Kostenlose Kreditkarte: Auf die Details kommt es an

Ratgeber Kostenlose Kreditkarte: Auf die Details kommt es an

Horst Biallo
von Horst Biallo
Auf einen Blick
  • Viele Anbieter werben mit Kreditkarten ohne Jahresgebühr. Allerdings sollten Verbraucher auf versteckte Gebühren achten und das Kleingedruckte genau studieren.
  • Je nach Nutzerverhalten, kann sich auch eine Kreditkarte mit Jahresgebühr lohnen. Denn viele Premium-Kreditkarten bieten allerhand Zusatzleistungen wie etwa Versicherungen oder Rabatte.
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Für wen eignen sich kostenlose Kreditkarten?

Wenn Sie Kunde einer Filialbank sind, müssen Sie meist eine Jahresgebühr für Ihre Kreditkarte bezahlen. Diese Standard-Kreditkarten dienen der Bezahlung von Waren und Dienstleistungen und bieten meist keinen zusätzlichen Service.

Wenn Sie sich diese Jahresgebühr sparen möchten, sollten Sie die Karte an Ihre Hausbank zurückschicken und sich eine andere wirklich kostenlose Kreditkarte besorgen, bei der keine Jahresgebühr anfällt. Solche Kreditkarten offerieren meist Direktbanken, also Banken, die über kein Filialnetz verfügen und ihre Dienstleistungen ausschließlich über das Internet anbieten.

Diese Kreditkarten können Sie meist nur in Verbindung mit einem Girokonto – wie zum Beispiel bei der ING-Diba oder der DKB – erhalten. Man spricht hier von sogenannten Kreditkarten mit Kontobindung.

Die Alternative sind kontoungebundene Kreditkarten. Diese präsentieren wir Ihnen im Kreditkarten-Vergleich in einer separaten Übersicht. Dazu müssen Sie nur oben den entsprechenden Filter auswählen.

Visa oder Mastercard?

Sowohl Visa (seit 1980 in Deutschland) als auch Mastercard (seit 1975 in Deutschland) bieten kostenlose Kreditkarten an. Die beiden größten Kreditkartengesellschaften teilen sich rund 90 Prozent des Marktes. Die restlichen zehn Prozent halten American Express und Diners Club. Aufgrund der weltweit schwächeren Akzeptanz und den hohen Jahresgebühren sind diese Anbieter allerdings nicht wirklich empfehlenswert.

Ob ein Kunde Visa oder Mastercard auf seiner Plastikkarte stehen hat, ist für das tägliche Geschäft nicht relevant, was folgende Gegenüberstellung zeigt:

Mastercard

Visa-Karte

Circa 44 Millionen Akzeptanzstellen weltweit

Circa 46 Millionen Akzeptanzstellen in über 200 Ländern weltweit

Anzahl ausgegebener Kreditkarten weltweit 3,2 Milliarden

Anzahl ausgegebener Kreditkarten weltweit 3,3 Milliarden

Weltweit circa zwei Millionen Geldautomaten

Weltweit circa 1,6 Millionen Geldautomaten

Bargeld in mehr als 200 Ländern in lokaler Währung

Bezahlung in 160 Währungen möglich

Quelle: Angaben der Anbieter

Fazit: Mastercard oder Visa – beide Karten bieten solides, weltweit akzeptiertes Plastikgeld. Wichtig für Sie als Verbraucher: Wählen Sie die Karte aus, die genau zu Ihrem Nutzungsverhalten passt. Legen Sie beispielsweise Wert auf zusätzlichen Versicherungsschutz oder möchten Sie einfach nur eine Karte zum Bezahlen? Möchten Sie über einen Kreditrahmen verfügen oder bevorzugen Sie eine volle Kostenkontrolle in Form einer Prepaid-Karte? Wünschen Sie eine kostenlose Karte oder darf sie je nach Leistungsumfang auch etwas kosten?

Diese Abbuchungsarten gibt es

  • Prepaid-Karte: Eine Kreditkarte, die auf Guthabenbasis funktioniert. Das bedeutet, dass man zuerst die Karte mit einem Betrag mittels Überweisung aufladen muss, der dann dem Karteninhaber zur Verfügung steht.

  • Debit-Karte: Der in Anspruch genommene Betrag wird entweder sofort oder wenige Tage später von dem Konto abgebucht. Debit-Karten zählen strenggenommen nicht zu den Kreditkarten.

  • Charge-Karte: Die Kreditkartenumsätze werden gesammelt und in regelmäßigen Abständen – monatlich oder wöchentlich – abgerechnet. Die Bank bucht im Anschluss die Gesamtsumme per Lastschriftverfahren vom angegebenen Referenzkonto ab.

  • Revolving-Karte: Der zur Verfügung stehende Kreditrahmen kann voll genutzt und mit einem festgelegten Zahlungsziel bezahlt werden. Wichtig: Ein Ausgleich in Teilbeträgen birgt ein auf Dauer erhebliches Zins- und Kostenrisiko.

