Simin Heuser
 

 
Auf einen Blick
  • Sogenannte Neobroker sind junge Finanzfirmen, die Anlegern den einfachen, schnellen und kostengünstigen Handel mit Aktien, ETFs oder Kryptos ermöglichen.

  • Der große Neobroker-Vergleich von biallo.de zeigt: Anbieter wie Traders Place, Trade Republic oder Scalable sind zwar günstig. Dennoch gibt es Unterschiede bei Kosten, dem Angebot handelbarer Wertpapiere oder dem Kundenservice.

  • Bevor Sie sich für einen Neobroker entscheiden, sollten Sie überlegen, welche Aktien, ETFs oder Kryptowährungen Sie handeln wollen. Unser Vergleich hilft Ihnen, den passenden Anbieter zu finden.
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Auf der Homepage des US-Finanzdienstleisters Robinhood steht ein klares Bekenntnis: "Wir haben eine Mission", heißt es dort: "Den Finanzmarkt für alle zu demokratisieren." Robinhood gibt es seit 2013. Das Unternehmen war der erste sogenannte Neobroker – ein junges Finanz-Start-up, das möglichst vielen Anlegern möglichst unkompliziert den Handel mit Wertpapieren ermöglichen will.

Mittlerweile gibt es davon einige – auch in Deutschland. Die Neobroker wollen den Wertpapierhandel günstig und einfach machen. Und sie sind damit sehr erfolgreich. Es gibt allerdings auch einige Dinge, auf die Sie bei den jungen Finanzfirmen achten müssen. Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, hat biallo.de die sechs größten und bekanntesten Neobroker getestet. Unter anderem haben wir dabei Produktauswahl, Kosten, Zahl der Handelsplätze und den Kundenservice unter die Lupe genommen. In diesem Artikel erfahren Sie, wo die untersuchten Neobroker ihre Stärken und Schwächen haben – und welche Anbieter am besten abschneiden. 

 

Was sind Neobroker?

"Neo" steht für "neu" – und Neobroker stehen für eine neue Generation von Unternehmen, die Anlegern den preiswerten Handel mit Wertpapieren ermöglichen, etwa mit Aktien, ETFs, Kryptowährungen oder sogenannten Derivaten, also Optionsscheinen oder Zertifikaten

Statt auf ein möglichst breites Angebot an Handelsmöglichkeiten zu setzen, konzentrieren sich die Neobroker auf bestimmte Handelsbereiche und tendenziell auf wenige Handelsplätze, mit denen sie zusammenarbeiten. So können sie den Kauf und Verkauf der Wertpapiere sehr günstig anbieten – oft sogar kostenlos.

Der Zugang zu Ihrem Depot läuft dabei in der Regel mobil, also etwa über eine App auf dem Smartphone. Dadurch wird der Handel einfach, schnell und intuitiv. Mittlerweile bieten die meisten Neobroker jedoch auch eine Anwendung für den PC an. Mit dem Handel per App allerdings haben die Neobroker einen Standard in der Branche gesetzt. Auch herkömmliche Banken, Sparkassen und Direktbanken bieten mittlerweile den Aktienhandel per App an – allerdings in der Regel nicht so günstig.

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Der Biallo-Neobroker Test 2024 

Was bieten die Neobroker ihren Kunden? Mit dem Neobroker-Test will biallo.de den Markt transparent und vergleichbar machen. In der Analyse haben wir uns dabei auf die führenden Anbieter konzentriert. Unser Ziel ist es, Anlegern und Interessierten eine Orientierungshilfe in der dynamischen Welt der Online-Brokerage-Plattformen zu bieten. Dafür haben wir die größten Neobroker getestet und diese anhand einer Reihe von Kriterien bewertet. 

Unser Punktesystem für die Bewertung ist einfach: Es reicht von 1 (niedrig bewertet) bis 5 (hoch bewertet). Die folgende Tabelle zeigt die Hauptkriterien unseres Tests, die Einzelnoten für die untersuchten Anbieter – und die Gesamtnote. Die Einzelnoten haben wir dabei unterschiedlich gewichtet, um zur Gesamtnote zu gelangen. Auf die Gewichtung gehen wir weiter unten ein.

