Zehn Mythen rund um die Kreditkarte

Sicheres Bezahlen Zehn Mythen rund um die Kreditkarte

Max Geißler
von Max Geißler
13.09.2018
Auf einen Blick
  • Den Deutschen ist die Kreditkarte immer noch nicht ganz geheuer: Laut einer Studie der Bundesbank zum Zahlungsverhalten in Deutschland besitzen 36 Prozent der Bundesbürger eine Kreditkarte.

  • Dabei spielt vor allem die Angst vor finanziellen Verlusten eine große Rolle, warum so viele Verbraucher die Nutzung einer Kreditkarte scheuen.

  • Biallo.de räumt mit den gängigsten Mythen und Irrtümern rund um das Plasiktgeld auf.
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Irrtum 1: Die Girocard reicht aus

Das mag für das Bezahlen und Geldabheben in Deutschland weitestgehend stimmen, im Ausland sieht die Sache anders aus. Wer in den USA, Brasilien oder Russland Geld abheben will, der benötigt eine Girocard mit Maestro-Logo, um Bargeld zu bekommen. Ist auf der Karte lediglich das V-Pay-Zeichen aufgedruckt, dann funktioniert die Karte dort nicht, sondern nur innerhalb der Europäischen Union. In dem Fall kommt man um eine Kreditkarte nicht herum.

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Irrtum 2: Der Kunde haftet nur bei Fehlverhalten

Falsch! Vielmehr gilt: Die Haftung ist Kulanzsache, wenn etwa die Karte gestohlen und das Konto leergeräumt wird. Kann dem Kunden kein Fehlverhalten nachgewiesen werden, beträgt die gesetzliche Haftung bis zu 150 Euro. Dieser Betrag wird allerdings häufig von Kartenanbietern übernommen, damit der tadellose Ruf nicht geschädigt wird. Bei schuldhaftem Fehlverhalten sehen sich die Anbieter aber meist nicht in der Pflicht.

Irrtum 3: Das Versicherungspaket ist überflüssig

Nicht unbedingt. Wer viel unterwegs ist, der kann mit Rabatten beim Tanken oder beim Online-Shopping einiges sparen. Zudem können Zusatzversicherungen wie Reiserücktrittsversicherung oder Reiseabbruchversicherung im Ernstfall teure Stornokosten verhindern. Hier gilt es, die Zusatzleistungen genau zu prüfen und die Kreditkarte auszuwählen, die individuelle Vorteile verspricht. Wer keine Zusatzfunktionen benötigt, der sollte eine kostenlose Kreditkarte ohne Zusatzleistungen wählen, etwa von ING-Diba, Consorsbank oder Comdirect.

Lesen Sie auch: Premiumkonten mit Kreditkarten können sich lohnen

3
 
Karte
Anbieter
Jahresgeb.
Sollzinssatz
 
1.
VisaCard
0,00
6,9%
2.
comdirect VISA-Karte
0,00
6,5%
3.
MasterCard Debit
0,00
8%
Jahresumsatz 3.000

Irrtum 4: Die Kreditkarte ist eine Erweiterung des Dispos

Eine fataler Irrtum: Wer seinen Dispokredit bereits ausgereizt hat und dann weiter fleißig mit der Kreditkarte bezahlt, dem droht böses Erwachen. Denn sowohl der Dispo als auch das Kreditkartenkonto fordern die ausstehenden Beträge samt Zinsen ohne Aufschub ein. Und die Kreditzinsen sind in beiden Fällen meist üppig, häufig im zweistelligen Bereich. Schnell können Kreditnehmer die auflaufenden Forderungen nicht mehr bedienen und geraten hier in die Schuldenfalle. Daher: Kredite immer mit Augenmaß aufnehmen und nicht beide Kreditmöglichkeiten gleichzeitig ausreizen.