Kostenlose Kreditkarte: Achtung vor versteckten Kosten

Bei der kostenlosen Kreditkarte sparen Sie also zunächst einmal die Jahresgebühr. Trotzdem sollten Sie prüfen, was sich hinter dem Wörtchen "kostenlos" wirklich verbirgt. Denn selbst wenn eine Kreditkarte als vermeintlich kostenlos beworben wird, können sich im Kleingedruckten Gebühren verstecken. 

  • Limitierte Kostenfreiheit


    Prüfen Sie zunächst, ob das Angebot "kostenlos" auf einen Zeitraum begrenzt ist. Die Payback Visa-Karte ist beispielsweise im ersten Jahr kostenfrei. Ab dem zweiten Jahr fällt eine Jahresgebühr von 29 Euro an. Dafür gibt es allerdings ein attraktives Bonusprogramm.
  • Mindestumsatz

    Manche Anbieter verzichten nur auf die Jahresgebühr, wenn der Kunde gewisse  Bedingungen erfüllt – wie zum Beispiel einen Mindestumsatz. So bekommen etwa Inhaber der Wüstenrot Visa-Classic die Jahresgebühr von 19 Euro erstattet (erstes Jahr beitragsfrei), wenn sie einen Jahresumsatz von mindestens 2.000 Euro erzielen.
  • Sollzinsen


    Diese fallen bei allen Kreditkarten an, wenn Sie den Monatsbetrag nicht auf einen Schlag von Ihrem Gehaltskonto abbuchen lassen, sondern in Raten zurückzahlen. Die Sollzinsen liegen bei nahezu allen Anbietern bei deutlich über zehn Prozent. Da lohnt es sich eher, das Gehaltskonto zu überziehen, wo die Dispozinsen meist niedriger sind.
  • Geldabheben

    Das Versprechen "kostenlos im Ausland bezahlen" bedeutet nicht immer, dass Sie auch kostenlos Geld abheben können. Bei den meisten Kreditkarten verlangen Banken für das Abheben am Geldautomaten zusätzliche Gebühren. Üblich ist es, dass eine Gebühr prozentual vom Verfügungsbetrag berechnet wird. Das können gut und gerne zwei oder drei Prozent des Auszahlungsbetrags sein, beziehungsweise eine Mindestgebühr von fünf Euro und mehr.
  • Fremdwährungen

    Wenn Sie häufig außerhalb der Eurozone reisen und sich vielleicht genau vor diesem Hintergrund eine Kreditkarte anschaffen möchten, sollten Sie auch Gebühren für eventuelle Auslandsentgelte im Blick haben. Bei den allermeisten Kreditkarten fallen Fremdwährungsgebühren, das sogenannte Auslandseinsatzentgelt, an. Diese Gebühr liegt meist zwischen 1,25 und 2,00 Prozent des Umsatzes (jedoch mindestens bei fünf Euro). 
  • Sonderleistungen

    Es kann auch vorkommen, dass das Bankinstitut eine Aktivierungsgebühr für die neue Kreditkarte von Ihnen verlangt. Das ist vor allem bei Prepaid-Karten wie beispielsweise Viabuy der Fall. Zusätzliche Kosten können außerdem für den Ersatz der Karte bei Verlust anfallen.
  • Gebühren für eine Zweit- bzw. Partnerkarte

    Auch eine Zweitkarte bedeutet oft zusätzliche Kreditkarten-Kosten. Manchmal aber auch nicht, wie das DKB, ING-Diba oder auch die 1 Plus Visa-Karte vormachen. 

Kostenlose Kreditkarten im Vergleich

Die Aussicht auf eine kostenlose Kreditkarte veranlasst so manchen Bankkunden, ein neues Girokonto zu eröffnen oder das Geldhaus zu wechseln. Denn warum eine Karten-Gebühr zahlen, wenn es bei einer anderen Bank eine Kreditkarte kostenfrei gibt?

Aber was macht ein Kunde, der mit seiner Hausbank eigentlich zufrieden ist und sich lediglich an den überhöhten Kreditkartenkosten stört? Für den kann eine kostenlose Kreditkarte ohne Kontobindung eine Alternative sein. 

Werfen Sie doch einfach mal einen Blick auf die folgende Tabelle, in der wir sechs Kreditkarten mit und ohne Kontenanbindung zum Vergleich auflisten:

 

Kosten Hauptkarte

Kontoanbindung

Besonderheiten

DKB
VISA 

0,00 Euro

Ja

Bonusprogramm, weltweit kostenlose Bargeldversorgung an Visa-Geldautomaten.

ING DiBa
VISA 

0,00 Euro

Ja

Kostenlose Bargeldversorgung an Visa-Geldautomaten innerhalb der EU.

Comdirect
VISA

0,00 Euro

Ja

Verschiedene Bonusprogramme + kostenlose Bargeldversorgung mit Girocard und mit Visa in Ländern ohne Euro.