So schneiden die Neobroker im Biallo-Test ab

Anbieter Traders Place Scalable Capital (Free) Finanzen.net Zero Smartbroker Plus Trade Republic Justtrade
Gesamtpunktzahl 4,585 4,516 4,296 4,249 4,189 3,945
Auswahl Produkte 4,2 4,3 3,75 4,3 3,95 2,9
Kosten 5 4,7 5 4,4 4,7 4,7
Kundenservice 4,3 4,5 3,7 3 3,2 3
Anzahl Handelsplätze 5 4 3 5 3 5
Mindestordervolumen und Mindest-Sparrate 4 5 5 4 5 4

Quelle: biallo.de; Stand März 2024.

Die beste Gesamtnote und damit Platz eins in unserem Test erreicht der Anbieter Traders Place. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Scalable Capital und Finanzen.net Zero. Auch die übrigen drei Anbieter erreichen mit einer Gesamtpunktzahl von fast vier oder mehr noch gute Noten. Das liegt vor allem daran, dass alle Anbieter bei den Kosten vergleichsweise hohe Noten erzielen. Bei anderen Kriterien gibt es jedoch deutliche Unterschiede.

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Was Neobroker den Kunden bieten

Die geringen Kosten sind das große Plus bei allen Neobrokern. So ist etwa die Depotführung bei allen getesteten Anbietern kostenlos. Ebenso die Sparplanausführung. Bei den Orderkosten allerdings gibt es Unterschiede: Einige Broker verlangen einen festen Preis pro Order, andere sind kostenlos ab einem bestimmten Orderbetrag (siehe Tabelle). 

Orderkosten bei Neobrokern

Anbieter Orderkosten / Orderprovision für Einmalkauf
Trade Republic 1 € Pauschale für  Fremdkosten
Scalable Capital (Free) 0,99€ pro Trade
Smartbroker kostenlos ab 500 €,
sonst 4€
Justtrade 1 € Pauschale für  Fremdkosten
Finanzen.net Zero kostenlos ab 500 € Ordervolumen, sonst 1 €
Traders Place kostenlos ab 500 € Ordervolumen, sonst 1 €¹
¹ für Derivate 3 €, über ausgewählte Handelspartner sind Derivate kostenlos. Quelle: biallo.de, Angaben der Anbieter, Stand März 2024.

Bei der Produktauswahl hingegen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Das gilt etwa für die Anzahl handelbarer Aktien. Hier sticht Traders Place deutlich heraus: Dort lassen sich insgesamt über 35.000 Aktien handeln. Bei den sparplanfähigen ETFs liegen Trade Republic und Scalable Capital vorn. Bemerkenswert: ETF-Sparpläne sind bei den Neobrokern fast ohne Ausnahme kostenlos. 

Produktauswahl bei Neobrokern

Anbieter Anzahl Aktien Anzahl ETFs Anzahl sparplanfähiger ETFs¹/
Trade Republic 9.400 2.600 2.600
Scalable Capital (Free) Über 7.800 Über 2.500 Über 2.500
Smartbroker Plus 25.305 Über 2.500 1.200
Justtrade 8.500 1.600 148
Finanzen.net Zero 8.522 1.988 1.600
Traders Place Über 35.000 Über 2.500 550

¹Anzahl kostenloser ETF-Sparpläne ist in der Regel identisch, bei Smartbroker sind es 900 kostenlose ETF-Sparpläne; Quelle: biallo.de, Angaben der Anbieter; Stand März 2024.

Wie sieht es bei den Handelsplätzen aus? Traditionell haben Neobroker wie Trade Republic und Scalable vergleichsweise wenige oder sogar nur einen Handelsplatz zur Auswahl. Neuere Anbieter wie Traders Place überzeugen dagegen mit deutlich mehr Möglichkeiten: Anlegerinnen und Anlegern stehen dort 40 Handelsplätze zur Verfügung. Auch der Smartbroker bietet eine vergleichsweise große Auswahl.

Anzahl der Handelsplätze bei Neobrokern

Anbieter Anzahl Handelsplätze
Trade Republic ausschließlich Lang & Schwarz
Scalable Capital (Free) Gettex und Xetra. Gettex ohne Zusatzkosten 
Smartbroker Gettex, Tradegate, L&S Exchange, Baader OTC plus diverse physische Börsenplätze
Justtrade Lang&Schwarz, Quotrix, Tradegate¹
Finanzen.net Zero Gettex
Traders Place 40 Handelsplätze

¹Zusätzlich außerbörslicher Direkthandel von Derivaten über J.P. Morgan, Societe Generale, UBS, Vontobel, Wikifolio; Quelle: biallo.de, Angaben der Anbieter; Stand März 2024.

