Kostenlose Kreditkarte: Auf die Details kommt es an

Ratgeber Kostenlose Kreditkarte: Auf die Details kommt es an

Horst Biallo
von Horst Biallo
27.03.2018
Auf einen Blick
  • Viele Anbieter werben mit Kreditkarten ohne Jahresgebühr. Allerdings sollten Verbraucher auf versteckte Gebühren achten und das Kleingedruckte genau studieren.
  • Je nach Nutzerverhalten, kann sich auch eine Kreditkarte mit Jahresgebühr  lohnen. Denn viele Premium-Kreditkarten bieten allerhand Zusatzleistungen wie etwa Versicherungen oder Rabatte.
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Für wen eignen sich kostenlose Kreditkarten?

Wenn Sie bei einer Filialbank sind, müssen Sie meist eine Jahresgebühr für Ihre Kreditkarte berappen. Diese Basiskarten dienen der Bezahlung von Waren und Dienstleisungen und bieten meist keinen zusätzlichen Service.

Wenn Sie sich die Jahresgebühr sparen möchten, sollten Sie die Karte an Ihre Hausbank zurückschicken und sich eine andere wirklich kostenlose Kreditkarte besorgen, bei der keine Jahresgebühr anfällt.

Bei der Suche danach stoßen Sie auf zwei verschiedene Sorten von Kreditkarten. Die einen bekommen Sie nur in Zusammenhang mit der Eröffnung eines Girokontos wie zum Beispiel bei der ING-Diba oder der DKB. Sie müssen also bei diesen oder anderen Direktbanken ein Girokonto eröffnen, um deren gebührenfreie Kreditkarten (Haupt- und Partnerkarte kostenlos!) zu bekommen und nutzen zu können. Sie stehen dann vor der Entscheidung, entweder ganz mit Ihrem bisherigen Gehaltskonto zu dieser Direktbank zu wechseln, was wir Ihnen nur wärmstens empfehlen können. Oder sie nutzen die neu eröffneten Konten als Zweitkonten und lassen das alte Konto bestehen. Dies ist natürlich umständlich.

Eine Alternative sind Konto-ungebundene Kreditkarten. Diese präsentieren wir Ihnen im Kreditkarten-Vergleich in einer separaten Übersicht. Dazu müssen Sie nur oben das entsprechende Häckchen herausnehmen. Eine der besten und von uns empfohlenen Karten ist die 1Plus Visacard der Santander Consumer Bank mit weltweit kostenloser Bargeldversorgung. 

Kostenlose Kreditkarte: Wirklich kostenlos?

Bei der kostenlosen Kreditkarte sparen Sie also zunächst einmal die Jahresgebühr, die Sie jedes Jahr zahlen müssen. Trotzdem sollten Sie prüfen, was sich hinter dem kostenlos wirklich verbirgt. Denn auch bei einer kostenlosen Kreditkarte kommen im Endeffekt andere Gebühren auf Sie zu. Alle Dienstleistungen können natürlich nicht gratis sein. Denn von irgendetwas müssen die Banken oder Kreditkarten-Unternehmen ja leben!

  • Limitierte Kostenfreiheit: 


    Prüfen Sie zunächst, ob das Angebot „kostenlos“ auf einen Zeitraum limitiert ist. Die Payback Visa Card beispielsweise ist im ersten Jahr kostenlos. Ab dem zweiten Jahr fällt eine Jahresgebühr von 29 Euro an. Dafür gibt es allerdings ein attraktives Bonusprogramm.

  • Mindestumsatz:

    Bei manchen Anbietern sind null Euro Jahresgebühr an zusätzliche Bedingungen gekoppelt wie zum Beispiel einen Mindestumsatz. So bekommen zum Beispiel Besitzer der Wüstenrot Visa Classic die Jahresgebühr von 19 Euro erstattet (erstes Jahr beitragsfrei), wenn sie einen Jahresumsatz von mindestens 2.000 Euro erzielen.
  • Sollzinsen:


    Diese fallen bei allen (!) Kreditkarten an, wenn Sie den Monatsbetrag nicht auf einen Schlag von Ihrem Gehaltskonto abbuchen lassen, sondern in Raten zurückzahlen. Diese liegen bei fast allen Anbietern bei deutlich über zehn Prozent. Da lohnt es sich eher, das Gehaltskonto zu überziehen, wo die Dispozinsen meistens niedriger sind.

  • Geldabheben:

    Das Versprechen „kostenlos im Ausland zahlen“ bedeutet übrigens nicht immer, dass Sie auch kostenlos Geld abheben können. Bei den meisten Kreditkarten verlangen die Banken für das Abheben am Geldautomaten zusätzliche Gebühren von fünf Euro und mehr als Mindestgebühr oder aber zwei bis drei Prozent vom Umsatz. Bei einer Abhebung von 400 Euro können so schon mal zwölf Euro fällig werden.

