Auf die Beleihungsgrenze kommt es an

Immobilienfinanzierung Auf die Beleihungsgrenze kommt es an

von Eike Schulze
12.06.2019
Auf einen Blick
  • Die Beleihungsgrenze: ein zentraler Baustein für die Darlehenskonditionen

  • Die Beleihungsgrenze gibt den Wert an, bis zu der die Immobilie mit guten Konditionen beliehen werden kann.

  • Unterhalb der Beleihungsgrenze liegende Darlehen werden als 1a-Kredite, oberhalb der Beleihungsgrenze als 1b-Kredite bezeichnet.
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Entscheidend für den Darlehensnehmer ist die Darlehenshöhe für eine Immobilie. Dafür sind zwei Teile sehr wichtig: zum einen der Wert des neuen Zuhauses, zum anderen auch die Bonität des Erwerbers. Die Bonität ergibt sich aus der Zusammenschau zwischen Eigenkapital und den Einkünften, die die Finanzierung auf Dauer sicherstellen sollen. Je besser diese ist, desto geringer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Finanzierung in Gefahr gerät.

Lesen Sie hierzu auch, wie Sie Ihre Bonität verbessern können.

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Dennoch ist natürlich die Immobilie maßgeblich für die Darlehenssumme, die letztendlich auch zur Verfügung gestellt werden kann. Ganz egal ob vielleicht ein kleiner Kredit ausreicht, um diese zu finanzieren oder eine Vollfinanzierung, immer spielt ein Begriff mit: die Beleihungsgrenze. Die Beleihungsgrenze hat nur bei der Kreditvergabe durch institutionelle Anbieter eine Bedeutung, nicht jedoch bei privater Kreditvergabe oder anderen Finanzierungsformen wie dem Immobilienrentenkauf.

Beleihungsgrenze

Im Durchschnitt beträgt die Beleihungsgrenze 60 Prozent des Beleihungswertes der Immobilie. Die Beleihungsgrenze gilt für erstrangig vergebene Kredite. Die Grenze ist in gewisser Weise flexibel, da es keine rechtlich bindende Vorschrift gibt. Einzige Ausnahme bildet der nicht so häufig vergebene Realkredit. Hier liegt die Grenze bei 60 Prozent des Beleihungswertes (§ 14 PfandBG) für Wohnimmobilien.

An diesem Rahmen orientieren sich auch die Kreditgeber, wenn es um die Beleihungsgrenze geht. Dieser Wert gilt als sicher, selbst wenn die Finanzierung einmal platzen sollte. Mit diesem Sicherheitsabschlag lassen sich in der Regel auch Darlehen tilgen, wenn die Immobilie zwangsversteigert werden muss. Diese Darlehen werden auch als 1A-Darlehen bezeichnet, da sie erstrangig im Grundbuch stehen.

Bei Darlehen oberhalb der 60-Prozentmarke, ist es üblich, einen Zinsaufschlag zu nehmen. Die Kredite oberhalb der Beleihungsgrenze werden deshalb auch als 1B-Darlehen bezeichnet. Je höher der Finanzierungsbedarf, desto höher damit auch der Risikoaufschlag des Kreditgebers. Wer sogar eine Vollfinanzierung realisieren möchte, muss ein entsprechendes Einkommen sowie eine hohe Bonität nachweisen können. Die Summe, die oberhalb der üblichen Beleihungsgrenze von 60 Prozent liegt, wird auch als Blankoanteil (1B-Darlehen) des Kredites bezeichnet.

Das heißt: Dieser Kredit wird ohne Sicherheiten aufgrund der hohen Bonität des Kunden vergeben. Eine noch höhere Bonität verlangt ein Personalkredit/Blankokredit, hierbei wird ein Darlehen ausschließlich aufgrund der persönlichen Bonität vergeben, eine Beleihungsgrenze spielt keine oder eine völlig untergeordnete Rolle. Auch beim Personalkredit ist mit einem Zinsaufschlag zu rechnen.

  • Biallo-Tipp: Wichtig für Kunden ist es, immer eine Finanzierung innerhalb der Beleihungsgrenze anzustreben. Das heißt: Wer 40 Prozent Eigenkapital für die Immobilie mit in die Finanzierung einbringt, der wird auch die günstigen Konditionen bekommen, die gerne in der Presse beworben werden. Die Beleihungsgrenze hat damit für zwei Bereiche Bedeutung: Einmal gibt sie normalerweise den Wert an, bis zum dem eine Immobilie erstrangig beliehen werden kann, andererseits ist die Beleihungsgrenze wichtig für die Konditionsvergabe. Günstige Darlehen sind damit nur bis zur Beleihungsgrenze zu bekommen.