Auch den Kundenservice der Anbieter haben wir unter die Lupe genommen. Die Bewertung hängt dabei zum einen von der Zahl der Möglichkeiten ab, die Kunden haben, um Kontakt zum Anbieter aufzunehmen. Zum anderen fließen die Sternebewertungen der Nutzerinnen und Nutzer für die Anbieter-Apps im Google-Playstore und im Apple Store mit ein. Auch Kundenbewertungen aus dem Bewertungsportal "Trustpilot" haben wir berücksichtigt. Dabei zeigt sich unter anderem: Mit dem Service beziehungsweise der App von Finanzen.net Zero sind die Kunden sehr zufrieden, eher mäßig fällt die Bewertung dagegen beim Smartbroker aus.

Kundenservice der Neobroker

Anbieter Kontaktmöglichkeiten Verrechnungskonto Sterne-Bewertungen aus App-Stores und bei Trustpilot¹
Trade Republic Kontaktformular Solaris SE, Citibank Europe plc, Deutsche Bank, HSBC Continental Europe S.A. 3,475
Scalable Capital (Free) Chat, E-Mail, Telefon Baader Bank 3,925
Smartbroker Telefon, E-Mail Baader Bank 1,975
Justtrade E-Mail Sutor Bank 2,9
Finanzen.net Zero Chat und Kontaktformular Baader Bank 4,425
Traders Place Chat, Rückrufservice, E-Mail Baader Bank 3,5

¹Durchschnitt der Sterne-Bewertungen aus Stores und bei Trustpilot, höchste Bewertung sind fünf Sterne; Quelle: biallo.de, Angaben der Anbieter; Stand März 2024.

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Die besten Neobroker 2024 im Vergleich

Die Tabellen machen deutlich: Auch wenn alle Neobroker ihren Kunden durchweg sehr günstige Möglichkeiten bieten, Wertpapiere zu handeln, gibt es bei anderen Kriterien deutliche Unterschiede. Im Folgenden lesen Sie, wie wir die Anbieter aufgrund des Neobroker-Tests von biallo.de einschätzen.  


Platz 1: Traders Place

Traders Place positioniert sich als "Neobroker 2.0" und will mit guten Konditionen und einem umfangreichen Angebot sowohl erfahrene Trader als auch Einsteiger ansprechen. Mit dem Versprechen, die besten Aspekte von Neobrokern und klassischen Brokern zu vereinen, spricht Traders Place insbesondere diejenigen an, die weltweit zu günstigen Konditionen handeln möchten. Anlegerinnen und Anleger können an fast 40 Handelsplätzen agieren. Der Neobroker bietet dabei die meisten Ordertypen an. Für die umfangreichen Möglichkeiten im Handel und die Flexibilität bei den Handelsplätzen erhält Traders Place die volle Punktzahl. Der Broker zeichnet sich außerdem durch eine kostenbewusste Struktur aus. Insgesamt ist Traders Place eine der kosteneffizientesten Optionen für Anleger.

Auf der anderen Seite gibt es auch Bereiche, in denen der Broker im Vergleich zur Konkurrenz Verbesserungsbedarf hat. Die vergleichsweise eingeschränkte Auswahl an ETF-Sparplanoptionen (550 im Vergleich zu bis zu 2.600 bei der Konkurrenz) könnten für einige Anleger nachteilig sein. Abgesehen von den Sparplänen bietet Traders Place allerdings eine bemerkenswerte Vielfalt. Für Guthaben auf dem Verrechnungskonto zwischen 1.000 und einer Million Euro zahlt Traders Place 1,30 Prozent Zinsen. Konkurrenten wie Trade Republic und Scalable Capital haben teils höhere Zinssätze. Für Zinsjäger gibt es daher attraktivere Optionen.

Gute Erreichbarkeit und guter Kundenservice runden das positive Bild ab. Der Neobroker geht daher in unserem Vergleich als Sieger hervor. Er bietet eine ausgewogene Mischung aus Kosten, Angebot und Service, die ihn für eine breite Palette von Anlegern attraktiv macht. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich Traders Place in einem dynamischen und sich ständig verändernden Markt weiterhin bewähren wird. 

