischzins zählt.

Bonität und Sicherheiten

Bei einer Baufinanzierung haben natürlich auch die Bonität des Kreditnehmers und weitere Sicherheiten einen Einfluss auf die Höhe der Zinsen. 

Ihr Schufa-Score, Einkommensnachweise und weitere Sicherheiten verleihen der Bank ein Bild darüber, wie kreditwürdig Sie sind. Hier gilt die Faustregel: Je besser Ihre Bonität und je mehr Sicherheiten Sie zusätzlich einbringen können, desto geringer fällt der Zinssatz für die Baufinanzierung aus.

Doch wie können Sie Ihre Bonität verbessern? 

Ihre Bonität können Sie auf unterschiedliche Weise verbessern. Zum Beispiel, indem Sie laufende Kleinfinanzierungen – wie Handys oder andere Elektrogeräte – tilgen. Außerdem können Sie eine weitere Person mit in den Vertrag nehmen oder nach einer Bürgschaft fragen. 

Warum Sie den Angaben auf biallo.de vertrauen können 

Seit 2001 informiert biallo.de Verbraucher rund um das Thema private Finanzen. Mit zahlreichen Artikeln, Vergleichen und Rechentools sind wir Experten auf dem Gebiet der Baufinanzierung. Sie erfahren die tagesaktuellen Bauzinsen bei Annuitätendarlehen, Volltilgerdarlehen und Forwarddarlehen.

Beispiel Annuitätendarlehen: Hier finden Sie die Bauzinsen von fast 50 Anbietern im Vergleich. Von diesem umfangreichen Datenbestand profitieren nicht nur die Leserinnen und Leser auf biallo.de. Zahlreiche Tageszeitungen deutschlandweit drucken regelmäßig Vergleichstabellen auf Basis der von biallo.de erhobenen Daten. Beispiele sind Westdeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Frankfurter Neue Presse, Schwäbische Zeitung, Neue Osnabrücker Zeitung und Sächsische Zeitung. 

Wie wir die Bauzinsen ermitteln

Die Zinssätze basieren auf den Angaben der Banken, Versicherungen und Finanzmakler. Diese melden uns fortlaufend ihre Konditionen, die wir tagesaktuell einpflegen. Dabei handelt es sich um die nominalen und effektiven Zinssätze bei unterschiedlichen Laufzeiten und Beleihungsausläufen, aber auch um diverse Rahmenbedingungen – zum Beispiel ob kostenfreie Sondertilgungen möglich sind, wie lange die Zeit ist, in der keine Bereitstellungszinsen anfallen, und ob und zu welchen Bedingungen Tilgungssatzwechsel möglich sind. 

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Baufinanzierungszinsen

Was sind Bauzinsen?

Wer eine Immobilie kauft oder baut, muss dafür in aller Regel einen Kredit aufnehmen. Hierfür fallen Kreditzinsen an, die auch als Bauzinsen bezeichnet werden. Je höher die Bauzinsen ausfallen, desto mehr kostet das Darlehen.

Was beeinflusst die Bauzinsen?

Wie hoch die Bauzinsen ausfallen, hängt vom allgemeinen Zinsniveau, der Laufzeit, der Beleihungsgrenze, dem Kreditbedarf, der Bonität und Sicherheit ab. Wer sich das aktuell sehr niedrige Zinsniveau langfristig sichern möchte und eine lange Laufzeit vereinbart, zahlt dafür zumeist etwas höhere Bauzinsen als für eine kurze Laufzeit. Hat der Bauherr wenig Eigenkapital und muss einen entsprechend hohen Kredit aufnehmen, kann auch das die Zinsen steigen lassen.

Wie hoch sind die Bauzinsen?

Aktuell fallen die Bauzinsen äußerst niedrig aus. Der Biallo-Index zeigt Ihnen tagesaktuell, wie hoch die durchschnittlichen Bauzinsen sind. Mit dem Biallo-Baufinanzierungsvergleich finden Sie ganz einfach attraktive Angebote.

Wie lange sollte ich die Bauzinsen festschreiben?

In der aktuellen Niedrigzinsphase empfiehlt es sich, die Bauzinsen lange festzuschreiben, also mindestens zehn Jahre, besser 15 oder 20 Jahre. Wermutstropfen: Bei längeren Laufzeiten fallen die Zinsen etwas höher aus als bei kurzen. Dafür erkaufen sich angehende Immobilienbesitzer allerdings Planungssicherheit.



  Horst Biallo
  Sebastian Schick
  Sabina Hoerder

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