Wenn ein 1A-Darlehen nicht ausreicht

Darlehen über die Beleihungsgrenze hinaus heißen 1B-Darlehen oder zweites Hypothekendarlehen. Im Grundbuch sind sie durch ein zweitrangiges Grundpfandrecht eingetragen. Sofern nicht andere Sicherheiten gestellt werden können, kommt auch eine öffentliche Bürgschaft infrage, die den Kreditgeber von möglichen Finanzierungsrisiken fernhält. Die Bürgschaften erhalten Kreditnehmer beim jeweiligen Bundesland oder bei einem der hierfür zuständigen öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute.

Dann sollte sich der Zinsaufschlag für die Finanzierung auch in Grenzen halten. Grundsätzlich ist ein zweitrangiges Darlehen jedoch in der Regel mit einem Zinsaufschlag verbunden und kann so mit einigen Tausend Euro höheren Kosten einhergehen. Bei eher durchschnittlichem Einkommen empfiehlt es sich jedoch in der Regel, noch eine Weile zu sparen, bis genug Eigenkapital für eine günstigere Baufinanzierung angesammelt ist.

  • Biallo-Tipp: Alternativen zum 1B-Darlehen stellen Bauspar- oder Förderdarlehen der Bundesländer oder der KfW, Bausparkassen und Förderbanken dar, da diese Kreditgeber meist mit einem nachrangigen Grundpfandrecht einverstanden sind. Die KfW-Bankengruppeakzeptiert ebenso wie die Bausparkassen auch nachrangige Kredite, ohne dafür einen Aufpreis zu berechnen. So spart der Kreditnehmer den Zinsaufschlag der Bank auf das Gesamtdarlehen.
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Betrag 200.000 €, Laufzeit 10 Jahre, Beleihung 60 %

Das können Sie bei der Finanzierung selbst beeinflussen

Die Kriterien können nur teilweise vor dem direkten Vertragsabschluss beeinflusst werden. Wichtig ist ein möglichst hoher Eigenkapitalstock, hier können sicher Schenkungen von Eltern oder Verwandten helfen. Bei Neubauten können vielleicht die Außenanlage oder teilweise auch der Innenausbau des Gebäudes oder die aufwendige Sanierung bei Altbauten zeitlich nach hinten geschoben werden, um den Darlehensbedarf zu realisieren, aber dann entsteht der Kreditbedarf eben später.

Vorteilhaft ist dies eigentlich nur, wenn durch diese Maßnahmen die Grenzwerte zur Beleihung unterschritten werden, um so in den Genuss günstigerer Konditionen zu kommen. Beförderungen im Job sind natürlich gut, ein Jobwechsel zu einem anderen Unternehmen eher eine schlechte Idee, selbst wenn der Verdienst deutlich ansteigt. In der Probezeit dürfte es schwierig werden, eine Finanzierung zu realisieren.

Fazit

Die Beleihungsgrenze gibt den Wert an, für den eine Finanzierung für Kreditgeber risikolos erscheint. Daher werden die besten Konditionen auch bis zu dieser Grenze von 60 Prozent des Immobilienwertes vergeben.

Für Kreditnehmer bedeutet dies: Bei der Finanzierung sollte 40 Prozent Eigenkapital in die Finanzierung eingebracht werden. Aufgrund der günstigen Finanzierungskonditionen ist allerdings für viele Verbraucher auch der Zinsaufschlag oberhalb der 60 Prozentgrenze bis 80 Prozent der Immobilienkosten noch gut finanzierbar.

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Eike Schulze
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Eike Schulze

entstammt aus einer Familie von Zigarrendrehern, Strandräubern und Baumeistern und entschloss sich entgegen der Familientradition Geographie und BWL bis zum guten Ende zu studieren. Nach Zwischenstation als Vertriebsspezialist und Trainer eines Versicherungsunternehmens entdeckte er seine Leidenschaft für Wirtschaftsjournalismus. Seit 20 Jahren gibt es von ihm etwas zu lesen, zunächst nur in Zeitschriften und zwischen Buchdeckeln und seit gut 10 Jahren auch im Netz. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Immobilien, Versicherungen und Geldanlage.

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entstammt aus einer Familie von Zigarrendrehern, Strandräubern und Baumeistern und entschloss sich entgegen der Familientradition Geographie und BWL bis zum guten Ende zu studieren. Nach Zwischenstation als Vertriebsspezialist und Trainer eines Versicherungsunternehmens entdeckte er seine Leidenschaft für Wirtschaftsjournalismus. Seit 20 Jahren gibt es von ihm etwas zu lesen, zunächst nur in Zeitschriften und zwischen Buchdeckeln und seit gut 10 Jahren auch im Netz. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Immobilien, Versicherungen und Geldanlage.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de