Platz 2: Scalable Capital

Scalable Capital hat sich mit über 600.000 Kunden und mehr als 16 Milliarden Euro an verwalteten Kundengeldern als ein führender Neobroker und Robo-Advisor in Europa etabliert und bietet ein umfangreiches Spektrum an Investmentmöglichkeiten und Services an. Mit dem Ziel, den Zugang zum Kapitalmarkt durch smarte Technologien, Benutzerfreundlichkeit und niedrige Kosten zu erleichtern, spricht der Broker eine breite Zielgruppe an. Angeboten werden drei Modelle für das Wertpapierdepot: eine kostenlose und zwei kostenpflichtige Varianten (2,99 bzw. 4,99 Euro im Monat). In unserem Neobroker-Test konzentrieren wir uns auf den sogenannten "Free Broker". Das gewährleistet eine Vergleichbarkeit mit anderen Anbietern, die alle eine kostenlose Depotführung anbieten. 

Scalable Broker ermöglicht den Handel mit Aktien, ETFs, Fonds, Krypto-ETNs und Derivaten. Die Transaktionskosten liegen in der "Free"-Variante bei 0,99 Euro pro Trade. Sparpläne sind in allen Modellen kostenfrei. Anleger, die in einzelne Anleihen investieren möchten, finden bei Scalable Capital lediglich eine Stufenzinsanleihe, was zu einer niedrigen Bewertung in diesem Bereich führt. In Sachen Kundenservice schneidet Scalable mit 4,5 Punkten am besten ab. Für Neukunden bietet Scalable Capital einen attraktiven Zinssatz von 4,00 Prozent jährlich für Guthaben auf dem Referenzkonto bis zu einer Höhe von einer Million Euro für die ersten vier Monate. Danach erhalten Kunden 2,60 Prozent auf Guthaben bis zu 100.000 Euro, allerdings nur mit dem Prime+ Broker, der mit 4,99 Euro monatlich zu Buche schlägt. 

Insgesamt bietet Scalable Capital ein umfassendes und zugängliches Investmentangebot, das durch eine breite Produktpalette und eine klare Kostenstruktur gekennzeichnet ist. Trotz einiger kleinerer Einschränkungen – wie dem Zinsangebot nur für Prime+-Abonnenten – ist Scalable Capital aus unserer Sicht eine gute Wahl für Anleger.

Platz 3: Finanzen.net Zero

Finanzen.net Zero hat sich seit seiner Einführung im Jahr 2021 als attraktiver Neobroker auf dem deutschen Markt etabliert. Durch gebührenfreien Handel und ein breites Spektrum an Investitionsmöglichkeiten spricht der Neobroker eine breite Zielgruppe von Anlegern an, die Wert auf kostengünstiges und flexibles Trading legen.

Der Broker ermöglicht den Handel von Aktien, ETFs, Kryptos, Zertifikaten und Sparplänen ohne Ordergebühren, wobei lediglich marktübliche Spreads und bei Kleinstorders unter 500 Euro ein Mindermengenzuschlag von einem Euro anfallen. Diese Kostenstruktur bringt Finanzen.net Zero fünf Punkte in unserem Neobroker-Test ein. Das Angebot umfasst mehr als 1.600 Sparpläne auf Aktien, Fonds und ETFs und gibt Nutzern Zugang zu umfassenden Derivate-Produktpaletten führender Anbieter. 

Jedoch gibt es Einschränkungen bei den Handelsplätzen. Finanzen.net Zero bietet ausschließlich Gettex als Handelsplatz an. Ein weiterer Nachteil ist das Fehlen von Anleihen im Portfolio, weshalb der Neobroker in der Produktauswahl nur 3,75 Punkte erhält. Die Plattform hat jedoch sehr gute Kundenbewertungen in App Stores und auf Trustpilot, was ihre Beliebtheit und Benutzerfreundlichkeit unterstreicht. Eine Verzinsung für Guthaben auf dem Verrechnungskonto bietet Finanzen.net Zero nicht. Dafür punktet der Broker mit einem sehr guten Angebot im Bereich Krypto und ETNs.

Als Anbieter hebt sich Finanzen.net Zero besonders durch sein Angebot an gebührenfreiem Handel ab. Gemeinsam mit Traders Place ist der Anbieter der günstigste Neobroker. Das Produktangebot bewegt sich im soliden Mittelfeld. Trotz der Einschränkungen bietet finanzen.net Zero Anlegerinnen und Anlegern damit ein konkurrenzfähiges Paket.

