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Auf einen Blick
  • Mit einer Anleihe leihen sich Staaten oder Unternehmen für eine bestimmte Laufzeit Geld.

  • Der Anleihen-Käufer bekommt dafür einmal im Jahr einen festen Zins ausgezahlt. Am Ende der Laufzeit erhält er sein Kapital zurück.

  • Je besser die Kreditwürdigkeit („Bonität“) des Herausgebers der Anleihe, desto geringer das Risiko des Papiers. Damit sinkt aber auch dessen Zins.
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Anleihen gibt es bereits seit dem Mittelalter. Sie hießen damals „Rentenbrief“. Vor allem Städte finanzierten damit ihre Schulden. Heute geben Staaten, Banken oder auch Unternehmen Anleihen aus, um sich Kapital zu beschaffen. Der Herausgeber – oder „Emittent“ – leiht sich dabei Geld vom Käufer der Anleihe. Er erhält also vom Käufer einen Kredit über eine vorher festgelegte Laufzeit. Der Käufer bekommt dafür einen festen Zins, den Kupon. Dieser wird meist einmal im Jahr ausgezahlt. Es gibt bei Anleihen also keinen Zinseszins wie etwa auf einem Spar- oder Festgeldkonto. Am Ende der Laufzeit erhält der Anleihen-Käufer sein eingesetztes Kapital zurück.

Beispiel: Sie kaufen eine Anleihe zu einem Ausgabepreis – dem sogenannten Nennwert – von 100 Euro pro Stück. Die Anleihe läuft über zehn Jahre und hat einen Zinskupon von 3,0 Prozent. Dann erhalten Sie jedes Jahr drei Euro Zinsen, insgesamt also 30 Euro. Nach zehn Jahren bekommen Sie die 100 Euro zurück.

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Je größer das Risiko desto höher der Zins der Anleihe

Je nachdem wer die Anleihe ausgibt, spricht man von Staats-, Bank- oder Unternehmensanleihen. Wie bei Privatleuten auch hat dabei jeder Emittent eine unterschiedliche Kreditwürdigkeit – die Bonität. Je besser sie ist, desto sicherer ist die Anleihe und desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Emittent am Ende der Laufzeit das Geld auch zurückzahlt. Hat der Herausgeber der Anleihe stattdessen eine schlechte Bonität, steigt das Risiko für den Anleihen-Käufer. Er bekommt dafür aber auch einen höheren Zins.

Beispiel: Argentinien ist ein vergleichsweise unsicherer Schuldner. In der Geschichte des Landes gab es schon mehrere Staatspleiten. Entsprechend hoch verzinst sind zehnjährige argentinische Staatsanleihen. Man bekommt dafür derzeit fast acht Prozent Zinsen im Jahr. Die Bundesrepublik dagegen hat als Schuldner die höchste Bonität und kann sich zu null Prozent finanzieren. Warum Bundesanleihen dabei unterm Strich auch eine negative Rendite bringen können, erklären wir Ihnen hier.

Wenn Sie sich gerade mit dem Thema Geldanlage beschäftigen, dann könnte unser Ratgeber für Einsteiger zum Wertpapierhandel interessant sein. 

Haben Sie gewusst, dass es möglich ist Anleihen von Ihrem Lieblingsfußballverein zu erwerben? In einem weiteren Artikel haben wir uns genauer mit dem Thema Fananleihen für Sie auseinandergesetzt. 

Über den Autor Andreas Jalsovec

hat als Redakteur für mehrere (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem für das Anlegermagazin Börse Online, die Münchner Abendzeitung, die Schwäbische Zeitung und die Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Neben seiner Tätigkeit für Biallo.de arbeitet er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.

  Andreas Jalsovec