Advanzia
Mastercard Gold

0,00 Euro

nein

Reiserabatt, Bonusprogramme, Auslandskranken-Versicherung, Reiserücktrittskosten-Versicherung.

Santander
1 Plus VISA Card

0,00 Euro

nein

Reiserabatt, Tankrabatt, weltweit kostenlose Bargeldversogrung, außerdem werden alle anfallende Gebühren bei Bargeldabhebungen, die durch den Automatenbetreiber (z.B. in den USA, Schweiz oder Türkei) erhoben werden, erstattet (einziger Anbieter).

Quelle: Kreditkarten-Vergleich von biallo.de, Jahresumsatz 2.000 Euro.

(Stand: 17.10.2018)

Nicht nur auf den Nulltarif achten

Gerade wenn Sie ein Neuling im Bereich Kreditkarten sind, ist die Wahl der kostenlosen Variante sicherlich der erste richtige Schritt. Doch gerade, wenn Sie Ihr Nutzungsverhalten kennen, könnte sich ein Vergleich der kostenpflichtigen Varianten im zweiten Schritt lohnen.

Denn zu diesem Zeitpunkt müssten Sie ein gutes Bild davon haben, welche Zusatzleistungen von kostenpflichtigen Kreditkarten Ihnen Zeit- und Kostenersparnisse bringen. Diese Mini-Checkliste hilft Ihnen, Ihr Nutzungsverhalten zu analysieren.

Mini-Checkliste: Nutzungsverhalten mit der Kreditkarte

  • Bei Typ eins empfiehlt sich eine "Business Kreditkarte" oder "Vielflieger Kreditkarte"

  • Wenn Sie sich zu Typ zwei zählen, lohnt sich eine kostenpflichtige Kreditkarte, über die Sie einen Reiseschutz, eine Auslandskrankenversicherung oder auch einen Rechtsschutz haben

  • Typ drei deutet auf einen Nutzer hin, für den sich eine kostenpflichtige Kreditkarte mit Bonusprogrammen besonders lohnt

  • Wenn vor allem Typ vier zutrifft, sollten Sie bei einer kostenpflichtigen Kreditkarte darauf achten, dass Sie Vergünstigungen beim Mietwagenverleih haben.

Welche Leistungen bei Kreditkarten wichtig sind

Bei der kostenlosen Kreditkarte liegt die Hauptleistung natürlich darin, dass Sie damit im Internet, an Tankstellen sowie im Handel zahlen können. Mit einigen besonders guten wie der 1 Plus Visacard, der DKB- und der ING-Diba-Visa-Karte haben Sie sich sogar eine weltweite kostenlose Bargeldversorgung bzw. eine für die gesamte Eurozone gesichert.

Diese Dinge sind zwar klasse. Aber mehr geben diese Karten auch nicht her. Wer mehr will wie beispielsweise einige wichtige Versicherungen, der muss sich auf Kreditkarten mit Jahresgebühren von 60 Euro aufwärts einlassen.

Biallo-Tipp:

Jedoch kann sich eine Kreditkarte mit Reiserücktrittsversicherung lohnen, denn diese ist meist viel günstiger als eine seperate Versicherung.


Leistungen im Überblick:

Reiseversicherung

Viele kostenpflichtige Kreditkarten beinhalten eine zusätzliche Reiseversicherung. Dazu zählen eine Reisekrankenversicherung und eine Reiserücktrittsversicherung. Aber aufgepasst: Diese Versicherungen springen im Schadensfall oft nur dann ein, wenn die Reise auch mit der Kreditkarte bezahlt wurde.

  • Biallo-Tipp: Bei den Goldkarten der Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist die Versicherungsleistung meist nicht an den Karteneinsatz gekoppelt.

Zusatzversicherungen für Mietwagen

Auch hier können Sie als Inhaber bestimmter Kreditkarten Vorteile haben. Die Zusatzleistungen reichen von einem Kfz-Schutzbrief, über eine Aufstockung der Haftpflicht- oder Vollkaskoversicherung, bis hin zu einer eigenen Rechtsschutzversicherung für Mietwagen.

Rabatte

Einige Karten enthalten Bonus- oder Rabattprogramme. Häufig handelt es sich hier um Punktesysteme zum Beispiel für Tankstellen oder auch Online-Shops wie Amazon.

Weitere Versicherungen

Manche Anbieter bieten Ihnen eine Einkaufsversicherung für Gegenstände, die Sie mit der Kreditkarte erworben haben.

Gesonderte Leistungen

Über manche Anbieter haben Sie Zugang zu Airport-Lounges oder diversen Beratungsleistungen. Sie können eine Notfallhilfe bei Verlust der Karte und wichtiger Dokumente in Anspruch nehmen oder Buchungen von Flügen und Hotels für sich erledigen lassen. 

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Horst Biallo
Horst Biallo
Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de