Smartbroker+

Beim Smartbroker+ fällt die Produktauswahl besonders positiv auf, was dem Neobroker im Biallo-Vergleich 4,35 Punkte einbringt. Der Broker schneidet allerdings bei den Kundenbewertungen in den App Stores und auf Trustpilot nicht so gut ab. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Kostenstruktur. Zwar sind Wertpapierorders über 500 Euro Ordervolumen kostenfrei. Bei geringeren Käufen jedoch fallen vier Euro pro Trade an. Das ist schon ziemlich teuer. Zudem ist die Mindestsparrate mit 25 Euro relativ hoch angesetzt, und es gibt keine Verzinsung für Guthaben auf dem Verrechnungskonto. Insgesamt landet Smartbroker+ in unserem Neobroker Vergleich auf Platz vier.

Trade Republic

Das größte Plus von Trade Republic: Der Neobroker bietet seinen Kundinnen und Kunden die größte Anzahl sparplanfähiger ETFs an. Und: Diese sind allesamt kostenlos. Auch das Aktienangebot und das Angebot an Derivaten und Kryptowährungen kann sich bei Trade Republic sehen lassen. Aktiv gemanagte Investmentfonds fehlen allerdings. Das dürfte für einige Anleger eine Einschränkung sein. Nachteil außerdem: Bei Trade Republic ist nur ein Handelsplatz verfügbar. Insgesamt erzielt der Broker 3,75 Punkte bei der Produktauswahl. 

Trade Republic überzeugt mit einem einfachen und transparenten Preismodell und erhält dafür 4,7 Punkte. Jede Order kostet einen Euro. Erst kürzlich mit einer Vollbanklizenz ausgestattet, hebt sich Trade Republic außerdem durch das beste Zinsangebot am Markt von der Konkurrenz ab: Der Neobroker zahlt auf Cash-Guthaben bis 50.000 Euro 4,00 Prozent Zinsen.

Justtrade

Ähnlich wie die übrigen Anbieter schneidet auch Justtrade bei den Kosten gut ab. Die Produktauswahl lässt jedoch aus unserer Sicht zu wünschen übrig. Im Test erhält Justtrade dafür nur 2,9 Punkte und bildet damit das Schlusslicht unseres Angebotsvergleichs. Insbesondere das Fehlen aktiver Fonds und Anleihen sowie die geringe Auswahl an sparplanfähigen ETFs fallen negativ ins Gewicht. 

Positiv hervorzuheben ist allerdings das breite Angebot an Derivaten, Kryptowährungen und ETNs – eine eher spezialisierte Produktpalette. Eine Verzinsung für Guthaben auf dem Verrechnungskonto gibt es nicht. Anleger haben außerdem bei dem Neobroker aktuell keine Möglichkeit, ihr bestehendes Portfolio umzuziehen. 

 

Wie haben wir getestet?

Die Auswahl unserer Test-Kriterien basiert auf Aspekten, die wir für Anleger am wichtigsten halten. Dazu zählen unter anderem das Produktangebot, die Kostenstruktur, die Benutzerfreundlichkeit sowie zusätzliche Services und Features, die den Wert eines Brokers aus Sicht des Nutzers erhöhen können. Besonders wichtig waren uns dabei:

  • Die Auswahl an Produkten: Hier haben wir untersucht, wie vielfältig das Angebot an Aktien, ETFs, Anleihen, sparplanfähigen Produkten und weiteren Anlageoptionen ist.

  • Die Kosten: Die Gebührenstruktur, inklusive Depotgebühren, Orderkosten und Kosten für Sparpläne, war ein weiteres entscheidendes Bewertungskriterium. 

  • Der Kundenservice: Hierzu haben wir uns die Bewertungen in App Store, Google Play Store und auf Trustpilot angeschaut. Außerdem flossen hier die Kontaktmöglichkeiten zum Anbieter (E-Mail, Telefon, Chat) mit ein.

Auf eine Bewertung des Zinsangebots haben wir bewusst verzichtet. Unserer Ansicht nach sind Tages- und Festgeldkonten in aller Regel die bessere Wahl für Zinsanlagen. Wir haben uns daher bei der Bewertung auf die wesentlichen Merkmale und Dienstleistungen der Brokerage-Plattformen konzentriert. Für Anleger, die regelmäßig größere Geldbeträge auf ihrem Referenzkonto parken, kann eine gute Verzinsung nichtsdestotrotz ein wichtiges Auswahlkriterium sein. Daher haben wir auch darauf geachtet, dass die Verrechnungskonten aller bewerteten Broker durch die europäische Einlagensicherung abgedeckt sind, um ein hohes Maß an Sicherheit für die Anleger zu gewährleisten.