  • Fremdwährungen:

    Wenn Sie häufig außerhalb der Eurozone reisen und sich vielleicht genau vor diesem Hintergrund eine Kreditkarte anschaffen, sollten Sie auch Gebühren für eventuelle Auslandsentgelte im Blick haben. Bei den allermeisten Kreditkarten fallen Fremdwährungsgebühren von ein bis 2,5 Prozent des bezahlten bzw. abgehobenen Betrages an. Bei umgerechnet 400 Euro sind dies immerhin zehn Euro. Anders ist das bei den Visa-Karten von der DKB und der 1Plus Visacard der Santander Consumer Bank.

  • Sonderleistungen:

    Es kann auch vorkommen, dass das Bankinstitut eine Aktivierungsgebühr für die neue Kreditkarte von Ihnen verlangt. Zusätzliche Kosten können außerdem für den Ersatz der Karte bei Verlust anfallen.

  • Gebühren für eine Zweit-/Partnerkarte:

    Auch eine Zweitkarte bedeutet oft zusätzliche Kreditkarten Kosten. Manchmal aber auch nicht wie das DKB, ING-Diba oder auch die 1Plus Visakarte vormachen. 

Nicht nur auf den Nulltarif achten

Gerade wenn Sie ein Neuling im Bereich Kreditkarten sind, ist die Wahl der kostenlosen Variante sicherlich der erste richtige Schritt. Doch gerade, wenn Sie Ihr Nutzungsverhalten kennen, könnte sich ein Vergleich der kostenpflichtigen Varianten im zweiten Schritt lohnen. Denn zu diesem Zeitpunkt müssten Sie ein gutes Bild davon haben, welche Zusatzleistungen kostenpflichtiger Kreditkarten Ihnen Zeit- und Kostenersparnisse bringen würden. Diese Mini-Checkliste hilft Ihnen, Ihr Nutzungsverhalten zu analysieren. 

 

Mini-Checkliste: Nutzungsverhalten mit der Kreditkarte

     

  • Bei Antwort eins sind Sie der Typ „Business Kreditkarte“ oder „Vielflieger“. 
  • Wenn Sie zwei angekreuzt haben, lohnt sich eine kostenpflichtige Kreditkarte, über die Sie einen Reiseschutz, eine Auslandskrankenversicherung oder auch einen Rechtsschutz haben. 
  • Antwort drei deutet auf einen Nutzer hin, für den sich eine kostenpflichtige Kreditkarte mit Bonusprogrammen besonders lohnt. 
  • Wenn vor allem vier zutrifft, sollten Sie bei einer kostenpflichtigen Kreditkarte darauf achten, dass Sie Vergünstigungen beim Mietwagenverleih haben.


Tipp:
Wenn Sie Ihre kostenlose Kreditkarte für ein Jahr in Gebrauch hatten, können Sie sich Ihr Nutzungsverhalten anhand der Kreditkartenumsätze ansehen. Diese Mini-Checkliste hilft Ihnen dann dabei, die Auswahl der Zusatzleistungen zu priorisieren.

Welche Leistungen bei Kreditkarten wichtig sind

Bei der kostenlosen Kreditkarte liegt die Hauptleistung natürlich darin, dass Sie damit im Internet und an Tankstellen sowie im Handel zahlen können. Mit einigen besonders guten wie der 1Plus Visacard, der DKB- und der ING-Diba-Visa-Card haben Sie sich sogar eine weltweite Bargeldversorgung bzw. eine für die gesamte Eurozone gesichert.

Diese Dinge sind zwar klasse. Aber mehr geben diese Karten auch nicht her. Wer mehr will als beispielsweise einige wichtige Versicherungen, der muss sich auf Kreditkarten mit Jahresgebühren von 60 Euro aufwärts einlassen.

Leistungen im Überblick:

Reiseversicherung:

Viele kostenpflichtige Kreditkarten beinhalten eine zusätzliche Reiseversicherung. Dazu zählen eine Reisekrankenversicherung fürs Ausland und eine Reiserücktrittsversicherung. Aber aufpassen. Diese Versicherungen springen im Schadensfall meist nur dann ein, wenn die Reise mit der Kreditkarte bezahlt wurde. Das ist anders bei noch teureren Karten wie beispielsweise der  Platincard der Netbank.

Zusatzversicherungen für Mietwagen:

Auch hier können Sie als Inhaber bestimmter Kreditkarten Vorteile haben. Die Zusatzleistungen reichen von einer Aufstockung der Haftpflichtversicherung über eine Vollkaskoversicherung bis hin zu einer eigenen Rechtsschutzversicherung für Mietwagen.

Rabatte:

Einige Karten enthalten Bonus- oder Rabattprogramme. Häufig handelt es sich hier um Punktesysteme zum Beispiel für Tankstellen oder auch Online-Shops wie Amazon. 

Weitere Versicherungen:

Manche Anbieter bieten Ihnen eine Einkaufsversicherung für Gegenstände, die Sie mit der Kreditkarte erworben haben.

Gesonderte Leistungen:

Über manche Anbieter haben Sie Zugang zu Airport-Lounges oder diversen Beratungsleistungen. Sie können eine Notfallhilfe bei Verlust der Karte und wichtiger Dokumente in Anspruch nehmen oder Buchungen von Flügen und Hotels für sich erledigen lassen. 

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Horst Biallo
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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de