Irrtum 5: Mehrere Kreditkarten erweitern den finanziellen Spielraum

Hier gilt das Gleiche wie im vorhergehenden Punkt: Wer sich Geld gleichzeitig bei mehreren Kreditkarten borgt, der kann in die Schuldenfalle tappen. Außerdem verschlechtert sich durch den Besitz mehrerer Kreditkarten die Bonität des Verbrauchers, denn Kreditagenturen wie die Schufa oder Creditreform registrieren solche Veränderungen und setzen entsprechend den Score-Wert des Kunden herab. Stufen Banken den Kunden auf Grund seiner vielen Konten und Kreditkarten als riskant ein, können Zinsaufschläge fällig werden.

Lesen Sie auch: Schufa-Eintrag – So vermeiden Sie böse Überraschungen

Irrtum 6: Kreditkartenzahlungen kann man nicht widerrufen

Im Gegenteil: Zu Unrecht abgebuchte Beträge können bei Kreditkarten recht problemlos storniert werden. Dazu zählen nicht nur unrechtmäßige Abbuchungen, sondern auch doppelt gebuchte Beträge oder zu hoch abgebuchte Summen. Wichtig ist, dass Sie zeitnah handeln. Die gesetzliche Frist für eine Zurückbuchung beträgt acht Wochen. Danach ist eine Stornierung nur noch auf Kulanzbasis des Kartenanbieters möglich. Daher: überprüfen Sie Ihre Kreditkartenabrechnung zeitnah und regelmäßig.

Irrtum 7: Kreditkartenzahlungen sind unsicher

Das stimmt nicht. Die Kreditkartenanbieter haben die Sicherheitsstandards ständig erhöht. Für hohe Zahlungssicherheit sorgt heute der EMV-Ship, der anders als der frühere Magnetstreifen nur sehr schwer kopiert oder manipuliert werden kann. Des Weiteren erhöhen Hologramme, versteckte Schriftzeichen und die Kartenprüfnummer die Sicherheit im Zahlungsverkehr.

  • Biallo-Tipp: Bauen Sie Kartenbetrug vor: Bewahren Sie die PIN-Nummer und die Kreditkarte niemals zusammen in der Geldbörse auf. Geben Sie Ihre Geheimzahl immer verdeckt ein, geben Sie die Karte möglichst nicht aus der Hand. Prüfen Sie beim Bezahlen, ob der Rechnungsbetrag auf der Quittung korrekt ist.

Lesen Sie auch: So ist das Bankkonto vor Hacker-Angriffen sicher

Irrtum 8: Kreditkarten sind übertragbar

Nein, Kreditkarten sind grundsätzlich nicht übertragbar. Fährt der Ehepartner oder das Kind in den Urlaub, muss man vorab für diese Person eine eigene Kreditkarte beantragen oder eine passende Girocard ins Gepäck legen. Das Kind muss aber in jedem Fall volljährig sein.

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Irrtum 9: Geldabheben mit Kreditkarte im Urlaub ist teuer

Nicht mit der richtigen Kreditkarte. Während bei vielen Kreditkarten für Bargeldabhebungen an Geldautomaten im Ausland fünf bis sechs Euro Servicegebühr anfallen, entstehen bei den Visakarten von DKBSantander Bank (1plus Karte) oder der Mastercard Gold der Advanzia Bank keine Gebühren. Vielreisende können hiermit rings um den Globus kostenfrei an Automaten Geld ziehen.

Irrtum 10: Die Kreditzinsen liegen immer im zweistelligen Bereich

Auch hierbei kommt es auf die Kreditkarte an. Während manche Anbieter fast 20 Prozent Kreditzinsen berechnen, fallen beispielsweise bei der Mastercard der Deutschen Skatbank weniger als fünf Prozent Zinsen an, bei der Comdirect Visa-Karte 6,5 Prozent und der ING-Diba Visa-Karte 6,99 Prozent Zinsen.

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Max Geißler
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de