Um eine möglichst faire und umfassende Bewertung zu gewährleisten, haben wir jedem Kriterium eine spezifische Gewichtung zugeordnet. Sie soll die Bedeutung des Kriteriums für die Gesamtperformance und die Zufriedenheit aus Sicht der Anleger widerspiegeln. Die Gesamtpunktzahl eines Brokers ergibt sich schließlich aus der gewichteten Summe seiner Bewertungen in den einzelnen Kategorien, wodurch wir einen direkten Vergleich der Anbieter ermöglichen konnten. In der Summe soll der Neobroker-Test von biallo.de eine ausgewogene und objektive Perspektive auf die Neobroker-Landschaft bieten, indem er sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren berücksichtigt.

Unsere Kriterien und deren Gewichtung:

Die folgenden Kriterien haben die Gesamtpunktzahl entsprechend ihrer Gewichtung bestimmt. Die Hauptkategorien Produktauswahl, Kosten und Kundenservice wurden dabei noch in weitere Unterkategorien unterteilt, um eine detaillierte Bewertung zu ermöglichen. So sieht die Gewichtung der Hauptkriterien aus: 

  • Produktauswahl: 30 Prozent

  • Kosten: 40 Prozent

  • Kundenservice: 10 Prozent

  • Anzahl Handelsplätze: 10 Prozent

  • Mindestordervolumen bzw. Mindestsparrate: 10 Prozent

In den folgenden Fragen und Antworten fassen wir für Sie die wichtigsten Infos zu Neobrokern zusammen

Wie funktioniert ein Neobroker?

Der Wertpapierhandel bei einem Neobroker läuft nicht viel anders ab als der herkömmliche Online-Handel, wie ihn Direktbanken anbieten, etwa Comdirect oder Consorsbank. Anlegerinnen und Anleger geben ihre Order digital auf, der Neobroker leitet sie weiter zum Handelsplatz. Dort wird der Auftrag ausgeführt. Das gekaufte Wertpapier erscheint dann in der Depotübersicht, die sich etwa mit einer Smartphone-App aufrufen lässt.

Viele Neobroker arbeiten dabei beim Kauf und Verkauf der Wertpapiere nur mit wenigen ausgewählten Handelsplätzen zusammen. Das macht auch der Biallo-Test deutlich. Für jede Kundenorder erhalten die Anbieter dabei in der Regel eine Provision von den Kooperationspartnern. Diese Rückvergütungen ermöglichen es den Neobrokern, ihren Kundinnen und Kunden den Wertpapierhandel sehr günstig, manchmal sogar ohne Gebühren anzubieten. Die Rückvergütungen oder auch "Payments for Order Flow" (Bezahlung für den Auftragsfluss) sind durchaus umstritten (siehe unten)

Neobroker bieten mit ihrer Technik nur die Plattform für den digitalen Handel. Sie sind keine Banken, haben also in der Regel keine "Vollbanklizenz". Deswegen werden die Kundendepots im Normalfall von etablierten Geldhäusern verwaltet, etwa der Baader Bank, der Sutor Bank oder der DAB BNP Paribas.

Payment for Order Flow – Was ist das?

Beim Payment for Order Flow (PFOF) leiten Broker Kundenaufträge nicht direkt an die Börse, sondern an spezialisierte Firmen weiter, die dafür bezahlen – sogenannte Market-Maker. Diese Firmen nutzen die Aufträge, um durch die Preisunterschiede zwischen Kauf- und Verkaufsaufträgen Gewinne zu erzielen. Das schafft einen Interessenkonflikt für die Broker, da sie eventuell Aufträge nicht zum besten Preis für den Kunden, sondern dorthin leiten, wo sie selbst am meisten profitieren. Auf der anderen Seite können die Kunden von PFOF profitieren, weil die Rückvergütungen ihnen den günstigen Wertpapierhandel ermöglichen.

Dennoch hat die Europäische Union ein Verbot von PFOF bis 2026 beschlossen, um den Markt fairer zu gestalten. Dies könnte dazu führen, dass die Kosten für den Handel wieder steigen, da die bisher durch PFOF subventionierten günstigen Konditionen wegfallen.

Was sind Vor- und Nachteile von Neobrokern?

Der größte Vorteil der Neobroker für die Anleger ist der einfache Zugang zum Wertpapierhandel: Per App lassen sich Aktien oder ETFs quasi nebenbei handeln. Hinzu kommen die geringen Gebühren. Selbst verglichen mit den ohnehin schon guten Konditionen herkömmlicher Onlinebroker sind Neobroker noch günstiger. Der Biallo-Test macht jedoch deutlich: Es gibt Unterschiede. Zwar bieten sie den Handel oft zum Nulltarif an. In der Regel ist das aber an Bedingungen geknüpft. Wer bei Scalable komplett kostenfrei ordern will, muss eine Monats- oder Jahresgebühr zahlen. Bei Justtrade und Finanzen.Net Zero ist ein Mindestvolumen erforderlich.

Als Anleger sollten Sie außerdem bedenken: Kostenfreie Orders bedeuten nicht, dass der Kauf eines Wertpapiers unterm Strich kostenlos ist. Bei  ETFs und  Fonds etwa fallen jährlich laufende Gebühren an. Und es gibt Fallstricke bei den Kosten: So ermöglichen Neobroker Ihnen zwar den Handel außerhalb der Börsenöffnungszeiten. Sie können also auch frühmorgens auf dem Weg zur Arbeit oder spätabends auf dem Sofa noch Aktien kaufen. Allerdings sind die Kurse zu diesen Zeiten unter Umständen schlechter als während des regulären Börsenhandels. Soll heißen: Wenn Sie zu ungewöhnlichen Zeiten kaufen, bekommen Sie unter Umständen einen schlechteren Kurs. Darauf sollten Sie ein Auge haben.

Ein Nachteil der Neobroker kann überdies das im Vergleich zu Onlinebrokern deutlich geringere Angebot sein. Beim Neobroker handeln Sie meist über einen bestimmten Handelsplatz. Die Kaufkurse an diesem Handelsplatz können unter Umständen höher sein als anderswo – und die Verkaufskurse niedriger. In der Fachsprache wird die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs auch  Spread genannt. Allerdings konnte die Stiftung Warentest in einem Test der Neobroker Anfang 2022 beim Kauf keine "nennenswerten Aufschläge" gegenüber dem Xetra-Handel feststellen.

Insgesamt ist die Anzahl handelbarer Produkte bei den Neobrokern zwar geringer als etwa bei Onlinebrokern. Sie dürfte aber für den normalen Privatanleger noch immer ausreichen. Allerdings zeigt unser Test auch hier die Unterschiede bei den Anbietern auf: So reicht die Zahl möglicher  ETF-Sparpläne je nach Anbieter von knapp 150 bis zu 2.600. Fonds lassen sich überdies nicht bei allen Neobrokern kaufen und verkaufen.

Wie sicher sind Neobroker?

Bei der Sicherheit müssen die Kunden der Neobroker keine Abstriche machen. Für Einlagen auf Verrechnungskonten gilt in jedem Fall die staatliche  Einlagensicherung. Darüber sind Einlagen in Höhe von 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt. Außerdem sind die Depotbanken oft freiwilliges Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken. Das garantiert den Anlegern eine noch deutlich höhere Absicherung. 

Im Übrigen gilt auch für die Neobroker: Die Papiere im Depot der verwahrenden Bank sind Sondervermögen. Sie sind also Eigentum der Anleger und fallen auch bei einer Pleite des Neobrokers oder der depotführenden Bank nicht in die Insolvenzmasse. Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften (zum Beispiel  Dividenden, Ausschüttungen, Verkaufserlöse) sind durch die gesetzliche Anlegerentschädigung geschützt. Diese deckt 90 Prozent Ihrer Forderungen aus Wertpapiergeschäften ab, maximal 20.000 Euro.
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Über die Autorin Simin Heuser

Simin Heuser hat in Köln Volkswirtschaftslehre studiert und bereits während des Studiums für verschiedene Fondsgesellschaften und FinTechs gearbeitet. Ihr Fachwissen setzt sie auch als freie Finanzjournalistin ein. Ein Interesse gilt der Rolle von Frauen in der Finanzwelt - ein Bereich, in dem sie sich für mehr Aufklärung engagiert. Bei Investments konzentriert sie sich auf Aktienfonds und fühlt sich besonders im Bereich der nachhaltigen Geldanlage zuhause.

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